Draftprofile 2015

Frank Kaminsky

University of Wisconsin
Von einem Freshman, der keine zehn Minuten pro Spiel auf dem Feld stand zum Wooden Award-Gewinner. Frank Kaminsky hat während seiner Karriere an der University of Wisconsin eine steile Entwicklung genommen, welche nun nach vier Jahren als NBA Lottery Pick enden soll. Nachdem der Big Man zweimal in Folge im Final Four gescheitert ist, versucht er nun seine Chance auf eine Top 14-Platzierung zu wahren. Zwar ist er mit seinen 22 Jahren für einen Senior noch jung, aber trotzdem ist es in dem Alter schwierig, General Manger von einem zu überzeugen.

Datenblatt

Name: Frank Kaminsky

Position: Big

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: University of Wisconsin

College-Erfahrung: Senior

 

Von einem Freshman, der keine zehn Minuten pro Spiel auf dem Feld stand zum Wooden Award-Gewinner. Frank Kaminsky hat während seiner Karriere an der University of Wisconsin eine steile Entwicklung genommen, welche nun nach vier Jahren als NBA Lottery Pick enden soll. Nachdem der Big Man zweimal in Folge im Final Four gescheitert ist, versucht er nun seine Chance auf eine Top 14-Platzierung zu wahren. Zwar ist er mit seinen 22 Jahren für einen Senior noch jung, aber trotzdem ist es in dem Alter schwierig, General Manger von einem zu überzeugen.

Tools & Skills

In Schuhen misst er sieben Fuß, was ihn am College auch ohne großartige Athletik zu einem sehr schweren Matchup machte. Seine Standing Reach von 9’1,5“ mag auf den ersten Blick enorm wirken, doch im Vergleich zum z.B. deutlich kleineren Kevon Looney (6’8“), der mit 9’2″ daherkommt, sieht das nur durchschnittlich aus. Während ihm diese Maße im College völlig ausgereicht haben, war es die Mobilität, die ihn zur absoluten Elite gemacht hat. In seinen letzten vier College-Partien traf Kaminsky auf dominante Frontcourtreihen aus North Carolina, Arizona, Kentucky und Duke. Dabei erzielte er 22,3 Punkte gegen Towns Jr., Okafor & Co. An Athletik und NBA-Talent hat es da sicherlich nicht gemangelt.

Beginnen wir mit einem elementaren Bestandteil seines Offensivspiels, dem Sprungwurf. Frank Kaminsky gilt als recht vielseitiger Big Man. Das liegt auch daran, dass er bis an die Dreipunktelinie ein gefährlicher Schütze ist. Allgemein wurde er im System der Badgers viel als Catch & Shoot Schütze genutzt. Wenn man bedenkt, dass er dabei satte 1,3 Points per Possession erzielt, ist das auch kein Wunder. 95,2 Prozent seiner Dreipunktewürfe resultieren aus einem Assist. Diese nimmt er dankbar an, verwandelt 41,6 Prozent. Sehr wichtig dabei wird seine Rolle im Pick & Roll, welches in der NBA ja ganz beliebt sein soll. Aber auch dort zieht er sich gerne raus und lässt das ganze in 85 Prozent der Fälle zum Pick & Pop werden.

Da er dort sogar 1,5 PPP erzielt, macht es nur Sinn, dass er nicht öfter zum Korb abrollt. Zwar gab ihm das System von Head Coach Bo Ryan selten die Chance, aber selbst der Sprungwurf nach Off-Screens ist eine zuverlässige Waffe. Damit ist das Catch & Shoot eine gefährliche Komponente in seinem Arsenal.

In Halbfeldsituationen gab es nur einen Spieler, der einen höheren PPP-Wert aufweisen konnte. Mit 1,13 Punkten gehörte Kaminsky also zur absoluten Scoring-Elite. Doch das gelang ihm natürlich nicht nur durch Sprungwürfe. Die bereits angesprochene Mobilität in Verknüpfung mit seiner Erfahrung spiegelt sich hervorragend in einem ausgefeilten Post-up-Game wieder.

Kaminsky bringt ein hohes Maß an Geduld mit, was eine unterschätzte Komponente im Post-up ist. Gerade am College, aber auch in der NBA wird es ihm gelingen, Gegenspieler mit seinen Fakes auszuschalten. Zwar ist er physisch nicht so imposant wie manch anderes Prospect, jedoch setzt er seinen Körper an den richtigen Stellen gut ein und verschafft sich kleine Vorteile, die ihm oft reichen. Auch wenn ihm diese Fähigkeiten helfen werden, die Schwächen in der Spannweite zu verstecken, ist es noch ein weiter Weg, um auch auf dem nächsten Level ein überdurchschnittlicher Inside-Scorer zu werden. Selbst deutlich kleinere Akteure werden ihm mit längeren Armen, mehr Physis und einer größeren Sprungkraft Probleme bereiten. An diesem Punkt ist es schwer zu sagen, ob dieser Aspekt seines Spiels nur annähernd so auf das Profiniveau zu übertragen ist.

Nun kam zu Beginn die Vielseitigkeit ins Gespräch. Diese äußert sich für einen Big Man der heutigen Zeit zwar schon in einem soliden Spiel mit dem Rücken zum Korb und dem vorhandenen Wurf. Es gibt jedoch nur wenige Bigs, die dazu ein gutes Ballhandling in ihrem Arsenal wiederfinden. Frank Kaminsky tut genau das.

Als High School-Freshman fehlte ihm die Größe, um eine andere Position als Point Guard zu bekleiden und genau das hilft ihm nun nach vielen Jahren und einigen Wachstumsschüben. Als guter Shooter kann er seine Gegenspieler häufig mit Pumpfakes verladen, was ihm den Weg zum Korb deutlich vereinfacht. Dennoch hat er das Ballhandling, um dies dann auch wirklich in die Realität umzusetzen. Auch in Isolation Plays kommt er immerhin auf 1,0 PPP. Zeitweise nutzt der 22-Jährige auch Hesitation- und Spin Moves recht effektiv.

Das alles hängt sehr eng mit seinem guten Spielgefühl zusammen. Bei vielen Dingen ist es schwer zu sagen, ob sie sich wirklich so auf das nächste Level übertragen lassen. Sein Gefühl für das, was auf dem Feld passiert, wird sehr wahrscheinlich bleiben. Er forciert nur sehr wenig und produziert dementsprechend wenig Ballverluste. Gerade bei seinen Vorlagen, die aus einem eigenen Drive und folgendem Kick-Out entstehen, sieht man die Vergangenheit des ehemaligen Aufbauspielers.

Defensiv muss Kaminsky aber sehr differenziert betrachtet werden. Man kann im Vorhinein gleich sagen, dass er kein Elite-Verteidiger sein wird. Dazu fehlt schlicht und ergreifend die Physis und die Athletik. Gegen wenig athletische, aber dafür technisch versierte Spieler, sollte es dafür aber besser laufen. Auf die Fakes, die er offensiv selber so gerne nutzt, fällt der 22-Jährige nur selten herein. Mit gutem Stellungsspiel versucht er sich präventiv so zu positionieren, dass seine Schwächen zum Teil kaschiert werden. Dazu gehört auch das Verhindern von Entry-Pässen, was er zum Beispiel in der Partie gegen Jahlil Okafor sehr viel genutzt hat. Sein idealer Kontrahent ist wahrscheinlich ein etwas kleinerer Vierer, der gerne mit dem Rücken zum Korb spielt. Gegen athletischere Face-up Spieler wird Kaminsky konstant den Kürzeren ziehen. Mit seiner geringen Wingspan ist er auch kein Kandidat, um gegnerische Center über lange Strecken zu verteidigen. Demnach müssen die Defensivmatchups relativ häufig an seine Schwächen angepasst werden.

Das Rebounding sollte ebenfalls nicht als Stärke dargestellt werden. Zwar vernachlässigt er diesen Teil des Spiels nicht, gilt aber auch nur als durchschnittlich. Seine Reboundrate von 16,1 Prozent liegt deutlich unter den Werten von Spielern wie zum Beispiel Karl Anthony Towns. 

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

 

 

 

Spielerverlgeich

Wenn Frank Kaminsky offensiv mindestens konstant seine Fähigkeiten als Shooter unter Beweis stellen kann, sind Stretch-Bigs wie Ryan Anderson oder Spencer Hawes realistische Vergleiche. Interessant als Vergleich ist auch noch der Houston Rocket Donatas Motiejunas. Auch Kaminsky kann ein Typ Big Man werden, der seine Mitspieler in der Zone oder bei Backdoor-Cuts findet. Die Kombination aus Kreativität, Spielgefühl, Mobilität und Distanzwurf ist bei beiden vorhanden. Dementsprechend kann Motiejunas als ernstzunehmender Vergleich genutzt werden. Im Worst-Case Szenario ist ein Name wie der von JaJuan Johnson zu nennen, der sich als nur werfender Big Man nicht in der NBA etablieren konnte und mittlerweile in der Türkei spielt. 

Draftaussichten

Die Draftaussichten für Kaminsky schwanken zwischen Pick zehn und 16. Ein Platz am Ende der Lottery sollte als realistisch angesehen werden. Zwar ist das Upside relativ überschaubar, doch als Stretch-Big kann er um die Position 15 für viele Teams einen interessanten Mehrwert darstellen. Und im Worst-Case wird er nur der absolute Publikumsliebling seiner neuen NBA-Heimat.  

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben