Gedanken

Midseason Awards

Über die Woche wird unser Redakteur Jonathan Walker seine Gedanken den verschiedenen Awards widmen, die zum Ende der regulären Saison vergeben werden. Wer sind stand heute die Favoriten auf den wertvollsten Spieler (MVP), Neuling des Jahres (ROY), Verteidiger des Jahres (DPOY), am meisten verbesserter Spieler (MIP), Trainer des Jahres (COY) und Manager des Jahres (EOY)?

1. Kyrie Irving

Ähnlich wie beim MVP gibt es auch beim ROY nur zwei ernsthafte Kandidaten. Abseits des  Hypes um Ricky Rubio hat sich mittlerweile der First Pick von 2011 Kyrie Irving bei den Cleveland Cavaliers zum Favoriten für den Rookie des Jahres entwickelt. Obwohl der Aufbau mit seinen 19 Jahren mit der jüngste Spieler der Liga ist, gilt er bereits als Go-to-Guy der Cavs, die sich vor Allem dank ihm überraschend lange im Rennen um die Playoffs im Osten hielten. In den entscheidenden Phasen verhilft er seinem Team durch abgezockte Plays immer öfter zum Sieg. Auch statistisch überzeugt Irving mit durchschnittlich 18.1 Punkten 3.5 Rebounds und 5.1 Assists bei sehr guten Quoten von 48% aus dem Feld, 42% von der Dreierlinie und 86% von der Freiwurflinie. Vor allem in Sachen PER ist er seinem spanischen Widersacher mit 20.7 gegenüber nur leicht durchschnittlichen 15.7 um Einiges voraus. Großartige Schwächen offenbarte der Dukie bisher abseits der für Rookies gewöhnlichen Fehler keine.

2. Ricky Rubio

Ricky Rubio wurde zu Beginn der Saison regelrecht gefeiert, was in Anbetracht seines gleichermaßen fabelhaften wie überraschend gutem Playmaking auch verständlich ist. 2009 gedraftet und vorerst in Europa geparkt, sahen seine Leistungen in Spanien zuletzt nicht mehr so vielversprechend aus, wie es sich das Management der Timberwolves vielleicht gewünscht hätte. Umso mehr verzückten dann Abgezocktheit und Spielwitz des Spaniers in der besten Liga der Welt. Mittlerweile hat sich die Medienwelt aber auf einen anderen Spielmacher mit noch spektakuläreren und ungleich überraschenderen Erfolgen in New York gestürzt… während Rubios Spiel aber gleichbleibend gut blieb. Der 21-jährige rangiert bereits jetzt unter der Elite der Liga in Sachen Steals (mit 2.4 SPG knapp Zweiter hinter Mike Conley) und Assists (mit 8.4 APG Fünfter hinter Nash, Rondo, Calderon und Paul) und hat mit den Timberwolves noch immer Chancen auf eine Playoffteilnahme. Seine Fähigkeit das Spiel zu lesen und Mitspieler perfekt in Szene zu setzen wird mit keinen geringeren als Steve Nash und Jason Kidd verglichen.

Warum ist Rubio also nicht Topfavorit auf die Ehrung zum Neuling des Jahres? Ganz einfach: Noch kann Rubio zwar für alle anderen kreieren, jedoch nicht für sich selbst. Sein unterdurchschnittliches True Shooting von unter 50% resultiert in erster Linie aus der grauenhaften Quote von knapp 38% aus dem Feld. Die Freiwurfquote von 81% ist in Ordnung, auch die Dreierquote von 35% ist besser als gedacht – doch hier wird Rubio – zur Abwechslung – in 80% aller Fälle assistiert. Aus allen anderen Lagen schießt Rubio hauptsächlich aus dem Dribbling und trifft viel zu schlecht, um Gefahr auszustrahlen. Auch die Turnoverquote (TOV%) ist mit 22.8 im Vergleich zum Kollegen Irving (16.3) recht hoch, obwohl letzterer auch noch die Hauptlast im Scoring trägt. Die wird Rubio in Minnesota glücklicherweise von anderen abgenommen. Bis auf weiteres ist Rubio also ein Spezialist, wenn auch sein sehr guter, während Irving in Cleveland vielseitiger und effizienter in größerer Rolle (USG% von 27.4 gegenüber Rubios 18.8) auftritt.

Schafft es Rubio seine Leistung zu halten und gleichzeitig die Wolves in die Playoffs zu führen sowie seine Quote wenigstens über 40% zu hieven, müsste der Cavalier seine Leistung ebenfalls anziehen, um in der Gunst der Wähler nicht doch wieder von Rubio überholt zu werden. Es bleibt also spannend auf den vorderen Plätzen, während mit großem Abstand und ohne Chance auf den ROY-Award Kemba Walker, MarShon Brooks und Brandon Knight folgen.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

1 comment

    Schreibe einen Kommentar