Scouting

Scouting FIBA U17 Weltmeisterschaft 2016

Welche Spieler überzeugten bei der U17-Weltmeisterschaft in Zaragoza?

Zwei Wochen lang spielten die besten U17-Nationalmannschaften in Zaragoza, Spanien den Weltmeister 2016 aus. Das Turnier gewannen die US-Boys in sehr überzeugender Art und Weise. Wir waren, wie auch unzählige NBA- und College-Scouts, live vor Ort, um uns ein genaues Bild zu den besten internationalen Prospects des hier vornehmlich anwesenden Jahrgangs 1999 zu machen. Zum Abschluss unseres Scouting-Trips geben wir einen Überblick über die interessantesten Talente.

Overall

Zum Abschluss des 12-Team-Tournaments sind rund 30 Spieler in unserer Scouting-Datenbank gelandet:

DATABASE FIBA U17

All diese Spieler scheinen eine mehr oder minder erfolgreiche Profikarriere auf mindestens solidem europäischen Niveau vor sich zu haben. Allerdings stimmen wir mit dem Buzz aus Zaragoza überein: Das diesjährige Turnier bot keinen bemerkenswert talentierten Spieler-Pool auf. Viele solide bis sehr gute Prospects drückten sich die Klinke in die Hand. Aber mehrere potentielle Superstars auf einem Harry Giles/ Jayson Tatum/ Josh Jackson-Level oder gar nur einer Jamal Murray / Isaac Humphries – Ebene schienen weitestgehend zu fehlen bzw. müssen sich erst noch entwickelt.

Australien

Samson Froling – Big

Der jüngere Bruder des SMU-Commits Harry Froling stellte wohl eine der Überraschungen des Turniers dar. Als einer der jüngeren Prospects (Jahrgang 2000) stach er mit einem für einen Bigman seiner Größe und seines Alters schon außergewöhnlich gut entwickelten Skill-Levels hervor. Froling kann offensiv sowohl aus dem Postup als auch dem Faceup heraus etwas mit dem Ball anfangen und deutete einen butterweichen Wurf an, der ihm in der Zukunft großes Stretch-Big-Potential geben wird. In der Defense fehlte es ihm teilweise an Masse, um ein noch größeres Hindernis darzustellen. Aber mit seiner Mobilität und tollen Rebounding-Instinkten konnte er auch schon auf dieser Seite des Feldes überzeugen.

Bosnien & Herzogowina

Dzanan Musa – Wing

In nahezu jedem Turnier gibt es einen Spieler, den man wegen seiner individuellen Klasse gern tief in der KO-Phase gesehen hätte, dessen Team aber ultimativ nicht über genug qualitative Dichte verfügte, um einen solchen Sprung in ein Halbfinale zu schaffen. In diesem Jahr war dieser Athlet Dzanan Musa. Der Flügelspieler stemmte sich als Topscorer des gesamten Events mit aller Macht gegen das frühe Ausscheiden seines Teams, konnte dies aber trotzdem nicht verhindern. Dennoch wird Musa schon allein für seinen aufgestellten Punkterekord für U17-Weltmeisterschaften im Gedächtnis aller Beobachter bleiben.

Der Bosnier war der wohl beste natürliche Scorer in Zaragoza. Als 6‘7‘‘ Wing mit überdurchschnittlich gutem Handling stehen ihm wegen seines breiten Skillsets zu jedem Zeitpunkt des Spiels mehrere Möglichkeiten offen. Trotz fehlender Top-Explosivität weiß er seine Gegenspieler via Drive zu attackieren. Er verfügt über eine Vielzahl an Moves, um seinen Gegner aus der Balance zu bringen oder ihn aus günstigen Winkeln zu attackieren. Sehr oft wissen sich Defenses nur mit Fouls zu helfen und senden ihn einfach an die Linie. Denn kommt er bis zum Korb durch, kann er sogar mit der Off-Hand hochprozentig abschließen. Bietet sich Raum für einen Sprungwurf, nimmt Musa auch diesen dankend an. Er ist nicht der sicherste Schütze, aber auch kein Spieler, der ein „Unter-dem-Screen-Durchgehen“ nicht zu bestrafen weiß. Bindet Musa mehrere Verteidiger, kann er auch den freien Mitspieler finden. So stellte er eine kaum zu stoppende, offensive Allround-Waffe dar. In der Verteidigung könnte er irgendwann auf einem durchschnittlichen Level ankommen, wenn er mit mehr Einsatz spielt. Während der WM sparte er an vielen Stellen in der Defensive lieber Energie für die andere Seite des Courts auf. Für seine Zukunft wird es wichtig seinen Wurf zu festigen und weiter an der Athletik zu arbeiten.

Frankreich

Jaylen Hoard – Wing

War der lange Flügelspieler beim Albert-Schweitzer-Turnier vor ein paar Wochen noch eher ein komplementärer Spieler der Mannschaft des 98er Jahrgangs, durfte Hoard für die U17 in einer ungleich größeren Rolle ran. Als Kapitän des Teams wurde er auch als erste Scoringoption installiert. Hoard zeigte direkt im ersten Spiel mit einer 41-Punkte-Performance, dass er dieser Aufgabe gewachsen war.

Durch seine Kombination aus Wurf, Drive und Länge konnte er sich als mehrdimensionaler Scorer hervorheben, der Verantwortung für sein Team übernehmen kann. In vielerlei Hinsicht ähnelt er einem Poor Man’s Brandon Ingram. Wie der frischgebackene Laker überzeugt Hoard durch seine Scorer-Fähigkeiten bei einem langen Frame. Auch er verfügt in der Defense allein durch seine Länge und Athletik über ein gehöriges Potential und ist ein unterbewerteter Passer. Parallelen lassen sich aber auch in den Schwächen finden. Hoard kommt in seinem Spielstil auch eher verschlagen daher und lässt oft etwas mehr Masse, Aggressivität und Explosivität vermissen, die wohl das nächste Spielerlevel für den jungen Franzosen freischalten würden.

Yves Pons – Wing

Der bullige Wing war einer der Publikumslieblinge in Zaragoza. Warum ist recht einfach zu erklären: Pons ist eine Highlight-Maschine. Als vielleicht bester Leaper aller Spieler streute er in fast jedem Spiel spektakuläre Alley-Oop-Abschlüsse, krachende Dunkings ins Gesicht seiner Gegenspieler oder beeindruckende Blocks ein, um die Zuschauer zu verzaubern.

Aber auch abseits dieser aufregenden Aktionen bewies der muskulöse Modellathlet seinen Wert. In der Verteidigung zeigte er sich durch seine starken körperlichen Voraussetzungen als einen der vielseitigsten und besten Verteidiger aller Teams. Sein Mix aus Mobilität und Masse erlauben es ihm trotz einer Körpergröße von nur 6‘7‘‘ vier Positionen auf hohem Niveau verteidigen zu können. Für eine Karriere auf höchstem Level wird Pons sein offensives Spiel verbreitern müssen. Zu diesem Zeitpunkt fehlt es ihm an Wurfgefühl, Handling und Spielgefühl, um mehr als ein zwar grandioser, aber doch eindimensionaler Slasher zu sein.

Kanada

Rowan „RJ“ Barrett – Wing

Barrett zeigte als Topscorer des kanadischen Teams, warum er aktuell als bester College-Recruit der 2019er Klasse gehandelt wird. Der gerade erst 16 Jahre alt gewordene Scoring-Wing überzeugte gegen fast durchweg ältere Spieler auf ganzer Linie und ist langfristig der wohl aussichtsreichste Spieler dieses Turniers.

Bisher offenbarten sich wenige Lücken im Spiel des 6‘7‘‘ Flügels. Er ist ein ungemein explosiver Athlet, der in den kommenden Jahren sicherlich noch wachsen und an Masse zunehmen wird. Offensiv stechen zunächst sein erster Schritt und sein aggressiver Drive hervor, wobei Wurf und Passing nicht zu weit hinterher hängen. Auch sein Basketball IQ befindet sich auf einem ordentlichen Niveau. Dazu gefällt seine emotionale, aber doch fokussierte Art zu spielen. Defensiv deutete er als Topathlet auch jede Menge Potential an. Arbeitet er in seinen verbleibendenden zwei High School-Jahren weiter akribisch an seinem Game könnte er dorthin kommen, wo Giles/Tatum/Jackson heute sind.

Oluwasimisola „Simi“ Shittu – Wing/Big

Den Preis für den coolsten Namen des Turniers gewann der Kanadier mit größerem Abstand als die USA ihr Spiel gegen Chinese Taipei (Taiwan). Abseits von diesem Fakt der Kategorie Trivia überzeugte Shittu aber auch auf dem Court. Der 5*-Recruit der 2018er Klasse spielte für Team Kanada fast ausschließlich auf den großen Positionen, könnte perspektivisch aber auch als Drei zu gebrauchen sein und damit langfristig der so wertvollen 4/3-Hybrid-Forward-Spielerkaste angehören. 6‘9‘‘, lange Arme, muskulöse Statur – in Sachen Tools macht Shittu kaum ein Spieler dieses Turniers etwas vor.

Als sehr mobiler, aber auch ungemein kraftvoller Athlet mit nie stoppendem Motor lieferte er viele starke Hustle-Plays ab. Rebounds abgreifen, Passwege für Steals und Deflections zu patrouillieren oder aber als Slasher für Dunks zu sorgen fiel Shittu ungemein leicht. Aber auf der Skills-Ebene kann der Forward einige Fähigkeiten vorzeigen. Er ist ein für seine Größe überdurchschnittlicher Ballhandler, der den Ball auf den Boden prellen und attackieren kann. In der Defense zeigte er ein gutes Verständnis. Es gilt nun diese gottgegebenen Athletikgeschenke und erste Skills auszubauen. Ganz oben auf der To-Do-Liste sollte eine Verbesserung des Wurfgefühls und der Shooting-Range stehen.

Korea

Jae Min Yang – Wing

Als effektivster Spieler der Asiaten muss an dieser Stelle eigentlich Junghyun Lee aufgeführt werden. Der kleine Guard führte sein Team sowohl in erzielten Punkten als auch gespielten Assists an. Dennoch steht an dieser Stelle Jae Min Yang als der spannendere koreanische Spieler, da er über ein außergewöhnlicheres Spiel verfügt. In einer Mannschaft, die aufgrund des Mangels an echten Bigmen dau gezwungen war, eine flexible, eher positionslose Spielweise zu fahren, gab Yang in vielen Situationen den Point Forward.

In der Offense initiierte er mit viel Übersicht eine Vielzahl der Halbfeldangriffe oder zeigte sich als verlässlicher Ballhandler im Fastbreak. Der Wurf ist da, es muss nur die Range vergrößert werden. In der Defense musste der 6‘5‘‘-Flügel sich öfter gegen größere Wings oder gar Bigs behaupten und lieferte trotz körperlicher Nachteile solide ab. So ist er ein besonderer Spieler, dessen Game durch seinen Spielwitz sehr ansehnlich ist. Allerdings werden ihn seine athletischen Limitationen von den ganz großen Basketball-Bühnen der Welt fernhalten und eher zu einem Lower-Level-Profi werden lassen.

Litauen

Arnas Velicka – Playmaker

Aus einem mannschaftlich sehr geschlossen auftretendem Teams aus Litauen stach wohl Playmaker Velicka am meisten heraus. Dem Mann von Zaligris Kaunas scheint dabei in vielem Belangen dem Headcoach seines Heimteams, Sarunas Jasikevičius, zu ähneln. Augenscheinlich vom Spiel des Altmeisters inspiriert interpretiert Velicka die Playmaker-Position auch eher klassisch.

Der 17-Jährige liebt es im Halbfeld seine Mitspieler zu dirigieren, auf Missmatches zu warten und dann seine Kollegen in Szene zu setzen. Auch wenn es oft ein paar Dribbles zu viel zu dauern scheint, ist Velicka schon in seinem jungen Alter ein guter Entscheidungsfinder. Besonders fällt dies auf, wenn er das Pick’n’Roll läuft. Aber auch abseits seiner Courtvision und seines Passings hat der Litauer einige Qualitäten aufzubieten. Er verfügt über gute Moves am Ball, mit denen er sich konstant Platz verschaffen kann, um eigene Drives vorzubereiten. Auf dem Weg zum Korb profitiert der schon sehr austrainiert wirkende Aufbau von seiner starken Statur und kann auch gegen große Gegenspieler effektiv abschließen. In der Defense erledigt er seine Aufgaben aufgrund seiner Physis sehr zufriedenstellend. Es gilt als nächstes seinen Wurf zu festigen, um langfristig austesten zu können, wie weit ein kluger Playmaker mit athletischen Limitationen kommen kann.

Spanien

Sergi Martinez – Wing

Am spanischen Teamkapitän lag es sicher nicht, dass das Gastgeberteam etwas enttäuschend abschnitt, indem es die Medaillenränge bei der Heim-WM verpasste. Sergi Martinez unterstrich in jedem Spiel, dass er der beste Spieler der Iberer und wohl auch des gesamten Turniers war. Der junge Wing aus Barcelona produzierte durch seinen riesigen Ehrgeiz gepaart mit einem starken Skill-Level extrem stark. Am offensiven Ende war er als Postup-Spieler mit schnellen Moves sowie Driver kaum zu stoppen und sorgte für den einen oder anderen Highlightdunk. So gelang es ihm trotz nicht fallen wollendem Distanzwurf einen Großteil der Offensive Spanien zu schultern.

Mit seiner Aggressivität gelang es ihm immer wieder für Slashing zu sorgen oder Lücken für die Mitspieler zu reißen. In der Defense zeigte er sich als extrem engagiert und vielseitig. Teilweise verteidigte er Guards, in anderen Spielen stellte ihn sein Coach mit Erfolg gegen gegnerische Center. Seine robuste Statur bei guter Mobilität erlauben viele Varianten. Dazu war ein durch seinen Motor und gut ausgeprägten Rebounding-Instinkte ein nicht wegzudenkender Faktor unter den Brettern. In Zukunft wird er am Sprungwurf arbeiten und sein Handling verbessern müssen.

Türkei

Ahmet Duran – Big

Auf den ersten Blick wirkt der türkische Bigman wie jemand, der noch etwas zu viel Babyspeck auf den Rippen hat. Auch wenn Duran sicherlich nicht dick und unathletisch ist, würde wohl auch er sagen, dass er ein paar Pfunde vom seinem Idealgewicht als Leistungssportler entfernt ist. Dass der 17-Jährige trotzdem über das gesamte Turnier gesehen der beste Spieler des Vizeweltmeisters war, spricht Bände über die Skill-Leve, die der Big aktuell schon vorweisen kann.

Mit gutem Touch und einem unglaublich guten Spielverständnis ausgestattet konnte Duran in den meisten Spielen seinem Team sowohl als Scorer am Brett als auch als sekundärer Playmaker aus der Midpost-Region unterstützen. Gerade um seine Postups lässt sich sehr viel aufbauen: Schwächere Gegner schiebt er um Ring durch. Langsamere Spieler tanzt er mit verblüffend flüssigen und schnellen Moves aus. Doubleteams weiß er durch seine gute Vision und stark ausgeprägten Passfähigkeiten zu bestrafen. Auch als Rebounder überzeugt er auf ganzer Linie. Probleme bereiten seine nur durchschnittliche Athletik und seine überflüssigen Kilos nur in der Defensive. Legt er allerdings eine physische Transformation a la Marc Gasol hin, der zu seinen High School-Zeiten auch als eher übergewichtiger Zeitgenosse daherkam, kann es für Duran weit gehen.

USA

Wendell Carter Jr. – Big

Der amerikanische Bigman war wohl der Spieler, der mit seiner reinen Präsenz den größten Angstfaktor bei gegnerischen Verteidigungsreihen auslöste. Dieses Gefühl bedingt zum einen sein starker 6‘10‘‘ mit austrainierten 250 Pfund Körpergewicht. Zum anderen trägt auch seine physische Spielweise dazu bei. Carter nutzt gerne seinen Körper, um gegnerische Spieler in Korbnähe umherzuschieben und sich mit kraftvollen Postabschlüssen, Blocks, Rebounds und Dunks Respekt zu verschaffen.

Zu diesen tollen athletischen Voraussetzungen gesellen sich beim Bigman aus Atlanta aber auch einige schon sehr stark ausgeprägte spielerische Fähigkeiten, die ihn neben Kanadas Barrett zum besten NBA-Prospect machen. Carter kombiniert sein physisches Postgame mit einer guten Vision, einem soliden Basketball IQ und überdurchschnittlichen Passingskills. Besonders lieben alle Scouts aber seine Ansätze als Werfer. Carter bewies mit guter Freiwurfquote und einigen sauberen Schüssen aus Dreier- und Mitteldistanz, dass er in der Zukunft einen kleinen Stretch-Faktor mitbringen könnte. Arbeitet er noch etwas mehr an seiner jetzt schon soliden defensiven Mobilität, ist er genau der Spieler den jedes NBA-Team haben möchte: ein Smallball-Center-Einhorn, das den Ring beschützt und offensiv sogar zum Spacing beitragen kann.

Kevin Knox II – Wing

Der 6‘8‘‘ Wing brachte nicht immer all seine Pferdestärken auf die Piste, konnte aber mit seinen Leistungen in Spanien andeuten, in welche Richtung es für ihn als Prospect gehen könnte. Das 5*-Talent, das aktuell schon Stipendien-Angebote von allen CBB-Blue Bloods vorzuliegen hat, besticht in erster Linie durch seine gute Bewegungskoordination, seine starke Athletik und seine extreme Länge für einen Flügelspieler.

Diese Tools nutzte Knox, um seinem Team bei jeder Possession defensiv zu helfen. Er scheint hart, meistens klug und vor allem auch gern zu verteidigen. Offensiv waren die Leistungen des 17-Jährigen stark tagesabhängig. In manchen Spielen blitzen neben diversen Highlight-Dunks, Dribblemoves und ein gut funktionierender Sprungwurf auf. In einigen Partien wollten nicht einmal einfache Layups fallen, so dass er deswegen mehr Zeit auf der Bank verbrachte. Für die Zukunft scheinen Knox, einem Spieler ohne grobe, nicht auszubügelnde Schwächen, viele Türen für die individuelle Entwicklung offen zu stehen.

Jaren Jackson Jr. – Wing/Big

An dieser Stelle hätte auch mit Troy Jones ein ziemlich starker Flügel-Allrounder stehen können, der mit seinem schon sehr runden Spiel viele Scouts überzeugte. In dieser Auflistung hat sich aber Jaren Jackson Jr. diesen Platz verdient, da sich der Forward in einem Team voller Top-Athleten noch einmal hervortat.

Bei den Teamvorstellungen fiel auf, dass der Sohn von Ex-Spur Jaren Jackson aktuell größer als die beiden nominellen Bigmen Carter Jr. und Whiley zu sein scheint. Allerdings bewegt er sich trotz seiner Körperhöhe und enormen Armspannweite mit der Leichtigkeit eines Guard und hätte wahrscheinlich mit seiner Mischung aus Sprungkraft und Geschwindigkeit auch in jeder Leichtathletikdisziplin Erfolge feiern können. Bisher nutzt er diese Tools vor allem, um in der Defense enorme Distanzen zurückzulegen, den Ring zu beschützen, mit hoher Frequenz Würfe am Perimeter zu blocken und den Fastbreak mitzulaufen. Angeblich soll er aber an der High School sogar Dreier werfen und treffen. Verfügt Jackson Jr. wirklich über einen nur annähernd verlässlichen Wurf und verbesser sein Spielverständnis sowie seine Intensität, kann er durch seinen Körper ein ungemein hohes Ceiling erreichen.

Collin Sexton – Playmaker

Collin Sexton wird in einer der kommenden Drafts sicherlich hinter vielen seiner Teamkollegen gezogen werden, war aber über die Wochen in Zaragoza der produktivste Spieler im Kader der US-Boys und wurde folgerichtig zum Tournament-MVP gewählt. Das Herz der Mannschaft war nicht nur abseits des Feldes ein guter Anführer, sondern zog auch in seinen Minuten auf dem Court das Spiel seines Teams konstant an sich. Als Scoring-Playmaker attackierte er gegnerische Verteidigungsreihen unerlässlich und äußerst effizient. Kaum ein Spieler konnte sich mit seiner Explosivität und Geschwindigkeit in seinem Zug zum Korb messen.

Gleichzeitig vergaß Sexton seine Mitspieler nicht und streute ab und an gar Distanzwürfe ein. In einer sehr aggressiv auftretenden US-Team stach er mit seiner Intensität heraus. Dies sagt viel. Am College dürfte er ein ungemein starker Aufbauspieler werden. Für großen Erfolg auf dem höchsten Profi-Level wird er in den nächsten Jahren noch Mittel und Wege finden müssen, die es ihm erlauben, seine eigentlich nicht mehr NBA-taugliche Körpergröße von 6‘1‘‘ kompensieren zu können. Weitere Verbesserung seines Shootings würde dafür einen guten ersten Schritt darstellen.

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