Draftprofile 2016

Jakob Pöltl

Utah Utes

Datenblatt

20150808_Jakob_Pöltl_2421Name: Jakob Pöltl

Geburtsdatum: 15.10.1995

Größe: 7‘0‘‘

Gewicht: 248 lbs

Spannweite: 7‘1‘‘

Position: Big

Team: Utah Utes

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Defensive

+ Rimprotection-Potenzial

+ Beidhändigkeit

 – Range 

– fehlende NBA-Postmoves

Scouting – Logbuch

14.02.2016

Utah Bigman Jakob Pöltl gehört in einem schwachen Draftjahrgang zu einem der Lichtblicke. Vor allem seine Verteidigung ist es, die ihn zu einem interessanten Draft-Prospect machen. Aber auch seine Offenisve kann sich (zumindest auf College-Level) durchaus sehen lassen. 

Bevor seine Skills beleuchtet werden, soll das Augenmerk auf seinen körperlichen Voraussetzungen liegen. Mit einer Größe von 7‘0‘‘ und einer Spannweite von 7‘1‘‘ sind diese schon auf den ersten Blick recht beeindruckend. Trotz dieser Maße wirkt der Bigman allerdings sehr mobil und in der Lage, gut den Fastbreak  laufen und abzuschließen:

Offense

Doch das ist nicht die einzige Waffe des Österreichers. Vor allem in Korbnähe kann er sich gute Abschlüsse erarbeiten. Seine 68,8 FG% am Ring sind grandios. Dabei kommt ein großer Anteil seiner offensiven Abschlüsse aus Drives bzw. Aktionen aus dem Pick and Roll: 

Auch seine Beidhändigkeit deutet er in solchen Szenen immer wieder an: 

Seine solide Fußarbeit ermöglicht dem Big immer wieder sehenswerte Abschlüsse. Wichtiger als seine Fußarbeit ist jedoch sein gutes Positionsspiel, durch das er trotz fehlender Postmoves immer wieder zu guten Wurfgelegenheiten kommt: 

Wird er gedoppelt, steht Pöltl teilweise noch vor größeren Problemen. Vor allem aus dem Dribbling heraus, ist er anfällig für Fehler, wenn ein zweiter Verteidiger hinzukommt. 

Auf der anderen Seite deutet er jedoch immer wieder an, dass gute Szenen aus dem Doppelteam möglich sind, indem er den freien Mann findet. Er hat an seinem Passing im Sommer ganz klar gearbeitet und seine AST% von 6,6 auf 13,9 Prozent mehr als verdoppeln können:

Ein Fragezeichen bleibt dennoch hinter seinem Postgame. Schließlich dürften NBA-Verteidiger Pöltl deutlich größere Probleme bereiten, in solch gute Abschlusspositionen zu kommen. Die Ergänzung seines offensiven Arsenales um weitere Postmoves, ist die Grundvoraussetzung um auch in der NBA ein ernstzunehmende Angriffsoption zu werden. 

Zusätzlich zu den fehlenden Postmoves, ist auch die Shooting-Range beschränkt. Lediglich einen Dreier nahm der Bigman in seinen beiden Jahren am College. Auch solche Sprungwürfe, wie hier gegen Duke, nimmt Pöltl so gut wie nie:

Dementsprechend kann ein NBA-Team kaum Floorspacing von ihm erwarten, da der Wurf aus dem Faceup nicht zu seinem Spiel gehört. Er sollte deswegen zunächst ausschließlich als Postupspieler und Rollman bei Pick and Rolls eingesetzt werden. Allerdings muss an dieser Stelle eine Komponente seines Shootingtouches gelobt werden. Pöltl hat es geschafft seine Freiwurfquote über den Sommer von 44 auf 69 Prozent anzuheben und so eine große Schwachstelle seines Spiels in eine Stärke umzuwandeln. War im vergangenen Jahr Hack-A-Pöltl denkbar, profitieren gegnerische Teams in dieser Spielzeit nicht mehr von ihm an der Linie. Davor muss der Hut gezogen werden. Eventuell schließt diese Verbesserung, die einen kleinen Hinweis auf doch vorhandenes Wurftalent gibt, doch nicht aus, dass Pöltl langfristig auch offene Würfe aus der Mitteldistanz versenken könnte.

Defense 

Entscheidender für sein NBA-Potential sind jedoch seine defensiven Fähigkeiten. Gerade offball macht er einen guten Job, indem er dafür sorgt, dass der Gegenspieler  keine gute Position beziehen können. Zusätzlich dazu kann er auch durch gutes Fronting den Pass in den Lowpost verhindern. Und selbst wenn sein Gegenspieler den Ball bekommt, ist seine Fußarbeit sehr gut und hochprozentige Abschlüsse gegen ihn Mangelware: 

Durch seinen großes defensives Commitment hat er in der Vergangenheit bereits bewiesen, wie schwer er es auch NBA-Talenten macht, aus dem Postup heraus zu punkten. Das hat auch Jahlil Okafor zu spüren bekommen, als er im Tournament 2015 von den Utes bei nur 6 Punkten gehalten wurde. Einen großen Anteil daran hatte Jakob Pöltl, durch seinen enormen Einsatz in der Verteidigung.

In Sachen Rimprotection kann sich die Arbeit des Big sehen lassen:

 

Diesen Skill zeigt er nicht nur in der Mann-Mann-Verteidigung, sondern auch bei einer aufgestellten Zonenverteidigung, in der er einen soliden Job macht:

Neben diesen Leistungen in der Verteidigung in Ringnähe, deutet der Österreicher zusätzlich an, dass er auch am Perimeter verteidigen kann. Grund dafür sind wieder seine starke Fußarbeit und Mobilität.

 

Sobald ihm aber ein Wing mit NBA-Potential gegenüber steht, tut er sich sichtlich schwer. Eine Entwicklung zum soliden Perimeterverteidiger auf NBA-Niveau scheint zwar absehbar. Der Utes-Big sollte dann aber nicht auf solche Shotfakes reinfallen:

Ein weiterer Aspekt der in Sachen Flügel-Verteidigung Hoffnung macht, ist seine Leistung im Pick and Roll. Neben guter Arbeit im “Recovern”, bietet er in solchen Szenen zusätzlich auch wieder Rimprotection.

Ein identisches Bild zeigt sich auch bei der Verteidigung in der Corner. Pöltl erkennt, dass sein Guard den Gegenspieler übernimmt, und switcht zurück auf seinen Mann. Als Resultat sorgt er für ein gutes Boxout, das den Utes einen Schnellangriff erlaubt:

Rebounding

Wie schon angedeutet, ist die Boxoutarbeit des Sevenfooters ziemlich gut. Vor allem am offensiven Brett deutete er in letzten Jahr riesiges Potential an. Auf 40 Minuten hochgerechnet angelt er sich 4,8 offensive Rebounds, was seinen hohen Einsatz und starke Rebounding-Instinkte widerspiegelt. 

Seine Zahlen beim defensiven Rebound wirken auf den ersten Blick hingegen nicht gerade imposant. 23,4 DRB% sind im Vergleich zur College-Elite gerade einmal durchschnittlich. Seine gute Technik gepaart mit den guten Instinkten, die er am offensiven Ende zeigt, machen jedoch Hoffnung auf weitere Verbesserung in dieser Facette seines Games. Kann er weiter an Masse zulegen, könnte er sich auf NBA-Level zu einem anständigen Rebounder entwickeln.

Spielervergleich

Gerne wird der Österreicher mit Andrew Bogut verglichen. Vor allem liegt das daran, dass beide für das selbe College spielten. Zudem liegen auch die Stärken beider Bigs eher in der Verteidigung. Im Vergleich zum ehemaligen Firstpick aus Australien ist The Big Ö jedoch noch kein überragender Ringbeschützer. Kann er dieses Element seines Spiels weiter verbessern, so könnte seine NBA-Karriere ähnlich erfolgreich verlaufen. Zusätzlich sieht sein Coach weitere Parallelen: Er bescheinigt beiden Spielern gute Hände und athletische Fähigkeiten. Auch wenn seine Offensive wohl kaum zu einer der ersten Optionen eines Contender ausreichen sollte, werden ihm gegnerische Defensiven ihm trotzdem Aufmerksamkeit schenken müssen.

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

02/27/16 vs. Arizona mit den Bigs R.Anderson und C.Tarczewski

Artikelempfehlungen

“In February 2010, at age 14, Jakob Poeltl attended an NBA game, his first, between the Knicks and the Washington Wizards at Madison Square Garden.

Even for Poeltl, a basketball-obsessed teenager who eclipsed his competition at home in both size and ability, a follow-up trip to the Garden without a ticket seemed unfathomable at the time.”

Jakob Poeltl’s NBA Dreams Began in an Unlikely Place: Austria

Statssektion

International:

U18 EM Division B 2013: 15,4 PPG 12,6 RPG 2,6BPG

Österreichische Bundesliga:

Traiskirchen Lions ( 2013-2014): 12,7 PPG 7,7 RPG

Awards:

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

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