Draft, NCAA Previews 13/14

NCAA Preview ’13: Big Ten

Brace yourself, college basketball season is coming! Anfang November starten die über 300 Division I-Colleges in die Spielzeit 2013/14. Grund für die Go-to-Guys, euch etwas Rüstzeug in Form von Previews für die kommende Saison mit auf den Weg zu geben. Nachdem wir in den letzten Jahren dafür einzelne Teams genauer analysiert und in ein fiktives Bracket gesteckt haben, wollen wir das Format  in diesem Jahr etwas abändern, um die Fülle der College-Basketball-Welt noch besser abbilden zu können. In den kommenden Wochen wollen wir euch die wichtigsten Conferences näher bringen, indem wir zunächst unsere kurze Leistungseinschätzung zu den Teams geben und euch zusätzlich mit den spannendsten Geschichten der Liga rund um die interessantesten Teams, aussichtsreichsten Spieler und die Schlagzeilen dazwischen versorgen.

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Einschätzung der Liga

Die Big Ten war im vergangenen Jahr die beste Conference des Landes und stellte mit Michigan State, Ohio State, Michigan und Indiana gleich vier Teams mit Final Four-Kaliber. Man verlor im Sommer eine große Anzahl an Talenten an die NBA und büßte so etwas Breite in der Spitze ein. Dennoch sollte die Liga auch in diesem Jahr wieder mehr als eine Handvoll Teams im NCAA Tournament unterbringen können. Als klarer Favorit auf den Big Ten-Titel gehen die Michigan State Spartans in das Rennen, denen auch auf nationaler Ebene der große Wurf zugetraut werden muss. Dahinter folgen Ohio State, Michigan und Indiana, die besonders mit dem Verlust ihrer NBA-Prospects zu kämpfen haben, dennoch aber weiterhin genug Qualität besitzen, um ernsthaft in das Ringen um die Conference-Krone einzugreifen. Abseits dieser Top-Mannschaften könnten besonders die Teams aus Wisconsin und Iowa überraschen. Alle anderen Kader haben zu viele Baustellen, die größeren Erfolg verhindern werden. (tb)

Favoriten

Michigan State Spartans
Ohio State Buckeyes
Michigan Wolverines

Mittelmaß

Wisconsin Badgers
Indiana Hoosiers
Iowa Hawkeyes
Illinois Fighting Illini
Purdue Boilermakers
Minnesota Golden Gophers

Schlusslichter

Northwestern Wildcats
Penn State Nittany Lions
Nebraska Cornhuskers

Schlagzeilen

MICHIGAN STATE – It feels like another Izzo Final Four

tomizzoDen Michigan Spartans dieses Jahrtausends Post-Season-Erfolg vorherzusagen, ist ein bisschen so wie den Duncan-Popovich-Spurs vor der Saison das Erreichen der Playoffs zuzutrauen. Seit 1998 können Tom Izzos Spartans auf eine Siegquote von 73% zurückblicken, verloren in der starken Big Ten nie mehr Conference-Spiele als sie auch gewannen, schafften es am Ende eines jeden Jahres in das NCAA Tournament und glänzten dort mit herausragenden Erfolgen. Ein Ring, zwei Championship-Games, 6 Final Fours und 11 Sweet Sixteens konnten in den vergangenen 16 Jahren erreicht werden. Seit Kurzem lässt sich sogar das eine „Down-Year“ des im Sommer 2010 heftig von den Cleveland Cavaliers umworbenen Coaches Izzo erklären. 2010/11 reichte es nur für eine 19-15 Bilanz, gefolgt von einem kläglichen Erstrunden-Aus beim Big Dance, da seine damals besten Spieler Korie Lucious und Chris Allen Drogenprobleme hatten. Dennoch muss man nach diesen beachtlichen Errungenschaften anführen, dass Michigan State seit 2010 nicht mehr über das Sweet Sixteen herausgekommen ist. Dementsprechend kann diesem Satz doch eine gewisse Bedeutung zugewiesen werden: 2013/14 fühlt sich nach einem weiteren Izzo-Final-Four an.

Die direkten Konkurrenten aus der Big Ten verloren mit Cody Zeller, Victor Oladipo (Indiana), Trey Burke, Tim Hardaway Jr. und DeShaun Thomas jeweils tragende Stützen ihrer Basketball-Programme an die NBA. Die Spartans müssen lediglich auf Bigman Derrick Nix als relevanten Rotationsspieler verzichten, der im Sommer seinen Abschluss machte. Zurück kommen mit Senior-Guard Keith Appling und vor allem den beiden Sophomores Adreian Payne und Gary Harris gleich drei Spieler, die All-American-Kaliber haben. Wie gewohnt, scheucht Izzo seine Schützlinge durch einen extrem harten Spielplan, um das Team bis zum März ideal einzustellen. Non-Conference-Partien gegen Kentucky, North Carolina und Georgetown werden, neben den heißen Duellen innerhalb der Big Ten, für eine hohe Lernkurve bei seinen Spielern sorgen. Die Final Four-Site Arlington in Texas sollte sich Anfang April auf eine größere Spartans-Delegation einstellen, weil nur wenige Teams diese Mischung aus Talent und Coaching aufbieten können. (tb)

OHIO STATE – Suche nach dem Go-to-Guy

Buckeyes Headcoach Thad Matta weiß, dass er auch in diesem Jahr wieder ein gutes Team beisammen hat. Seine zwei besten Perimeter-Verteidiger und Führungsspieler Lenzelle Smith Jr. und Aaron Craft gehen in ihr Senior-Year. Um diese beiden wird er wie schon in den Jahren davor seine starke Teamverteidigung aufbauen. Die vielversprechenden Juniors Shannon Scott, Amir Williams und Sam Thompson hatten beim letztjährigen Elite Eight Run alle ihre Momente und sind bereit den nächsten Schritt zu machen. Sophomore-Guard Amadeo Della Valle, im letzten Jahr nur in der „Garbage Time“ eingesetzt, spielte im Sommer 2013 für die italienische U20-Auswahl. Bei der diesjährigen Europameisterschaft seiner Altersklasse wurde er MVP des Turniers und dürfte so vom „Maskottchen“ zum Rotationsspieler befördert werden. Die Freshmen Marc Loving und Kam Williams sorgen für neues Blut. Geballte Erfahrung, etwas frischer Wind und eine wie immer überdurchschnittliche Defense werden Ohio State also auch im nächsten Jahr zu einem stets gefährlichen Gegner machen.

Ob die Buckeyes aber ein Team sein können, welches ernsthaft um ein erneutes Elite Eight mitspielen kann, wird Matta erst beantworten können, wenn er weiß, ob er einen Go-to-Guy hat oder nicht. Ihm fehlen nach dem Abgang von Forward DeShaun Thomas rund 19,8 Punkte reines Scoringvolumen, aber auch der Mann, der die wichtigen Würfe in der Crunchtime nimmt. Die genannten Upperclassmen haben alle ihre offensiven Limitationen und kommen deshalb für diesen Job nicht in Frage. Den Underclassmen ist aufgrund mangelnder Erfahrung ein solcher Sprung auch nicht zuzutrauen. So hängt ein Großteil des Buckeye-Erfolgs 2013/14 wohl von einem einzigen Spieler ab: In einer idealen Welt ersetzt Junior LaQuinton Ross den an #58 gedrafteten Thomas eins zu eins. Ross, genauso groß wie sein Vorgänger auf dem Starting-Forward-Spot,nennt das gleiche Inside-Outside-Game sein Eigen. Was ihm Thomas an Scoring-Instinkten und offensiven Bewegungen voraus hat, macht er locker über seine starke Athletik wett. Einzig Konstanz in seinen Leistungen konnte Ross bisher noch nicht dauerhaft nachweisen (2012/13 nur 17 Minuten im Schnitt). Im letztjährigen Tournament deutete der Junior jedoch an, wozu er in großen Spielen fähig zu sein scheint. In den drei Abschlusspartien der Buckeyes-Saison legte Ross starke 17,6 PpG bei 50% FG und 50% 3P in nur 20 Minuten pro Spiel an Thomas´ Seite auf. Seine Rolle wird sich in der kommenden Spielzeit zwangsläufig vergrößern. Er wird mehr Verantwortung, Spielzeit und Würfe erhalten. Kann er seine Leistungen aus dem letzten Tournament auch über die gesamte Saison produzieren, könnte Ohio State an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen. Schafft er es nicht, wird der März in dieser Saison nicht so lang werden. Die Buckeyes-Postseason-Ambitionen stehen und fallen mit der Qualität der Ross‘schen Thomas-Imitation. (tb)

MICHIGAN – Die Nachfolge von Trey Burke

Trey Burke war mit Abstand der beste College-Spieler des vergangenen Jahres. Er gewann sowohl den Award als bester Point Guard als auch den als bester Spieler. Sein Team, die Michigan Wolverines, zog in das Final Four ein, in welchem gegen den späteren Champion aus Louisville Schluss war.  Große Fußstapfen für einen Freshman.

Doch nach dem Wechsel von Burke in die NBA wird zwangsläufig jemand dessen Erbe antreten müssen. Ein Freshman-Point Guard wird für Head Coach John Beilein auflaufen und auch starten.

Derrick Walton Jr. kommt aus Detroit und wurde von ESPN an achter Stelle unter den Point Guards der Class 2013 gelistet. Der 1.83 Meter große Guard hat sich für die Wolverines entschieden und wird ein talentiertes Team anführen.

Mit Mitch McGary und Glenn Robinson III. sind zwei Akteure zurück nach Ann Arbour gekommen, von denen man es eigentlich eher nicht erwartet hatte. Zusammen mit dem kanadischen Shooter Nik Stauskas werden sie ein gefährliches Trio bilden, welches von Walton Jr. unterstützt wird. Welche Rolle Final Four-Held Spike Albrecht haben wird, ist momentan nicht wirklich abzusehen.

Walton Jr. gilt als „true“ Point Guard. Sein Gefühl für das Spiel und die intelligenten Tempo-Wechsel machen ihn zu einer omnipräsenten Gefahr für die Defense. Mit seinem hervorragenden Ballhandling wird er Beilein von Beginn an einen soliden Playmaker geben, der seine Mitspieler in den richtigen Momenten findet. 

Inwiefern er mehr als nur das sein kann, muss beobachtet werden. Es ist sicherlich noch einmal deutlich schwerer als Point Guard und Freshman ein Team auf dem nächsten Level anzuführen. Genau das wird der entscheidende Faktor sein, der zwischen Michigan und einer erfolgreichen Saison steht. (jb)

INDIANA – Wer ist Noah Vonleh und wie soll er Cody Zeller ersetzen?

Die Indiana Hoosiers werden ein schwieriges Jahr im College Basketball haben. Mit Cody Zeller und Victor Oladipo verlor man zwei absolute Elite-Spieler. Dazu machten Akteure wie Guard Jordan Hulls und Christian Watford ihren Abschluss und mussten das Team nach vier Jahren verlassen. Nun bleibt einzig Guard Kevin „Yogi“ Ferrell aus der Starting Five übrig. Doch wer soll die zahlreichen Abgänge im Kader von Tom Crean kompensieren?

Die Antwort darauf ist eindeutig: Forward und Top 15 Recruit Noah Vonleh. Nach Zeller und Ferrell ist er der dritte McDonalds All American in drei Jahren, den die Hoosiers nach Bloomington lotsen konnten.

Wenn man sich die Highlights des 18-Jährigen anschaut, wird schnell klar, dass enorm viel Potential vorhanden ist. Kritiker haben allerdings immer wieder darauf verwiesen, dass ihm noch einige Stunden im Kraftraum fehlen würden. Es scheint, als ob sich Vonleh diese Kritik sehr zu Herzen genommen hat. Berichten zufolge hat der 2.11 Meter große Big Man während seiner Zeit mit den Hoosiers satte 10 Kilo an Muskelmassezulegen können.

Wenn dies wirklich stimmt, könnte es ein enormer Sprung für Vonleh und somit auch für die Hoosiers sein. Die Arbeit, die Vonleh in seinen Körper und sein Spiel steckt, ist enorm und das scheint sich auch nach außen zu zeigen.

Auch wenn die Hoosiers qualitativ sicherlich mehr als nur einen Schritt zurück machen werden, beweist der Neuankömmling bereits ohne je ein Spiel absolviert zu haben, dass er eine herausragende Arbeitseinstellung besitzt, die seine Mitspieler mitreißen könnte. Dies könnte den bevorstehenden Leistungsabfall Indianas doch milder gestalten, als zunächst angenommen. (jb)

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