Tournament 2012

NCAA-Tourney-Preview: Midwest

Wie gewohnt versuchen wir von Go-to-Guys euch mit einer Vorschau auf den NCAA Spektakel im März schmackhaft zu machen. Genau deswegen gibt es eine Übersicht aller vier Regionen, in welche die 68 Teams aufgeteilt wurden, welche bis Anfang April den Meister des College Basketballs unter sich ausmachen. Als letzter Teil fehlt noch  die Vorschau zur Region des Mittleren Westens, welche wie folgt aussieht:

Bracket

 

Macht auch mit und tippt euer Bracket. Tretet gegen die Redaktion und die Fans von Go-to-Guys an und beweist euer Wissen – oder strapaziert euer Glück!

Strength & Seeding

Der mittlere Westen hat mit den North Carolina Tar Heels einen der heißesten Titelfavoriten und das Team im Feld, welches vor der Saison jeder als den kommenden Meister ansah. Erfolgstrainer Roy Williams schickt auch dieses Jahr wieder eine bärenstarke Truppe aufs Parkett und alles andere als eine Teilnahme am Final Four wäre eine riesige Enttäuschung.

Neben den Tar Heels sind die Kansas Jayhawks eine Mannschaft, welche eigentlich jedes Jahr um den Titel mitspielen kann. Angeführt von Bill Self sind die Jayhawks mit Player of the Year Kandidat Thomas Robinson und dem erfahrenen Point Guard Tyshawn Taylor ein unangenehmer Gegner, welcher gut und gerne in das Final Four einziehen könnte.

An #3 wurden die Georgetown Hoyas gesetzt und auch wenn sie nicht die überragenden Einzelspieler haben, so hat Head Coach John Thompson III es wieder einmal geschafft, eine Mannschaft aufzubauen, welche den Ball laufen lässt und durch die berühmt berüchtigten Backdoor Cuts für Punkte sorgt.

Ebenfalls nicht zu verachten sind die Michigan Wolverines, die an #4 gesetzt wurden. Sie leben und sterben mit dem Dreipunktewurf, sind aber meist in der Lage damit so gut im Spiel zu bleiben, dass am Ende ein Sieg herausspringt. Angeführt von Tim Hardaway Junior, dem Sohn des ehemaligen NBA-Stars Tim Hardaway, sind die Wolverines in der Lage jeden zu schlagen und dadurch für eine größere Überraschung zu sorgen.

Top Two

North Carolina Tar Heels

Die Tar Heels sind auch dieses Jahr wieder einer der heißesten Titelfavoriten und waren vor der Saison der uneingeschränkte Tip aller Experten. Nach einigen nicht so guten Auftritten und dummen Niederlagen, wie der zu Hause gegen Duke, als man eine klare Führung verspielte und von Austin Rivers mit einem Dreier besiegt wurde, fiel man ein wenig in den Ranglisten, konnte sich am Ende jedoch wieder fangen und eine #1 Platzierung einfahren.

Die Heels haben alles, was es braucht, wenn man Meister werden will. Mit Kendall Marshall hat man einen ausgezeichneten Point Guard, der die Mitspieler frei spielt, selbst wenn die noch gar nicht wissen, dass sie frei sind. An seiner Seite ist Small Forward Harrison Barnes, der als klarer Top 5 Pick des Draft 2012 gehandelt wird, und immer in der Lage ist, 20 Punkte oder mehr einzustreuen.

Dazu hat man mit John Henson den besten Verteidiger der ACC, der mit seinen langen Armen viele Würfe blockt oder zumindest beeinflusst, und mit Tyler Zeller den ACC Player of the Year in den eigenen Reihen. Beide formen eine Power Forward/Center Kombination, die kaum ein anderes Team zu bieten hat.

Abgerundet wird der Kader mit guten Verteidigern wie Reggie Bullock, P.J. Hairston oder Justin Watts, die alle mehrere Positionen spielen und vor allem verteidigen können und zudem noch recht solide Schützen sind. Als kleines Extra-Bonbon gibt es dann auch noch Freshman James Michael McAdoo, der sich aktuell noch hinter Zeller und Henson gedulden muss, aber spätestens nächste Saison zeigen wird, warum ihn viele als potentiellen Lottery Pick ab dem Draft 2013 einstufen.

Ganz ohne Fragezeichen gehen jedoch auch nicht die Jungs von Michael Jordans Alma Mata ins Turnier, denn John Henson verletzte sich am Handgelenk während des ACC Tournaments und musste sowohl das Halbfinale als auch das Finale aussetzen. Spielt er nicht, dann fehlt Carolina ein wichtiger Faktor in der Defensive.

Zudem hat man durch die Verletzung von Dexter Strickland keinen Spieler mehr im Kader, der Kendall Marshall wirklich ersetzen kann. Daher versucht Roy Williams mit Freshman Stillman White immer wieder dafür zu sorgen, dass Marshall ein bis zwei Minuten pro Halbzeit an Ruhepausen bekommt, was nicht immer genug ist.

Kansas Jayhawks

Die Jayhawks wollten eigentlich als Sieger des Big 12 Tournaments ins NCAA Tournament starten, mussten sich aber im Halbfinale den Baylor Bears geschlagen geben. Dennoch sollte auch diese Saison wieder alles möglich sein. Mit Player of  the Year Kandidat Thomas Robinson hat Bill Self einen Low Post Spieler im Kader, der unter den Körben aufräumt und konstant für Punkte sorgt. Zudem ist der Junior auch defensiv ein sehr guter Spieler und setzt damit ein Zeichen für den Rest des Teams.

Dank Tyshawn Taylor hat man Erfahrung pur auf der Point Guard-Position und es dürfte kaum davon auszugehen sein, dass der Senior von gegnerischen Mannschaften großartig aus dem Konzept gebracht wird. Und da man weiß, dass man im College Basketball nur soweit kommt, wie einen die Guards bringen, haben die Jayhawks eine gute Chance weit zu kommen.

Neben den beiden hat sich Center Jeff Withey zu einem der besseren Big Men des Landes entwickelt. Zwar sprechen 9,2 Punkte pro Partie nicht gerade von einem dominanten Punktesammler, aber neben Robinson ist es auch schwer, allzu viele Würfe zu bekommen. In den letzten Wochen zeigte er aber, dass er Potential hat und so konnte er zunächst bei den Baylor Bears 25 Punkte auflegen, um dann im folgenden Spiel gegen die Oklahoma State Cowboys 18 Punkte, 20 Rebounds und sieben Blocks nachzuschieben. Sollte er es schaffen auch nur im Ansatz solche Leistungen konstant im Turnier zu zeigen, dann werden die Jayhawks nur schwer zu schlagen sein.

Mögliche Überraschungsmannschaften?

Hier sind zwei Teams zu nennen: Zum einen die Saint Mary’s Gaels, die es nach über einem Jahrzehnt schafften, den Gonzaga Bulldogs den Titel der West Coast Conference abzunehmen und diese auch noch im Conference Tournament besiegten. Dank des australischen Imports Matthew Dellavedova, der im Schnitt 15,6 Punkte und 6,4 Assists auflegt und damit an ehmalige Importschlager von Down Under wie Patty Mills anknüpft, sind die Gaels ein ernst zu nehmender Gegner und sehr schwer zu spielen.

Zum anderen sollte man die North Carolina State Wolfpack im Auge behalten. Im Halbfinale des Conference Tournament der ACC unterlagen sie nur mit zwei Punkten gegen die North Carolina Tar Heels und mussten dabei mit ansehen, wie einige strittigen Pfiffe der Schiedsrichter gegen sie gingen. In Runde eins werden sie auf die San Diego State Aztecs treffen und könnten schon da zeigen, dass sie besser als ihre Position, #11, sind.

NBA Prospects

Kendall Marshall – North Carolina Tar Heels

Der Point Guard der Tar Heels sorgt dafür, dass die Angriffsmaschinerie von Roy Williams wie eine gut geölte Maschine läuft. Mit großer Übersicht und der Gabe schwere Pässe einfach wirken zu lassen gelingt es dem Sophomore immer wieder die eigene Mannschaft zu einfachen Punkten zu bringen.

Viel Scouts sind sich bei ihm nicht wirklich sicher, da er Offensiv nicht wirklich berauschend spielt und seine Würfe auch nicht unbedingt immer trifft. Zudem ist er ein eher mäßiger Athlet, weswegen viele Leute skeptisch sind, ob er mehr als ein Rotationsspieler auf dem nächsten Level sein kann.

Tyler Zeller – North Carolina Tar Heels

Zeller ist ein Power Forward/Center der alten Schule. Er räumt unter den Körben auf und ist sich nicht zu Schade die dreckige Arbeit zu verrichten. Offensiv ist er in der Lage entweder unter dem Korb oder per sauberen Sprungwurf aus der Mitteldistanz für Punkte zu sorgen, was ihm in der NBA sicher helfen wird. Zudem ist er schnell auf den Beinen und daher immer wieder in der Lage den gegnerischen Center auf dem Weg zu Korb abzuschütteln.

Athletisch ist er jedoch nicht überragend und daher könnte er in der NBA ein paar Probleme gegen die athletisch starken Power Forwards oder Center bekommen.

Harrison Barnes – North Carolina Tar Heels

Barnes ist ein Small Forward wie er im Buche steht. Mit 2,03 m Körpergröße und ordentlicher Spannweite bringt er alles mit, was ein Spieler auf seiner Position in der NBA benötigt. Viele vergleichen ihn mit Luol Deng und glauben, dass er zu dessen Defensivfähigkeiten eine noch besser Offensive am Start hat.

Insgesamt ist bei Barnes jedoch zu sagen, dass er immer wieder zu Ballverliebt ist und schwierigere Würfe im Fallen nimmt, anstatt seinen guten ersten Schritt zu nutzen und zum Korb zu ziehen. Zudem lässt er es manchmal zu ruhig angehen und überlässt anderen den Ball, anstatt seine immensen Fähigkeiten noch häufiger einzusetzen und damit Spieler zu übernehmen.

John Henson  – North Carolina Tar Heels

Henson ist ein spezieller Spieler. Mit seiner unglaublichen Spannweite ist es ihm möglich gegnerische Wurfversuche zu blocken oder zumindest so zu beeinflussen, dass diese nicht den Weg in den Korb finden. Zudem ist er, trotz seines spindeldürren Erscheinens, in der Lage gegnerische Spieler vom Korb fernzuhalten und so Rebounds einzusammeln. Offensiv hat er sich zudem sehr verbessert und ist nun in der Lage sowohl unter den Körben als auch aus der Mitteldistanz für Punkte zu sorgen.

Sein größtes Problem ist, dass er keine wirklich Position hat und da sein Körperbau es nicht wirklich her gibt allzu viel an Muskeln drauf zu packen wird versuchen müssen an seinem Sprungwurf zu arbeiten, um auf der Small Forward Position Fuß zu fassen.

Thomas Robinson – Kansas Jayhawks

Robinson ist ein wahres Tier unter den Körben. Mit seinen 2,08 m Körpergröße und der ordentlichen Statur ist er in der Lage viele der gegnerischen College Spieler zu dominieren und dadurch von Double Double zu Double Double zu spazieren. Er kann Offensiv sowohl unter den Körben als auch aus der Mitteldistanz für Punkte sorgen und entspricht somit dem modernen Power Forward, den die NBA Scouts lieben.

Ein wenig skeptisch ist man dennoch, denn es gibt ein paar Gerüchte um seine wirkliche Körpergröße und daher auch die Gefahr, dass er einige Plätze im Draft verliert, sollten sich diese als Wahr herausstellen.

Games to Watch

Creighton gegen Alambama dürfte schon einmal ein schöner Anfang dieser Region werden, denn beide Teams werden sich nichts schenken und versuchen, das Ticket für die nächste Runde und somit wohl ein Aufeinandertreffen mit North Carolina zu sichern.

Zudem ist es, wie fast immer, das Duell der #5 gegen die #12, welches großes Überraschungspotential besitzt. Die California Golden Bears und die South Florida Bulls werden sich in einem der vier Play In Games darum streiten, auf die Temple Owls treffen zu dürfen. Einmal dort angelangt, dürften beide Teams ein hartes Los sein, denn die Bulls waren eine der großen Überraschungen der Big East Conference und dürften kaum Angst vor einem Team aus der Atlantic Ten haben. Die Golden Bears spielten die gesamte Saison um den Titel der Pac-12 Conference, und auch wenn diese aktuell etwas schwächer besetzt ist, dürften Jorge Guitierrez & Co. kaum leicht in die Knie zu zwingen sein.

Ein weiterer Leckerbissen könnten in Runde drei auf uns warten. Sollten die Saint Mary’s Gaels und Kansas Jayhawks aufeinander treffen, dann sollte keiner davon ausgehen, dass die Jayhawks locker weiter kommen, weil sie an #2 dieser Region gesetzt wurden.

Fazit

Die Midwest Region ist vielleicht nicht ganz so stark besetzt wie andere Regionen, aber dennoch sind auch hier viele Überraschungen möglich. Wenn alles nach Plan läuft, dann müsste North Carolina den Weg nach New Orleans finden, denn es gibt kein Team mit so viel Talent im restlichen Feld dieser Region.

Wird eines der Midwest Region Teams der Hauptdarsteller von „One Shining Moment 2012“?

Sollten die Tar Heels ohne Jon Henson auskommen müssen oder dieser nicht voll einsatzfähig sein, dann ist eine Menge möglich und selbst Teams wie Michigan oder sogar Saint Mary’s könnten den Einzug ins Final Four schaffen.

Aber egal was passiert, für uns heißt es ab jetzt einfach zurücklehnen, die Verpflegung (Cola, Wasser, Bier + Chips, Schoko und Pizza) schon vorher bereit zu stellen und einfach nur diese drei verrückten Wochen zu genießen!

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