Los Angeles Lakers

Adiós Pau?

Ein Blick zurück

Diese Zusammenspiele sind aber nur die eine Seite der Medaille. Ein Gasol, der beinahe vom Perimeter agieren soll, nur lange Sprungwürfe nimmt oder als Passstation fungiert, die andere. Für diese Rolle würde ein Ryan Anderson der Mannschaft wohl mehr bringen als der ehemalige Rookie of the Year, der selbstredend ein weitaus besserer Basketballer ist.

Ausschnitt aus “Welcher Weg führt nach Rom?” vom 2. Juni 2012

Die problematische Spielerpersonalie ist eher Pau Gasol. Bereits im vergangenen Monat war bei Go-to-Guys zu lesen, dass der Spanier in seiner Rolle oftmals verschwendet wurde und dass Mike Brown gefordert wäre, etwas zu unternehmen. Mit der Ankunft von Nash wird dieses Problem nicht leichter zu lösen. Unglaubliches Talent im Low-Post, ein Gehalt von knapp 20 Millionen US-Dollar, aber bloß eine vierte Option, die Würfe aus der Mitteldistanz versenken soll? Wie im Artikel “Welcher Weg führt nach Rom?” bereits zu lesen war: Dafür gibt es geeignetere Spieler für weitaus weniger Geld.

Ausschnitt aus “Stevie Goes To Hollywood”  vom 7. Juli 2012

Dass der Name von Pau Gasol bereits einen Monat nach dem Saisonstart von den Medien mit Trade-Gerüchten in Verbindung gebracht wird, war keine definitiv sichere Sache, aber als große Überraschung sollte es allerdings ebenfalls nicht kategorisiert werden. Die potentielle Problematik bei der Personalie des Spaniers wurde im Verlauf des Sommers mehrfach (siehe Artikel-Ausschnitte) bei Go-to-Guys thematisiert. Die Befürchtungen scheinen sich bislang auch zu bewahrheiten: In keinem seiner 12 Jahre in der NBA erzielte der 32-Jähriger weniger Punkte (12,6 PpS) als derzeit. An sich wäre dies kein Problem, wenn es nicht mit der ebenfalls schlechtesten Trefferquote seiner Karriere einhergehen würde (42,0 FG%; 47,4 TS% – ein grausamer Wert für jeden NBA-Spieler). Die Suche nach dem Grund gestaltet sich ohne Probleme – Gasol agiert einfach nicht in seiner ‘Comfort Zone’.

It [die Triangle Offense; Anm. d. Verf.] put me in a natural position, which was post. I could score and I could pass. It was a perfect fit for me when I got here and Andrew [Bynum] was out. I had a lot of minutes and it was a need to cover. [Quelle: LA Times]

Statt seine Klasse in Korbnähe unter Beweis stellen zu können, nimmt er 5,1 Würfe pro Spiel aus der Distanz von 16-23 Feet (in seinen ersten drei Jahren bei den Lakers waren es 1,6 bis 2,0; in seinem vierten Jahr 2,8 Würfe aus der Distanz). Folglich sind die Würfe aus näherer Distanz merklich zurückgegangen. Zum Vergleich: Gasol belegt damit Platz 4 in der NBA. Kobe Bryant, dem regelmäßig vorgeworfen wird, oftmals zu viele lange Zweier – auch bekannt als ‘the worst shots in basketball’ – zu nehmen, nimmt in diesem Jahr 4,2 Würfe aus der Distanz zwischen Freiwurf- und Dreierlinie. Hinzukommt, dass der gebürtige Katalane seine Blüte der lateralen Geschwindigkeit bereits gesehen hat – unabhängig von der Verletzung, aufgrund derer er die letzten drei Spiele seiner Mannschaft verpassen musste. Heißt konkret: Nicht nur offensiv, sondern auch defensiv müsste er tiefer stehen, um Vorteile aus seiner Länge und seinen Instinkten zu ziehen statt auf seine athletischen Fähigkeiten angewiesen zu sein.

Bei aller Kritik und schwacher Leistung muss man ihm allerdings auch die Systemproblematik zu Gute halten. Er war von Beginn an der Spieler, bei dem man das große Fragezeichen setzen musste, wie man ihn talentgerecht einsetzt. Dann kam Mike Brown und die Princeton-Offense und der Rest ist Geschichte.

Now it’s a different personnel, different need, different look, different system, different positioning. [Quelle: LA Times]

Die Lakers stehen aktuell bei einer Bilanz von 9-11 und konnten mit ihrer Berg- und Talfahrt noch keinen Lauf hinlegen. Vor seiner verletzungsbedingten Zwangspause gab es bereits unfreiwillige, von Coach D’Antoni verhängte, Ruhephasen für Gasol. Im Spiel gegen seine ehemalige Mannschaft aus Tennessee, den Memphis Grizzlies, saß er ältere Gasol-Bruder bspw. die letzten 12 Minuten komplett auf der Bank und durfte dabei zu sehen, wie sein jüngerer Bruder den Sieg im Grind House feiern konnte. Der wurfstärkere Antawn Jamison hat die höhere Gunst beim diesjährigen Lakers-Coach. Und der Veteran nutzt seine Chance: 16,4 Punkte bei guten Quoten (55,0 FG% / 44,4 3FG% / 80,0 FT%) in den letzten fünf Spielen.

Traden oder halten?

Wie werden Mitch Kupchak, Jim Buss und Trainer Mike D’Antoni mit dem 38,3-Millionen-Mann (Verdienst der aktuellen und nächsten Saison abzüglich des Gehalts der bisherigen Spielzeit) verfahren? Auch die Fans interessieren sich natürlich für die Frage, ob Gasol gehen wird oder ob er bleibt. Gerüchte gibt es derzeit unzählige zu lesen: “Man hat Steve Nash bei der Verpflichtung versprochen, dass Gasol in Los Angeles bleibt. Aus diesem Grund möchte man sehen, wie es läuft, wenn der Kanadier das Spiel der Lakers dirigiert.” — “Man will Gasol nicht traden, weil Dwight Howards Verbleib in Hollywood nicht sicher ist.” — “Gasol bleibt in Los Angeles, wird allerdings auf die Bank verschoben.”

Um eine Einschätzung treffen zu können, könnte man zunächst annehmen, dass die Lakers bereit wären, einen Trade einzufädeln. Die Frage, die sich darauf folgenden stellt: Welche Möglichkeiten gibt es? Dass Gasol ein hervorragender Basketballspieler ist, dürften die wenigsten Fachkundigen bestreiten. Allerdings ist er bereits 32 Jahre alt, verdient fast 20 Millionen pro Saison, hat nun auch Kniebeschwerden und bewies bereits in der Blüte der Karriere, dass er zumindest als Nummer 1 einer Mannschaft eher weniger geeignet ist. Die andere Mannschaft müsste die Bereitschaft haben, diese Nachteile hinzuehmen, und darüberhinaus über die entsprechenden Assets (sportlich und vertraglich) verfügen, um einen Trade durchzuführen, der auch die Lakers zufriedenstellt. Ein Name, der öfter zu hören war, ist der von Ryan Anderson. Über die vielseitigen Fertigkeiten und das basketballerische Arsenal eines Gasol verfügt der ehemalige Teamkollege von Howard sicherlich nicht, aber im Basketball spielen Synergien eine große Rolle – oftmals sogar eine größere Rolle als das reine Talent. Anderson kann eine hohe Anzahl an Drei-Punkt-Würfen mit einer hohen Effizienz versenken (derzeit 44,4% bei knapp acht Versuchen pro Partie). In der Rolle, die Gasol bisher im Angriff angenommen hat, würde Anderson einen viel höheren Einfluss erzielen, weil er die Räume, die Bryant, Howard und bei seiner Rückkehr auch Nash schaffen, wesentlich besser nutzen könnte. Bei einem Anruf Kupchaks würden die New Orleans sehr wahrscheinlich abwinken, da Gasol mehr als doppelt soviel überwiesen bekommt (insbesondere für einen Markt wie New Orleans ein elementarer Punkt), hinzukommt der Alterunterschied von acht Jahren und der Aspekt, dass Hornets-General Manager Dell Demps zur CBA-Konformität weitere Spieler zu den Lakers senden müsste. Dasselbe Spielchen könnte man mehrfach mit anderen Spielern durchführen – ein Trade Gasols würde sich unglaublich schwierig gestalten.

Eine Aufforderung am Rande: An unserer Facebook-Pinnwand oder in unserem Forum dürfen gerne sinnvolle Tradevorschläge um Pau Gasol zur Diskussion gestellt werden. [ESPN Trade Machine]

Bevor sich allerdings in der Welt des Trades verliert, steht die Frage im Raum, ob ein Deal tatsächlich zwingend ist. Die Lakers stehen nach 20 Spielen mit einer negativen Bilanz darf. Das darf bei dem Talent nicht sein und selbst die größten Feinde der Lakers werden es im Vorfeld der Saison nicht erwartet haben. Die bisherigen Probleme der Lakers liegen nicht alleine an Gasol.

1. Problem – Keine Mannschaft der NBA steht öfter an der Freiwurflinie als die Lakers: 619 Freiwürfe in 20 Spielen (~31 Versuche pro Spiel), knapp vier Versuche pro Spiel mehr als Platz 2, die Oklahoma City Thunder, und fast doppelt soviele wie die Magic als Liga-Schlusslicht. Problem? Problem. Während Durant und Co. ihre Freiwürfe mit einer Quote von 83,7% treffen, stehen die Lakers mit 67,4% (Liga-Durchschnitt: 75,5%) ganz am Ende.

2. und 3. Problem – Platz 29 bei der Anzahl an Ballverlusten pro Spiel und bei der Turnover-Percentage. Insbesondere in der Kombination mit der ohnehin schon schwachen Transition-Defense von Kobe Bryant und Co. sorgt man für Probleme. Einzig die Cleveland Cavaliers und Minnesota Timberwolves finden sich häufiger als die Lakers in Transition-Situationen wieder.

Diese Punkte haben oftmals über Sieg oder Niederlage entschieden.

Soluciòn?

Hier ist die Stelle, in der Nash ins Spiel kommt. Es gibt bereits Äußerungen, dass der zweimalige MVP nun sein Alter zu spüren bekommt und auch nicht mehr auf die vermeintlichen magischen Kräfte der Suns’schen Fitnessabteilung zurückgreifen kann. Allerdings muss Nash keine Wunder vollbringen und seine ‘Seven Seconds Or Less’-Offense spielen, um positiven Einfluss auf die Probleme der Lakers zu nehmen. Es ist sicherlich keine kühne Behauptung, dass die Turnover Percentage der Lakers mit der Entlastung Bryants und der restlichen Perimeterspieler sinken und die Effizienz der Offense sich verbessern wird. Eine verbesserte Offense hätte alleine bereits eine Einfluss auf die Problemzone ‘Transition Defense’. Eine Entlastung Bryants im Angriff könnte auch zur Folge haben, dass dieser sich weniger Auszeiten beim Zurücklaufen oder in Defense abseits des Balles als derzeit nimmt. Auch Howard muss sich derzeit relativ viel selbst erarbeiten und oftmals auch seine ‘Comfort Zone’ verlassen, um anspielbar zu sein (einige Spieler haben gravierende Probleme mit dem Entry-Pass) – Nash könnte hier Abhilfe schaffen und indirekt Einfluss auf Howards Verteidigung nehmen (mehr Energie; mehr Motivation durch eine verbesserte Einbindung im Angriff).

Einen Punkt gibt es noch und hier wird auch die Leitfigur dieses Artikels wieder relevant. Das große Potential vier solcher Spieler im Kader zu haben, ist die gewonnene Tiefe. Warum hatten und haben Spieler wie John Havlicek in Boston, Manu Ginobili in San Antonio oder James Harden in Oklahoma City die Rolle eines Bankspielers? Gutes Coaching sorgt dafür, dass man das vorhandene Talent im Team über den kompletten Zeitraum eines Spiels, über die vollen 48 Minuten, optimiert. Im gesunden Zustand haben die Lakers das Personal 48 Minuten auf dem Niveau einer Starting-Five zu spielen, während der Großteil der Liga sich in bestimmten Zeiträumen mit mindertalentierten Spielern über Wasser halten muss. D’Antoni muss ein Wechselschema entwickeln, dem durchgehend mindestens einer der beiden Playmaker (Bryant, Nash) und mindestens einer der beiden Big Men (Howard, Gasol) auf dem Parkett steht. Damit kann man ein relativ konstantes Spielniveau gewährleisten ohne bedeutende Einbrüchen, wenn bestimmte Spieler vom Feld gehen. Es gäbe keine Verschnaufpause für die gegnerische Verteidigung. Einen Gasol würde es dann vermutlich nicht stören, wenn er von der Bank kommt oder als Starter sehr früh vom Feld ginge, denn er hätte Phasen im Spiel, wo er das ‘Pick and Roll’ mit Nash laufen oder als erste Option im Low-Post bedient werden würde statt laufend als vierte Option wie Falschgeld kurz vor der Drei-Punkte-Linie zu stehen.

Letzten Endes lässt sich sagen, dass ein Trade Gasols nicht zwingend notwendig ist. Es gibt weiterhin die Möglichkeit, ihn gewinnbringend in diesem Team einzusetzen, um als Mannschaft ein Leistungsniveau zu erreichen, welches den eigenen Ambitionen entspricht.

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12 comments

  1. Smido83

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass LA Gasol traden würde bzw. überhaupt könnte. Da nämlich der einzige Spieler in der Liga bei dem es vom Talent (mehrfacher Allstar), vom Gehalt (Laufzeit, Gehaltshöhe) und von der Spielart her (Big Men der am Perimeter agiert) passt ein gewisser Nowitzki wäre… soll ich mehr sagen? ;)

    Na gut, ein Bosh trifft den langen 2er mittlerweile auch im Schlaf, aber weshalb dieser Trade nie passieren wird wurde ja schon mehrfach besprochen. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass irgend ein Team einem solchen Trade zustimmen würde… es sei denn, dass Toronto erneut ganz unten Anfangen will und Bargnani/Calderon nach LA schickt. Aber mal ehrlich… das wird auch nicht passieren!

    Von daher: Um mal auf die Problematik Gasol neben Howard einzugehen, da kann man genauso antworten wie auf die Problematik Anthony neben Stat. Die beste Lösung wäre wohl die Harden Minutenverteilung welche OKC gespielt hat. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass Gasol sich mit der Rolle des 6th Man anfreunden kann.

    Also Gasol kommt von der Bank und spielt so wenig wie möglich mit Howard zusammen. Zur Verdeutlichung mal ne vereinfachte Minutenverteilung (immer in 3 Minuten schritten pro Viertel) wenn man, was ich als am sinnvollsten ansehen würde, Gasol eben von der Bank kommen lässt.

    s = spielt , b = Bank

    Howard: s s b b / b s s s / s s s b / b s s s = 33 min
    Gasol:– b b s s / s s s b / b s s s / s b s s = 33 min

    Bedeutet (falls man die Einteilung nicht versteht ;) ) dass Howard und Gasol jehweils auf ihre 33 Minuten kommen, jedoch nur etwas mehr als ein Drittel der Zeit (18 Min) zusammen auf dem Parkett stehen.

    Eine zweite Möglichkeit, falls man Gasol unbedingt starten lassen will, wäre dann eben die “Miami Variante”. Also Gasol setzt sich früh im ersten Viertel (6 Minuten) und spielt dann das 2. Viertel nur bis kurz vor die Halbzeit. Howard spielt das erste Viertel durch und kommt dann erst zum Ende des 2. Viertels wieder aufs Parkett. So ähnlich wiederholt man es dann in der 2. HZ. Nur mit dem Unterschied, dass Gasol und Howard eben länger zusammen auf dem Parkett stehen.

    Howard: s s s s / b b b s / s s s b / b s s s = 33 min
    Gasol:– s s b b / s s s b / s b s s / s b s s = 33 min

    So oder so, wie es schon im Artikel steht sollten Gasol und Howard so wenig wie möglich zusammen spielen und vor allem niemals zusammen auf der Bank sitzen.

  2. Julian Lage

    Schöner Artikel, ich glaube auch nicht so richtig an den Trade… Das Problem ist meiner Meinung nach vor allem, dass Gasols Wert in den letzten zwei Jahren schon stetig gesunken ist und seit Saisonbeginn noch mal extrem. Die Kriterien, die ein Tradepartner meines Erachtens erfüllen müsste, wären a) ein Win-Now-Team und b) ein eher größerer Markt, um sich den Kader leisten zu können. Noch dazu sollte es weder ein direkter West-Rivale um den Finaleinzug noch einer der klassischen Rivalen sein. Nach all den Kriterien komme ich auf eigentlich keinen Trade, der sinnvoll aussieht… Nachdem die TradeMachine-Spielereien aber trotz Sinnlosigkeit Spaß machen, mal ein paar Versuche von mir, auch wenn die jeweils einige meiner Kriterien verletzen… vielleicht hat ja jemand Lust, die Ideen zu diskutieren:

    1. Gasol gegen Stoudemire, je nach Form vermutlich mit Zusätzen durch die Knicks, vor allem wegen der Verletzungsanfälligkeit. Geht erst, wenn beide wieder fit sind, für NY wäre das meiner Meinung nach der Hauptgewinn, selbst wenn es sie zusätzlich Shumpert kostet. Für die Lakers wäre das aber schon ziemlich in der Verzweiflungs-Kategorie. (weil zu einfach habe ich das jetzt nicht gespeichter)

    2. Gasol nach Denver, Gallinari und Bass oder Green nach LA, McGee nach Boston. (Den Wandel McGee -> PF könnte auch ein anderes Team einnehmen, ich habe aber keinen passenderen Partner gefunden). Boston bekommt mehr Rebounding/Größe etc., Denver hat genug Tiefe, um zwei Starter-Kaliber abzugeben, LA kriegt so etwas wie eine Bank. Vor allem für die Nuggets würde mir das gefallen, Miller/Brewer und hoffentlich Chandler würden die Minuten auf dem Flügel übernehmen, Gasol als Center starten und teilweise mit Koufos/Mozgov auf die 4 rutschen. Probleme wären, dass damit die Nuggets-Spielweise endgültig geändert werden muss, McGee vermutlich nicht so leicht trade bar ist und der Spaß erst ab 15.1. geht, deswegen ist auch dieser Trade nicht gespeichert.

    Sonst sehe ich vor allem wenige Teams, die Gasol wirklich brauchen könnten.
    -Die Spurs bekommen das Gehalt nicht vernünftig zusammen, außerdem wollen die die Lakers sicher nicht stärken…
    -Gasol nach Boston halte ich aus ähnlichen Gründen für schwierig, da müsste das Team zu sehr demontiert werden.
    -Bei den T-Wolves, die ja noch oft in Gerüchten auftauchen, sehe ich nicht wirklich, wie das vernünftig aussehen würde. Da fehlt der vernünftige Flügel, es gibt denke ich keinen Grund, von Love/Pekovic wegzugehen.
    -OKC hat nur für Teams im Rebuild interessanten Gegenwert und kann sich Gasol nicht leisten. Außerdem ist da die Konkurrenz zwischen den Teams zu groß.
    -MIA, BRK, LAC und MEM als übrige Contender haben keinen Bedarf bzw. nicht mal annähernd tradebare Spieler.

  3. Hassan Mohamed

    |Author

    Sonst sehe ich vor allem wenige Teams, die Gasol wirklich brauchen könnten.

    [Laut gedacht:] Die Milwaukee Bucks? Natürlich kein optimaler Vertrag für die Franchise von Herb Kohl, allerdings sind nur noch zwei Jahre und Michael Redds Vertrag hat man kürzlich auch getragen.

  4. Julian Lage

    Klingt interessant, vor allem von den Spielern her, die die Bucks abgeben können. Sollte Ilyasova halbwegs an die Form vom letzten Jahr anknüpfen, wäre er ein vernünftiger Strech-4er, dann noch Udrih und Mbah a Moute als Backups dazu, oder so… Nur ist mir nicht wirklich klar, was die Bucks mit Gasol wollen, weiter als bestenfalls in die 2. PO-Runde geht es auch dann nicht, denke ich. Wenn aber ein paar teure Verträge mit weg gehen (v.a. Gooden), schaut das Gehalt von Gasol schon wieder viel weniger störend aus, also etwa: Gasol, Blake für Ilyasova, Gooden, Udrih, Mbah a Moute.

  5. Hassan Mohamed

    |Author

    Nur ist mir nicht wirklich klar, was die Bucks mit Gasol wollen, weiter als bestenfalls in die 2. PO-Runde geht es auch dann nicht, denke ich.

    Es gibt (und es muss sie geben) Franchises, die sich mit einer sicheren Playoff-Teilnahme zufriedengeben. Mein Eindruck von der Bucks-Franchise ist der, dass sie immer konkurrenzfähig sein wollen, selbst wenn es nicht für die ganz großen Sprünge nach oben reicht. Gasol auf der Fünf würde die Mannschaft sicherlich voranbringen.

    Wenn aber ein paar teure Verträge mit weg gehen (v.a. Gooden), schaut das Gehalt von Gasol schon wieder viel weniger störend aus, also etwa: Gasol, Blake für Ilyasova, Gooden, Udrih, Mbah a Moute.

    Die Bucks wären nicht in der Position, den Lakers bei einem Deal einen schlechten Vertrag aufzubürden. Es sind die Bucks, die neben einem Ersan Ilyasova Talent nach Los Angeles schicken müssten.

  6. Julian Lage

    Bist du der Meinung, dass Gasol momentan so viel wert ist bzw. die Lakers in einer guten Lage zum verhandeln sind? Mein Bucks-Vorschlag ist vermutlich etwas zu optimistisch, aber sehr viel mehr sehe ich da nicht reinkommen (zumal da ja auch noch Blake als schlechter Lakers-Vertrag dabei ist). Wären ehemalige Star-PFs auf dem absteigenden Ast so gefragt, hätten Boozer oder Stoudemire schon länger ein neues Team. Ok, Gasol hat gewisse Vorteile (als C einsetzbar, weniger Verletzungsanfällig, ein Jahr weniger), aber Boozers Stats diese Saison sind besser und er ist billiger. Noch dazu sitzt im Gibson im Nacken…
    Noch dazu haben die Lakers den Druck, dass eigentlich in diesem oder spätestens im nächsten Jahr eine Meisterschaft her muss, während die Tradepartner das ganze entspannter angehen lassen können. Falls es nicht auf einmal läuft in LA, werden die Lakers zur Deadline mehr oder weniger zum Trade gezwungen sein.
    Ich denke nicht, dass die Lakers mit mehr rechnen können als bestenfalls zwei guten Startern (wie etwa Bass/Gallinari oben) oder einem Strech-4er plus 2 vernünftige Backups für PG und Flügel.

  7. Hassan Mohamed

    |Author

    Bist du der Meinung, dass Gasol momentan so viel wert ist bzw. die Lakers in einer guten Lage zum verhandeln sind?

    […]

    Falls es nicht auf einmal läuft in LA, werden die Lakers zur Deadline mehr oder weniger zum Trade gezwungen sein.

    Sie ist zumindest nicht so schlecht, dass man Drew Gooden aufnehmen muss, wenn man bloß Ersan Ilyasova bekommt. ;)

    Zum zweiten Punkt: Ich sehe diesen Zwang nicht, der die Lakers dazubringen würde, Pau Gasol zu verramschen. Selbst wenn die Lakers nicht als Big-Four funktionieren, wird man immer einen Verwendungszweck für Gasol haben, auch wenn er für die Rolle überqualifiziert und überbezahlt wäre. Sei es auch nur, dass man sich über Gasol freut, wenn Howard Foulprobleme hat.

    “I’m not going to mess with Pau,” D’Antoni said Sunday, alluding the possibility of bringing the four-time All-Star off the bench. “He’s too important to the team and he’s earned it and he’s too good of a player to even go there yet. That would be a last-resort kind of [thing], desperate.

    Wer findet ebenfalls, dass dies eine dümmliche Aussage aus dem Mund eines Trainers ist? Aus welchem Grund diskreditiert er Banksspieler auf diese Weise? Dieses Denken ist offensichtlich nicht bloß bei Spielern wie Allen Iverson, sondern auch bei Trainern verankert.

  8. Julian Lage

    Zum zweiten Punkt: Ich sehe diesen Zwang nicht, der die Lakers dazubringen würde, Pau Gasol zu verramschen. Selbst wenn die Lakers nicht als Big-Four funktionieren, wird man immer einen Verwendungszweck für Gasol haben, auch wenn er für die Rolle überqualifiziert und überbezahlt wäre. Sei es auch nur, dass man sich über Gasol freut, wenn Howard Foulprobleme hat.

    Dem würde ich rein sportlich gesehen zustimmen, aber: Wenn man die Diskussionen betrachtet, fragen jetzt die gleichen Leute, die vor der Saison den Titel schon nach LA schicken wollten, ob es die Lakers überhaupt in die POs schaffen. Die Heat haben letztes Jahr den Titel gewonnen, die Thunder sind jund und haben Harden abgegeben – es gibt die nächsten zwei Jahre nur ein Team, das einen Titel gewinnen muss. Spätestens seit Phil Jackson so abgefertigt wurde, ist da in der ganzen Sache meiner Meinung nach ein ganz seltsamer psychologischer Dreh drin. Einerseits funktioniert praktisch nichts außer Kobe-Isolations, andererseits muss eigentlich die Meisterschaft her… Wenn das nicht schnell besser aussieht, rechne ich mit einem Gasol-Trade. Und aus dem Druck heraus, den die Lakers dann haben, ruinieren sie auch ihre Position für die Trades.

    Was die Lakers sich in den letzten Wochen in der Außendarstellung geleistet haben, ist sowieso peinlich, da macht das Kraut jetzt auch nicht mehr fett. Diese Überschätzung der Starter ist denke ich weit verbeitet, mit Stoudemire gibt es die Frage ja auch. Spricht erst recht für Leute wie Ginobili, Harden oder Terry sowie ihre Trainer, die das machen.

  9. Benjamin Mell

    Ein Problem bei einem Gasol Trade wurde hier nocj nicht angesprochen.

    Falls Gasol getradet werden sollte, müsste ein solider Center folgen. Hill ist zu schwach auf der Brust um gegen jeden Center Minuten zu spielen. Sacre ist noch zu grün hinter den Ohren und würde von einem Kanter zB. vorgeführt.
    Falls also ein Trade mit den Bucks (was ich nicht glaube) kommen sollte, müsste ein solider 5er kommen, der Gasols Minuten hinter Howard übernehmen könnte. Wer sollte das sein? Ersan, oder Drew könnten das nicht, Sanders werden sie wohl kaum abgeben.

    Vielleicht folgt ja ein three Team Deal. Allerdings sehe ich da nur Minn und Toronto als realistische Partner und das würde mir als Lakers Fan überhaupt nicht gefallen.

  10. Benjamin Mell

    Der letzte Beitrag kam von mir, aber iwie war ich nicht angemeldet (App). Vllt kann man ihn nochmal mit meinem Benutzernamen posten, bzw. das einfach ändern? :)

  11. Hassan Mohamed

    |Author

    Dem würde ich rein sportlich gesehen zustimmen, aber: Wenn man die Diskussionen betrachtet, fragen jetzt die gleichen Leute, die vor der Saison den Titel schon nach LA schicken wollten, ob es die Lakers überhaupt in die POs schaffen. Die Heat haben letztes Jahr den Titel gewonnen, die Thunder sind jund und haben Harden abgegeben – es gibt die nächsten zwei Jahre nur ein Team, das einen Titel gewinnen muss. Spätestens seit Phil Jackson so abgefertigt wurde, ist da in der ganzen Sache meiner Meinung nach ein ganz seltsamer psychologischer Dreh drin. Einerseits funktioniert praktisch nichts außer Kobe-Isolations, andererseits muss eigentlich die Meisterschaft her… Wenn das nicht schnell besser aussieht, rechne ich mit einem Gasol-Trade. Und aus dem Druck heraus, den die Lakers dann haben, ruinieren sie auch ihre Position für die Trades.

    Wenn nicht Mitch Kupchak sondern eine Amateur-GM bei den Lakers im Front-Office sitzen würde, würde ich Dir vielleicht zustimmen. Allerdings hat sich Kupchak nicht mal von Kobe Bryants Tradeforderungen (ihn zu traden bzw. Bynum loszuwerden) beeindrucken lassen. Von ihm würde ich keine panischen Aktionismus-Trades erwarten, um die Medien oder Fans ruhig zu stellen. Gasol wird die Lakers mMn nur verlassen, wenn Kupchak einen sinnvollen Trade durchführen kann – was nicht zwingend bedeutet, dass ein Star im Gegenzug nach Los Angeles kommen muss.

    Mich würde allerdings interessieren, ob die Lakers bloß noch einem “richtigen” Stretch-Four Ausschau halten oder ob sie auch die Alternative in Erwägung ziehen, einen defensiv- und wurfstarken Wing zu holen und einfach mit World Peace – Bryant – diesem Wing zu spielen, mit World Peace als nominellen Vierer und Verteidiger der gegnerischen Power Forwards. Man muss hier mal die Vor- und Nachteile abwägen. Mike D’Antoni dürfte ein Befürworter dessen sein.

    Was die Lakers sich in den letzten Wochen in der Außendarstellung geleistet haben, ist sowieso peinlich, da macht das Kraut jetzt auch nicht mehr fett.

    Die Aussage lässt hinsichtlich der Flexibilität von D’Antoni (bei der es im Vorfeld bereits Fragezeichen gabe) schon tief blicken, meiner Meinung nach. In meinen Augen mehr als eine Randnotiz. Er offensichtlich kein Blick auf die Bedeutung von Tiefe innerhalb einer Mannschaft. Als ich von den Deals für Steve Nash und später auch Dwight Howard gehört habe, war meine erste Reaktion nicht, dass die Starting-Five plötzlich viel mehr Leistung bringen wird, sondern das die Möglichkeit besteht über das komplette Spiel eine hervorragendes Niveau zu halten. In den Artikel im Sommer habe ich bestimmt auch schon angesprochen, aber ebenfalls im letzten:

    Gutes Coaching sorgt dafür, dass man das vorhandene Talent im Team über den kompletten Zeitraum eines Spiels, über die vollen 48 Minuten, optimiert. Im gesunden Zustand haben die Lakers das Personal 48 Minuten auf dem Niveau einer Starting-Five zu spielen, während der Großteil der Liga sich in bestimmten Zeiträumen mit mindertalentierten Spielern über Wasser halten muss. D’Antoni muss ein Wechselschema entwickeln, dem durchgehend mindestens einer der beiden Playmaker (Bryant, Nash) und mindestens einer der beiden Big Men (Howard, Gasol) auf dem Parkett steht. Damit kann man ein relativ konstantes Spielniveau gewährleisten ohne bedeutende Einbrüchen, wenn bestimmte Spieler vom Feld gehen. Es gäbe keine Verschnaufpause für die gegnerische Verteidigung. Einen Gasol würde es dann vermutlich nicht stören, wenn er von der Bank kommt oder als Starter sehr früh vom Feld ginge, denn er hätte Phasen im Spiel, wo er das ‘Pick and Roll’ mit Nash laufen oder als erste Option im Low-Post bedient werden würde statt laufend als vierte Option wie Falschgeld kurz vor der Drei-Punkte-Linie zu stehen.

  12. Hassan Mohamed

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    Mike D’Antoni:

    “We’d like to expand his game a little bit, put the ball on the floor every once in a while where ever he is and give him. It’s Pau who has to expand his game. He’ll stand out in the corner 3′s.”

    D’Antoni answered definitively whether he would bring Gasol off the bench.

    “I don’t think so,” he said. “You look at everything. I think he’ll be good right where he is and then sub him early to get him a blow so he can take Dwigth’s place in a few minutes. We could play stretch 4 way out. That could be the key. That’s what we’ll look at right now. We’ll see what works.”

    Versteht jemand derzeit D’Antoni?


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