Draft, NCAA Previews 13/14

NCAA Preview ’13: Big 12

Brace yourself, college basketball season is coming! Anfang November starten die über 300 Division I-Colleges in die Spielzeit 2013/14. Grund für die Go-to-Guys, euch etwas Rüstzeug in Form von Previews für die kommende Saison mit auf den Weg zu geben. Nachdem wir in den letzten Jahren dafür einzelne Teams genauer analysiert und in ein fiktives Bracket gesteckt haben, wollen wir das Format in diesem Jahr etwas abändern, um die Fülle der College-Basketball-Welt noch besser abbilden zu können. In den kommenden Wochen wollen wir euch die wichtigsten Conferences näher bringen, indem wir zunächst unsere kurze Leistungseinschätzung zu den Teams geben und euch zusätzlich mit den spannendsten Geschichten der Liga rund um die interessantesten Teams, aussichtsreichsten Spieler und die Schlagzeilen dazwischen versorgen.

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Einschätzung der Liga

Die Big 12 gehört in diesem Jahr ganz klar zwei echten College-Superstars. Während Andrew Wiggins, mit seinem Ruf als bester High Schooler seit LeBron James, versuchen muss, dem nationalen Hype und den Erwartungen der eigenen Fans gerecht zu werden, geht auch Sophomore-Aufbau Marcus Smart mit enormem Druck in die kommende Spielzeit. Die Anhänger seiner Oklahoma State Cowboys erwarten vom Rückkehrer nicht weniger als den Conference-Titel und damit das Unterbrechen der nun schon ein knappes Jahrzehnt andauernde Dominanz der Jayhawks aus Kansas. Diese gewannen seit 2005 jedes Jahr die eigene Liga. Dahinter könnte lediglich das Team aus Baylor gefährlich werden, verlor das sonst recht giftige Kansas State seinen erfahrenen Aufbauspieler Angel Rodriguez an die Miami Hurricanes und damit nach guter Kampagne in 2012/13 auch all seine höheren Ambitionen in diesem Jahr. Aus den Mittelklasse-Teams verdienen die Neuankömmlinge aus der Big East, West Virginia, und das sich immer weiter zurückentwickelnde, ehemalige Powerhouse der Texas Longhorns noch größere Aufmerksamkeit. (tb)

Favoriten

Kansas Jayhawks
Oklahoma State Cowboys

Mittelmaß

Baylor Bears
Iowa State Cyclones
Oklahoma Sooners
West Virginia Mountaineers
Texas Longhorns
Kansas State Wildcats

Schlusslichter

Texas Tech Red Raiders
TCU Horned Frogs

Schlagzeilen

KANSAS – Wiggins Hype

LeBron James, Kobe Bryant, Kevin Garnett, Kevin Durant, Greg Oden, um all diese Spieler gab es schon zu High School-Zeiten einen unglaublichen Medien-Hype. Sie dominierten ihre Kontrahenten, ihre Schul-Partien wurden live im nationalen Fernsehen übertragen und überall, wo sie hinkamen, gab es einen riesigen Trubel. Immer und immer wieder hoffen Basketball-Fans auf der ganzen Welt, dass der neue Michael Jordan, Kobe Bryant oder eben LeBron James auftaucht. Genau wie in diesem Jahr, wo der Hype um einen 18-Jährigen mal wieder nicht zu realisierende Ausmaße annimmt.

Andrew Wiggins verkörpert all das, was heutige, junge Superstars ausmacht. Mit seiner Spielweise, die durch seine atemberaubende Athletik unterstützt wird, füllt der 2.06 Meter große Flügelspieler ein Highlight-Reel nach dem anderen.

Wiggins hat sich mit der Entscheidung, für welche Uni er auflaufen möchte, enorm viel Zeit gelassen und damit den Hype um seine Person zusätzlich geschürt. Im Endeffekt waren Kentucky, Kansas, UNC und Florida State im Rennen. Dass es schlussendlich dann Kansas werden würde, hatten nur die wenigsten erwartet, was die Freude in Lawrence natürlich nur verstärkt hat.

Wiggins ist der prototypische Star der letzten Jahre. Seine Athletik, die perfekte Größe und Spannweite für einen Flügel machen ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. Er bewegt sich sehr flüssig und kann sowohl mit dem Ball, als auch abseits davon agieren. Sein Sprungwurf ist zwar solide, aber was das betrifft, gilt es am College zu beweisen, wie gut er wirklich ist. Ganz rund sieht die Wurfbewegung nicht aus. Dies ist sicherlich ein Punkt, den er über die Jahre verbessern sollte. Solange es aber keine Probleme für ihn gibt, seine Gegenspieler mit seinem schnellen ersten Schritt stehen zu lassen, wird ihm dies nicht zur Last fallen.

Allgemein hat der Kanadier alle Möglichkeiten, an beiden Enden des Courts zu dominieren. Wenn es ihm gelingt, noch ein wenig physischer zu spielen und etwas breiter zu werden, steht seiner Karriere als Star nichts mehr im Weg.

Kansas Jayhawks Head Coach Bill Self kann mehr als zufrieden sein. Ein Recruiting-Duell gegen Trainer wie John Calipari und Roy Williams zu gewinnen, ist eminent wichtig, vor allem da sich die Prospects zumeist aufgrund des Trainers für ein Programm entscheiden.

Doch nicht nur Wiggins kam zu Self nach Lawrence. Auch Wayne Selden – ein ebenfalls sehr hoch gehandeltes Talent – entschied sich für die Jayhawks. Der Guard bringt ebenfalls eine außergewöhnliche Athletik mit und wird vielleicht sogar, je nachdem, wie Wiggins einschlägt,  zum besten Spieler der nächsten Saison werden. Der dritte Freshman und potentielle Erstrundenpick ist Center Joel Embiid. Als bester Center der letzten Recruiting Class wird der noch sehr rohe Pivot Justin Wesley, Perry Ellis, Tarik Black und Jamari Traylor im Frontcourt unterstützen. Embiid ist wahrlich eine außergewöhnliche Erscheinung und wird alleine physisch enorm dominant sein.

Wenn Self es nun noch schafft, das Potential von Junior Point Guard Naadir Tharpe auf den Platz zu bringen, steht den Jayhawks eigentlich nichts mehr im Weg. Im Endeffekt hängt natürlich vieles von Andrew Wiggins ab. So begabt dieser Kader auch ist, er wird den Unterschied ausmachen müssen. Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass kein Spieler dieser Welt einem solchen Hype gerecht werden kann. Bei einer Spielzeit von 40 Minuten und einem sehr talentierten Team ist es praktisch unmöglich 25 Punkte pro Spiel aufzulegen (nur drei Spieler in den letzten drei Jahren haben dies geschafft). Genau das muss er aber mindestens machen, um seinen Status zu untermauern.

Es ist erstrebenswert, einem 18-Jährigen die Zeit zu geben, sich auf dem nächsten Level zu entwickeln. Wiggins wird für sehr viele spektakuläre Momente sorgen und die Jayhawks sollten eine hervorragende Saison spielen. Alles andere wäre selbstredend eine Überraschung. (jb)

OKLAHOMA STATE – Marcus Smart und die Entscheidung zur Rückkehr

In der heutigen Generation im College Basketball gibt es selten Überraschungen, welche dieser gleichen. In Zeiten des „One-and-Done“, wo Spieler nur ihre Zeit an der Uni absitzen, um so schnell wie möglich in die NBA zu wechseln, sind Fälle wie die des Marcus Smart eher rar gesät.

Marcus Smart, Guard der Oklahoma State Cowboys, wäre höchstwahrscheinlich ein Top 5 Pick in der vergangenen NBA Draft gewesen. Vor allem seine Anführer-Qualitäten gelten allgemein als außergewöhnlich. Doch Smart entschied sich gegen die NBA Draft und das Geld. Trotz der Hammer-Draft 2014 und einer potentiell schlechteren Platzierung wird er nun 2014 in die Profiliga wechseln. Eine kluge Entscheidung?

Man muss durchaus zugeben, die Entscheidung hat viele stutzig gemacht. Es gab auch vermehrt Kritiker, da es viele Gründe gab, die eindeutig dagegen sprachen. Doch trotz dieser Gründe, wie zum Beispiel einer Verletzung, sollte man die positiven Aspekte in den Vordergrund stellen.

Marcus Smart ist kein Spieler, dem dieses Jahr spielerisch so sehr schaden wird, dass ihm die NBA verwehrt bleiben wird. Die Fans der Cowboys und des College Basketballs bekommen einen tollen Spieler für eine weitere Saison zu sehen und Smart trifft eine Entscheidung, welche im Endeffekt seiner Bildung zugutekommt.

Spielerisch kann der Guard trotz einer überragenden Spielzeit 2012/13 noch einiges verbessern. Wenn der 19-Jährige als Guard in der NBA spielen möchte, muss er seine Turnover (3.4 TPG) in den Griff bekommen. Auch die Dreipunktequote von 29 Prozent lässt noch zu wünschen übrig, vor allem, da er satte vier Würfe pro Spiel von Downtown nimmt. Die Cowboys können in der Big 12 mit den Kansas Jayhawks um den Titel spielen, wenn Smart sein Spiel auf das nächste Level heben kann. Es ist aber definitiv keine leichte Aufgabe. (jb)

BAYLOR – Welche Version der Bears gibt es in diesem Jahr?

ekpeudohAndrew Wiggins und Marcus Smart werden in der kommenden Saison mit ihren Teams Kansas und Oklahoma State und dem zu erwartenden Zweikampf um die Conference-Krone für alle Big 12 – Beatwriter ein gefundenes Fressen darstellen. Einzig die Baylor Bears sind noch eine Mannschaft, denen zugetraut werden könnte, die Schlagzeilen um Superfreshman Wiggins und Elitesophomore Smart zu durchbrechen. Die texanische Football-Universität, die besonders für den letzten Star-Quarterback Robert Griffin III bekannt ist, war seit 2008 immer eine College-Basketball-Wundertüte, über welche man sich zumindest unterhalten musste.

2003 übernahm Scott Drew das Amt des Baylor-Cheftrainers und hauchte durch sein starkes Recruiting einem toten Basketball-Programm wieder Leben ein. Viele Top-Prospects holte er in das Herz Texas’ und schaffte so zumindest talenttechnisch gute Voraussetzungen für längerfristigen Erfolg. Dieser stellte sich bisher allerdings nur sehr wechselhaft ein. Elite Eight-Teilnahmen in 2010 mit einem Team um die NBA Spieler Ekpe Udoh und Quincy Acy sowie in 2012 mit dem Kern Perry Jones und Quincy Miller stehen zwei (zugegebenermaßen sehr erfoglreiche) NIT-Teilnahmen und ein komplettes Verpassen der Postseason gegenüber. Dies hatte zuletzt vor allem einen Grund: Drew konnte zwar hochtalentierte Spieler verpflichten, schaffte es aber nie wirklich ausgewogene Teams zusammenzustellen. Starspielern im Frontcourt standen zuletzt immer eher mittelmäßige Lösungen im Backcourt gegenüber. In guten Jahren reichten Drews Übungsleiterfähigkeiten dazu aus, diese Talentdiskrepanzen zu durchbrechen und ein harmonisches Team auf das Parkett zu zaubern. Allerdings haben die ständig wiederkehrenden Misserfolge (auch mit guten Spielern) bewiesen, dass er kein Elite-Coach ist und Baylor damit nicht zwangsläufig zu den verlässlichen, guten Teams gezählt werden kann.

So stellen auch die 2013/14er Bears eine sehr interessante Truppe dar. Das Muster ist das gleiche wie immer: Man besitzt zwei herausragende Spieler auf Center sowie Forward. 7‘1‘‘-Sophomore-Center Isaiah Austin wäre wohl 2013 ein sicherer Lotterypick gewesen, hätte er seinem Namen nur in den potentiellen Rookie-Pool gegeben. Aber aufgrund einer Verletzung direkt vor der Draft entschied sich der Bigman mit enormer Wurfreichweite bis hinter die Dreierlinie (2,6 3PA bei 33% 3P) dazu, noch ein Jahr am College zu bleiben. Als Sophomore möchte er seine Werte von 13 PpG und 8,3 RpG noch steigern. Sein Frontcourtpartner wird Corey Jefferson sein, der in seiner Senior-Season seine Ambitionen auf einen Platz in der 2014er Draft unterstreichen möchte. Jefferson feierte in der vergangenen Spielzeit seinen Durchbruch auf College-Ebene und legte überzeugende 13,3 PpG, 8 RpG und starke 1,9 BpG auf. Dies sicherte ihm einen Platz im US-Kader für die World University Games in Russland, wo er für eine stark besetzte Auswahl um Creightons Doug McDermott und 2013 Final Four-MOP Luke Hancock immerhin die viertmeisten Minuten sah. Er sollte nach einer guten Saison ein recht sicherer Second-Rounder-Kandidat sein. Fragen wirft, nach dem Abgang von Senior-Aufbau Pierre Jackson, allerdings wieder die qualitativ minderwertige Besetzung der kleinen Positionen der Bears auf. Diese Voraussetzungen sollte Drew nur zu gut kennen. Grundsätzlich werden die Bears wohl nichts mit dem Kampf um den Big 12 Titel zu tun haben. Dennoch lohnt es sich Austin und Jefferson aus NBA-Sicht zu betrachten und sie auf nationaler Ebene im Auge zu behalten. Nach dem Gesetz der Serie müsste auf „Elite Eight 2010 – „Off-Year“ 2011 – Elite Eight 2012 – „Off-Year“ 2013 “ ein weiteres erfolgreiches NCAA Tournament für die Texaner folgen. (tb)

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