Draftprofile 2014

Dante Exum

Australian Institute of Sport

Datenblatt

nopictureName: Dante Exum

Position: Playmaker

[xrr rating=2/4]  (Starter)

College: Australian Institut of Sport

College-Erfahrung: International

Luc Longley, Andrew Bogut und Patty Mills – die Liste von bekannten, australischen Basketballern ist nicht sonderlich lang. Eine Sache einigt allerdings alle, sie sind durch die Bank weg Ehemalige des Australian Institute of Sport. Nun bringt schickt das AIS sein nächstes großes Talent in die Welt: Dante Exum. Durch seinen Vater, der zusammen mit Michael Jordan die University of North Carolina besuchte und 1984 sogar gedraftet wurde, wurde ihm der Basketball quasi in die Wiege gelegt.

International konnte er erstmals 2012 bei der U17 WM auf sich aufmerksam machen, als er sein Team bis in das Finale tragen konnte. Ein Jahr später schafft er es dann „nur“ ins Halbfinale. Persönlich wusste er hier allerdings mit 18,2 PpG 3,6 RpG und 3,8 ApG zu überzeugen. Dieses Stats sollten aber die einzigen Zahlen bleiben, welche sich auf internationalem Niveau vergleichen lassen. 2013 kam er nach Portland, Oregon und überzeugte als eines der vielen internationalen Talenten beim Nike Hoop Summit. Dennoch bleiben zum jungen Aussie, der nie in einer ernstzunehmenden Profiliga gespielt hat, Restzweifel, da er die komplette letzte Saison nur gegen australische Highschooler angetretenen ist. Wie gut ist Exum also wirklich?

Tools und Skills

Mit einer Größe von 6’6” gepaart mit einer Spannweite von 6’9.5” verfügt er über gute körperliche Grundlagen. Seinen nur 196 Pfund Körpergewicht lassen ihn allerdings sehr schlaksig wirken.

Offensiv fällt er vor allem durch seinen schnellen ersten Schritt auf. Dieser stellt zumindest die aktuell zumeist gleichaltrigen Gegenspieler des Australiers vor große Probleme. Dem zufolge ist sein Zug zum Korb auch seine beste Waffe, nicht zuletzt hilft ihm dabei auch die Fähigkeit mit Kontakt (auch von größeren Gegenspielern) abzuschließen. Seine Abschluss mit Links weißt dabei noch deutliche Defizite im Vergleich mit seiner starken, rechten Hand auf. Er zieht dabei auch immer wieder mit einer guten Rate Fouls. Der für einen Guard aber nur unterdurchschnittliche Freiwerfer (61 FT%) lässt dabei hier allerdings noch einige leichte Punkte liegen. Generell ist sein Wurf auch seine Schwäche. Obwohl mit guten Off-ball Bewegungen ausgestattet und zumindest bei Corner Catch’n’Shoot solide, trifft er nur 33% seiner Dreier. Vor allem aus dem Dribbling und im Bereich oberhalb der Freiwurflinie tut er sich dabei schwer. Bei der U19 WM glänzte er in Anbetracht seiner Wurffähigkeiten nicht durch eine tolle Schussauswahl. Exum nahm zu viele Jumpshoots und hätte seinen starken Drive mehr einsetzen können.

In der Defense ist er mit einer guten Fußarbeit gesegnet. Auch seine gute Spannweite hilft ihm auf dieser Seite des Feldes seine Gegenspieler zu stoppen. Diese beiden Punkte machen ihn zu einem guten On-Ball Defender, der allerdings beim Verteidigen von Pick’n’Roll Situationen immer wieder seine Probleme hat. Er muss es hier schaffen sich konsequenter über die Blöcke zu kämpfen, auch wenn es ihm aufgrund seiner fehlenden Körpermasse vor allem gegen stärkere Blocksteller schwerfällt.

Offensiv fällt der 19 Jährige vor allem durch sein gutes Fastbreak Game auf. Vorteile hat er hier durch seine enorme Schnelligkeit und seine guten Crossovermoves. Er kann sowohl aktiv abschließen, als auch den Mitspieler finden. Generelle ist Exum auch ein Spieler, der nicht den Extra Pass scheut und auch durch seine gute Übersicht fast den freien Mitspieler findet. Probleme hat er allerdings noch beim Decisionmaking. Dies äußert sich vor allem in seiner Turnoverqoute. Er produzierte bei der U19 WM 3,4 TO pro 40 min. Diese Turnover kommen zum einen durch seine Dribblings, in denen er sich noch zu oft verzettelt, zum anderen aber auch von seinen schlampigen Pässen, die er gern mal in der Spieleröffnung spielt, zustande. Gerade diese Eröffnungspässe sind aber ein Punkt, der sich wohl recht einfach verbessern lässt.

Trotz der fehlenden Muskelmasse verfügt der Australier sogar über gute Ansätze beim Post-Up. Auch wenn er hier gegen große, kräftige Gegenspieler Probleme bekommt und sich zu sehr rumschubsen lässt, so kann er durchaus gegen kleinere Aufbauspieler effektiv aufposten. Dabei hilft ihm wieder sein gutes Auge, auch aus diesen Positionen den freien Mann zu finden. Erwähnenswert ist zudem, dass er für einen Point Guard trotz seiner Größe nur ein durchschnittlicher Rebounder ist. Bei der U19 WM griff er nur 6,1 TRB% ab. Dies stellt ihn auf ein Level mit Tyler Ennis, aber auch ein Level unter Marcus Smart, Shabazz Napier und Elfrid Payton. Er muss technisch geschult werden, um seine körperlichen Voraussetzungen in dieser Facette des Spiels besser nutzen zu können.

Weiterhin zeichnet er sich durch seine Leaderqualitäten und seine Arbeitseinstellung aus. Exum ist ein Spieler, der sich ständig verbessern will! So arbeitete er unter der Saison in Los Angeles mit vielen Privattrainern an seinem Game.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft 2014_Stats_Point_Combo_Guards

Spielervergleich

Exum’s Rolle in der NBA ist noch sehr unklar. Dass er ein Starter werden wird, scheint dabei für uns bei seinem offensiven Potential und seinen physischen Tool sehr wahrscheinlich. Die Frage ist nur, welche Guardposition er bekleiden wird. Als Point Guard wäre er wohl mit ähnlicher Allround-Fähigkeiten wie Rookie of the Year Michael Carter-Williams ausgestattet. Dabei geht Exum im Vergleich mit MCW das Passing noch etwas ab. Dafür verfügt er potentiell über mehr Möglichkeiten auch offensiv ein entscheidender Faktor zu werden. Und auch vom Körperbau her sind sich die beiden Spieler, dank Krakenarmen und gleicher Körpergröße sehr ähnlich. Es ist allerdings nicht abzusehen, ob er wirklich den Sprung schafft ein reiner Aufbauspieler zu werden. Für diesen Fall scheint OJ Mayo ein treffender Vergleich. Ebenfalls ein starker Scorer, der zumindest teilweise auch auf der Eins eingesetzt werden kann. Dies mag allerdings weniger ein Vergleich der Spielertypen sein, als vielmehr ein mögliches Entwicklungsszenario für Exum formen. Beide wurden bei ihrer Ankunft in die Liga ähnlich gehypt. Mayo galt in der HS als absolutes Toptalent und Dauer-Allstar, so wie es Exum auch aktuell viele Experten andichten. Schafft der Australier den Übergang in die NBA mit Bravour, könnte diesen Weg einschlagen, der Mayo verwehrt blieb. Hat Exum Probleme und stagniert, könnten seine Leistungen im Niemandsland verschwinden. Eben genau so, wie dies mit Mayo momentan in Milwaukee geschieht.

Draftaussicht

Aufgrund aktueller Entwicklungen und vor allem wegen seiner guten Ergebnisse beim NBA Draft Combine sehen viele Experten Exum nur knapp hinter den Top 3 (Parker, Embiid und Wiggins). Unsere Redaktion sieht ihn dabei in etwa gleich auf mit Vonleh und Smart, ebenfalls hinter diesen drei. Ein Fragezeichen bleibt jedoch weiter hinter ihm. Denn wie bereits angedeutet, gibt es kaum Stats die sich mit den anderen Prospects vergleichen lässt. Dennoch scheinen die Top 5 Platzierung in der Draft aufgrund seiner guten Anlagen und seinem aufgebauten Hype als sicher.

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