Gedanken

Midseason Awards

Über die Woche wird unser Redakteur Jonathan Walker seine Gedanken den verschiedenen Awards widmen, die zum Ende der regulären Saison vergeben werden. Wer sind stand heute die Favoriten auf den wertvollsten Spieler (MVP), Neuling des Jahres (ROY), Verteidiger des Jahres (DPOY), am meisten verbesserter Spieler (MIP), Trainer des Jahres (COY) und Manager des Jahres (EOY)?

1. Dwight Howard

Vorweg: Der aktuell beste Center der Liga wird zum vierten Mal in Folge zum Defensive Player of the Year gewählt werden. Trotz der, teilweise natürlich selbst verursachten, widrigen Umstände in Orlando hält er seine Magic im Bereich des oberen Drittels der Liga, was die defensive Effizienz angeht. Im Allgemeinen ist es natürlich vermessen, eine Teamstatistik einem einzelnen Spieler zuzuschreiben, doch schaut man sich einmal Dwight Howards defensiv weitgehend inkompetenten Mitstreiter an, ist offensichtlich, dass er der Hauptgrund für die überdurchschnittliche Defense ist. Es verteidigt sich eben als Nelson, Richardson oder Türkoglu doch viel besser, wenn man einen Howard im Rücken weiß. Howard bügelt mit seiner Helpdefense alles aus, was im Bereich des Möglichen ist. Ob beim Drive oder beim Postup, gegen Howard gibt es keine leichten Punkte. Dass das Kraftpaket sowohl erster der Liga in Sachen Defensivrating (91.5, Karrierebestwert) als auch Defensive Win Shares (3.3) ist, passt da ins Bild. Auch Statistiken von 15.3 Rebounds, davon 11.7 defensiv, für einen Big Man starke 1.5 Steals  (alles Karrierebestwerte) und 2.2 Blocks sind einer weiteren Wahl zum besten Verteidiger nicht hinderlich. Howard spielt defensiv einfach eine Klasse besser als der Rest der Liga. Auch ein Trikottausch zur Trade Deadline kann an seinem Favoritenstatus auf den Award nichts ändern.

2. Tyson Chandler

Nachdem sein Beitrag zur meisterlichen Defense der Dallas Mavericks in der vergangen Saison bereits mit einem dritten Platz bei der Wahl zum Verteidiger des Jahres gewürdigt wurde, ist er dieses Jahr auf Grund der Defense der New York Knicks in der Diskussion. Der Sprung der Knicks vom unteren Drittel in die Top-5 der Liga in Sachen defensive Effizienz ist vor allem Tyson Chandler zuzuschreiben. Sicher, sowohl „Defensive Coordinator“ Mike Woodson als auch Jared Jeffries und Rookie Iman Shumpert als weitere starke Verteidiger im Team tragen ihren Teil zur verbesserten Defense bei. Doch der athletische Chandler ist das Herz der Defense und animiert die anderen Knickerbockers zur Konzentration in der Verteidigung. Seine Statistiken sind dabei allerdings, wie in der vergangenen Saison, nicht herausragend:  9.5 Rebounds, davon 6.3 defensiv, sowie unter einem Steal und 1.3 Blocks. Auch beim Defensivrating (98) und den Defensive Win Shares (2.0) bleibt er weit hinter Howard zurück.

3.  LeBron James

Naturgemäß kann ein Flügel nicht den Einfluss eines Big Man in der Verteidigung haben. Doch wie bereits im Gedanken zum MVP angeschnitten, hat LeBron James seine Defense auf das nächste Level gehoben. Er bringt die Schnelligkeit mit, um Guards am Zug zum Korb zu hindern und hat die Länge, um sie beim Wurf zu stören. Zudem hat er neben besagter Länge die Kraft, um auch gegen Big Men seinen Mann zu stehen. All diese Eigenschaften eignen sich außerdem zum Wildern in den Passwegen, um Fastbreaks einzuleiten oder selbige wie kein zweiter per Chase-Down-Block zu vereiteln. Gepaart mit James‘ Basketball-IQ, wachsender Erfahrung, dem nötigen Willen und Entlastung in der Offense, entwickelt er sich immer mehr zum Alptraum für jeden Angreifer. Je öfter er sich erfolgreich um Spieler wie Derrick Rose kümmert, desto mehr Respekt und Wählerstimmen wird er dafür bekommen.

4. Andre Iguodala

Körperlich eine Art Lightversion von LeBron (etwas kleiner, leichter und langsamer), aber dafür mit mehr Energie für die Defense und der beste Verteidiger der Philadelphia 76ers und somit der momentan besten Defense der NBA (erster in Defensive Efficiency). Allein das dürfte für einige Stimmen ausreichen. Obendrein hat Andre Iguodala nun in der zweiten Saison in Folge den besten Wert aller Flügelspieler in Sachen Opponent-Production, was zwar sicher nicht der Weisheit letzter Schluss ist, aber eben auch nicht von ungefähr kommt. Auch die 1.9 Steals pro Spiel, die zweitmeisten Win Shares hinter Howard (2.7) und das sehr gute Defensivrating von 94.2 tragen ihren Teil zur Bewertung bei. Iguodala terrorisiert seit Jahren den besten Außenspieler des Gegners, was mit wachsendem Teamerfolg auch mehr honoriert werden wird.

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