Cleveland Cavaliers, Gedanken, Los Angeles Clippers

Der Baron fliegt nach Cleveland

Nachdem es schon ab Mitte Dezember Gerüchte gab, dass die Los Angeles Clippers sich gerne auf der Small Forward Position verstärken und dafür auch Chris Kaman abgeben würden, war klar, dass eine Veränderung in Sachen Kaderzusammenstellung sehr gut möglich wäre. Daher dann auch all die Gerüchte um Andre Igoudala, Gerald Wallace, Danny Granger, Jeff Green oder sogar Carmelo Anthony.

 

Kurz vor der Trading Deadline wurde es dann noch einmal spannend, denn nachdem die Knicks und Nuggets den Carmelo Anthony Trade durchgeführt hatten, sollen die Clippers sehr großes Interesse an Danilo Gallinari gehabt haben und die Nuggets mit einigen verlockenden Angeboten für den Italiener geködert haben. Diese jedoch lehnten dankend ab und ließen die Clippers damit ohne Verbesserung auf dieser Position stehen. Daher glaubte man nun kaum noch an große Aktivitäten der Clippers, bevor man in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch überrascht wurde. Da hieß es dann auf einmal, dass die Clippers und Cavaliers sich über einen Trade unterhalten würden, der Baron Davis nach Cleveland und Mo Williams zu den Clippers schickt. Und so war es dann auch, als die Clippers und Cavaliers sich darauf einigten und den Trade durchführten. Dieser sieht wie folgt aus:

Baron Davis und ungeschützter 1. Runden Pick 2011
für
Maurice “Mo” Williams und Jamario Moon

Dieser Trade war so überraschend wie schnell abgewickelt und daher müssen sich die Fans beider Teams erst einmal darüber klar werden, was hier genau geschehen ist.

Warum für die Clippers?

Da gibt es drei Gründe:

1) Das Team gehört seit spätestens Mitte Dezember Blake Griffin und Eric Gordon und um diese sollte es auch aufgebaut werden. Nach einem schlechten Start in die Saison – 5:21 – übernahmen Griffin und Gordon im Dezember eine Aussprache, die nur die Spieler betraf, und machten klar, dass sie nicht gewillt sind, nur ein wenig in der Liga zu spielen und mal den einen oder anderen Achtungserfolg zu erspielen. Daher braucht es Spieler, die zu beiden passen und sich als Rollenspieler sehen, die diesen beiden zuarbeiten.

2) Finanzielle Flexibilität. Baron Davis hat einen Vertrag, der ihm bis 2014 noch über $30 Millionen bezahlt und es daher so gut wie unmöglich macht, weitere Top-Spieler zu verpflichten und die Vertragsverlängerungen von Eric Gordon, Blake Griffin und DeAndre Jordan in Sack und Tüten zu packen.

3) Baron Davis selbst. Dieser ist ein Spieler, der von seiner Athletik lebte und scheinbar, nach all den Verletzungen und der eher schlechten Einstellung zum Beruf des Profisportlers, zumindest einen Schritt verloren hat. Er kommt nicht mehr einfach so an seinem Gegenspieler vorbei und kann, selbst wenn er es will, einem Spiel nicht mehr so den Stempel aufdrücken, wie das früher der Fall war.

Zudem versteht er sich als Anführer der Mannschaft und nimmt noch immer wilde Würfe, die dem Team einfach nicht nützen, und damit auch Blake Griffin und Eric Gordon in ihrer Entwicklung im Weg stehen könnten.

Warum für die Cavaliers?

Ganz einfach, Rebuild.

Nach dem Abgang von Lebron James im letzten Sommer sind die Cavaliers zu einem Team verkommen, welches nur bei absoluten Bestleistungen der kompletten Mannschaft noch in die Playoffs der Eastern Conference rutschen könnte und zudem noch finanziell ziemlich wenig Flexibilität besitzt. Dadurch können kaum Free Agents verpflichtet werden oder – was viel wichtiger, da reeller, ist –  Trades eingefädelt, um sich zu verbessern.

Und da Cleveland nun mal keine Stadt ist, die großartig Free Agents anzieht, vor allem beim aktuellen Kader, ist es sinnvoller, das Team über den Draft wieder aufzubauen. Genau das macht man und da Besitzer Dan Gilbert keine Kosten und Mühen scheut, hat er so eben mal um die $12 Millionen für einen weiteren Lottery Pick hingelegt.

Fazit

Es ist ein interessanter, jedoch auch gefährlicher Trade und das für beide Teams.

Die Clippers-Verantwortlichen sagen zwar, dass man genügend junge Spieler habe und den Draft 2011 nicht wirklich gut findet, aber dennoch möchte man keinen Top 3 Pick abgeben, was möglich wäre, nur um ein paar Millionen zu sparen. Zudem muss Mo Williams auch erst noch zeigen, dass er mit seinem Wurfvermögen dem Team so viel mehr als Davis helfen kann, um die etwas schwächere Passgenauigkeit zu übertrumpfen.

Die Cavaliers hoffen jetzt natürlich, dass die Clippers noch einige Spiele verlieren und dann im Draft vielleicht sogar in die Top 3 kommen, um dann möglicherweise zwei Top 5 Draft Picks zu haben. Zudem dürfte es interessant sein, wie Baron Davis sich präsentiert. Dieser ist ein Junge aus Los Angeles, der nun zum schlechtesten Team der gesamten Liga und nach Cleveland muss. Oben drauf kommt es für ihn noch knüppelhart, denn sein Coach dort wird Byron Scott sein. Jener Coach, mit dem er in New Orleans überhaupt nicht zurecht kam und damals einen Trade zu den Golden State Warriors provozierte.

Egal wie man aktuell zu diesem Trade steht – ich finde ihn für die Clippers gut, auch wenn in vielen Foren gerne mit dem Finger auf uns gezeigt und gelacht wird, da man ja diesen Draft Pick dafür abgegeben habe und das Griffin nun weg sei, da er sich so gut mit Baron verstand -, die restliche Saison und die Draft Lottery dürften dadurch interessanter geworden sein, denn erst diese und die Spieler, die nach Cleveland kommen, werden entscheiden, wie genau dieser Trade zu werten ist.

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