BBL, Scouting

Wie Trier und Braunschweig in 3 Sekunden gewannen

TBB Trier - Eisbären Bremerhaven

Der Samstag Abend in der Beko BBL war wieder mit reichlich Spannung gefüllt. So kämpften in gleich zwei Spielen Teams, die unmittelbar in den Abstiegskampf verstrickt sind, um wichtige Punkte. In beiden Partien sollte der Sieger erst in den letzten Sekunden feststehen. Dabei gingen wieder mal die beiden schwächsten Teams der Beko BBL leer aus. Wir erklären wieso…  

Trier – Bremerhaven:  

Das Abstiegsduell  zwischen der TBB Tier und den Eisbären Bremerhaven sollte sich erst in den allerletzten Sekunden entscheiden. Die Führung wechselte, ebenso wie die Gefühlslage der TBB-Fans, ständig. Mit noch 14 Sekunden auf der Uhr liegt das Team von Henrik Rödl mit einem Punkt in Front, doch die Eisbären dürfen einwerfen. Lorenzo Williams bekommt den Ball und soll wohl in eine Isolation gehen. Um ihm das einfacher zu machen, hoffen die Eisbären, dass die Trier beim folgenden Pick&Roll switchen.

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Dies passiert genauso und Williams geht nun in eine Isolation gegen den langsameren Mathis Mönninghoff. Bei Moses Ehambe könnte man sicherlich auch über einen „moving screen“ reden, da er lediglich versucht Jermaine Anderson von Williams fernzuhalten. Ein legaler Block sieht anders aus.

Doch da dies nicht beachtet wird, kann Williams in das 1-on-1 gehen und seine Geschwindigkeit nutzen.

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 Auffällig ist auch die Position des Trierer Centers, Dennis Kramer. Er ist viel zu dicht an Devin Searcy dran, der in diesem Fall gar keine Gefahr ausstrahlt. Kramer muss sich viel früher von Searcy lösen und Mönninghoff in der Defense helfen. Da dies ausbleibt, kann Williams fast unbedrängt den einfachen Korbleger versenken.

Doch die TBB hatte ja noch drei Sekunden, um in diesem Abstiegskrimi das Parkett als Sieger zu verlassen.  Nach einem Einwurf von Anderson, erhält Jermaine Bucknor den Spalding. Scheinbar rechnet keiner der Eisbären damit, dass dieser diesen entscheidenden Wurf nehmen würde, da die Männer von Calvin Oldham komplett „out of position“ sind, als Bucknor plötzlich zum Korb zieht.

Man sieht hier gut, wie Searcy viel zu hoch kommt und somit den Weg zum Korb frei macht. Wahrscheinloch rechnete er mit dem Handoff an Anderson. Doch Bucknor täuscht diese nur an und zieht zum Korb.

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Der Eisbären-Center steht schlecht und kann Bucknor somit nicht mehr einholen. Auch Guard Brian Chase wirkt von dem Play überrascht und kann der schnellen Drehung des Trierer Fowards nicht folgen.

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Letzte Rettung für die Nordseestädter ist Tyrus McGee, der sich unter dem Korb platziert hatte. Er steht gerade und mit beiden Füßen auf dem Boden, sodass hier ein Offensivfoul-Pfiff durchaus richtig gewesen wäre. Doch der Spielstand und der Heimbonus hat die Referees dann wohl vor dem Pfiff bewahrt. Game over.

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Crailsheim Merlins – Basketball Löwen Braunschweig

Nicht weniger spannend ging es in der Halle der Crailsheim Merlins zu. Diese standen wieder mal kurz vor ihrem dritten Saison-Sieg. Doch als die Sirene zum letzten Mal ertönte, gingen die Zauberer wieder leer aus.

Mit noch sechs Sekunden auf der Uhr, hatte Adriy Agafonov einen von zwei Freiwürfen versenkt und somit nur für Gleichstand in diesem Spiel gesorgt. Die Löwen sollten es nun selbst in der Hand haben.

Der Einwurf von Immanuel McElroy geht wie erwartet zu Spielmacher Dru Joyce. Dieser will „Block und Abrolllen“ mit Derrick Allen spielen, doch der Routinier täuscht das nur an und rollt ganz schnell zum Korb ab. So ist Agafonov, der scheinbar hedgen wollte, außer Position.  

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Der Ukrainer folgt Allen in Richtung Korb, vergisst aber komplett das Spielgerät. In seinem Rücken macht sich nämlich Joyce auf den Weg zum Korb.

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Ganz interessant ist auch, was sich rechts von Joyce abspielt. Denn Immanuel McElroy macht den größten Fehler, den er in so einer Situation machen kann. Er zieht ebenfalls zum Korb und versperrt somit den Drive von seinem Aufbauspieler. McElroy’s Verteidiger, Josten Crow, könnte sich somit ohne Bedenken ganz auf Joyce konzentrieren und Help-Defense spielen.  Wäre der Braunschweiger Small Foward nämlich an der Dreierlinie geblieben, hätte Crow ihn decken müssen, um einen Pass nach außen zu verhindern.

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Doch Crow scheint das gar nicht zu realisieren und spielt halbherzige Defense. Da Agafonov ebenfalls zu spät dran ist und Garrett Sim alleine nichts ausrichten kann, sieht der Korbleger von Dru Joyce letztendlich ziemlich einfach aus. Game over, Volume 2.

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   Alle Rechte an den Bildern liegen bei der Telekom.

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