Draft, Tournament 2012

NCAA-Tourney-Preview: West

Dritte Preview, dritte NBA-Stadt. In Phoenix geht es für die Teams der West Region um den Einzug ins Final Four. Wie aus den bereits vorgestellten Regionen bekannt, werden wir euch die wichtigsten Teams, Spieler und Partien ausführlich vorstellen. Hier erstmal das Bracket mit den angesetzten Partien der zweiten Runde:

Bracket

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Strength & Seeding

Die West-Region ist solide besetzt, aber auch nicht mehr. Als #1 Seed haben wir hier die Michigan State Spartans, wobei schon an dieser Stelle erste Zweifel kommen können. Denn an Nummer zwei sind die Tigers aus Missouri gesetzt, welche als einziges Team mit 30 Siegen keine Region anführen. Sowohl Michigan State als auch Missouri haben ihr Conference Tournament gewonnen und trotz der schlechteren Bilanz entschied sich das Komitee für die Spartans. 

#3-Seed Marquette kommt nach einem enttäuschenden Big East-Turnier mit wenig Momentum, dafür aber mit ordentlich Wut im Bauch nach Louisville, um gegen BYU anzutreten.

Im Matchup zwischen der Nummer 4 und 13 treten Louisville und Davidson gegen einander an. Nach einer durchwachsenden Saison konnte Rick Pitinos Team sensationell das Big East-Turnier für sich entscheiden und geht jetzt mit einem guten Gefühl in den Big Dance. Davidson hingegen ist das erste Mal wieder im März dabei, seitdem ein gewisser Stephen Curry das Trikot der Wildcats getragen hat.

#5 New Mexico hat mit #12 Long Beach State wohl einen der unangenehmsten Underdogs erwischt. Von ihrem Star Casper Ware angeführt, könnte sich hier ein Upset anbahnen. Doch New Mexico muss sich auf keinen Fall verstecken. Lange Zeit galten sie als die Nummer drei in der eigenen Liga hinter San Diego State und UNLV, doch nach dem Gewinn der Mountain West Conference ist mit dem Team von Steve Alford zu rechnen.

Florida wurde etwas überraschend nur an #7 gesetzt, wobei diese Platzierung durchaus zu rechtfertigen ist. Die Gators agierten sehr unkonstant und mit #10 Virginia bekommen sie es mit einem sehr unangenehmen Gegner zu tun. Es wird spannend sein zu sehen, ob sie mit der starken Defense der Cavaliers zu recht kommen.

Die Memphis Tigers gehen an Nummer acht ins Rennen. Diese Spielzeit war solide, mehr aber auch nicht, was jedoch nicht heißen soll, dass wir ihnen hier keine Chance ausrechnen. Sie sind wohl eines der talentiertesten #8-Seeds im Bracket und können definitiv für eine Überraschung sorgen. 

Top Two

Michigan State Spartans

Tom Izzo und seine Jungs haben sich vom Außenseiter zum Favorit gemausert und stehen nach einer erfolgreichen Saison an der Spitze der West Region. Mit einer Bilanz von 13-5 Siegen gewann man zusammen mit den Ohio State Buckeyes und den Michigan Wolverines den Big Ten-Titel. Nachdem die Spartans mit zwei Niederlagen gegen UNC und Duke in die Saison gestartet waren, gab es 15 Siege in Folge, unter anderem gegen Teams wie Florida State, Gonzaga und Indiana. Wirklich unnötige Niederlagen im darauf folgenden Conference Play gab es nur gegen Northwestern und Illinois, obwohl beide Teams auch für das NCAA Tournament in Erwägung gezogen wurden und insbesondere Northwestern extrem knapp gescheitert ist. 

Hauptverantwortlicher für den Erfolg war selbstverständlich Big Ten Player of the Year Draymond Green. 16.1 Punkte, 10.4 Rebounds und 3.6 Assists bei einer Dreierquote von fast 40 Prozent sind beeindruckend und zeigen, wie wichtig der Big Man in allen Belangen für sein Team war. Jedoch zeigte der Senior nicht nur auf dem Feld seine Bedeutung, sondern nahm die Rolle als Leader an und übernahm – wenn nötig – auch das Kommando als Vocal Leader. 

Allgemein agiert das Team sehr effizient und befindet sich sowohl bei den Rebounds, als auch den Assists und der Feldwurfquote unter den besten 30 Mannschaften der Nation. Mal wieder ein Beweis dafür, dass Tom Izzo einen außergewöhnlichen Job macht und selbst Teams, die vermeintlich nicht so talentiert sind, zu größeren Leistung coachen kann. Der Kader ist relativ tief besetzt, wodurch acht Spieler mehr als 15 Minuten pro Spiel auf dem Parkett stehen. Dabei sind vor allem die beiden Big Men Adreian Payne und Derrick Nix von Bedeutung, denn sie geben den Spartans mit ihrer Größe von 2.10 Meter eine wichtige Option in der Zone. Nix, der lange als sehr roh galt, hat sein Spiel deutlich verbessert und kann in Phasen des Spiels sogar den Unterschied machen. Im Spiel gegen Ohio State konnte ihn Jared Sullinger phasenweise nicht aufhalten und kassierte ein Foul nach dem anderen aufgrund der guten Moves am Brett. 

Neben den Big Men bewies sich Keith Appling als Starting Point Guard und legt 11.3 Punkte und 3.9 Assists pro Spiel auf. Für den Sophomore bedeutet diese Steigerung eine extreme Verbesserung, allerdings ging seine Distanzwurfqupte um ungefähr 17 (!) Prozent runter, was es für den Gegner deutlich leichter macht, ihn zu verteidigen. Des Weiteren sollten noch drittbester Scorer Brandon Wood (8.6 PPG) und Distanzschütze Austin Thornton (46.8 3P%) genannt werden, denn sie ziehen mit ihrem Perimeter-Spiel die Defense auseinander und sorgen somit dafür, dass zum Beispiel Green genug Platz in der Zone hat, um zu dominieren. 

Es bleibt aber abzuwarten, wie weit die Spartans kommen, denn mit Freshman Branden Dawson (8.4 PPG) verletzte sich ein wichtiger Rotationsspieler, welcher schon in seinem ersten Jahr eine große Rolle eingenommen hat. Ohne ihn wird es sehr schwer, einen Run bis ins Final Four zu starten. 

Missouri Tigers

Fünf Guards und ein Big Man. Die Rotation der Missouri Tigers sieht nicht gerade furchteinflößend aus, wenn sie einem so gegenüber steht. Doch der Schein trügt! Eben diese fünf Starter plus Sixth Man Michael Dixon haben die Mannschaft des neuen Head Coach Frank Haith zu einer Bilanz von 30-4 geführt und galten sogar als potentieller #1-Seed. Auch wenn die Spartans eine tolle Spielzeit hatten, waren die Argumente für die Mannschaft um Star-Guard Marcus Demnon doch irgendwie überzeugender. Ein Jahr vor dem Transfer der Tigers in die SEC konnte noch ein letztes Mal der Sieg im Big 12-Tournament errungen werden. Nun gilt es, das Momentum mit in die March Madness zu nehmen und sich auch dort ganz lange, wenn möglich, sogar bis zum Ende zu halten.

Der wichtigste Spieler in diesem Guard Ensemble ist eindeutig Marcus Denmon. Seine 17.6 Punkte, 5.1 Rebounds, 2.1 Assists und 1.6 Steals sind überragend. Wenn man dann aber noch seine Quoten von 46.1 (FG%), 89,8 (FT%) und 40.9 (3P%) betrachtet, sollte wohl klar sein, dass dieser Spiele zur absoluten Elite gehört! Allgemein fällt auf, dass die Guard-Riege hochprozentig aus der Distanz trifft. Auch der meist als zweiter “Big Man” agierende Kim English trifft 47.3 Prozent. Die Brüder Phil und Matt Pressey, sowie Michael Dixon netzten um die 35 Prozent ihrer Schüsse von beyond the arc ein. Sie alle (bis auf Matt Pressey) scoren 10 Punkte oder mehr, wobei Matt Pressey als Point Guard 6.3 Assists auflegt. Seine Geschwindigkeit im Spielaufbau erlaubt es den Tigers fast gegen jedes Team zu rennen und die sechstmeisten Punkte (80.3 PPG) zu erzielen. 

Big Man Ricardo Ratliffe nimmt in dieser Mannschaft eine besondere Rolle ein. Nur Steve Moore kommt noch als großer Akteur für eine Viertelstunde von der Bank. Das heißt für den Starting Center, dass er eine enorm große Rolle für dieses Team spielt. Diese Verantwortung rechtfertigt er aber auch durch seine starken und vor allem konstanten Leistungen. 13.9 Punkte und 7.5 Rebounds sind mehr als solide. Seine herausstechende Feldwurfquote von 69.3 Prozent ist fast genauso hoch, wie die Quote von der Freiwurflinie (69.8 %).

Diese Tigers können wirklich für eine Überraschung sorgen, insofern es überhaupt noch eine ist. Dass das Komitee sich wirklich gegen Missouri als #1-Seed entschieden hat, zeigt in gewisser Art und Weise, dass man ihnen nicht wirklich etwas zutraut. Doch das Potential ist da und die Jungs von Frank Haith sind tough! Diese Eigenschaft sollte niemals unterschätzt werden. Also wundert euch nicht, wenn am Ende die Tigers als Gewinner dieser Region feststehen. 

NBA-Prospects

Bradley Beal – Florida Gators

Der Freshman der Florida Gators bringt schon in seinem ersten Jahr das volle Paket und gilt als heißer Kandidat für ein One-and-done. Nach Junior Kenny Boynton ist der 18-Jährige zweitbester Scorer im Team (14.6 PPG). Was jedoch wirklich bemerkenswert ist, sind seine Fähigkeiten beim Rebound, denn dort führt er sein Team mit 6.5 pro Spiel an. Beal bringt eine ausgereifte Athletik und ein gutes Spielverständnis mit. Zumeist agiert er als Off-Guard, was seinen hervorragenden Distanzwurf zur Geltung bringt. Auch wenn 32.9 Prozent nicht überragend sind, ist Beal ein wirklich guter Schütze und sollte das auch auf NBA-Niveau konstant zeigen können. Die Vergleiche mit Ray Allen waren zwar etwas übertrieben, Talent ist jedoch auf jeden Fall vorhanden.

Der junge Guard ist sehr vielseitig, denn neben einem trotz alledem soliden Ballhandling, kann er sowohl offensiv, als auch defensiv beide Flügelpositionen konsequent verteidigen. Sein Blockverhalten ist für einen Guard recht gut und die Freiwurfquote ist zumindest akzeptabel (77.5%).

Beal kann sicherlich ein solider NBA-Spieler sein, in der richtigen Situation eventuell sogar ein Starter. Alles weitere hängt vor allem von der Entwicklung seines Wurfes ab. Wenn er beweist, dass dieser wirklich so sicher ist, wird er eine erfolgreiche Profi-Karriere haben, aber auch ohne eine großartige Steigerung werden die NBA-Teams mehr als interessiert sein, denn ein solches Paket findet sich doch recht selten.

Scott Machado – Iona Gaels

Mit Scott Machado wird die NBA mal wieder einen typischen Point Guard bekommen, der seine Rolle auf dem Spielfeld im Aufbau und in der Spielgestaltung sieht. Der 21-Jährige hat einen enorm großen Teil dazu beigetragen, dass die Iona Gaels nun im NCAA Tournament stehen. Seine 9.9 Assists pro Spiel führen die gesamte NCAA an!  Durch die Fähigkeit das Spiel zu übernehmen und seine Mitspieler am richtigen Platz zu finden, haben die Gaels am meisten Punkte (83.3) und Assists (19.3) erzielt. Auch bei der Feldwurfquote stehen sie sehr weit oben (Platz 2), was ein Resultat aus dem Spiel von Machado ist, denn seine Teamkameraden bekommen durch ihn relativ oft sehr freie Würfe. 

Nichtsdestotrotz erzielt Machado auch noch 13.6 Punkte pro Spiel. 5 Rebounds im Schnitt komplettieren das Gesamtpaket. Bemerkenswert ist, dass all seine Quoten von Beginn seiner Karriere am College enorm gestiegen sind. So konnte er sich bei der Feldwurfquote von 40.5 auf 49 Prozent und bei der Dreierquote von 27.8 auf 41.1 Prozent steigern. Das zeigt seine gute Arbeitseinstellung und den Reifeprozess, den er am College durchlaufen hat. 

Scott Machado wird kein NBA Starting Point Guard werden, jedoch sollte er als Backup-Guard für einige Minuten den Aufbau leiten und seine Spieler in Szene setzen können. Um wirklich auf dem Profi-Level dominieren zu können, fehlt die notwendige Athletik und die Dominanz als Scorer. Es wird sich trotzdem jeder NBA Coach freuen, einen solchen Point Guard mit diesen Fähigkeiten als Passgeber in seinem Team zu haben. 

Mike Scott – Virginia Cavaliers

Als letztes sollte man noch den Big Man der Virginia Cavaliers nennen. Seine 18.1 Punkte und 8.4 Rebounds führen das eigene Team an und sind entscheidend für das gute Abschneiden. Ohne ein gutes Turnier von ihm wird kaum ein Sieg drin sein. Neben der starken Feldwurfquote (56.2 %) sticht die Freiwurfquote von 81 Prozent (letzte Saison 88.1 %) heraus. Der Fifth-year Senior bringt eine Menge Erfahrung und einen Körper mit, der als NBA-ready einzustufen ist. Sein Distanzwurf ist zwar nur unterdurchschnittlich, das Midrange Game des Big Man ist aber sehr solide. 

Mike Scott wird es wohl schwer haben, in der NBA Fuß zu fassen. Mehr als ein Rollenspieler wird er nicht werden. Dennoch sollten Teams die Mischung aus Rebounding und relativ vielseitigen Scoring zu schätzen wissen und ihn Mitte der zweiten Runde draften.

Games to watch

Die zweite Runde verspricht noch relativ wenig Spannung und Upset-Potenzial. Spannend wird die Partie zwischen New Mexico und Long Beach State, denn dort scheint die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es das höher gerankte Team erwischt. Auch das Spiel zwischen Florida und Virginia sollte sehr interessant werden, denn ein Weiterkommen der Gators ist hier noch lange nicht sicher. In Runde zwei könnte das potentielle Matchup zwischen Michigan State und Memphis für Aufsehen sorgen. Letztendlich hoffen jedoch alle auf ein Spiel zwischen den Jungs von Tom Izzo und den Missouri Tigers um den Einzug ins Final Four. 

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