Draftprofile 2014

James Young

University of Kentucky

Datenblatt

Young_nahName: James Young

Position: Wing

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: University of Kentucky

College-Erfahrung: Freshman

Im letzten Jahr gelang es Coach John Calipari die für viele beste Recruting Class in der Geschichte des College Basketballs zu formieren. Der Durchmarsch zur perfekten Saison schien damals nur noch Formsache. Nach einer Achterbahnfahrt einer Spielzeit, die von der perfekten Saison dann doch weiter entfernt war als gedacht, konnte man dann einen letztendlich versöhnlichen zweiten Platz erringen. Die Folge: Viele der Super-Freshmen laufen auch in der nächsten Saison noch für die Wildcats auf und werden diese nicht wie gedacht in Richtung NBA verlassen. Eine der zwei Ausnahmen bildet James Young, der der zweitbeste Scorer des Vizechampions war, und mit gerade einmal 18 Jahren einer der jüngsten Draftees dieses Jahres sein wird. Seine Statline kann sich mit 14,3 PPG/4,3 RPG /1,7 APG sehen lassen.

Tools and Skills

Young ist einer der wenigen Linkshänder im Draft. Für einen Flügel verfügt er mit 6´6“, einer Armspannweite von 6´11“ und einer Körpermasse von gut 215 Pfund über eine gute Ausstattung. Diese physischen Veranlagungen führen dazu, dass er oft athletischer wirkt, als er es ist. James Young ist nicht der Überathlet, für den man ihn auf den ersten Blick halten könnte. Vor allem seine Sprungkraft wirkt durch die langen Arme höher als diese wirklich ist.

Offensiv verfügt das Spiel des Freshman über viele Facetten. Dabei ist  sein Wurf seine gefährlichste Waffe. Seine Körpergröße erlaubt es ihm auch mit einem Verteidiger in direkter Nähe gut per Wurf abschließen zu können. Ob in der Transition, aus einem Screen kommend oder als Corner-Schütze – Young ist ein gefährlicher Werfer. Vor allem überzeugt er hier aus Catch and Shoot-Situationen (1,1 PPP) oder Spot-Ups (1,08 PPP), wobei letztgenannte sogar 48,9% seiner Abschlüsse ausmachen. Seine wertvollste Waffe bleibt dabei der Dreier aus der linken Ecke, die er zu 52% trifft. Im Gegensatz dazu trifft der Linkshänder jedoch nur 29% aus der rechten Corner. Aber auch sein Drive kann, vor allem wieder aufgrund seiner Körpermaße, effektiv sein. Probleme könnten ihm in der NBA allerdings hier die größeren und athletischeren Verteidiger machen. Es ist fraglich, ob er auch auf NBA-Level seine Drivefähigkeiten ausspielen können wird. Gegen gute Verteidiger liegt er zu oft zwischen Genie und Wahnsinn. Entweder stoppt er ab, um einen Mitteldistanzwurf zu nehmen (die er unterirdisch schlecht trifft, siehe Shotchart) oder er verlässt sich auf seinen (subjektiv sehr wacklig wirkenden) Floater, die er um die 50% trifft. Eine weitere Tendenz, die sich bei ihm beobachten ließ, waren seine Probleme bei Isolation und Pick and Roll Spielzügen, die nur 5,2% seiner offensiven Abschlüsse ausmachen, da es ihm oft noch schwer fällt, seine eigenen Wurf zu erarbeiten.

https://www.youtube.com/watch?v=bYKw3F_PxnI

Seine Spannweite könnte vermuten lassen, dass es sich bei Young zudem um einen unangenehmen Verteidiger handelt, der viele Passmöglichkeiten nimmt. Wenn man aber einen Blick auf seine Statistiken (0,8 SPG) wirft, wird klar, dass dies nicht der Fall ist. Die Intensität seiner Verteidigung lässt oft zu wünschen übrig. So kämpft er sich beispielsweise oft nicht über Screens. Zudem ist seine Fußarbeit in der Defensive noch sehr ausbaufähig, denn er lässt durch diese in Kombination mit einer laschen Körperhaltung oft einfache Drives zu. Auch sein Basketball IQ am defensiven Ende des Feldes ist – wohlwollend ausgedrückt – ausbaufähig. Er hilft, wo er nicht helfen muss, oder hilft zu lange und lässt dadurch Shooter, wie etwa Niels Giffey (48,3 3P%) im Championship-Game, völlig offen stehen. Es handelt sich also hier um einen unterdurchschnittlichen Verteidiger, sowohl off- als auch on-Ball, der aber gerade in diesem Bereich aufgrund seiner körperlichen Fähigkeiten unglaublich viel Upside besitzt.

Außerdem handelt es sich bei dem Freshman um einen enorm vielseitig veranlagten Spieler. Er zeigt in vielen Bereichen gute Ansätze, an denen er aber noch viel arbeiten muss. So ist Young für einen Flügel mit 4,3 RPG im Rebound überdurchschnittlich gut. Auch ist er in der Lage seine Mitspieler einzusetzen und schreckt auch nicht davor zurück, den Extra-Pass zu spielen, anstatt selber abzuschließen. Sein Ballhandling lässt allerdings noch zu wünschen übrig. So verfügt der Flügel der Wildcats nur über eine beschränkte Anzahl an Dribble-Moves, was wohl auch mit den limitierten Fähigkeiten seiner schwachen rechten Hand zusammenhängt.

Große Fragezeichen stehen zudem noch hinter seinem doch relativ bescheidenen Basketball IQ, der sich vor allem am defensiven Ende offenbart. Außerdem scheint Young auch noch nicht in der Lage zu sein, seine Leistungen Abend für Abend abzuliefern, sondern agiert relativ inkonstant. Auch im Laufe eines Abends kann es dabei zu Schwankungen kommen. Nichtsdestotrotz gilt er als guter Teammate und echter Energizer.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft 2014_Stats_Wings

Spielervergleich

Im besten Fall, und vor allem falls er in der Verteidigung noch zulegen kann, könnte aus Young eine Art Arron Afflalo werden. Sprich ein Spieler, der in allen Bereichen sehr solide performt und vor allem durch seinen Distanzwurf und durch seinen Drive scoren kann, aber eben auch nicht zu den ersten Scoringoptionen gehören würde. Aber auch eine Daequan Cook-artige Entwicklung wäre denkbar. Auch er fiel am College vor allem durch sein gutes Shooting auf und galt als unglaublicher Spieler mit tollen Anlagen, war aber nicht in der Lage den nächsten Schritt zu machen und verschwand später aufgrund dessen aus der NBA. Mehr als ein streaky Shooter ist Young nach aktuellem Stand nicht. Von daher könnte Youngs Karriere in ähnlichen Zügen verlaufen.

Draftaussichten

Es ist sehr gut vorstellbar, dass sich ein Team schon in der Lottery für Young entscheidet, genauso gut könnte er aber auch tief fallen. Begründen lässt sich das Ganze mit der riesigen Upside, über die er verfügt. Sein zukünftiger Arbeitgeber sollte sich allerdings dabei immer auch bewusst sein, dass der 19-Jährige noch sehr viel zu lernen hat und eben auch Gefahr läuft, eben nicht den nächsten Schritt zu machen und komplett in der Versenkung zu verschwinden.

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5 comments

  1. smido83

    Ich hab den guten Young als Kentucky Fan oft genug spielen sehen. Besser hätte man seine Leistungen nicht zusammenfassen können. Ein riesen Talent, vor allem offensiv. Aber wenn er nicht sehr schnell lernt, dass er auch hinten vollen Einsatz zeigen muss wird seine NBA Karriere eine sehr kurze. Sein Wurf sieht gut aus, er hat aber Phasen in denen er nix trifft. Quoten von rund 41% insgesamt und 35% von der 3er Linie zeugen eher von einem Volume Shooter (er hatte auch die meisten FGA) als von einem überdurchschnittlichen Scorer. Ja, in der NBA muss er keine so große Rolle übernehmen. Trozdem sehe ich offensiv bei seiner Wurfauswahl das größte Problem. Er muss lernen wann es besser ist nicht den Wurf zu forcieren. Oftmals hab ich mir die Haare gerauft als er nach nem Drive den Floater aus der Mitteldistanz genommen hat obwohl an der wheak site oder unterm Korb ein Mistpieler vollkommen alleine in der Ecke stand. Oder wenn er mit dem Gegner im Gesicht bei 15 Sekunden den 3er losgelassen hat.

    Aber er ist noch sehr jung und bringt ne Menge Talent mit. Daher denke ich schon, dass er seine Rolle in der NBA finden wird. Afflalo sehe ich noch nicht, aber in 3-4 Jahren könnte er eine Rolle wie Courtney Lee einnehmen. Vorausgesetzt er verbessert sich am defensiven Ende und eignet sich einen verlässlicheren Wurf an. Beides sollte jedoch bei seinen Voraussetzungen ohne weiteres möglich sein.

  2. Tobias Berger

    Danke für deine zusätzlichen Eindrücke, Smido.

    Wir haben lange mit uns gerungen, ob wir Young aufnehmen oder nicht. Er hat bei all seinem Talent und guten Anlagen wohl den niedrigsten Floor aller Prospects in unserem Ranking, was ihn zu einem wahren “Boom or Bust”-Spieler macht.

    Wir räumen ihm aber trotzdem gute Chancen ein, ein Rollenspieler zu werden, weil man ihm drei Dinge lassen muss:

    1. Er war in einem zunächst schlecht funktionierendem Kentucky-Team der beständigste Spieler neben Randle.
    2. Er ist nach Aaron Gordon der jüngste Spieler dieser Draft.
    3. So streaky er auch immer daher kommt, sein Wurf hat schon ein ordentliches Level erreicht. 16 Spiele mit 3 oder mehr getroffenen Dreiern kann ein Gary Harris beispielsweise nicht aufweisen.

  3. Philipp Servatius

    |Author

    Erstmal nochmal danke für das Feedback/ die Ergänzungen Smido.
    Courtney Lee ist natürlich ein logischer Vorschritt, den Young vor seinem Best-Case Afflalo, erreichen sollte. Trotz gewisser Zweifel, die von Tobias ja schon angesprochen wurden, sehe ich ihn trotzdem auf einem guten Weg in diese Richtung – auch wenn es sein könnte das er an Afflalo nie ganz ran kommen könnte.
    Mich würde jetzt aber Interessieren, wo du, Smido, Youngs Position in der NBA siehst? Gehst du hier ehr in unsere Richtung, dass du ihn auch in Zukunft als Shooting Guard siehst oder glaubst du daran dass er einen Sprung auf die Small Foward Position macht?

  4. smido83

    Für mich ist er ein SG. Am College hat seine Größe (neben den 6’5 Harrison’s) und seine Masse vollkommen ausgereicht um SF zu spielen. Aber wenn ich mir vorstelle er soll zukünftig Brocken wie James, Durant, Anthony, George, Gay, Ariza, Leonard usw verteidigen… das kann ich mir nicht vorstellen. Die überrollen Ihn ohne jegliche Probleme.

    Von den körperlichen Voraussetzungen her sehe ich Ihn im späteren Verlauf seiner Karriere, ähnlich wie bei Vince Carter, aber duchaus auch Minuten auf der 3 nehmen. 6’6.75 (in Schuhen) mit ner Wingspan von 7’0 sind dafür sehr gute Voraussetzungen. Aber in den ersten Jahren ist er meiner Meinung nach ein klassischer SG, bzw. Wing der nie den stärkeren Flügelspieler des Gegners verteidigen sollte. 😉

    Legt er in den nächsten Jahren noch 5 Kilo Muskeln drauf und bekommt er den Mut da hinzugehen wo es weh tut, dann könnte er auch, ähnlich wie Iguodala, je nach Team need den SG oder SF geben.

  5. smido83

    Als aktueller Positionsvergleich fällt mir noch Klay Thompson ein. Etwa genau so groß, auch kein Überathlet oder Eliteverteidiger, spielt auf dem Flügel neben einem deutlich besseren Verteidiger (Iguodala) oder physisch stärkeren Spieler (Barnes, Green)… wenn er sich jetzt noch so nen Wurf aneignet… 😉

    Wenn ich genau drüber nachdenke wäre Thompson sogar ein besserer Fit als best Chase Vergleich, denn dass Young mal ein guter Verteidiger wird, so wie Afflalo, da kann ich irgendwie nicht dran glauben…

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