Draft

Midseason thoughts

Die Hälfte der Saison ist bereits vorüber, nicht mehr lange bis zum Showdown im März. Doch bis dahin sind noch eine Menge Spiele zu absolvieren und die Entwicklungen sind noch nicht wirklich abzusehen. Der zu Beginn sehr kleine Favoritenkreis vergrößert sich ständig und mittlerweile wird so einigen Geheimtipps ein tiefer Run im März zugetraut. Aber auch das Finish in den einzelnen Conferences wird mehr als interessant sein. Immer wieder verlieren favorisierte Contender und andere Programme halten den Anschluss. Die Zeit bis zum März wird dementsprechend noch mehr als spannend.

Im Folgenden gibt es einige Gedanken meinerseits zum bisherigen Saisonverlauf.

Der tiefste Backcourt

Zwar haben wir in unserem ersten College-Podcast behauptet, dass die Florida Gators die beste Guard-Rotation in der Nation haben, doch so stark diese zu Beginn auch noch war, sie wurde abgelöst. Der Backcourt der Missouri Tigers ist der stärkste und tiefste Backcourt! Natürlich spricht dagegen, dass der Frontcourt sehr dünn besetzt ist und die Tigers eines der kleinsten Teams in der Spitze sind. Doch neben Player of the year-Kandidat Marcus Denmon, Topscorer mit 17.8 Punkten, gehören auch noch Phil Pressey, Matt Pressey, Kim English und Michael Dixon zur Rotation. Keiner dieser Jungs spielt weniger als 25 Minuten im Schnitt und dass sie nur eine Niederlage (gegen Kansas State) auf dem Konto haben, obwohl kein richtiger Center in der Starting Five steht, ist beeindruckend.
Dementsprechend spielt die Truppe von Head Coach Frank Haith ein enorm hohes Tempo und erzielt im Schnitt 83 Punkte. Die Quoten sind dabei aber noch mehr als solide (50.7 FG% und 39.6 3P%). In diesem Line-Up spielt Distanzschütze English oft als Stretch-Forward. Point Guard Phil Pressey ist enorm schnell und zieht das Tempo sofort an, wenn er den Ball in seinen Händen hat. Weiterhin fällt auf, dass mit Denmon und Sixth Man Michael Dixon zwei Spieler über 90 Prozent von der Wohltätigkeitslinie treffen.

Die Dominanz der Syracuse Orange

Kein Team dominiert die eigene Conference so sehr wie Syracuse. Die Orange sind noch immer ungeschlagen (20-0) und dominieren die Big East nach Belieben. Immer wieder überzeugt die Tiefe des Kaders und das Uptempo-Game, das durch die vielen Ballgewinne problemlos zelebriert werden kann. Die Jungs von Coach Jim Boeheim führen die NCAA in Steals an, was auch für die meisten Treffern aus dem Feld gesorgt hat.
Da die Conference aber relativ ausgeglichen ist, wird es schwer, ungeschlagen durch den Spielplan zu kommen. Momentan sind die Orange der Favorit auf den Titel, dies kann sich aber schnell ändern. Vom Talent her, gibt es einige Teams, die sich mit Kris Joseph, Scoop Jardine & Co. auf einem Level befinden.

Welche Conference ist die beste?

Jahr um Jahr stellen sich Journalisten und Fans diese Frage. Vergangene Spielzeit war die Big East ganz klar vorne, doch dieses Jahr bleibt nur der dritte Rang, zumindest bis jetzt. Die Big Ten und Big 12 machen die Spitzenplätze unter sich aus, wobei die Big Ten die Nase vorne hat. Die Liga ist tief besetzt und selbst vermeintlich schwache Schulen wie Minnesota sind in der Lage Teams wie die Indiana Hoosiers zu schlagen. Für das NCAA Tournament werden sich aus dieser Liga mindestens sechs Teams qualifizieren. Mit dieser Aussage kann man bei den Ergebnissen kaum falsch liegen. Wie es mit einem siebten und eventuell achten Bid aussieht, liegt in den Händen der Purdue Boilermakers, Wisconsin Badgers und Northwestern Wildcats. Noch ist keines dieser Teams sicher drin, dennoch haben alle die Chance auf eine Teilnahme. Mit Michigan State, Michigan, Ohio State und Illinois ist die Spitze der Conference durchgängig stark besetzt. Ein klarer Favorit für das Big Ten-Turnier kristallisierte sich aber noch nicht heraus, da sich alle Teams schon Niederlagen gegen Kontrahenten oder Underdogs geleistet haben.

Die Hoosiers aus Indiana sind in diesem Fall eine Ausnahme. Gehörten sie vor ein paar Wochen noch zur Spitze der Conference, kann man dies seit den letzten Partien nicht mehr behaupten. Nach unerwarteten Niederlagen gegen Minnesota und Nebraska muss sich das Team von Coach Tom Crean erst einmal wieder finden. Dies sollte aber zeitnah geschehen, damit die zu Beginn so erfolgreiche Saison nicht in einem Debakel endet.

Wer wird Spieler des Jahres?

Nein, wir haben dieses Jahr keinen Jimmer Fredette in der NCAA. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen ist die Diskussion um den Spieler des Jahres so spannend. Letztendlich lässt sich die Liste dann aber doch auf einige, wenige Kandidaten zusammenfassen:

1. Thomas Robinson, Kansas Jayhawks 

Ist der Hauptgrund dafür, dass sein Team so erfolgreich spielt. Keiner spielt so dominant wie er!

2. Doug McDermott, Creighton Bluejay

Wenn man einen Jimmer Fredette sucht, findet man ihn am ehesten in McDermott. Zweitbester Scorer der NCAA (24.3), starker Rebounder (8.5) und sensationelle Quoten.

3. Kevin Jones, West Virginia Mountaineers

20 und 10 (eigentlich 11), das bringt sonst niemand! Bester Scorer und Rebounder in der Big East. Ohne ihn würden die Mountaineers jetzt nicht so gut dastehen.

4. Jared Sullinger, Ohio State Buckeyes

Ich muss zugeben, ich bin kein Fan von Sully. Dennoch muss er einfach in dieser Liste auftauchen. Die Präsenz in der Zone ist die Grundlage für das Spiel der Buckeyes.

5. Anthony Davis, Kentucky Wildcats

Sein Offensivspiel entwickelt sich noch, keine Frage. Als Defensivanker (4.7 BPG, führt NCAA an), Rebounder und trotz alledem wichtiger Scorer ist er aber schon als Freshman sensationell gut.

Weitere Kandidaten: Harrison Barnes, Perry Jones III., Marcus Denmon, John Jenkins, Damian Lillard, Jeremy Lamb

Wer gewinnt die Mountain West-Conference?

Die Mountain West-Conference findet bei den deutschen Fans allgemein wohl eher wenig Beachtung. Insbesondere weil sie eben nicht zu den großen Sechs (ACC, Big 12, Big Ten, Big East, SEC und PAC-12) gehört. Doch dieses Jahr sollte man mal genauer hinschauen, denn das Rennen um den Titelgewinn wird hier besonders spannend. Neben den UNLV Rebels aus Las Vegas sind auch noch die San Diego State Aztecs und die New Mexico Lobos im Rennen. Allerdings konnten sich die Aztecs durch die zwei letzten Siege gegen eben diese Kontrahenten eine hervorragende Position schaffen.

Nach dem Abgang von Forward Kawhi Leonard wurde den Jungs von Coach Steve Fisher nicht mehr viel zugetraut, doch jetzt sieht es so aus, als ob man erneut in das NCAA Tournament einziehen würde. Allerdings gibt es sowohl gegen die Rebels, als auch die Lobos noch ein Rückspiel. Insofern ist das Rennen noch lange nicht entschieden. Die Begegnungen am 11. un 15. Februar könnten aber für eine Vorentscheidung sorgen. Bis dahin gilt es, sich keine Ausrutscher gegen vermeintliche Underdogs zu leisten.  

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