Draft

Draft 2015 – BPF

Best Player-Fit: Ideale Szenarien für Spieler und Teams außerhalb der Top 10

Die NBA Draft 2015 kommt immer näher und die ersten Picks wurden in verschiedenster Art und Weise ausführlich besprochen. In diesem Jahr wird immer wieder mit einer starken Top 8 für die Draft Class geworben und das geschieht zurecht. Danach fällt das Niveau und viele Akteure können je nach Team Need (fast) beliebig ausgetauscht werden. Dabei ist ein guter Fit für die Position, Spielstil und Vertragssituation unabdingbar.

Chicago Bulls

Diese Beschreibung würde perfekt zu der Kombination der Chicago Bulls, dem 22. Pick und Point Guard Jerian Grant passen. Zwar haben die Bulls auch auf dem Flügel ein Need für einen Rollenspieler, doch mit der Verletzungssituation von Derrick Rose und der Vertragssituation von Aaron Brooks kann Grant – wenn noch verfügbar – der perfekte Mann für die Windy City sein.

Der Vertrag von Brooks ist ausgelaufen und wie die gesundheitliche Zukunft von dem ehemaligen MVP aussieht, ist unvorhersehbar. Grant gibt den Bulls einen bulligen, athletischen Guard, der sofortigen Impact haben kann. Als First-Team All-American führte er sein Team bis ins Elite Eight. Grant kann als Verteiler (7,3 Assists per 40 min), sowie Scorer (16,5 PPG) dominieren. Der Distanzwurf fällt zwar nicht konstant (31,6 3P%), doch er hat in mehreren Partien bewiesen, dass er auch von weit hinter der Dreierlinie Schaden anrichten kann.

Außerdem bringt er mit einer Größe von 6’5“ tolle Anlagen für einen Guard in der NBA mit. Nur das Alter spricht gegen den Notre Dame Fighting Irish. Mit seinen 22 Jahren ist der College-Senior schon recht weit fortgeschritten in seiner Entwicklung. Nichtsdestotrotz sollte er als Sleeper in der ersten Runde gelten. Zusätzlich kommt die Verpflichtung des neuen Head Coach Fred Hoiberg, zu dem Grant passt wie die Faust aufs Auge. Als Highlight-Maschine wird Grant den Bulls-Fans viel Spaß bereiten.

Phoenix Suns

Auch für die Phoenix Suns ist ein Spieler auf dem Board, der einen guten Wert für den 13. Pick verspricht und perfekt zum Team passt. 2013 wurde Alex Len an fünfter Stelle gezogen. Zwar konnte der Center im vergangenen Jahr endlich mal zeigen, warum er so früh über die Ladentheke ging, doch noch ist der Ukrainer nicht auf dem Stand, die Rolle des Center ohne Unterstützung auszufüllen. Weitere Big Men im Kader gehören eher auf die Vier. Es fehlt an Größe und Manpower. Das schreit gerade zu nach dem Texas Longhorn Myles Turner.

Mit großem Hype in die NCAA gekommen, hatte es Turner (Profil im GTG-Draft Powerranking) im Front Court der Longhorns – einem der tiefsten im Land – schwer. Doch er konnte andeuten, was NBA Teams von ihm erwarten können und das sollte für die Suns überzeugend sein. Die Kombination aus Shot-Blocking (12,3 Block%) und Wurf ist selten (42,7 FG% 2P J’s). Zwar fiel der Wurf am College nicht so gut wie erhofft, doch es ist zu erwarten, dass er diesen Bereich über den Lauf der Jahre auf ein ordentliches Niveau anheben kann. Ob es dabei bis zum sicheren NBA-Dreier gehen wird, bleibt abzuwarten. Hoffnung für die Mitteldistanz macht vor allem die Freiwurfquote von über 83 Prozent. 

Als 7-Footer sieht Turner als Prospect sehr vielversprechend aus. Was Teams davon abhält, ihn als Top 10-Spieler zu sehen, ist seine Krankenakte. Doch da kann das Argument des Team Fits wieder verwendet werden. Kaum ein Medical Staff hat eine solche Reputation wie die Abteilung der Suns. Dementsprechend gibt es auch auf dieser Ebene keine bessere Franchise.

Washington Wizards

Ein nicht ganz so offensichtlicher Fit ist der UCLA Bruin Kevon Looney für die Hauptstädter aus Washington. Die Frontline der Wizards ist mit Nene Hilario, Marcin Gortat und Kris Humphries nicht mehr die jüngste (keiner unter 30) und kann daher etwas jugendliche Verstärkung vertragen. Der Vertrag von Kevin Seraphin läuft aus und Looney stellt auch spielerisch eine interessante Komponente dar.

Looney (Profil im GTG-Draft Powerranking) ist ein Spieler der Kategorie „Potential-Pick“. Eine Situation wie in Washington, wo er sich in Ruhe hinter erfahrenen Leute entwickeln kann, ist absolut perfekt. Trotz alledem verbindet der Big Man Athletik, Ballhandling und Shooting-Potential. Damit gehört Looney zu der Riege der moderneren Vierer.

An Pick 19 macht es auch durchaus Sinn, Looney in Erwägung zu ziehen. Er wird nicht unbedingt von Tag 1 produzieren, bringt jedoch Qualitäten mit, die übertragbar sein sollten. Auf 11,9 Rebounds pro 40 Minuten bei einer Rebounding-Rate von 16,6 Prozent kann man durchaus aufbauen, vor allem weil er mit 6’9“ nur eine durchschnittliche Größe besitzt (Wingspan 7’3,5“). Für den Fall, dass er bereits in seiner Rookie-Saison eine Hilfe als Stretch-Four darstellt, kann er dem Roster der Wizards einen Spielertyp geben, der so noch nicht vorhanden ist.

Milwaukee Bucks

Frank Kaminsky wird von den Medien in den unterschiedlichsten Bereichen der ersten Runde gehandelt. Realistisch ist aber eine Platzierung zwischen Pick 10 und 20. Zwar sind die Chancen recht hoch, dass Kaminsky schon in der Lottery gezogen wird, ein perfekter Fit wären jedoch die Milwaukee Bucks an Position 17.

Während die Bucks in der vergangenen Saison eine sehr gute Defense gestellt haben, fehlte es offensiv vor allem im Frontcourt an Durchsetzungskraft. Genau das kann Kaminsky (Profil im GTG-Draft Powerranking) ihnen geben. Während das Upside begrenzt ist, kann Seven-Footer mit gutem Shooting (41,6 3P%), guten Moves und Geduld im Post überzeugen. Bei den Badgers aus Wisconsin war er maßgeblich an zwei aufeinanderfolgenden Final Four-Runs beteiligt und hat bewiesen, dass er unter Druck performen kann. Das macht ihn auch gleich zu dem perfekten Kandidat eines Fan-Lieblings. Mit seiner witzigen Art kommt er grundsätzlich gut an und als Badger dürfte er in Milwaukee als Local Hero von Beginn an zu den beliebteren Akteuren gehören.

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