Milwaukee Bucks, NBA

Brandon Knight: Zu früh abgeschrieben?

Brandon Knight hatte es nicht immer leicht in der NBA, nicht selten war er in der Regel zur falschen Zeit am falschen Ort. Man erinnere sich nur an Kyrie Irvings Crossover in der Rising Star Challenge oder an DeAndre Jordans Monster Jam über ihn. Seine ersten beiden Jahre in Detroit waren ernüchternd. Zwar durfte der achte Pick der NBA Draft 2011 schon in seiner ersten Saison bei den Pistons starten, jedoch konnte er sich nie zu dem Wunschspieler den man in Detroit gerne gehabt hätte entwickeln.

Lediglich 3.9 Assists konnte Knight in knapp 32 Minuten auflegen, für einen Point Guard ein miserabler Wert. Versuche ihn auf der zwei einzusetzen scheiterten an seiner Größe (1.91m) und seiner schmächtigen Figur. Brandon Knight war zu diesem Zeitpunkt ein ineffizienter Scorer, den man weder auf der Eins noch auf der Zwei wirklich gewinnbringend einsetzen konnte. Im Sommer 2013 wollten die Detroit Pistons Brandon Jennings für knapp 8 Millionen Dollar unter Vertrag nehmen, da die Pistons aber nicht mehr genügend Platz unter dem Salary Cap hatten handelten sie mit den Bucks einen Sign and Trade aus. Neben Brandon Knight wurden auch Khris Middleton und Viacheslav Kravtsov zu den Bucks transferiert.  Wie hat sich Brandon Knight in einem Jahr in dem er in der Öffentlichkeit bei den Bucks kaum bemerkt wurde entwickelt?

Lernen was es heißt ein Point Guard zu sein

Die wenigsten jungen Point Guards starten in der Liga direkt durch und können direkt überzeugen, viele haben große Probleme damit ihr Spiel vom College auf das NBA Level anzupassen. Die Gegenspieler sind alle einen Schritt schneller als man es gewohnt war und wenn man es doch mal geschafft hat am Mitspieler vorbeizukommen warten in der Regel noch defensivstarke Center am Korb, die einem den Abschluss am Brett nahezu unmöglich machen. Das ganze Spiel ist nochmal ein deutliches Stück schneller als auf dem Collegelevel, so dass die meisten jungen Point Guards auch mit vielen Turnoverproblemen zu kämpfen haben. Selbst Spieler wie Damian Lillard und Kyrie Irving, die sich schnell in der Liga etabliert haben, haben noch nicht unbedingt gelernt was es heißt ein Point Guard zu sein. Beide weisen noch einen niedrigen Assistschnitt (um die 6.0) bei hohen Turnoverzahlen (um die 3.0) auf. Die Entwicklung zu einem Spieler der das Spiel gut leiten kann und immer ein Auge für seine Mitspieler hat braucht seine Zeit.
 
Saison
Assists pro Spiel
Assist pro 36min
Assistrate*
Turnover pro Spiel
Turnover pro 36min
Turnoverrate
Assist-Turnover-Verhältnis
11/12
3.8
4.2
20.8%
2.6
2.9
17.1%
1.47
12/13
4.0
4.6
21.3%
2.7
3.1
17.3%
1.48
13/14
4.9
5.3
26.6%
2.6
2.8
13.2%
1.87
*Prozentsatz der Field Goals die vom Spieler assistiert werden während er auf dem Feld ist
 

Wie sehr Brandon Knight im letzten Jahr in diesem Bereich dazu gelernt hat verdeutlichen diese Zahlen, seine Assistrate ist um über 5%  angestiegen, während gleichzeitig seine Turnoverrate um knapp 4% gesunken ist. Sein Assist-Turnover-Verhältnis von 1.87 ist zwar immer noch unterer Durchschnitt, aber mittlerweile auf einem annehmbaren Niveau. Point Guards wie Russell Westbrook, Jeremy Lin, Michael Carter-Williams oder Eric Bledsoe haben sogar ein schlechteres. Brandon Knight ist hier in seiner Entwicklung sicherlich noch nicht am Ende angelangt und wird weiter lernen was es heißt ein Point Guard zu sein.

Wie effizient agierte Knight in Milwaukee?

Wie oft sieht man, dass junge Spieler bei schlechten Teams in viel zu großen Rollen sind und deshalb überragende Stats auflegen. Als jüngste Beispiele können hier Michael Carter-Williams und Evan Turner genannt werden, die in Philadelphia große Zahlen auflegen konnten. Wieviel diese Zahlen dann bei einem guten Team noch Wert waren konnte man an Evan Turners Leistungen in Indiana sehen. Doch Brandon Knight ist ein anderer Fall. Trotz größerer Rolle konnt er in Milwaukee effizienter agieren

 
Saison
PPG
Feldwurfquote
Dreierquote
True Shooting Percentage*
Freiwurfrate**
Freiwurfquote
11/12
12.8
41.5%
38.7%
51.1%
17.8%
75.9%
12/13
13.8
40.7%
36.7%
51.1%
25.6%
73.3%
13/14
17.9
42.2%
32.5%
52.3%
29.6%
80.2%
*Berechnet die Wurfquote eines Spielers unter Berücksichtigung von Dreipunktwürfen, Zweipunktwürfen und Freiwürfen ** Anzahl an Versuchen von der Freiwurflinie/Anzahl an genommenen Würfen aus dem Feld
 
Die deutlich erhöhte Punktzahl zeigt das Brandon Knights Rolle deutlich gestiegen ist. War er in Detroit noch einer von vielen, so musste er in Milwaukee die erste Scoringoption geben. Dies verdeutlicht auch seine deutlich gesunkene Dreierquote, denn die Defensive konzentriert sich vermehrt auf die erste Scoringoption was es schwieriger macht einfache Würfe zu bekommen (zum Vergleich: checkt die Entwicklung der Wurfquoten von Gordon Hayward). Umso bemerkenswerter ist es das Brandon Knight trotz der vermehrten Aufmerksamkeit gegnerischer Defensiven effizienter agiert. Dies belegen vor Feldwurfquote und True Shooting Percentage. Der Grund für die ansteigende Effizienz liegt vor allem daran das Brandon Knight deutlich mehr an die Linie geht und von dort auch besser trifft. Ein anderer Grund ist das Knight deutlich besser aus der Mitteldistanz abschließt. In seinen drei Jahren in der Liga entwickelte sich seine Quote von dort von 30.9% auf 34.8% und schließlich zu 40.9% in diesem Jahr.
 

Knights offensiver Einfluss auf die Bucks und in Detroit

 
Saison
Offensivrating
Team Offensiv Rating Knight On-Court
Team Offensiv Rating Knight Off-Court
Differenz
11/12
97
0.3
100.9
101.1
-0.2
12/13
98
0.3
102.9
106.2
-4.3
13/14
104
2.4
103.8
100.9
+2.9
 
Die in dieser Saison deutlich angestiegenden Statistiken im Offensivrating und den Offensive Win Shares verdeutlichen Knights Entwicklung am offensiven Ende. Noch deutlicher wird seine Entwicklung wenn man seinen Einfluss auf die Offensive seines Teams sieht. In der zweiten Saison bei den Pistons schadete er der Offensive der Pistons sogar. Seine Mannschaft machte auf 100 Ballbesitze im Schnitt 4.3 Punkte mehr wenn er nicht auf dem Feld stand. Im Vergleich dazu konnte er in dieser Saison deutlich zulegen und sein Team erzielte auf 100 Ballbesitze 2.9 Punkte mehr wenn er auf dem Feld stand.
 

Brandon Knight am defensiven Ende

 
Seinen Status als schwächerer Verteidiger hat Brandon Knight nicht nur aufgrund von Jordans Poster Dunk oder Irving`s Crossover, trotzdem sollten wir mal einen Blick darauf werfen ob sich Brandon Knight in der Defensive entwickeln konnte.
 
Saison
Opponent Team Offensive Rating Knight On-Court
Opponent Team Offensive Rating Knight Off-Court
Differenz
Fouls
Steals
11/12
107.7
104.2
-3.5
2.3
0.7
12/13
113.2
105.4
-7.8
2.1
0.8
13/14
113.3
109.0
-4.3
2.0
1.0
Knight hat seinen Status als defensives Loch nicht ohne Grund. Aus der Tabelle lässt sich deutlich entnehmen wie sehr Knight in allen drei Karrierejahren seinem Team defensiv geschadet hat. Auch wenn der Unterschied von -7.8 auf -4.3 gesunken ist, so muss man dabei bedenken dass Knight bei den Bucks gespielt hat. Die Bucks liegen mit einem Defensivrating von 108.9 nur auf Rang 29 in der Liga. Knight fällt also sogar bei einem sehr defensivschwachen Team noch negativ auf.
 

Knight´s Zukunft

Brandon Knight ist ein Point Guard der in der letzten Saison einen großen Sprung in seiner Entwicklung gemacht hat. Natürlich muss Knight noch deutlich weiter an seinem Schwächen arbeiten. Er muss in Zukunft noch effizienter spielen, noch mehr in die Rolle eines Point Guards wachsen und sich vor allem defensiv noch verbessern. Doch Knight hat im letzten Jahr den richtigen Weg eingeschlagen und kann sich in den nächsten Jahren neben Larry Sanders und Jabari Parker zu einem wichtigen Puzzlestück der Bucks entwickeln.
 
 
 
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben