Wade Baldwin

Wir diskutieren hier über die aktuellen Draft-Prospects und den europäischen Basketball.
Antworten
Tobias Berger
Go-to-Guys-Redakteur
Beiträge: 416
Registriert: 29.03.2012, 17:25
Lieblingsspieler: Greg Oden, Joel Embiid
Kontaktdaten:

Wade Baldwin

#1

Beitrag von Tobias Berger » 13.06.2016, 19:41

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.
Draftprofil: Wade Baldwin – das Wingspan-Monster

Poohdini
Go-to-Guys-Redakteur
Beiträge: 900
Registriert: 03.08.2012, 15:35

#2

Beitrag von Poohdini » 15.06.2016, 19:12

Schöne Arbeit Tobias.

Nach den Top 2 mein absoluter Lieblingsspieler in der Draft. Es gibt einfach so vieles an ihm zu lieben. Seine physischen Tools sind schon ja sowieso überragend. In der Defensive hat er das Potential eine echter Elite Verteidiger zu werden. Umso mehr, wenn man überlegt, dass man mit Baldwin sogar theoretisch "hoch"-switchen kann in der PnR-Verteidigung. Er wäre mit seiner Länge, lateralen Geschwindigkeit und dem gut ausgebauten Körper sogar gegen die meisten Flügel kein Mismatch für den Gegner. Aber auch in Kombination mit einem stark verteidigenden Big (Noel-Typ) in der PnR-Defense wäre das unheimlich krass.

Er trifft den Dreier, hat eine unheimlich große FTar und ist relativ gut dabei, unassistierte Würfe zu erarbeiten und zu treffen. Noch dazu fand ich, dass seine Coaches ihn in Vanderbilt nicht in gute Situationen gebracht haben. Sowohl was Spielstil als auch Teammates angeht.

Insgesamt wirkt Baldwin auch wie ein Late-Bloomer, er hat sich in nur einem Jahr als Primary Ballhandler massiv verbessert und diese Passage im obigen Scouting Report passt am besten zu ihm:

"Wie etwa bei Marcus Smart stellt sich dann das Gefühl ein, dass hier ein hochtalentierter Athlet diese Position noch lernt."

Welche Red Flags gibt es denn wirklich bei Baldwin? Er kann NOCH kein Full Time Playmaker sein und schließt am Ring noch nicht so gut ab. Letzteres verbessert sich in der NBA bei den meisten Spielern relativ gut, v.a. bei der Länge und Physis Baldwins. Es gibt mehr Platz per se, besseres Spacing und bessere Mitspieler. Die größte Herausforderung wird sein, sein Ballhandling zu verbessern. Aber daran zweifle ich auch weniger, weil er a) noch relativ jung ist (20 Jahre in seinem Rookie Jahr) und b) große Verbesserungen in seinem ersten-Full-time-PG-Job gezeigt hat. Eventuell lässt sich daraus eine Trajektorie ableiten.

Jeder Spieler hat Flaws und red flags, aber seine sind IMO die, mit denen ich als Franchise am ehesten leben würde. Ich will ihn unbedingt bei den Sixers und hoffe, sie traden sich irgendwie in die #3-#10 range, sonst könnte er weg sein. Würde ich sogar momentan vor Bender nehmen.

kdurant35
Beiträge: 1278
Registriert: 07.10.2015, 17:44

#3

Beitrag von kdurant35 » 16.06.2016, 11:02

Hui, 3 ist aber sehr gewagt.

Hab ihn eigentlich frühestens ab 8 auf dem Schirm. Wobei ich den Kings eigentlich nicht zutraue einem Rookie den Aufbau zu überlassen. Bei all den Moves im letzten Jahr verlängern die lieber langfristig mit Rondo ;) .
Fänd eigentlich die Bucks sehr interessant für ihn. Auch Utah und Chicago hab ich auf dem Schirm. Tiefer wird er wohl kaum fallen.

Tobias Berger
Go-to-Guys-Redakteur
Beiträge: 416
Registriert: 29.03.2012, 17:25
Lieblingsspieler: Greg Oden, Joel Embiid
Kontaktdaten:

#4

Beitrag von Tobias Berger » 16.06.2016, 11:16

Das Rimfinishing ist schon eine größere Flag. 50 FG%@Rim ist nicht nur nicht gut, sondern schon ziemlich schlecht. Das als fluky Spielzeit abzutun ist nicht so einfach, wenn man sieht, dass der auch als Frosh nicht über 56 FG%@Rim hinauskam. Da muss man echt mal schauen. Aus meiner Sicht fehlte es oft an Touch. Das ist nicht so einfach zu beheben.

Handling als Baustelle find ich auch immer schwierig. Genau wie der Wurf ist das eigentlich eine Baustelle an der man klar arbeiten kann und so ein klarer Weg zur Verbesserung schon vorgezeichnet ist, wenn sich der Spieler reinhängt. Andererseits gibt es auch einfach oft Limits für jeden Spieler. Kann noch nicht sagen, wieviel besser er werden kann.

Dritter Punkt ist für mich das Playmaker-Feel. Hab es versucht mit dem Satz zu beschreiben, den du auch schon rausgepickt hast. Baldwin ist nicht schlecht im Spielaufbau, aber es sieht irgendwie nicht natürlich aus. Weiterführende Reads sind (noch) nicht einfach für ihn. Aktuell würde das als Fulltime Playmaker wohl noch recht viele Fehler bedeuten (TOV%!!), auch wenn er teilweise auch schwierige Pässe spielen kann und in der Hinsicht nicht beschränkt ist. Es bleibt aber abzuwarten, ob er höchsten Ansprüchen irgendwann entsprechen kann oder er "nur" ein Spieler bleibt, der einen weiteren aktiveren Ballhandler neben sich braucht und mehr in die Richtung "3&D Combo" geht als langfristig zu einem "Primary Initiator" oder gar "Two-Way-Initiator" zu werden.

Defense basiert teilweise auch mehr auf Ruf und kleineren gezeigten Sequenzen als auf solider, konstanter Arbeit, wie Smart diese zb am College brachte. Aber das ist ja bei vielen CBB-Spielern so, deshalb würde ich das noch als zu großes Minus sehen.

Antworten