Alltimers, Draft, Sacramento Kings

Eine vergessene Geschichte

Betritt man die ARCO-Arena der Sacramento Kings, so richtet sich der Blick der geschichtsinteressierten Basketballfans erst einmal zum Hallendach. Dort hängen gegenüber vom Meisterschaftsbanner von 1951 fein säuberlich nebeneinander aufgereiht neun Trikots von neun großen Spielern. Spitzenathleten wie Robertson, Divac, Archibald und Webber wurde die Ehre zuteil, ihr Jersey an diesem Platz zu wissen. Allerdings sticht ein Trikot aus den Übrigen heraus. Es trägt den Aufdruck Nummer 12 und gehört Maurice Stokes. Es erinnert den geneigten Fan nicht sofort an die Geschichte eines großen Sportsmannes. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass diese Geschichte zu anderen Zeiten spielt. Zeiten, in denen man oft mit dem Zug zu Auswärtsspielen fuhr, in denen der Standwurf noch Hochkonjunktur auf dem Parkett hatte und in denen Rauchverbot in NBA-Hallen noch ein Fremdwort war.

Prolog

Maurice Stokes wurde am 17. Juni 1933 in Rankin, Pennsylvania geboren. Als Sohn eines Stahlarbeiters wuchs er in armen Verhältnissen in dem Vorort von Pittsburgh auf. Für sein tägliches Brot musste er hart schuften. Mit Aushilfsjobs musste der junge Stokes regelmäßig seiner wenig gut betuchten Familie helfen, über die Runden zu kommen. So entdeckte er seine Leidenschaft für den Sport mit dem orangefarbenen Leder recht spät. Erst als er auf die Westinghouse High ging, wurde Stokes mit dem Basketballvirus infiziert. Allerdings war diese neu entdeckte Leidenschaft dann auch nicht mehr aufzuhalten und bestimmte seinen Alltag. Seine gesamte Freizeit verbrachte Stokes nun auf Freiplätzen oder in Trainingshallen, um an seinem Spiel zu arbeiten. Ein sportliches Vorbild war auch schnell gefunden: Chuck Cooper. (Dieser Lokalheld besuchte einige Jahre vor Stokes die Westinghouse High und sollte der erste Afro-Amerikaner werden, den ein NBA-Team über die Draft verpflichtete.) Dennoch reichte es für Stokes in seinen ersten beiden Schuljahren nicht für einen Platz in der Ersten Fünf seiner High School Mannschaft. Erst als Junior erhielt er das Vertrauen des Trainers und mehr Spielzeit. Stokes dankte dies dem Übungsleiter mit einem gewaltigen Leistungssprung und führte seine Mannschaft zu zwei Stadtmeisterschaften in Folge. Doch diese grandiose Leistung ließ trotzdem nur wenige Colleges aufhorchen und ihm ein Stipendium anbieten. Der Power Forward galt mit seinen 115kg verteilt auf nur 2,01m als zu stämmig und langsam für das schnellere und anspruchsvollere Spiel auf Unilevel.

Plot

Stokes entschied sich für das von seinem Heimatort nur 130km entfernte St. Francis College. Eine winzige, katholische Universität mit einem kleinen, unbekannten Basketballprogramm und weniger als 700 Studenten auf dem Campus wurde sein neues Zuhause. Dieser Luftwechsel tat Stokes sehr gut. Raus aus der durch Segregation verseuchten Großstadt und rein in eine Umwelt, in der er keinerlei Probleme wegen seiner dunklen Hautfarbe mehr hatte. Es waren optimale Bedingungen für ihn, die er nutzte, um einer der besten Basketballer des Landes zu werden. Der Power Forward entwickelte ein einzigartiges Skillset.

Ein extrem uneigennütziger Spieler, der gleichermaßen für sein außergewöhnliches Aufbauspiel, tolle Verteidigung und klasse Rebounding bekannt ist.“ – New York Times

Sein massiger Körper, überdurchschnittliche Sprungkraft und einfach sein gutes Näschen für Abpraller machten ihn zu einem Eliterebounder. So weit, so gut. Ungewöhnlicherweise gab er nach dieser Art der Balleroberung aber kaum den Ball an den eigentlichen Aufbauspieler ab oder probierte Outletpässe an den Mann zu bringen. Als erster bekannter Point Forward liebte es Stokes, sich auf sein klasse Ballhandling zu verlassen und selbst den Fast Break zu leiten. Im Schnellangriff nutzte er dann entweder sein gutes Auge für den Mitspieler und fütterte die Teamkollegen mit punktgenauen Pässen oder aber schloss selber in Brettnähe ab. In die Zone kam er fast nach Belieben. Dies lag zum einen an seiner überragenden Physis und auf der anderen Seite daran, dass die Verteidiger wegen seines respektablen Wurfes aus der Mitteldistanz nur wenig Abstand lassen konnten. Auch in der Verteidigung wusste Stokes zu überzeugen. Aufzuposten war das Muskelpaket praktisch nicht und schnelle Beine ermöglichten es ihm, die meisten Gegenspieler vor sich zu halten.

Ehrgeizig, hartgesotten und tough. Er war der Traum eines jeden Trainers.“ – NBA Spieler und Coach Gene Shue

So verwandelte Stokes das basketballerisch eher unbeschriebene Blatt St. Francis im Alleingang in ein ernst zu nehmendes Sportprogramm. Schon in seinem dritten Spiel konnte er ein erstes Ausrufezeichen setzen, indem er den schon damals hochangesehenen Villanova Wildcats 32 Punkte einschenkte und zudem noch 28 Abpraller einsammelte. Von nun an hatten die „Frankies“ jedes Jahr eine positive Bilanz aufzuweisen. In Stokes’ letzten beiden Jahren reichte es jeweils sogar für eine Einladung zum NIT-Tunier (damals viel angesehener als das NCAA-Tournament). Während man in seiner Juniorsaison noch im Viertelfinale scheiterte, führte Stokes sein Team in der darauffolgenden Spielzeit bis in das Final Four. Dort unterlag man denkbar knapp gegen die Dayton Flyers. Nach Verlängerung musste man sich 73-79 geschlagen geben. Weil Stokes aber im Halbfinale mit 43 Zählern mehr als die Hälfte der Punkte seiner Mannschaft erzielt hatte und auch in den vorherigen Spielen außergewöhnliche Leistungen auf das Parkett gezaubert hatte, wurde er zum wertvollsten Spieler des Tuniers gewählt. Es war das erste mal, dass ein Spieler zum MVP des Wettbewerbs ernannt wurde, der denselbigen nicht auch gewonnen hat. In seinem letzten Jahr wurde der Forward außerdem als All American dekoriert. Stokes beendete seine Collegekarriere 1955 nach 102 Spielen für seine „Frankies“. Zu Buche standen für diese vier Jahre die astronomischen Durchschnittswerte von 22,4 Punkten und 17,8 Rebounds. Es galt nun, eine Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Angebote verschiedener AAU-Teams und sogar der Harlem Globetrotters schlug er aus, um seinem großen Vorbild Chuck Cooper in die NBA zu folgen und meldete sich für die Draft 1955 an.

Er war der erste dominante, athletische Power Forward. Er war Karl Malone mit Finesse.“ – NBA Spieler Bob Cousy

Die Rochester Royals (Vorgängerteam der heutigen Sacramento Kings) erkannten Stokes’ Talent und zogen den 22 Jährigen an Position Zwei. Vor ihm ging nur Forward Dick Rickets über die Drafttheke. Stokes unterschrieb sofort einen Zwei-Jahres-Vertrag über 25 000 USD. Er war Teil eines jungen Teams geworden, das ihn sofort mit viel Spielzeit ausstatten konnte. Außer ihm kamen in diesem Jahr noch sechs andere Rookies nach Rochester. Unter ihnen auch der Secondrounder Jack Twyman, ein alter Freund Stokes, mit dem er in der Jugendzeit Pittsburghs Freiplätze unsicher gemacht hatte. Dieser sollte noch eine sehr wichtige Rolle in Stokes Leben einnehmen.

Maurice Stokes war ein Tier und der erste Star den die Franchise hatte. Er war kräftiger und ein besserer Schütze als Elgin Baylor.“ – NBA Spieler Oscar Robertson

Sportlich hatte er keine Anpassungsschwierigkeiten. Im Gegenteil, Stokes konnte sein Spiel komplett auf die NBA übertragen und war sofort die tragende Säule eines aufstrebenden Teams. Er war wieder Dirigent der Offensive und glänzte als bester Passgeber seines Teams. Schon in seiner Debütpartie ließ er mit einer Statline von 32Pkt / 20Reb / 8Ast keinen Zweifel an seiner Klasse zu. So war es kein Wunder, dass Stokes schon als Rookie zusammen mit Größen wie Pettit oder Cousy beim Allstar-Game auflaufen durfte, in das All-NBA Second Team gewählt und zum besten Neuling der Saison 1955/56 gekürt wurde. In seiner ersten Spielzeit holte er sich sofort die Reboundkrone der Liga. Außerdem konnte man ihn sowohl bei den Punkten und bei den Assists in der Top 10 der jeweiligen Kategorie wiederfinden. Auch in seiner zweiten Saison dominierte Stokes wieder und häufte individuelle Auszeichnungen an, aber es war nur ein Übergangsjahr für sein Team. Ein neues Kapitel für seine Franchise sollte erst im darauf folgenden Jahr eingeschlagen werden.

Maurice Stokes war Magic [Johnson] ohne Flair“– NBA Coach Red Auerbach

Zur Saison 1957/58 zogen die Royals, gezwungen von der NBA, aus dem beschaulichen Rochester nach Ohio. Die Franchise hatte in den letzten Jahren keinen Profit mehr erwirtschaftet und sollte nun in Cincinnati mit einer zahlungskräftigeren, größeren Fangemeinde zu neuen Taten aufbrechen. Stokes spornte dies an, weil er in Heimspielen vor mehr Zuschauern als je zuvor spielte. Angetrieben durch die neue Situation arbeitete Stokes in der Offseason noch akribischer und verbesserte sich in nahezu jeder statistisch relevanten Kategorie. Der nun 3fach ausgezeichnete All-Star und All-NBA 2nd Teamer stieß mit seinem Spiel in neue Sphären vor. Er war auch 1957/58 wieder unter den Top 15 der Punktesammler in der Liga. Seine 18,1 Rebounds im Schnitt konnten in dieser Saison nur von Bill Russell getoppt werden. Außerdem legte Stokes unglaubliche 6,4 Assists pro Partie auf. Ein Wert, der in dieser Spielzeit nur vom Vorjahres-MVP Cousy und Allstar-Aufbau McGuire überboten werden konnte. In der Kombination konnten diese Zahlen bis heute nur noch von einem anderen Spieler über eine Saison erreicht werden: Wilt Chamberlain. Diese Fabelsaison brachte dem Forward sogar 2 First Place Votes bei der Wahl zum wertvollsten Spieler der Saison ein, die er insgesamt als Fünfter abschloss. Auch der Teamerfolg war endlich da. Zum ersten Mal seit Stokes’ Ankunft zog man in die Playoffs ein und war dort sogar leichter Favorit gegenüber den Pistons aus Detroit. Es war ein junges, harmonisches Team um einen aufstrebenden Starspieler entstanden, das in den nächsten Jahren für Furore sorgen sollte. Eine rosige Zukunft mit dem 24-jährigen Stokes im Mittelpunkt schien bevorzustehen, bis sich am 12. März 1958 alles änderte.

Epilog

Es war der Tag des letzten Saisonspiels als Stokes in der Partie gegen die Minneapolis Lakers beim Kampf um einen Rebound die Kontrolle in der Luft verlor. Er landete unglücklich auf dem Kopf und war sofort bewusstlos. Erst mehrere Prisen Riechsalz konnten ihn wieder zur Besinnung bringen. Allerdings ließen sich weder Trainer noch Stokes selbst von diesem Zwischenfall beirren. Er spielte das Spiel nach kurzer Pause zu Ende und beendete die Partie als Topscorer. Eine ernsthafte Nachuntersuchung seine Kopfverletzung betreffend gab es anschließend nicht. Dies sollte sich als folgenschwerer Fehler herausstellen.

Ein paar Tage später durfte Stokes zum ersten Mal die große Playoffbühne betreten. Spiel Eins der Best-of-3-Serie  gegen die Pistons aus Detroit stand ins Haus. Aber schon vor dem Anpfiff ging es ihm nicht gut. Der Forward klagte über Schwindel, Übelkeit und fühlte sich ungewöhnlich schwach. Man sah dies als Vorboten für eine Grippe oder Virusinfektion an und ließ ihn dennoch auflaufen. Stokes lieferte eine für ihn unterdurchschnittliche Partie ab und prompt wurden die Royals mit einer Niederlage nach Hause nach Ohio geschickt. Auf dem Rückflug nach Cincinnati passierte es dann: Stokes klagte zunächst über extreme Schweißausbrüche und anhaltende Atemnot. Wenige Minuten später brach er, von Schmerzen gepeinigt, zusammen und fiel in ein Koma. Erst jetzt wurde klar, dass der Sturz im Lakersspiel doch keine Lappalie gewesen war. Man brachte ihn nach der Landung sofort ins Krankenhaus, um etwas für die Besserung seines Zustandes zu tun. Die dort aufgestellte Diagnose brachte aber nichts als Ernüchterung, denn man konnte wenig für Stokes tun. Sein Sturz, ein paar Tage zuvor, hatte zu einer Gehirnschwellung geführt, die durch den Kabinendruck im Flugzeug noch einmal verstärkt wurde. Dies verursachte eine starke Schädigung des Bewegungszentrums seines Zentralen Nervensystems. Eine vollständige Lähmung seines gesamten Körpers war die Folge dieses Hirnschadens. Glücklicherweise wurden keine anderen Teile seines Gehirns in Mitleidenschaft gezogen. Sein Geist war also noch vollständig erhalten. Dennoch war dieses Urteil natürlich gleichbedeutend mit einem Karriereende für den jungen Sportler.

Wäre Maurice Stokes gesund geblieben, würde man nicht in dem Maße über die Celtics-Dynastie sprechen, wie man es heute macht. Mit Oscar Robertson, Jerry Lucas, Wayne Embry und mir – und natürlich Maurice – wären die Cincinnati Royals ein gewichtiger Faktor in unserem Jahrzehnt gewesen.“ – NBA Spieler Jack Twyman

Erst nach Wochen erwachte Stokes aus seinem Koma. Während dieser Zeit hatte sich vor allem sein Teamkollege und enger Freund Jack Twyman als ständiger Besucher ausgezeichnet. Twyman merkte sofort, dass sein ehemaliger Mitspieler seine moralische und finanzielle Unterstützung brauchen würde. Stokes’ Familie konnte kein Geld für dessen Versorgung besteuern, eine Krankenversicherung hatte Stokes nicht und die damaligen Gehälter in der NBA waren nicht so hoch, dass man Rücklagen hätte anhäufen können. So sah es Twyman als seine Pflicht, seinem Freund unter die Arme zu greifen. Als Weißer wurde er zu Stokes gesetzlichem Vormund, nahm diesen wie ein Familienmitglied auf und brach dadurch ein damaliges gesellschaftliches Tabu. Viele Hassbriefe erreichten Twyman im Folgenden, aber dieser ließ sich nicht beirren. Zunächst klagte Twyman im Namen Stokes und bewirkte eine Entschädigung seines Freundes durch die NBA, da es eine Arbeitsverletzung war, die zu Stokes’ Karriereende geführt hatte. Twyman gründete die Stokes Foundation, einen Spendenfond, der über die Jahre 300 000 USD für Stokes medizinische Kosten einbrachte. Außerdem organisierte Twyman zusammen mit dem Hotel Resort-Besitzer Kutsher aus Catskill, NY ein jährliches Wohltätigkeits-Basketball-Spiel, dessen Einnahmen auch in die medizinische Versorgung des Sportinvaliden flossen.

Jeden Sommer trommelten Twyman und Kutsher Topathleten der NBA zusammen und ließen All Stars wie Baylor, Robertson oder Cousy gegeneinander antreten. Diese taten dies gern, weil sie Stokes auf diesem Wege ihre Wertschätzung für ihn zeigen konnten. Einmal unterbrach Wilt Chamberlain sogar seinen Urlaub in Frankreich und flog zurück in die USA, eigens um bei diesem Event dabei sein zu können. Diese Geste spricht Bände über das Ansehen, welches Stokes noch immer unter seinen Ex-Kollegen genoss. Dieses jährliche Spiel wurde auch nach Stokes Tod bis zum Jahre 1999 weitergeführt, um NBA-Spielern aus diesen Zeiten ohne üppige Gehälter aus misslicher finanzieller Lage zu helfen.

Stokes unterdessen kämpfte den härtesten Kampf seines Lebens. Nach seiner vollständigen Lähmung hatte er nur noch ein Ziel: Er wollte im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal auf eigenen Beinen stehen und einen Fuß vor den anderen setzen. Dies klang utopisch, konnte er doch zunächst seine Gliedmaßen gar nicht bewegen und war auf Augenzwinkern als Kommunikationsmittel angewiesen. Dennoch sahen die Ärzte eine Chance, doch gewisse Teile der Bewegungsfähigkeit durch eine grausame Methode zurückzugewinnen. Stokes Gelenke sollten überdehnt werden, um körpereigene Reflexe anzuregen, die die aufkommenden Schmerzen beseitigen wollen. Die Bewegungssteuerungszellen im Gehirn sollten so reaktiviert werden. Tag um Tag ließ Stokes diese Prozedur über sich ergehen und verbrachte den Großteil seiner Zeit in der Rehabilitation, mit Erfolg. Nach und nach erwarb er rudimentäre Fähigkeiten zurück. Nach einigen Jahren der Arbeit war er wieder in der Lage zu sprechen, selbst zu essen, zu malen und die Schreibmaschine zu benutzen. Seine ersten kleinen Schritte auf dem Krankenhausflur waren für ihn ein größerer Triumph als jede basketballerische Auszeichnung in seiner Karriere. Sein Zustand verbesserte sich nach einiger Zeit sogar soweit, dass er sich im Sommer die Spiele in Catskill vor Ort anschauen konnte. 1969 nahm Stokes seine letzte große Ehrung entgegen. St. Francis, sein ehemaliges College, begann in diesem Jahr den Bau eines neuen Sportzentrums. Man lud den Alumni zu dieser Festivität ein und fragte ihn dort, ob er nicht der Namensgeber für die neue Anlage sein wolle. Zu Tränen gerührt und vollkommen überwältigt stimmte Stokes diesem Vorhaben zu. Die Fertigstellung erlebte er allerdings nicht mehr, da er wenige Monate später, am 6. April 1970, an den Folgen eines Herzinfarktes starb. Er wurde auf dem Friedhof seines Colleges beigesetzt.

Das letzte Kapitel der Geschichte zum Trikot mit der Nummer 12 wurde allerdings erst 2004 geschrieben. 21 Jahre nach seiner eigenen Ruhmeshallenzeremonie konnte Jack Twyman sich noch einmal freuen. Jahrelang hatte er seinen Freund Stokes für einen Platz in der Hall of Fame nominiert. Nun war es endlich so weit. Voller Stolz nahm er die Jacke und den Ring für seinen Bruder im Geiste entgegen und grüßte ihn mit den Worten:

Was auch immer ich für Maurice getan habe, hat er mir zehnfach zurückgegeben. Lasst mich nur sagen, Glückwunsch Kumpel, du hast er geschafft.

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5 comments

  1. Hassan Mohamed

    Vielen Dank für diesen Artikel, Tobias.

    Der Spieler Maurice Stokes und die interessante, wenn auch traurige, Geschichte dahinter waren mir gänzlich unbekannt.

  2. pauleckstein

    Der Artikel hat mich sehr bewegt. Vor allem die große Aufopferung seines Freundes, zumal eines Weißen. Eine Ausnahme in diesen Zeiten.
    Auf Youtube gibt es eine Doku über Stokes, die die Wahrnehmung über sein Schicksal intensiviert.

  3. Boerge

    Ich habe zwar keinen blassen Schimmer von Basketball, aber der Artikel ist super geschrieben, bewegt einen und lässt auf weitere interessante Geschichten hoffen. Tobias, mache weiter so…!

  4. Jonathan Walker

    Auch nach bald 7 Jahren noch ein starker Artikel, Tobias. Die beste Möglichkeit nachvollziehen zu können, woher der Name für den Award kommt, den Dirk letzte Nacht gewonnen hat.

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