Dallas Mavericks, Salary Cap / CBA

Lamar Oh-done

Wie ESPN New York berichtet, wollen die Dallas Mavericks Lamar Odom spätestens bis zum 29. Juni getradet haben. Der Forward der Mavericks hatte sich von seiner Franchise freistellen lassen, nachdem es unüberbrückbare Differenzen gab. Odom wurde daraufhin von den Bonuszahlungen der Playoffs durch das Team ausgeschlossen. Dass die Zeichen auf Trennung stehen, ist bekannt, aber wie entkommen die Mavericks am besten aus diesem Dilemma?

Die Fakten

Lamar Odom hat einen gültigen Vertrag bis 2012/2013. Sein letztes Vertragsjahr ist aber zu Teilen ungarantiert, sodass man Odom entlassen könnte, um einen größeren Teil des Gehalts einzusparen. Konkret würde Odom 12/13 8,2 Millionen Dollar erhalten. Wird er vorzeitig gecuttet, müssen die Texaner Odom 2,4 Millionen Abfindung zahlen, die auch auf ihrem Salary Cap verbleibt, wären aber 6,8 Millionen Dollar unterm Cap leichter.

Entscheidend ist hierbei der Zeitpunkt, zu dem Odom spätestens entlassen werden muss, damit sein Vertrag nicht voll garantiert wird: Dies ist der 29.06.2012. Deshalb arbeitet das Front Office der Mavericks auch schon jetzt mit Hochdruck an einer Lösung. Bis zu diesem Stichtag muss Odom bei einer anderen Franchise unter Vertrag sein. Da für die Mavericks und 24 andere Franchises bereits Offseason ist – die Offseason beginnt mit dem Ausscheiden aus der Postseason -, kann ein Trade mit einer der 24 Franchises theoretisch sofort durchgeführt werden. Genügend Tradepartner stünden also zur Verfügung. Doch was wollen die Mavericks für Lamar Odom zurückerhalten?

Der erhoffte Gegenwert

Wenn wir alle unrealistischen Szenarien ausblenden, die einen Superstar nach Dallas bringen (dies wäre bspw. ein Trade von Odom und Haywood gegen Dwight Howard), wollen die Mavericks nur eines: Cap Space. Spätestens hier beginnt nun das Dilemma, in dem Dallas steckt. Da sich fünf Franchises noch in der Post-Season befinden, gilt für diese die Tradesperre, für die 25 anderen ist Off-Season. Dieser Umstand bedeutet, dass diese Teams keine Trades mehr mit Spielern durchführen dürfen, deren Vertrag offiziell am 30.06.2012 endet. Für die Mavericks heißt das: Man kann Lamar Odom nicht gegen auslaufende Verträge traden. Die Erkenntnis ist dahingehend wichtig, weil sich nun nur noch drei Wege aufzeichnen, wie man Odom komplett vom Cap bekommt: durch einen Trade mit einer Franchise, die über genügend Cap Space verfügt, um Odom komplett aufnehmen zu können; ein Team besitzt eine Trade Exception, die mindestens so groß ist wie der Vertrag Odoms; im Tausch gegen einen Spieler, dessen Vertrag im Folgejahr komplett ungarantiert ist. Jede dieser Möglichkeiten ist mit Risiken oder geringer Wahrscheinlichkeit belastet.

1. Ein Trade gegen Cap Space vor dem 29.06.2012

Eine Franchise müsste momentan noch so weit unter dem Cap sein, damit diese problemlos Lamar Odoms Kontrakt aufnehmen kann. Dies beschränkt sich auf lediglich zwei Teams, die mehr als 8,9 Mio. Dollar unter dem Salary Cap sind: Die Toronto Raptors und die Sacramento Kings stehen beide bei ungefähr 46,5 Mio. $, haben also noch 11,5 Mio. Spielraum. Theoretisch wäre ein Deal möglich, praktisch scheitert er – vor allem an Lamar Odom selbst. Keine Franchise wird für einen Spieler traden, der nicht für sie spielen will. Das ist jedoch genau das, was Lamar Odom beiden Lottery-Teams sagen wird. Bliebe also für Toronto und Sacramento nur die Möglichkeit, dass man Odom ebenfalls cuttet. Damit verbaut man sich 2,4 Mio wertvollen Cap Space. Eine Möglichkeit, dies auszugleichen, wäre die Maximalzahlung von 3 Mio. Dollar Cash von Mark Cuban an die aufnehmende Franchise. Theoretisch würde man 600k Gewinn mit dem Move machen. Es ist jedoch zu bedenken, dass 2,4 Mio. Dollar Cap wertvoller sein können als 3 Mio Dollar Cash, weil Lottery Franchises tendenziell mehr für einen Spieler zahlen müssen, um ihn zu bekommen. Diese 2,4 Mio. könnten fehlen. Realistisch ist ein Trade gegen Cap Space bis zum 29.6. also nicht.

2. Lamar Odom gegen eine Trade Exception

Eine Trade Exception (TE) wird generiert, wenn ein Team einen Spieler gegen Cap Space tauscht, so auch geschehen beim Trade von Lamar Odom zu Beginn der Saison. Eine Trade Exception hat aber einige wichtige Eigenschaften. Die wichtigste ist, dass sie nicht kombinierbar ist. Nicht mit Spielern oder anderen Trade Exceptions. Wenn ein Team also Odom über eine Trade Exception aufnehmen will, dann muss diese mindestens 8,9 Mio. Dollar betragen. In der Liga existieren momentan drei Trade Exceptions von dieser Größe. Die Lakers halten die TE vom Odom-Deal, dürfen Odom in dieser Saison aber nicht wieder erwerben. Es verbleiben die Denver Nuggets, die beim Nene-Deal eine 13 Mio-TE kreierten, und die Utah Jazz, die Mehmet Okur für Cap nach New Jersey schickten.

Denver hat den Nene-Move vorrangig gemacht, um Wilson Chandler einen langfristigen Vertrag anbieten zu können. In der Offseason steht die Verlängerung von JaVale McGee und evtl. Andre Miller und Rudy Fernandez an, im Jahr darauf muss Ty Lawson bezahlt werden. Der Trade von Nene nach Washington war vor allem finanziell motiviert, um flexibel zu sein. Dass man Odom nun aufnimmt, ist äußerst unwahrscheinlich.

Die Utah Jazz suchen vor allem nach potenten Flügeln, ihr sonstiger Frontcourt ist sehr gut besetzt. Das Team dürfte ebenfalls kein Interesse an Odom haben. Für beide Franchises gilt: Odom hat im Prinzip auch kein Interesse an ihnen.

3. Trade gegen einen Spieler mit komplett ungarantiertem Vertrag 2012/2013

Die Idee hinter so einem Trade wäre die Möglichkeit, den oder die aufgenommenen Spieler komplett vom Capspace zu entfernen. Im Gegensatz zu Odoms Vertrag müssen die Verträge komplett ungarantiert sein, sonst würde man sich mit dem Trade nicht verbessern. Es gibt in der NBA momentan einige Verträge, die ins Anforderungsprofil passen, Odoms Vertrag ist jedoch der größte. Möglich sind im Prinzip nur 2 Varianten: Man erwirbt in einem Trade mit den Chicago Bulls Kyle Korver und Ronnie Brewer. Korver hat zwar eine Garantiesumme von 500k, dies wäre aber immer noch eine 1,9 Mio-Verbesserung zur jetzigen Situation. Eine zweite Möglichkeit wäre ein Trade für JJ Redick und Von Wafer von den Orlando Magic.

Die Bulls könnten Odom eventuell gebrauchen, sollte man sich ernsthaft damit beschäftigen, Carlos Boozer per Amnesty zu entlassen, aber würde man den besten Shooter des Teams, das für Derrick Rose immer nach Spacing sucht, dafür abgeben? Und könnte man sich auf Lamar Odom verlassen? Der Tradewert Odoms dürfte im Keller sein. Wahrscheinlich würden die Bulls eher nicht traden.

Bei Orlando ist die Ausgangslage eine andere. Redick und Wafer sind auch beides Shooting Guards, aber diesem Team könnte Lamar Odom mit seiner Toughness und Vielseitigkeit vielleicht helfen. Orlando wäre zumindest eine Option, wenn man auf Redick verzichten kann und will. Wafer wäre nur im Trade, um diesen durch das CBA zu bekommen. Einigt man sich also auf einen Trade, könnte man den kompletten Salary von Redick und Wafer vom Cap nehmen, indem man sie entlässt. Ihre Verträge sind komplett ungarantiert. Man hätte das Ziel erreicht. Wie aber vorher aufgezeigt, ist dies die momentan einzige Möglichkeit der Mavericks, um Odoms Vertrag ohne Folgen loszuwerden. Planen die Magic jedoch mit JJ Redick, zerbricht auch diese. Und was tut man dann?

Möglichkeiten, wenn kein Trade gelingt

Wenn sich der 29.6. bedrohlich nähern sollte, ist guter Rat teuer. Natürlich ist die Verhandlungsposition der Mavericks nicht gut, weil die gesamte Liga weiß, dass sie Odom abstoßen wollen. Demnach muss man sich entscheiden, was man spätestens am 28.6. tut. Zunächst wäre es eine Möglichkeit, Odom einfach zu cutten, die 2,4 Mio. Capbelastung aufzunehmen, und das Kapitel endlich zu schließen.

Daneben gäbe es aber auch noch die Möglichkeit, den Vertrag garantiert werden zu lassen, den Markt zu sondieren und dann für Cap Space zu traden. Dieser ist in der Offseason dahingehend vorhanden, als dass hier die ganzen Verträge ausgelaufen sind und mehrere Teams unterm Cap sind. Hier würden sich dann eventuell mehr Optionen eröffnen, vor allem, wenn die eigentlich angestrebten Free Agents sich nicht für die Franchise entscheidet, sodass man Odom als Plan B (oder C) anstreben könnte.

Zuletzt wäre eine Möglichkeit aber auch, dass man seine Strategie anpasst. Das könnte passieren, wenn schon früh ersichtlich ist, dass Deron Williams nicht nach Dallas kommt. Dann benötigt man eventuell gar keinen Cap Space, sondern versucht, die alten Leistungsträger zu halten. Hierbei könnte man dann Odom in der Liga anbieten und will einen Rollenspieler zurück, der für die Mavericks Leistung bringen könnte.

Fazit

Letztlich müssen die Mavericks sich entscheiden, ob sie Odom cutten oder volles Risko gehen und seinen Vertrag garantiert werden lassen, um ihn dann zu traden. Vor dem 29.6. würde ein Trade, der Cap Space schafft, sehr überraschen, weil die Möglichkeiten arg begrenzt sind. Winkt Orlando ab, dürften die Chancen auf Null sinken, aber auch der Trade mit den Magic ist prozentual nicht viel höher anzusetzen.

Die Mavericks sollten im Hinblick auf ihre Jagd nach Deron Williams Odom cutten, weil Williams – sollte er kommen – nicht der einzige Free Agent sein wird, den die Mavericks signen wollen und müssen (dazu ausführlich der Artikel: Facebox – Dallas Mavericks). Die vielversprechendsten Kandidaten werden dann bereits gute Angebote anderer Franchises vorgelegt bekommen haben, während die Mavericks noch immer versuchen, Odom doch noch zu dealen. Ein Cut vor dem 29.6. würde klare Verhältnisse schaffen, auch wenn ein Restbetrag weiterhin den Cap Space blockieren würde.

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12 comments

  1. Alexander Aust

    Klasse Artikel!

    Hm, schwierige Situation für das Dallas-Office.
    Man muss ja auch sehen, dass wenn man ihn cuttet sich ein anderes West-Team zimelich preiswert seine Dienste sichern könnte. Wäre aus Mavssicht saudoof, denn starke PO-Konkurrenten hat man genug^^
    Trotzdem glaube ich nicht, dass Odom keinen Wert mehr besitzt. Denn obwohl seine Saison eine bodenlose Frechheit war, halte ich ihn immernoch für jemanden, der den Unterschied ausmachen kann. Ich denke, dass wissen auch Teams wie die Magic.

    Zusatzfrage: Warum haltet ihr einen Trade für Capspace gegen Cash für unrealistisch? Das Beispiel mit Toronto ist doch eigentlich ganz gut. Planen diese Free Agents für die nächste Saioson zu verpflichten? Die Planung müsste dort doch schon fortgeschritten sein. Toronto verstärkt sich doch duch Valanciunas und duch den Hohen Pick dieses Jahr. Und da das Gerüst mit Bargnani, DeRozan, (Calderon), Bayless seht, würde es mich wundern wenn man in Kanada den großen Coup planen würde. Außerdem laufen einige kleine Verträge aus, womit man weiterhin locker bei den 11 Mio unter dem Cap bleiben könnte. Da würde es sich doch anbieten die ein oder andere Million von Cuban abzustauben. (Das Ganze war nur ein Gedanke :D )

    Wie auch immer, ich hoffe einfach, dass man den Odom Vertrag irgendwie komplett los wird. Go MAVS!

  2. Dennis Spillmann

    |Author

    Hm, schwierige Situation für das Dallas-Office.
    Man muss ja auch sehen, dass wenn man ihn cuttet sich ein anderes West-Team zimelich preiswert seine Dienste sichern könnte. Wäre aus Mavssicht saudoof, denn starke PO-Konkurrenten hat man genug^^
    Trotzdem glaube ich nicht, dass Odom keinen Wert mehr besitzt. Denn obwohl seine Saison eine bodenlose Frechheit war, halte ich ihn immernoch für jemanden, der den Unterschied ausmachen kann. Ich denke, dass wissen auch Teams wie die Magic.

    Das ist sicherlich richtig. Allerdings muss man bei Odom, der nunmal eine Diva ist, vorerst überhaupt abklären, wo er denn spielen will. Als Free Agent ist die Sache für ihn da bedeutend einfacher. Er kann also forcieren, dass er nicht getradet wird,d amit er sich seinen Arbeitgeber selbst aussuchen darf. Es kann also gut sein, dass Odom (nicht nur deswegen) nicht nach Orlando will. Die Franchise steht kurz vor dem Kollaps und hat ein weiteres Jahr “Dwightmare” vor sich. Ich denke, dass Odom um den Titel mitspielen will. Das ist dort nicht möglich.

    Zusatzfrage: Warum haltet ihr einen Trade für Capspace gegen Cash für unrealistisch? Das Beispiel mit Toronto ist doch eigentlich ganz gut. Planen diese Free Agents für die nächste Saioson zu verpflichten? Die Planung müsste dort doch schon fortgeschritten sein. Toronto verstärkt sich doch duch Valanciunas und duch den Hohen Pick dieses Jahr. Und da das Gerüst mit Bargnani, DeRozan, (Calderon), Bayless seht, würde es mich wundern wenn man in Kanada den großen Coup planen würde. Außerdem laufen einige kleine Verträge aus, womit man weiterhin locker bei den 11 Mio unter dem Cap bleiben könnte. Da würde es sich doch anbieten die ein oder andere Million von Cuban abzustauben. (Das Ganze war nur ein Gedanke :D )

    Die Frage ist natürlich, was Toronto in dieser Offseason vorhat. Da kann es sein, dass man weiter klar unterm Cap bleiben will, wobei Bayless einen neuen Vertrag bekommt, Valanciunas für knapp 3 unterschreibt usw. Wenn du dir dann ansiehst, was für einen Monstervertrag Amir Johnson bekam und welchen Vertrag man Hedo Turkoglu hinterhergeschmissen hat, kann es sehr gut sein, dass man hier wieder einen Rollenspieler überbezahlen wird, da man sonst nicht an halbwegs gute Qualitätsspieler gelangt. Wenn man dazunimmt, dass man man 600k auch einfach einsparen kann, indem man keinen 15. Mann unter Vertrag nimmt, muss man abwägen, ob man den Mavericks helfen will – und vor allem warum? Wenn man vom ursprünglichen Cap einfach 600k stehen lässt (das hieße, Free Agents könnte man im ersten Jahr 1,8 Mio mehr anbieten, wenn man den Odom-Move nicht macht), könnte das zusätzliche Geld in den Teamerfolg (und damit evtl. Mehreinnahmen durch mehr Zuschauer, Merchandise usw.) investieren. Das ist aus meienr Sicht erfolgsversprechender.
    Klar könnte Toronto das machen. Ich persönlich glaub einfach nicht daran.

    Generell: Danke für deinen Input in den letzten Tagen und Wochen.

  3. Alexander Aust

    Das ist sicherlich richtig. Allerdings muss man bei Odom, der nunmal eine Diva ist, vorerst überhaupt abklären, wo er denn spielen will.

    Absolut krass wenn man sich das mal vor Augen hält. Da hat jemand einen gültigen Vertrag, der ausdrücklich besagt, dass man auch getradet werden darf und dieser trotzdem zu erfüllen ist, der nebenbei einen Wert von 9Mio/Jahr hat und dieser Spieler lässt einfach mal die Diva raushängen und schon tanzen die Vereine nach seiner Pfeife. Er hat sich sozusagen eine No-Trade-Klausel ergaunert. Wenn es Gerechtigkeit gäbe dürfte ihm eigentlich kein Profiteam mehr einen Vertag anbieten. Unglaublich sowas.

    Was du zu Toronto schreibst hört sich natürlich alles logisch an, aber wenn ich mir deren Gehaltsliste ansehe, gibts außer Bayless niemanden den man überbezahlen könnte. Der Litauer wird ja auch einen Rookie-Vertrag erhalten, ebenso wie eventuell Barnes. Die Gehälter die dazu kommen, werden also nicht den ganzen Capspace schlucken. Vor allem weil eigentlich jede Position doppelt besetzt ist, würde es mich persönlich wundern wenn die Raptors auf dem Free Agent Markt groß aktiv tätig werden.
    Ich bin aber eh nicht der große Salary-Cap Experte und vertraue eher deiner Meinung zu diesem Thema. Wollt einfach nur den Gedanken ins Spiel bringen nachdem ich mir den Raptors-Roster genauer angeschaut habe.
    Naja, wie schon oben gesagt, hoffe ich einfach, dass man diese “Diva” irgendwie abschieben kann.

    Generell: Danke für deinen Input in den letzten Tagen und Wochen.

    Mach ich gerne. Wollt euch hier eh mal loben. Soviel Fachwissen, Qualität und Sachlichkeit gibt es meiner Meinung nach nirgendwo anders in Deutschland.
    Finde es nur etwas schade, dass das Feedback nicht so groß ist, obwohl ihr immer sehr interessante Themen ansprecht. Ist wohl nicht für Jedermann wenn die Artikel nicht voll mit Träumereien und Spekulationen sind^^
    Weiter so Jungs!

  4. Dennis Spillmann

    |Author

    Absolut krass wenn man sich das mal vor Augen hält. Da hat jemand einen gültigen Vertrag, der ausdrücklich besagt, dass man auch getradet werden darf und dieser trotzdem zu erfüllen ist, der nebenbei einen Wert von 9Mio/Jahr hat und dieser Spieler lässt einfach mal die Diva raushängen und schon tanzen die Vereine nach seiner Pfeife. Er hat sich sozusagen eine No-Trade-Klausel ergaunert. Wenn es Gerechtigkeit gäbe dürfte ihm eigentlich kein Profiteam mehr einen Vertag anbieten. Unglaublich sowas.

    Sobald ein Spieler einen gewissen Wert hat, besitzt er in gewisser Hinsicht immer eine No-Trade-Klausel. Der Deron Williams-Trade war bspw. eine riesige Ausnahme. Wenn man Qualitätsspieler erwerben will, sollte man sich sicher sein, ob diese überhaupt bei einem spielen wollen. Da Odom auch noch im letzten Vertragsjahr ist, könnte es sein, dass er ab dem 30.6. dann Buyout-Verhandlungen führen will. ;)

    Was du zu Toronto schreibst hört sich natürlich alles logisch an, aber wenn ich mir deren Gehaltsliste ansehe, gibts außer Bayless niemanden den man überbezahlen könnte. Der Litauer wird ja auch einen Rookie-Vertrag erhalten, ebenso wie eventuell Barnes. Die Gehälter die dazu kommen, werden also nicht den ganzen Capspace schlucken. Vor allem weil eigentlich jede Position doppelt besetzt ist, würde es mich persönlich wundern wenn die Raptors auf dem Free Agent Markt groß aktiv tätig werden.
    Ich bin aber eh nicht der große Salary-Cap Experte und vertraue eher deiner Meinung zu diesem Thema. Wollt einfach nur den Gedanken ins Spiel bringen nachdem ich mir den Raptors-Roster genauer angeschaut habe.

    Ich würde meine Meinung in diesem Fall nie als Gesetz darstellen. Die Möglichkeit existiert, ich persönlich schätze sie als nicht groß ein. Garantieren kann ich für meine Aussagen ja auch nicht. Überhaupt müsste Cuban ja erst einmal bereit sein, das Geld mitzuschicken. Es hängt also an vielen Faktoren. Wenn Toronto gar nicht auf dem Free Agent-Markt aktiv werden will, wäre das natürlich eine Möglichkeit. Aber da sie erst ab Anfang Juli mit den Free Agents verhandeln können, würde ich als GM lieber den Cap Space haben, anstatt direkt mit -2,4 Mio. im ersten Gehaltsjahr für die FAs in die Verhandlungen zu gehen. Was die Raptors nun exakt vorhaben, ist natürlich schwer zu erahnen. Für mich gibt es in Toronto keine einzigen Baustein. Deswegen würde ich den Cap auch ausschöpfen, wenn ich überdurchschnittliche Spieler erwerben könnte.

  5. Fabian Thewes

    Ich würde meine Meinung in diesem Fall nie als Gesetz darstellen. Die Möglichkeit existiert, ich persönlich schätze sie als nicht groß ein. Garantieren kann ich für meine Aussagen ja auch nicht. Überhaupt müsste Cuban ja erst einmal bereit sein, das Geld mitzuschicken. Es hängt also an vielen Faktoren. Wenn Toronto gar nicht auf dem Free Agent-Markt aktiv werden will, wäre das natürlich eine Möglichkeit. Aber da sie erst ab Anfang Juli mit den Free Agents verhandeln können, würde ich als GM lieber den Cap Space haben, anstatt direkt mit -2,4 Mio. im ersten Gehaltsjahr für die FAs in die Verhandlungen zu gehen. Was die Raptors nun exakt vorhaben, ist natürlich schwer zu erahnen. Für mich gibt es in Toronto keine einzigen Baustein. Deswegen würde ich den Cap auch ausschöpfen, wenn ich überdurchschnittliche Spieler erwerben könnte.

    Welche überdurchschnittlichen Free Agents sind denn im Sommer verfügbar, die einen Qualitätssprung garantieren, der die finanzielle Investition bzw. das Ausschöpfen des Capspaces rechtfertigen würde? Ich sehe die Raptors auch im nächsten Jahr im Rebuild. Das aus meiner Sicht am wenigsten sinnvollste Modell sieht in der NBA doch so aus, dass man eben für überdurchschnittliche Spieler (ungleich Spitzentalent) den gesamten Capspace raushaut.

    Wir können doch, denke ich, davon ausgehen, dass der beste Free Agent des Sommers, Deron Williams, nicht bei der Franchise aus der kanadischen Stadt spielen möchte. Doch wer bleibt sonst noch übrig? Die sonstigen Spieler sind entweder keine “game-changer” oder aber sie sind RFA und mithin für die Raptors eh außer Reichweite. Welche Möglichkeiten haben denn deiner Ansicht nach die Raptors im Sommer die Franchise in der Weise umzukrempeln, dass man wieder Licht am Ende des Tunnels sieht? Ich sehe hier via Free Agency keine mittelfristige realistische Alternative. Der diesjährige Capspace hilft der Franchise eben nur eingeschränkt weiter.

    Deswegen würde ich die Raptors raten genau den gegenteiligen Weg zu wählen. Finanzielle Flexibilität für die Jahre nach 2012 zu sichern, Picks bzw. Talent zu sammeln und im nächsten Jahr weiter das bisherige Team bzw. die jüngeren Spieler, die zum Team zustoßen werden (Draft) zu evaluieren.

    Die Folge: ein Aufnehmen von Odoms Vertrag würde ich befürworten, wenn zeitgleich die besagten 3 Mio nach Toronto geschickt werden und die Mavericks den Wechsel noch mit einem 1st rounder sowie einen zukünftigen 2nd rounder versüßen würden. Die -2.4 tun den Raptors im Sommer nicht wirklich weh (Grund siehe oben), sie machen einen kleinen Gewinn und bekommen mehr Talent in den Kader. Der Pick garantiert selbstverständlich kein Spitzentalent, aber das bekommt man über die Free Agency auch nicht. Vielleicht würden die Mavericks auch Roddy mitschicken, wenn die Raptors aus ihrer genialen Verhandlungsposition versuchen, zusätzlich Kapital rauszuschlagen.

    Das wichtigste für die Raptors ist meiner Ansicht nach jetzt Geduld aufzubringen und die Augen auf die Zukunft zu richten. Durch Überbezahlen von überdurchschnittlichen Talent würden sie sich ansonsten nur ihre eigenes Grab schaufeln.

  6. Dennis Spillmann

    |Author

    Welche überdurchschnittlichen Free Agents sind denn im Sommer verfügbar, die einen Qualitätssprung garantieren, der die finanzielle Investition bzw. das Ausschöpfen des Capspaces rechtfertigen würde? Ich sehe die Raptors auch im nächsten Jahr im Rebuild. Das aus meiner Sicht am wenigsten sinnvollste Modell sieht in der NBA doch so aus, dass man eben für überdurchschnittliche Spieler (ungleich Spitzentalent) den gesamten Capspace raushaut.

    Da stimme ich dir ja auch überall zu, aber wir reden hier auch nicht von einem Big Market, sondern von den Raptors, für die kaum jemand gerne aufläuft. Wenn man sich die letzten Transaktionen anschaut, hat Toronto immer irgendwelche Spieler (über)bezahlt, die dem Team nicht geholfen haben. Amir Johnson und Hedo Turkoglu sind nur die Spitze des Eisbergs, auch die Verpflichtungen von Linas Kleiza oder Gary Forbes sind unter diesem Gesichtspunkt unsinnig. Rechnen wir mal eben drüber: 42 Mio garantierte Verträge, 5 Mio durch Valanciunas und Rookie, Bayless-Extension für … 15/3? Wenn es gut läuft. Sind 52 Mio. Welchen Spielraum willst du nun noch für Verstärkungen? 6? Oder 3,6? Und genau deshalb würde ich Odom nicht aufnehmen. Mit 6 Mio als Startgehalt kannst du einen weiteren durchschnittlichen Spieler verpflichten, bei 3,6 könnte jedes Team die MLE nutzen.

    Deswegen würde ich die Raptors raten genau den gegenteiligen Weg zu wählen. Finanzielle Flexibilität für die Jahre nach 2012 zu sichern, Picks bzw. Talent zu sammeln und im nächsten Jahr weiter das bisherige Team bzw. die jüngeren Spieler, die zum Team zustoßen werden (Draft) zu evaluieren.

    Die Folge: ein Aufnehmen von Odoms Vertrag würde ich befürworten, wenn zeitgleich die besagten 3 Mio nach Toronto geschickt werden und die Mavericks den Wechsel noch mit einem 1st rounder sowie einen zukünftigen 2nd rounder versüßen würden. Die -2.4 tun den Raptors im Sommer nicht wirklich weh (Grund siehe oben), sie machen einen kleinen Gewinn und bekommen mehr Talent in den Kader. Der Pick garantiert selbstverständlich kein Spitzentalent, aber das bekommt man über die Free Agency auch nicht. Vielleicht würden die Mavericks auch Roddy mitschicken, wenn die Raptors aus ihrer genialen Verhandlungsposition versuchen, zusätzlich Kapital rauszuschlagen.

    Wie gesagt: ICH würde es nicht machen, aber die Argumente für den Trade finde ich ebenfalls okay.

    Das wichtigste für die Raptors ist meiner Ansicht nach jetzt Geduld aufzubringen und die Augen auf die Zukunft zu richten. Durch Überbezahlen von überdurchschnittlichen Talent würden sie sich ansonsten nur ihre eigenes Grab schaufeln.

    Sie schaufeln ja beständig. Vor allem muss man ja auch sehen, dass die Zeiten des Cap Spaces wohl spätestens im Jahr danach vorbei sind. Da geht zwar Calderon, aber DeRozan will seinen ersten dicken Vertrag. Wahrscheinlich will man auch James Johnson halten. Deswegen würde ich Cap Space eigentlich immer nutzen wollen, wenn die Franchise meint, dass der Spieler dem Team hilft.

  7. Dennis Spillmann

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    Der angedachte Odom <-> Redick & Wafer-Deal ist tot, weil die Magic selbst von dem ungarantierten Vertragsjahr Wafers Gebrauch gemacht haben. Nur Redick gegen Odom geht nicht durch das CBA. Bis auf die Toronto-Spielerei sehe ich nun keine Möglichkeit mehr, dass die Mavericks Odom komplett vom Cap bekommen.

  8. Anonymous

    Was ich zum Thema Odom gelesen habe:
    Es gäbe noch die Möglichkeit, die Frist, nach der sein Vertrag garantiert wird in den Juli hinein zu verlängern. Mir ist nur nicht ganz klar, wie die Bedingungen dafür sind und warum Odom das mit sich machen lassen würde. Für die Mavs wäre das natürlich super… Wie denkt ihr darüber?

  9. frankygigi

    Hallo zusammen,

    erstmal ein großes Kompliment an die Redaktion. Lese hier schon einige Zeit mit und die Artikel zeugen von großer Qualität, auch wenn nur selten mal was kommt.

    Um die Seite zu unterstützen habe ich mich nun auch mal angemeldet und freue mich auf sinnvolle Diskussionen.

    Die Situation der Mavs ist, wie Dennis Spillmann schon ausführlich erklärte, sehr knifflig. Denke von künftigen Contender bis hin zum Lottery Team ist nach Ende der Off-Season alles möglich. Der Fall Odom ist ja eigentlich nur noch unglaublich. Verpflichtet als amtierender Sixth Man of the Year, ist man nun damit beschäftigt jeden Cent seines Vertrages vom Cap zu kriegen. Sehe da ehrlich gesagt schwarz, wenn ich bedenke wie lustlos er sich bei den Mavs präsentiert hat. Da werden die Raptors oder sonst wer 1 und 1 zusammenzählen und erahnen, dass er nicht viel bessere Leistungen als in Dallas erbringen wird.

    Ich schätze am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass man die 2,4 Mio im Cap Space in Kauf nimmt und sich dafür voll auf D-Will konzentriert. Da kommt man auch schon zum nächsten Problem. Was machen die Mavericks, wenn Williams nicht kommt? Die Stimmen mehren sich, dass er die Nets und auch die Lakers bevorzugt. Auch wenn ich Cuban und Nelson vertraue, habe ich Angst, dass man irgendwelche Free Agents mit dem freien Cap überbezahlt. Ich würde es begrüßen in Zukunft mehr auf junge Spieler zu setzen. Beaubois und Wright sollten die Einsatzzeit eines Carters und Haywoods bekommen, die den Mavs einfach nicht weiterhelfen. Alles in allem kann man momentan nur sehr viel spekulieren. Was wirklich passieren wird, weiß wohl niemand.

    Liebe Grüße,
    frankygigi

  10. Dennis Spillmann

    |Author

    Was ich zum Thema Odom gelesen habe:
    Es gäbe noch die Möglichkeit, die Frist, nach der sein Vertrag garantiert wird in den Juli hinein zu verlängern. Mir ist nur nicht ganz klar, wie die Bedingungen dafür sind und warum Odom das mit sich machen lassen würde. Für die Mavs wäre das natürlich super… Wie denkt ihr darüber?

    Im Normalfall müssen Franchise und Spieler eine Vertragsänderung aushandeln und dies einvernehmlich beschließen. Wie du schon richtig sagtest, ist es aus Sicht Odoms absolut sinnlos, darauf einzugehen. Odoms Ziel ist im Prinzip nur eines: Free Agent werden. Als Free Agent ist er völlig unabhängig von Entscheidungen oder Trades irgendeines GMs. Er sucht sich seinen neuen Arbeitgeber selbst aus. Deshalb wäre eine Verlängerung der Frist für Odom äußerst hinderlich, weil es seine zukünftige Verhandlungsposition in der Hinsicht einschränkt, dass er evtl. erst entlassen wird, wenn die Free Agency Phase schon wieder begonnen hat und ihm somit evtl. Optionen fehlen, bei denen er für mehr als das Minmum anheuern kann.

    Um die Seite zu unterstützen habe ich mich nun auch mal angemeldet und freue mich auf sinnvolle Diskussionen.

    :tup: Da bist du hier genau richtig. Wir freuen uns auf deine Beiträge.

    Was machen die Mavericks, wenn Williams nicht kommt? Die Stimmen mehren sich, dass er die Nets und auch die Lakers bevorzugt. Auch wenn ich Cuban und Nelson vertraue, habe ich Angst, dass man irgendwelche Free Agents mit dem freien Cap überbezahlt. Ich würde es begrüßen in Zukunft mehr auf junge Spieler zu setzen. Beaubois und Wright sollten die Einsatzzeit eines Carters und Haywoods bekommen, die den Mavs einfach nicht weiterhelfen.

    Die Mavericks versuchen gerade den schwerstmöglichen Schritt zu gehen, den man in der NBA gehen kann: Contender bleiben/werden, aber mit Cap Space und kurzfristigen Verträgen arbeiten. Wenn man sich die vergangenen Champions anschaut, gibt es kaum eine Ausnahme, wo die Franchise nicht in der Luxury-Tax war. Generell gilt hier doch die Aussage: Geld bringt Siege – und Titel. Was Dallas hier versucht, ist ein Spagat zwischen “wir haben nur noch ganz wenige Jahre von Dirk und müssen eigentlich Contender sein” und “wir wollen keine Spieler überbezahlen, weil Dirks Zeit bald vorüber ist”. Eigentlich kann das gar nicht gut gehen. Dieser Zustand ändert sich erst, wenn man einen neuenzukünftigen Franchise Player bekommt. Dann werden auch Rollenspieler wieder längerfristig an die Franchise gebunden.
    Wenn Williams nicht kommt, wird das ein ganz, ganz hartes Jahr. Man wird versuchen, Kidd, Terry und die anderen Veteranen zu halten – aber bitte nur für ein Jahr. Bei Terry kann ich mir nicht vorstellen, dass er das mitmacht.

    Gleichzeitig ist es im “Win now” aber auch nicht erstrebenswert, Talente zu testen. Man wird Carter und Haywood (zurecht) mit mehr Minuten sehen, weil beide gestandene NBA-Spieler sind. Für Dallas wird es ohne D-Will darum gehen, die Playoffs zu erreichen. Da testet man nicht mit Beaubois und Wright zwei Talente. Das würde nur ein Lottery-Team machen.

    In Dallas steht man vor einem Umbruch, der aber am liebsten gar keiner sein soll: Man will neue Gesichter, aber auch sofortigen Erfolg. Wie das mit Cap Space (und dadurch de facto weniger Gehalt für den Kader) direkt im ersten Jahr funktionieren soll, weiß ich nicht. Selbst beim Zusammenschluss von drei Top 15-Spielern der Liga hat dies nicht auf Anhieb geklappt. Letztllich muss man wahrscheinlich Cuban vorwerfen, dass er ein Championship-Team nicht zusammengehalten hat, nur weil er auf einen Superstar spekuliert hat.

    Alles in allem kann man momentan nur sehr viel spekulieren. Was wirklich passieren wird, weiß wohl niemand.

    Absolut richtig. Ich selbst beanspruche hier auch in keiner Weise, dass meine Aussage Recht und Gesetz sind. Es ist lediglich meine Interpretation der Lage, wo ich abwäge, was wahrscheinlich ist und was eher unwahrscheinlich.

  11. frankygigi

    Gleichzeitig ist es im “Win now” aber auch nicht erstrebenswert, Talente zu testen. Man wird Carter und Haywood (zurecht) mit mehr Minuten sehen, weil beide gestandene NBA-Spieler sind. Für Dallas wird es ohne D-Will darum gehen, die Playoffs zu erreichen. Da testet man nicht mit Beaubois und Wright zwei Talente. Das würde nur ein Lottery-Team machen.

    In Dallas steht man vor einem Umbruch, der aber am liebsten gar keiner sein soll: Man will neue Gesichter, aber auch sofortigen Erfolg. Wie das mit Cap Space (und dadurch de facto weniger Gehalt für den Kader) direkt im ersten Jahr funktionieren soll, weiß ich nicht.

    Denke auch, dass das der Plan sein wird. Es ging ja schon vor Wochen das Gerücht rum, dass man beispielsweise Camby und Ray Allen mit Jahresverträgen ausstatten will, wenn man keinen Superstar im Sommer bekommt. Demnach würde man das Cap also für 2013 (Paul, D12, J-Smoove) “aufsparen”. Meiner bescheidenen Meinung nach ist es aber nicht unbedingt richtig den Weg zu gehen, nur um die Playoffs zu erreichen. Mehr als Runde 1 wäre da wohl nicht drin. Klar muss man versuchen ein Meisterteam um Dirk aufzubauen, aber seien wir mal ehrlich: Vince Carter’s Kampfgeist in Ehren – seine Zeit ist vorbei. Haywood ist wahrscheinlich der schlechteste Starting Center der ganzen Liga. Ein Popovich entwickelt einen Kawhi Leonard innerhalb eines Jahres zu einem Starter. Warum schafft Rick Carlisle das nicht mit einem Beaubois? Vielleicht bin ich da nicht ganz Objektiv, aber sein Talent ist unbestritten. Das Vertrauen des Trainers jedoch sehr schwankend. Ich will lieber einen Wright oder Roddy sehen, die sich richtig reinhängen und entwickeln als zusehen wie man mit Haywood und Carter krampfhaft versucht die Playoffs zu erreichen.

    Absolut richtig. Ich selbst beanspruche hier auch in keiner Weise, dass meine Aussage Recht und Gesetz sind. Es ist lediglich meine Interpretation der Lage, wo ich abwäge, was wahrscheinlich ist und was eher unwahrscheinlich.

    Das wollte ich damit auch nicht sagen. Ich bin froh über eine so gut informierte, deutschprachige Seite. Der Artikel war für mich sehr, sehr informativ. Vor allem was die Cap-Situation angeht. Da gibt keine andere Seite, welche diesbezüglich informativer ist. Dafür großes Kompliment! :tup:

    Abschließend noch eine Frage, da ich mich mit College-Basketball nicht wirklich auskenne. Wen würdest Du für die Mavs an 17 picken?

  12. Dennis Spillmann

    |Author

    Meiner bescheidenen Meinung nach ist es aber nicht unbedingt richtig den Weg zu gehen, nur um die Playoffs zu erreichen. Mehr als Runde 1 wäre da wohl nicht drin. Klar muss man versuchen ein Meisterteam um Dirk aufzubauen, aber seien wir mal ehrlich: Vince Carter’s Kampfgeist in Ehren – seine Zeit ist vorbei. Haywood ist wahrscheinlich der schlechteste Starting Center der ganzen Liga. Ein Popovich entwickelt einen Kawhi Leonard innerhalb eines Jahres zu einem Starter. Warum schafft Rick Carlisle das nicht mit einem Beaubois? Vielleicht bin ich da nicht ganz Objektiv, aber sein Talent ist unbestritten. Das Vertrauen des Trainers jedoch sehr schwankend. Ich will lieber einen Wright oder Roddy sehen, die sich richtig reinhängen und entwickeln als zusehen wie man mit Haywood und Carter krampfhaft versucht die Playoffs zu erreichen.

    Die Frage ist doch einfach: Macht Dirk das mit? Du forderst im Prinzip ja einen Rebuild. Das bedeutet die Lottery für Dallas. Will Dirk sich das in den letzten Jahren auf hohem Niveau noch mal antun? Er klang schon verstimmt, als mit Chandler, Butler, Stevenson und Barea Säulen des letzten Jahres gingen. Nun soll man Beaubois und Wright testen?

    Beaubois und Leonard unterscheiden sich fundamental voneinander. Leonard ist von seinen Anlagen her schon immer nur ein Rollenspieler gewesen. Er verteidigte am College schon sehr gut. Hätte Leonard aber über den Sommer keinen Dreier entwickelt, könnte Pop so gut coachen, wie er wollte, Leonard wäre nicht annähernd so effektiv. Leonards Spiel benötigt keine Würfe, er arbeitet für das Team und kann diesem auch helfen, wenn er gar keinen Wurf nimmt, sondern nur das Feld breiter macht und den gegnerischen Flügel aus dem Spiel nimmt. Er ist momentan einer der besten “3 & D”-Spieler der Liga.
    Beaubois ist das exakte Gegenteil. Er kann aufgrund seiner geringen Körpergröße nicht verteidigen, er kann jedoch auch nicht das Spiel machen, weil er kaum Ballhandling besitzt. Das macht ihn von den Anlagen her zu einem Jason Terry, den man dauernd defensiv verstecken muss. Offensiv schließt er ineffizient ab, weil er – wie Terry eben auch – kein Gefühl für die richtige Entscheidung hat. Das funktioniert an manchen Abenden, weil der Wurf fällt. An anderen schießt er sein Team aus dem Spiel. Beaubois kann sich also nur durch seinen Abschluss definieren, er muss also eine offensive Option darstellen, sonst ist er komplett wertlos. Will man so einem Spieler in einem Playoffteam 15 Würfe am Abend geben? Da nehme ich lieber das etwas lethargische Veteran-Game von Carter, der eben nicht überdreht, keine Rookiefehler mehr begeht und in einem System besser funktioniert.

    Abschließend noch eine Frage, da ich mich mit College-Basketball nicht wirklich auskenne. Wen würdest Du für die Mavs an 17 picken?

    Dallas wird auf jeden Fall den best player available picken. Wer das zum Zeitpunkt der Draft sein wird, ist sehr schwer vorherzusagen. Wir werden in der nächsten Woche wieder ein Draft Powerranking erstellen, daran wird man sich orientieren können. Dallas hat auf jeder Position ein Need, auf PF ist es zwar nur die Rolle des Backups für Nowitzki, aber auch das könnten bis zu 18 Minuten in der RS drin sein. Deshalb ist eine Vorhersage auch so schwer, weil man nicht weiß, wer an 17 noch zu haben ist und weil Dallas kein bestimmtes Spielerprofil haben wird, was man benötigt. Der Kader hängt zum Zeitpunkt der Draft noch völlig in der Schwebe. Somit ist es logisch, den besten verfügbaren Spieler zu wählen.


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