BBL, Interview

“Wir haben den Etat gesteigert, müssen aber noch mehr drauf legen!”

Seit über 25 Jahren ist Robert Wintermantel nun im Basketball-Geschäft unterwegs. Davon war er über 17 Jahre als Spieler aktiv mit Stationen wie der Abraham Baldwin College in den USA. In Deutschland führte sein Weg über Langen nach Frankfurt bis zuletzt nach Tübingen. Dabei fühlte er sich am Neckar pudelwohl und übernahm 2008 den Job des Geschäftsführers. Im Interview spricht über die aktuelle Spielzeit, den Abstieg und vieles mehr.

Herr Wintermantel, haben Sie die Spielzeit 2014/15 so erwartet?

Nein! Wir haben uns alle erhofft, dass wir eine leichtere Saison haben werden als die Vergangene und das war für alle ein sehr harter Kampf und hat sehr viel Energie gekostet. Dass es nun erneut so war, ist natürlich schwierig. Aber wie man heute (Anm. d. Red.: 22.04.2015 – Spiel gegen den MBC) gesehen hat, kann man aus diesem Loch herauskommen und das macht uns natürlich glücklich.

Was hat Ihnen diese Spielzeit besonders gut gefallen?

Vor allem bei den Spielern: Augustine Rubit, den ich extrem gut finde. Und ich finde, dass wir in so einem wichtigen Spiel funktionieren können, ist selbstverständlich super. Leider hatte die Saison mehr Tiefen als Höhen und das ist natürlich nicht immer einfach.

Sie sprechen die Tiefen bereits an. Was gefiel Ihnen die Spielzeit nicht im Gegenzug?

Ja, wenn man so daheim spielt das wir ausgebuht werden, dass war ja gegen Phoenix Hagen der Fall und das sind natürlich Dinge, die man gerne lieber schneller vergessen möchte.

Gehen wir kurz ins Detail der Spielzeit 2014/15 hinein. Wie schmerzhaft war die Verletzung von Michael Cuffee?

Natürlich sehr. Ein sehr zentraler Spieler für uns auf der 3 und phasenweise auf der 4 und zu dem der physischste Spieler. So einen Spieler zu so einem Zeitpunkt der Saison nicht zu Verfügung zu haben, ist schon ein großes Handicap gewesen für uns. Aber auch für ihn persönlich eine schlechte Lage.

Kann man provokativ sagen, dass nun das Abstiegsgespenst ein Stammgast in der Paul-Horn-Arena ist?

Wir hoffen natürlich nicht. Letztes Jahr war es ja das erste Mal, dass es ganz knapp wurde. Davor waren wir einmal 10. und dreimal 12., also waren wir eigentlich Gefilde gewohnt. Aber das ist natürlich so, wenn man zu den kleineren Team gehört hinsichtlich des Etats und somit am Ende gegen Abstieg kämpft.

Wie wollen Sie nun dem Abstiegsgespenst Hallenverbot erteilen in Zukunft?

Das wäre natürlich schön, wenn man es dem einfach so erteilen könnte. Aber die Liga-Situation ist, dass man jede Saison seinen Etat steigern muss. Wir haben ihn auch gesteigert in den letzten Jahren, aber die Liga ist so dynamisch und das man noch mehr drauf legen muss. Zudem bräuchten wir ein bisschen weniger Verletzungspech und dann sieht es in Zukunft schon besser aus.

Wie neidisch blicken Sie auf die schwäbischen Mitkonkurrenten aus Ludwigsburg und Ulm?

Ich bin prinzipiell ein Mensch, der nicht neidisch ist. Ich habe mir bislang alles selbst erarbeitet und genauso werden wir hier auch agieren.

Zu guter Letzt nun: Wie sieht die Prioritätenliste diesen Sommer aus?

Diesen Sommer müssen wir natürlich eine Mannschaft zusammenstellen, welche konkurrenzfähig ist. Zudem müssen wir Partner gewinnen, welche unsere Plattform nutzen wollen und mehr finanzielle Mittel uns zu verfügen stellen wollen. Das wird die primäre Aufgabe diesen Sommer sein. Vielen Dank für die genommen Zeit Herr Wintermantel.    

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