Draftprofile 2013

Dennis Schröder

New Yorker Phantoms Braunschweig

Datenblatt

nopictureName: Dennis Schröder

Position: Playmaker

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

Verein: New Yorker Phantoms Braunschweig

Internationale Erfahrung: Nike Hoop Summit 2013

Die aktuelle BBL-Saison hat Dennis Schröder mit 12 Punkten, 3,2 Assists und 2,5 Rebounds in 25 Minuten beendet – gute Werte, die aber nicht unbedingt auf eine Zukunft in der NBA schließen lassen. Gut genug aber für eine Einladung zum Hoop Summit, wo er etwa mit dem als Nummer 1-Pick 2014 gehandelten Andrew Wiggins zusammentraf. Dabei konnte der 19-jährige dann die US-Scouts auf sich aufmerksam machen, nach guten Leistungen im Training gelang ihm auch im Spiel selbst ein überzeugender Auftritt mit 18 Punkten und 6 Assists. Schnell zeichnete sich ab, dass Schröder diese Gelegenheit nutzen und sich zum Draft anmelden würde.

Skills

Die offensichtlichen Stärken des Point Guards sind seine Geschwindigkeit, insbesondere bei den ersten Schritten, und seine engagierte und hochwertige Verteidigung – hierbei sind sich die Beobachter beiderseits des Atlantiks einig. Für sein sonstiges Spiel ist das jedoch nicht der Fall: Während er die US-Beobachter während seiner Zeit beim Hoop Summit vor allem durch klassischen Fähigkeiten eines Spielmachers wie Spielübersicht und -kontrolle überzeugte, wurden ihm in Deutschland in dieser Hinsicht tendenziell Defizite nachgesagt. Sein Spiel in der BBL hinterließ eher den Eindruck eines Score-First-Point Guards mit eher bescheidener Assist-Turnover-Rate (3,2 : 2,5) – US-Kommentatoren bemängeln dagegen die schlechten Quoten in Korbnähe in der BBL. Auch sein persönliches Auftreten auf und abseits des Platzes ließ deutsche Beobachter eher auf ein überbordendes Selbstbewusstsein als auf die beim Hoop Summit diagnostizierten Leader-Qualitäten schließen.

So widersprüchlich diese Einschätzungen erscheinen mögen – zieht man die jeweils gewählte Vergleichsgruppe in Betracht, lassen sich beide Standpunkte durchaus auf einen Nenner bringen. In den USA erfolgt ein Vergleich in erster Linie mit gleichaltrigen Spielern, deren Erfahrung sich auf allenfalls ein Jahr am College beschränkt. In der BBL muss Schröder sich mit Point Guards messen, die größtenteils entweder eine komplette College-Karriere und mehre Jahre in Europa bei den US-Spielern oder internationale Erfahrung in Verein und europäischen Nationalmannschaften vorzuweisen haben. Entsprechend verschieben sich die Maßstäbe – im Schnitt lässt sich für Schröder also das Potential zum echten Allrounder festhalten.

Eine offensichtliche Schwäche ist schon mit Blick auf den Spielerbogen zu erkennen: Mit seinen offiziellen 6-2 ft (1,88 m) Größe – laut BBL ohne Schuhe sogar nur 1,81 m – und etwa 164 lb Gewicht befindet sich Schröder klar am unteren Ende des üblichen Rahmens für NBA-Point Guards. Auch wenn Geschwindigkeit und Armspannweite die fehlende Größe wohl ausgleichen können, fehlt dem Braunschweiger immer noch erheblich Gewicht. Durch die umgerechnet etwa 75 Kilo wäre praktisch jeder Gegenspieler in der Lage, Schröder vor Probleme zu stellen. Zum Vergleich: Zieht man etwa die Werte des Draft Combine heran, ist Schröder einer der kleinsten und der leichteste Spieler. Abgesehen von dem nur 1,80 m messenden Trey Burke ist auch die direkte Konkurrenz auf der Point-Guard-Position deutlich größer, Michael Carter Williams kommt sogar auf 6-6 ft, also 1,98 m. Sollte er trotzdem seine direkten Gegenspieler verteidigen können, fehlt Schröder damit die Möglichkeit, sich seinem Team etwa als zweiter Guard anzubieten – seine BBL-Dreipunktquote von 40 % würde ein Spiel abseits des Balles an sich nicht ausschließen.

Spielervergleich

Der wohl optimistischste Vergleich, der für Schröder gelegentlich zu lesen war, ist Rajon Rondo. Zu Stande kommt dieser vor allem durch die Gemeinsamkeit einer für die Körpergröße überraschenden Armspannweite sowie eine ähnliche Defense. Die Kernkompetenz Schröders in der NBA dürfte aber seine Geschwindigkeit und die sich daraus ergebenden Chancen zum Drive-and-Kick sein, während Größe und Gewicht einen limitierenden Faktor bilden, rein vom Spielertyp her böte sich daher eher ein Vergleich mit Ty Lawson an. Dabei ist aber nicht zu erwarten, dass Schröder ein entsprechendes Niveau wie einer der beiden Genannten erreicht. Positiv für Schröder ist allerdings, dass Lawson als 18. und Rondo als 21. Pick in ähnlichen Regionen gewählt wurden, wie sie jetzt für den Braunschweiger angenommen werden – das Best-Case-Szenario steht also. Andererseits ist die Liste der europäischen Spieler, die nach nur wenigen Jahren in der NBA wieder den Weg zurück suchen, deutlich länger.

Draftaussichten

Nachdem in den Pre-Draft-Workouts in erster Linie die athletischen Möglichkeiten der Spieler auf Prüfstand stehen, dürfte sich Schröder angesichts seiner Geschwindigkeit wenig Sorgen machen – der für die Scouts prägende Eindruck wird aller Wahrscheinlichkeit nach der Hoop Summit bleiben. Als junger, europäischer Spieler ist er jedoch gleich in doppelter Hinsicht ein High Risk, High Reward-Pick. In der Summe wird sich wohl ein Pick außerhalb der Lottery ergeben, das passende Umfeld sowie eine Chance, ins Team zu rücken wären einer früheren Wahl vermutlich ohnehin vorzuziehen. Entsprechend äußerte sich auch Schröders Manager kürzlich in einem Interview. Damit steht wohl auch die Zurückhaltung bei den Tryouts im Verbindung, zumal bereits das Gerücht kursiert, Schröder habe ein Versprechen für die erste Draftrunde erhalten.

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