Los Angeles Clippers, New York Knicks, Redaktions-Roundup, San Antonio Spurs

Redaktions-Roundup #6

Go-to-Guys heißt Euch zur sechsten Runde des Redaktions-Roundups willkommen. Diese Artikelreihe wird sich immer wieder mit aktuellen Themen rund um die NBA und NCAA beschäftigen, die keinen ganzen Artikel wert sind, aber Erwähnung finden sollten. Unsere Redakteure kommentieren das zeitnahe Geschehen kritisch und geben mitunter einen Ausblick, was sie von dem behandelten Thema erwarten.

The neverending Story

Das Thema ist so alt wie die Saison und mittlerweile auch nicht mehr annähernd so interessant wie noch zu Beginn. Die Trade-Gerüchte um Carmelo Anthony werden Woche für Woche neu aufgerollt und immer wieder gibt es neue Nachrichten, die bereits den Trade des 26-Jährigen verkünden. Doch noch ist überhaupt nichts passiert. Eine Neuheit gab es aber in dieser Woche: Die Memphis Grizzlies wurden von den Knicks als möglicher Trade-Partner mit einbezogen. Somit würden die Denver Nuggets neben einem oder mehreren Talenten der Knicks (Chandler, Gallinari, Douglas, Fields) auch noch O.J. Mayo bekommen, der als Kandidat für einen Trade gilt. Das zweite mögliche Team, die New Jersey Nets, haben in dieser Woche ebenfalls einen Tausch versucht. Mit Hilfe der Detroit Pistons sollte Anthony an Land gezogen werden. Letztendlich scheiterte der Trade aber, da Nuggets-GM Masai Ujiri auch noch den Vertrag von Al Harrington verschiffen wollte. Gerade zu diesem Zeitpunkt legen die Nuggets rund um Anthony eine sensationelle Serie hin und schlagen Phoenix (132:98), Miami (130:102) und Cleveland (127:99). Da kommt die Frage auf, ob es überhaupt Sinn für „Melo“ macht, zu wechseln?

Julian Barsch: Bei den Knicks zu spielen ist der Traum eines jeden New Yorker Jungen. Also auch der von Carmelo Anthony. Ihm ist bewusst, dass auch die Nets bald in Brooklyn spielen werden, allerdings stehen diese in seinen Augen nicht in Relation zu den Knickerbockers. Anthony im Madison Square Garden ist auch eine sehr interessante und, vor allem für Knicks-Fans, großartige Vorstellung.

Die Nuggets sollten meiner Meinung nach noch in diesem Monat handeln, denn die Angebote werden nicht mehr besser und die Beispiele aus Toronto und Cleveland haben gezeigt, dass es keinen Sinn macht, seinen Franchise Player ohne Gegenwert zu verlieren. Trotz der Siegesserie ist Anthony unzufrieden und möchte unbedingt wechseln. Da beide Angebote ihre Vor- und Nachteile haben, ist es sehr schwierig, zwischen den beiden Kontrahenten zu entscheiden. Es ist nicht sicher, wen die Knicks wirklich hergeben wollen, was die Vermutungen erschwert. Mit Favors haben die Nets einen sehr talentierten, jungen Spieler, den sie bereit sind, abzugeben. Auch wenn es um Draft-Picks geht, stehen die Nets besser da. Ob Mayo für die Knicks der entscheidende Faktor sein kann, ist fraglich. Seine Leistung kann nicht als konstant bezeichnet werden, allerdings ist allen klar, was er kann.

Wenn es nach Carmelo Anthony geht, wird der Small Forward schon bald im Big Apple spielen, doch ob das wirklich so passieren wird, ist noch unklar. Beide Seiten haben gute Argumente, trotzdem denke ich, dass „Melo“ schlussendlich seinen Willen durchsetzen wird und zu den Knicks getradet wird.

Unstoppable

Die Hälfte der Regular Season liegt hinter uns. Ein Team trumpfte dabei besonders auf, die vor der Saison eher die wenigsten auf der Rechnung hatten: die San Antonio Spurs. Ein sicheres Playoffteam waren sie vor der Saison für die meisten Experten, Titelchancen wurden ihnen allerdings nicht eingeräumt.

Zur Halbzeit der Saison haben die Spurs mit 35 Siegen und nur 6 Niederlagen die beste Bilanz aller Teams in der NBA (der drittbeste Start eines Teams in der NBA) und damit nebenbei einen neuen Startrekord in der Franchisegeschichte aufgestellt. Sie sind derzeit das beste Heimteam, das beste Auswärtsteam und haben die beste Korbdifferenz aller NBA Teams.  Auf den Zweitplatzierten in der Western Conference haben sie bereits 6 Spiele Vorsprung. Da stellt sich die Frage: Sind die Spurs überhaupt noch einzuholen?

Michael Stuhldreier: Der Start der San Antonio Spurs war nicht nur beeindruckend, sondern auch überraschend. Dennoch ist die sehr gute Bilanz der Spurs etwas geschönt. Zum einen hatten die Spurs bisher das Glück, dass viele Topspieler des Gegners in den Spielen gegen die Spurs ausfielen. Egal ob Dallas (die zweimal ohne Nowitzki spielten), Denver (ohne Kevin Martin und Carmelo Anthony) oder Chicago (ohne Carlos Boozer) – nur selten spielten die gegnerischen Topteams mit voller Besetzung. Die Spurs hingegen blieben bisher von Verletzungen größtenteils verschont.

Außerdem gewannen die Spurs 6 ihrer 7 Spiele, die mit 3 Punkten oder weniger entschieden wurden. Ein überragender Wert, der allerdings oftmals eher mit der Unfähigkeit des Gegners in der Crunchtime  als mit der eigenen Stärke zu tun hatte. Eine solche Quote in engen Spielen ist sicher nicht bis zum Ende der Saison zu halten.

Ein dritter Punkt: der Spielplan. Traditionell spielen die Spurs in der ersten Saisonhälfte mehr Spiele im heimischen AT&T Center, als auswärts (24 Heimspiele, nur 17 Auswärtsspiele). Im Februar ist die eigene Halle aufgrund einer Rodeo Show nicht verfügbar, weshalb die Spurs jedes Jahr auf ihren „Rodeo-Roadtrip“ geschickt werden. Ab dem 22. Januar spielt man 12 von 13 Spielen auswärts und kehrt erst Ende Februar wieder in die heimische Arena zurück.

Die zweite Saisonhälfte wird für die Spurs wesentlich schwerer als die erste Hälfte werden. So stehen noch die beiden Spiele gegen Miami an, sowie drei weitere Spiele gegen die Lakers. Bei nur sechs Spielen Vorsprung auf die Lakers im Westen ist es viel zu früh von „uneinholbar“ zu sprechen. Zumal oftmals eine Verletzung reicht, um eine gute Bilanz zu verspielen, wie man derzeit an den Dallas Mavericks sieht.

Verlängerung der Griffin-Show?

Während Carmelo Anthony momentan eher die Tratsch- und Klatschseiten füllt, geht es spielerisch vor allem um Blake Griffin und dessen sensationelle Leistungen (gestern legte er gar den NBA-Saisonrekord von 47 Punkten auf). Was mitunter allerdings nicht beachtet wird, ist, dass die Clippers auch seit einigen Spielen erfolgreichen Basketball spielen. Von den letzten 15 Spielen konnte „das andere Team aus Los Angeles“ 10 gewinnen – unter anderem auch gegen die Los Angeles Lakers.  Auch andere Playoff-Teams wie Anthonys Denver Nuggets oder die Miami Heat um LeBron jJmes und Dwyane Wade konnten bezwungen werden. Könnten die Clippers mit dem anhaltenden Run gar um den Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen?

Dennis Spillmann: Die Clippers stellten zur neuen Saison einen jungen, erfolgshungrigen Kader auf die Beine. Mit Griffin, Gordon, Jordan, Bledsoe und Aminu starteten sie teilweise mit fünf Spielern, die sich alle noch in ihren Rookie-Verträgen befinden. Doch Jugend allein gewinnt nicht genug Spiele, deshalb ist die Auferstehung von Baron Davis ein wichtiges Zeichen für das Team. In den letzten sieben Spielen hat B-Diddy wieder den Spaß am Basketball entdeckt und trägt mit 15 Punkten und 8 Assists maßgeblich zum Erfolg der Clippers bei.

Reicht dieses Team also, um im Kampf um den achten Playoff-Platz einzugreifen? Nein, mit größter Wahrscheinlichkeit nicht. Die Clippers sind zum einen schon zehn Siege von einer ausgeglichenen Bilanz entfernt, zum anderen wiegt aber ein weiterer Punkt viel schwerer: nur 15 ihrer 40 Spiele bestritten sie auswärts. Die Bilanz: 3 Siege aus diesen 15 Spielen. Die Clippers sind fast den gesamten Februar „on the road“. 11 ihrer 13 Spiele finden auswärts statt. Spätestens dort sollten die letzten, zarten Hoffnungen auf die Playoffs endgültig begraben werden. Dies hält uns jedoch nicht davon ab, uns weiter von Blake Griffin unterhalten zu lassen. Die Griffin-Show wird weitergehen – nur endet sie leider Mitte April und wird nicht verlängert.

Redaktions-Roundup

Ihr habt selbst auch eine Frage zum aktuellen Geschehen in der NBA oder NCAA? Euch interessiert unsere Meinung zu einem Thema oder ihr wollt etwas erläutert haben? Dann fragt einfach nach. Unsere Redakteure werden versuchen, jede Frage – so sie denn ernstgemeint ist – zu beantworten. Ihr werdet namentlich in einer der nächsten Ausgaben des Redaktions-Roundups erwähnt. Ihr erreicht uns über die „Fragen und Vorschläge“-Funktion, sowie auf den Pinnwänden von Facebook oder studiVZ.

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