And One

Wer sollte MVP 2015 werden?

And One-Ausgabe #9

Steph Curry ist der beste Spieler im besten Team der Liga. Natürlich gehört er in die MVP-Konversation. Neben dem Ballhandler der Golden State Warriors haben unsere Redakteure und Gast Torben Siemer von NBA News Deutschland und dem NBAchef aber weitere würdige Kandidaten auf die folgende Frage gefunden: 

andone9

Torben Siemer (NBA News Deutschland): 26.0 Punkte, 5.7 Rebounds, 7.3 Assists und 1.6 Steals pro Spiel. Wurfquoten von 48.8 Prozent aus dem Feld, knapp 34 Prozent bei fünf Versuchen von jenseits der 7.24m-Linie und 71.5 Prozent von der Freiwurflinie bei durchschnittlich 8.1 Versuchen. Das Team dieses Spielers steht auf einem Top drei-Platz in seiner Conference, die Playoffs sind laut der Berechnungen von Stats-Guru John Hollinger gesichert.

Das All-Star-Break ist Geschichte, die NBA macht sich bereit für den Schlussspurt um gute Ausgangspositionen für die Postseason. 20 Spiele sind pro Franchise noch zu absolvieren. Die begehrten Regular Season-Awards werden immer öfter diskutiert, vor allem der Maurice-Podoloff-Award wird stark umworben. Es geht hier um den MVP, den Most Valuable Player.

Die Kriterien für die Auszeichnung als wertvollster Spieler werden oft und ausführlich diskutiert, bleiben am Ende aber dennoch zu einem guten Teil unklar: Geht es um den besten Spieler der Liga? Den besten Spieler des besten Teams? Den Spieler, der für sein Team unverzichtbar ist? Die Vergangenheit zeigt – außerhalb der Playoffs hat kein Spieler eine Chance auf die Auszeichnung, ein Top 5-Seed muss schon mindestens her.

Der oben durch seine Stats beschriebene Spieler legt laut Basketball-reference in dieser Saison ein Offensiv-Rating von 111 auf. Seine Usage-Rate liegt bei 33.5 Prozent und gehört damit zur Ligaspitze. Ich habe mir mal, ebenfalls bei bball-ref, die On-Off-Stats angesehen: In 1922 Minuten dieser Saison stand er auf dem Feld, in 1160 Minuten musste sein Team ohne ihn auskommen. Die dabei auftretenden Unterschiede sind eklatant – mit ihm gehört das Team in der Offensive zur Elite der NBA, 115 Punkte erzielen sie dort auf 100 Angriffe gerechnet. Ohne? 103.7. Mit ihm erzielt man ein Defensivrating von 104.7. Ohne? 110.2. Daraus ergibt sich ein Umschwung des Net-Ratings von 10.5 auf -6.4, insgesamt also eine Veränderung von 16.9 Punkten. Die vielleicht entscheidende Statistik aber ist eine für viele recht simple. Mit ihm steht das Team bei einer Bilanz von 38-16 oder eine Erfolgsquote von 70.7 Prozent. Auf 82 Spiele gerechnet wären das knapp 58 Siege. Ohne ihn verlor man neun von elf Spielen. Die Siegquote läge dort bei 18.1 Prozent, knapp 15 Siege bei 82 Spielen. Klar, die Sample Size hier ist klein und dennoch aussagekräftig – ohne LeBron James läuft es bei den Cavaliers nicht.

Mutig ist die Aussage nicht, die Rede ist hier immer vom aktuell besten Spieler der Post-Jordan-Ära, vom insgesamt wohl immer noch dominantesten Spieler der Welt. Dennoch tauchen in den MVP-Diskussionen zumeist die Namen Stephen Curry, James Harden und Russell Westbrook auf.

Warum? LeBron James hat den Award vier Mal in fünf Jahren gewonnen, auch die fünfte Trophäe hätte er verdient gehabt. Im Vorjahr wurde hinter Kevin Durant Zweiter in der Abstimmung, mit der Wahl beider hätte man wenig falsch gemacht. LeBron James gehört auch in diesem Jahr ohne Zweifel in die Diskussion um den MVP-Award, warum also wird sein Name dort ungewöhnlich selten genannt? Er spielt eine im Vergleich mit seinen letzten Jahren schwache Saison. Und gehört in meinen Augen dennoch jährlich ins MVP-Race. Weil er die Messlatte in den vergangenen Spielzeiten schlicht unfassbar hoch gelegt hat.

Julian Lage: Der MVP-Award ist der Wortbedeutung zufolge keine Auszeichnung für den besten, sondern für den ‚wertvollsten‘ Spieler der Liga. Daher ist es naheliegend, zu fragen, wie die Teams ohne die jeweiligen MVP-Kandidaten wohl aussähen. Wie schon letzte Woche in einem anderen Zusammenhang beleuchtet, sind die Rockets so abhängig von ihrem Star James Harden wie kein vergleichbares Team. Der beste Punktesammler der Liga hat nicht nur den vergleichsweise größten Anteil an den Teampunkten. Aauch in diversen anderen Statistiken führt Harden sein Team klar an: Mit 60,8 % TS steht er fast 3% vor dem nächstbesten Dwight Howard (58,2%), im ORtg sind es 5 Punkte vor Terrence Jones (114) – wobei Howard und Jones jeweils nur etwa die Hälfte der bisherigen Spiele absolviert haben. Harden ist auch gleichzeitig der primäre Spielmacher der Rockets, was 35,6 % Assist-Rate gut zeigen: Jedem dritten Korb, den seine Kollegen erzielen, geht ein Harden-Assist voraus.

Prozent Scoring

Besonders auffällig wird die Bedeutung von Harden durch die diversen Stats, die versuchen, das ganze Spiel in eine Zahl zu packen: Von PER über Win Shares und VORP bis zu BPM/RPM liegt Harden mannschaftsintern mit teilweise absurden Abständen an der Spitze. Während für den Mann mit Bart all diese Zahlen Superstar-Werte aufweisen, bleibt der Rest des Teams auf Durchschnittsspieler-Niveau. Zwei Beispiele: In BPM ist der Unterschied 8,8 zu 1,4, in RPM 7,8 zu 1,47 (basketball-reference.com bzw. espn.com – siehe auch hier). Wie kürzlich angesprochen, sind diese Daten durch ihre Undurchschaubarkeit mit Vorsicht zu genießen. Die Summe sehr ähnlicher Ergebnisse bestärkt hier aber den Eindruck, den schon die Namen im Roster hinterlassen: Außer Harden und dem verletzungsgeplagten Dwight Howard stehen praktisch nur Rollenspieler im Kader der Rockets.

Bei keinem anderen MVP-Kandidaten ist der Unterschied zum Rest des Teams vergleichbar groß. So schlecht damit Houstons Aussichten für die Playoffs trotz Platz 3 im Westen und 43 zu 20 Siegen sind – Harden trägt ein schlechtes Team und sollte damit stand heute zum wertvollsten Spieler der Regular Season gewählt werden.

Sebastian Hansen: Wenn es um die MVP-Wahl geht, wird oft gefordert, dem besten Spieler des besten Teams den Titel zu geben. Doch warum eigentlich? Basketball ist immer noch ein Teamsport und Russell Westbrook kann nichts dafür, dass die Oklahoma City Thunder in dieser Saison auf eigentlich fast jeden ihrer wichtigen Spieler mehr oder weniger lange verzichten mussten und sich deswegen zur Zeit nur auf Platz 8 im Westen wiederfinden. Auch Westbrook selbst fehlte einige Partien. Doch das, was er zeigte, wenn er denn spielte, kann man getrost als die besten individuelle Leistung der Saison bezeichnen. 27,4 Punkte, 8,1 Assists und 7,0 Rebounds liefert der athletische Guard Abend für Abend ab. Einzig das ORtg von 111 ist nicht ganz auf dem Niveau der anderen Anwärter, doch Westbrooks Effizienz wird durch seine absurd hohe USG% von 38,4 % gedrückt. Fast jeder Angriff der Thunder läuft über ihn, Westbrook ist im Dauerattacke-Modus. Diese Zahlen sehen an sich schon nicht schlecht aus – doch das war noch lange nicht alles. Denn im Februar lief Westbrook in Abwesenheit von Kevin Durant erst so richtig heiß: 31,2 Punkte, 10,3 Assists, 9,1 Rebounds, ORtg 121 bei einer USG% von 37,7%. Einen solchen Monat hat in der langen Geschichte der NBA bisher nur Oscar Robertson abliefern können. Dazu kamen noch 4 Triple Doubles in Folge, die meisten seit einem gewissen Michael Jordan. Die Offense der Thunder mit Westbrook trennen Welten von der ohne. Westbrook schafft es, sowohl sich, als auch seinen Mitspielern durch seine Drives immer wieder Räume zu verschaffen, die dann direkt zum Punkten genutzt werden können. Beispielsweise assistiert der oft als Egoist verschriene Guard fast 48 % der Treffer seiner Mitspieler, wenn er auf dem Feld steht. Allein daran kann man erkennen, wie enorm wichtig Westbrook gerade ohne Durant für die Thunder ist – und wie gut. Aber auch auf die anderen Würfe hat er oftmals durch das Schaffen von Platz maßgeblichen Einfluss. Seine Mitspieler werden durch ihn besser, wie schon einmal im Dezember analysiert. 

Natürlich, Russ hat seine Schwächen. Er ist recht turnoveranfällig und der Dreier sitzt nicht immer so, wie er soll. Niemand ist allerdings perfekt und besser als seine Konkurrenz spielt Russ trotzdem; dazu kommt seine Unersetzbarkeit für OKC. Einzig die Bilanz der Thunder spricht nach der allgemeinen Lesart gegen ihn. Blendet man dies aufgrund der Verletzungen jedoch aus, ist Westbrook ein ganz heißer Kandidat für die wichtigste persönliche Auszeichnung der NBA. 

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59 comments


  1. Poohdini

    Sieht man mal wie bescheuert es ist, die MVP Wahl so krass von der Bilanz abhängig zu machen. Was kann Russ denn bitte dafür, dass 3 der 4 besten Thunder Verteidiger verletzt sind? Die Defense ist ja nicht nur schlechter, weil man sehr gute Defender durch Durchschnitt ersetzen musste, sondern durch absolute grauenhafte Leute wie Kanter, Dion etc.

    Wie gestern auf SBNation auch geschrieben wurde: die Defensive der Thunder ist das Problem, ohne Ibaka und Durant ist sie auf dem Niveau von 2009!!!

    Sollte an Russells MVP-Kampagne eigentlich nichts ändern. Meine Stimme geht trotzdem an ihn.

    Ansonsten bin ich nach wie vor gegen Curry, weil seine Usage im Vergleich zu den anderen Kandidaten doch zu gering ist.

  2. Avatar

    Flashmaster

    Was sagt die Usage% über die Qualität eines Spielers aus? Man kann es sich natürlich einfach machen und sagen: Usage%=Verantwortungslast des Spielers. Westbrook hat den Ball ohne Durant und zwischenzeitlich ohne Ibaka natürlich extrem oft in den Händen. Wer auch sonst? Waiters? Ich kann nicht nachvollziehen, warum Curry bei vielen darunter leidet, dass er unter tollen Assistant-Coaches und in einem enorm talentierten Team spielt. Bei dem System, welches die Warriors auf den Platz bringen, wäre es ein Verbrechen eine Usage jenseits der 35% für sich zu beanspruchen. Mittlerweile hat es sich etwas verbessert, aber in der letzten Saison und in großen Teilen der laufenden, sind die Warriors offensiv regelrecht eingebrochen, wenn Curry nicht auf dem Feld war. Was wiederum für Westbrook spricht ist die im Vergleich zu Curry nahezu identische TOV%, obwohl seine Usage und damit die potentielle Turnovergefahr ungleich höher ist.
    Über den Award selbst braucht man nicht zu diskutieren. Der Teamerfolg ist essentiell, ob man das gut findet oder nicht, spielt leider keine Rolle. Wenn man nach den ”gängigen” MVP-Kriterien bewertet, sollte Westbrook, trotz seiner teils – gelinde gesagt – dominaten Leistungen keine nennenswerte Rolle spielen (damit sage ich nicht, dass Westbrooks individuelle Leistung nicht mit in das Kandidatenfeld gehört). Macht Harden so weiter und fährt einen sicheren zweiten Platz mit Rockets ein und generiert mit diesem Kader (größtenteils ohne Howard und auch sonst mit eher mäßiger Qualität) im Westen 56-58 Siege, sollte er MVP werden. Müsste ich heute Geld setzen, bekommt Curry meine Stimme.

  3. Poohdini

    Man kann ja durchaus unterscheiden zwischen dem, was die Wähler in Betracht ziehen (Teamerfolg spielt eine Rolle, auch wenn der Sinn dessen sehr streitbar ist) und dem, was wir Advanced Stats-Anhänger (^^) als sinnvoll erachten.

    Gehört Russ in die engste MVP-Auswahl? Auf jeden Fall. Wird er gewählt? Wohl eher nicht.

  4. Avatar

    Flashmaster

    >

    Ich hatte es fälschlicherweise gestern im RPM-Thread bereits zur Diskussion gestellt. Jetzt frage ich mal konkret nach deiner Meinung und setze dir quasi die Pistole auf die Brust :mrgreen:
    Du musst wählen (nach deinen Kriterien). Deine Wahl beinhaltet ein Ranking deiner MVP-Kandidaten in fester Reihenfolge die sich von Platz 1 (MVP) bis Platz 5 (am wenigsten MVP) beläuft. In der engeren Auswahl müssten LeBron James, Stephen Curry, Russell Westbrook, Anthony Davis und Chris Paul stehen. Wer schaft es nicht in die Top 5?

  5. Sebastian Seidel

    >

    USG%:
    Westbrook 38.3%
    Harden 31.3%
    Curry 28.9%

    TS%
    Curry 63.2
    Harden 60.2
    Westbrook 53.1

    ORtg
    Curry 121
    Harden 119
    Westbrook 110

    Natürlich hat Westbrook eine deutlich höhere Usage als Curry und Harden. Im Gegenzug kann man aber auch damit argumentieren, dass Harden und Curry sehr viel effizienter als Westbrook agieren.

    >

    Obwohl Oklahomas Defense über die komplette Saison gesehen nur noch Durchschnitt ist agieren sie mit Westbrook auf dem Feld aber auch nochmal schlechter.
    Sowohl mit Blick auf das Defensivrating als auch mit Blick auf das DRPM.
    Westbrook gehört für mich in die MVP-Diskussion, aber Harden und Curry hab ich persönlich einfach noch eine Nuance vorne.

  6. Poohdini

    @Sebastian: Ja. Natürlich sind die anderen effizienter, wollte ich auch nie anders darstellen. Aber gerade der Unterschied in der Usage zwischen Curry und Westbrook ist gigantisch. Ich berücksichtige in meiner Wahl natürlich alle Facetten, die in dieser Saison eine Rolle gespielt haben.

    Mit deinen On/Off-Ratings wirst du mich niemals überzeugen können ;-)

    @Flashmaster:
    1. Russ
    2. James
    3. Harden
    4. Curry
    5. Davis

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    Martin Sobczyk

    >

    Russ hat definitiv die Thunder super “übernommen” und gehört in den erweiterten Kreis, aber ich kann nicht verstehen, weshalb er bei dir auf Platz 1 steht. Wie ich vor paar Tagen schon schrieb, sieht seine Bilanz ohne Durant (Durant + Russell bei 18-9) nicht besonders toll aus. Jetzt steht er bei 19-18 und vor allem gegen +.500 steht man bei 6-13 mit Russ und ohne Durant. Natürlich spielen zahlreiche andere Aspekte, wie etwa die restlichen Verletzungen eine immense Rolle, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man diese Bilanz jetzt mit einem Harden auch (locker) erreicht hätte.
    Klar sehen seine nackten Zahlen immens beeindruckend aus, aber sehe hier einfach nicht der MVP der Saison. Des Weiteren ist im verständlicherweise in den letzten Spielen etwas die Puste ausgegangen, symptomatisch vielleicht auch die verworfenen zwei Freiwürfe in der Crunchtime gegen die Rockets am Wochenende. Wobei das Spiel ansich natürlich trotzdem ein Ausrufezeichen gewesen ist mit 40/11/13. :shock:

    Wie ich schon schrieb, würde ich Harden, Curry und LeBron in der Top 3 verorten und sehe kaum Argumente für Westbrook um ihn drüber zu stellen. Danach sollte er aber schon in einer Gruppe mit A.Davis kommen.

  8. Sebastian Seidel

    >

    Liegt aber auch an den unterschiedlichen Stärken von Curry und Westbrook. Curry kannst du auch viel besser abseits des Balles mal in die Ecke stellen wo er einen Verteidiger dann festnagelt der nicht aushelfen kann/sollte.
    Westbrook muss eigentlich immer den Ball in der Hand haben um positiven Einfluss auf die Offense seines Teams zunehmen.
    Genauso wie es schwer ist zwischen unterschiedlichen Positionen zu vergleichen ist es auch oft schwer zwischen unterschiedlichen Spielertypen zu vergleichen.

    >

    Gibt aktuell nach Spiele gucken, nur nix besseres um Aussagen über Defense zu machen.
    Opp FG%/PPP versucht Defense auf 1-gegen-1 runterzubrechen, was nicht wirklich sinnvoll ist. Defensive Win Shares sind viel zu teamabhängig.
    On-Court/Off-Courtratings haben ihre Lineup-Schwächen. Kann sein das zum Bsp. Westbrook in letzter Zeit auch viele Minuten mit Kanter auf dem Feld stand und das seinem Defensivrating nicht gut tat. DRPM versucht diese zu beheben, muss man aber auch kritisch und differenziert betrachten.

    All diese Statistiken sollte man nicht für feste Aussagen benutzen, sondern maximal zu Tendenzen.

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    Matthias Holtermann

    >

    Muss denn der MVP unbedingt ein Heroballer sein? Hört sich nämlich so an wenn die Usage ein Kriterium ist und du schon jemanden mit ner Usage von 29 ausschließt, auf die übrigens 16 andere MVPs auch nicht kamen.

    Und wenn man einen Usage-Unterschied von 9% als gigantisch ansieht, dann dürfte das bei einem TS% Unterschied von 10% nicht viel anders sein.

    Mir scheint als wenn du in dem MVP-Award eine Art Allen Iverson Gedächtnis Award siehst… der MVP mit der höchsten Usage und dem schlechsten TS% der letzten 40 Jahre.

  10. Poohdini

    Sorry, mir ist das zu blöd, das wieder durchzukauen, was ich schon tausend Mal gesagt habe und sogar im Pod von den Jungs besprochen wurde. Ich bin nicht hier im Forum unterwegs, um das 1mal1 des Basketballs zu besprechen.

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    Dennis Spillmann

    Haha, da hat Matthias einen wunden Punkt getroffen. #shooter

    Ich muss sagen, dass ich die Argumente für Westbrook verstehe, aber ich nicht glaube, dass er den größten individuellen Impact in der NBA hat. Er hat ihn evtl. offensiv, ich würde aber bspw. gerne sehen, ob jemand wie Curry kein größeres Gravityrating hat.
    Westbrooks größtes “Plus” ist seine Unvergleichbarkeit. Ich weiß nur nicht, ob das überhaupt zieht.

  12. Avatar

    Matthias Holtermann

    >

    Im Pod und überall sonst auch hab ich nichts davon gehört das eine Usage von 29% ein Ausschlusskriterium sein sollte und darauf wollte ich eig. hinaus.

    Das Westbrook in einer größerer Rolle weniger effizient ist, ist vollkommen normal und auch seine Erwähnung als MVP-Kandidat wollte ich nicht in Frage stellen, obwohl er das mMn nur aufgrund der Leistungen im Februar und März ist.

    Aber einen Spieler aufgrund der Usage auszuschließen ist mMn Irrsinn, denn die macht ja nur eine quantitative Aussage und das auch nur auf einen Teil des Spiels, den Abschluss einer Possession.

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    Martin Sobczyk

    >

    Sehe ich ähnlich, vor allem da Curry nunmal auch überzeugende “einfache” Stats auflegt mit 23,9 Pkt und 7,8 Assist. Die Kritik würde ich verstehen, wenn es um den Go-to-guy bzw. den MVP der Hawks gehen würde, weil dort wirklich der Teamverbund wichtig ist. Aber Curry ist eine andere Liga.

  14. Avatar

    Dennis Spillmann

    >

    Curry ist zudem 7. in USG in der ganzen Liga. Davis, den viele wegen der irrwitzigen Zahlen als MVP haben wollen, hat eine noch geringere. Aber es ist – wie gesagt – das einzige Argument für Westbrook und das war es bei Iverson damals auch – nur ist Westbrook wirklich ein effizienter Spieler im Gegensatz zu AI.
    Er ist einfach kaum vergleichbar, weil er so viel selbst abschließt. Ihn aber nur deswegen da oben zu sehen, halte ich auch deswegen für fraglich, weil er – und dafür kann er nichts – 400 bzw. 700 Minuten weniger als Harden oder Curry abgespult hat. Die beiden sind alleine aufgrund ihrer Fitness wertvoller für ihre Teams in dieser Saison. Impact hat man nur, wenn man auch auf dem Feld steht.

  15. HaSchu

    Kleine Frage in die Runde: Wenn wir davon ausgehen, dass der Record signifikanten Einfluss auf die MVP-Chancen eines Spielers hat und weiter davon ausgehen, dass das z.B Harden den MVP kosten könnte, müsste man dann nicht CP3 automatisch als Kandidat sehen, wenn er die Clippers noch in die Top3 bringen sollte? Habe nur ich das Gefühl, dass Chris ein wenig zu unrecht übergangen wird dieses Jahr?

  16. Avatar

    Martin Sobczyk

    >

    Definitiv, aber Paul hat das gleiche Problem wie LeBron, sodass man seine Leistung für gegeben annimmt und sich nicht vor Augen führt wie gut er ist. LeBron hat immerhin den Vorteil, dass er schon genug individuelle Titel gesammelt hat. Paul wurde da in seiner Karriere oft übergangen und wird wohl erst mit PO Erfolg dafür sorgen können, dass er im darauffolgenden Jahr auch wirklich als Topkandidat gesehen wird

  17. Avatar

    Martin Sobczyk

    >

    Aber eben auch “nur” Rang 3, weil bei Paul halt die tolle Geschichte etwas fehlt.

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    Flashmaster

    >

    Ja, leider. Wie sähe deine Reihenfolge nach subjektiven Kriterien bei einem Ranking mit Curry, Paul und Harden aus? Chris Paul ist mit seinen gezeigten Leistungen deutlich näher an den beiden dran, als es die breite Öffentlichkeit vorgeben möchte. Unfassbar, wie viele absolute Topleistungen von Einzelspielern erbracht wurden…wann war das MVP-Race das letzte Mal so eng? Gut für die Liga, toll für den Fan :tup:

  19. Avatar

    Martin Sobczyk

    >

    Puuuh du stellst fragen. :oops:
    Aber zunächst mal ist für mich folgender Satz von dir von zentraler Bedeutung:

    >

    Wenn die breite Öffentlichkeit dies wahrnehmen würde, dann wäre ich schon zufrieden, aber Paul hat halt einfach (teils selbstgemachte) Probleme damit. Sein öffentlichkeitswirksames Rumgeflope, fehlender PO-Erfolg und die Feel-Good-Story fehlt halt komplett bei ihm, wofür er natürlich nichts kann. Er hat es geschafft das Team ohne Blake und ohne Bank auf Kurs zu halten (9-6) und dabei viele gute Teams geschlagen. Die Offense ohne ihn bricht quasi ein bei den Clippers, was selbstverständlich auch an der fehlenden Bank liegt, aber zeigt auch deutlich seinen Wert.

    Meine Top 3? Kann mich nicht wirklich entscheiden und am Ende könnte Chris dann tatsächlich auf 3 landen. Daher gibt es von mir erstmal nur den Sieger: Harden. :shock:

  20. Avatar

    Fabian Thewes

    Ich weiß nicht ob über folgenden Punkt schonmal gesprochen wurde, daher werfe ich ihn mal ein in die Runde:

    Ich würde James Harden zum MVP 2014/2015 wählen. Eigentlich sehe ich ihn und Curry praktisch gleichauf in Sachen Impact pro Ballbesitz, aber Harden hat durchnittlich ca. 4 Minuten pro Spiel länger gespielt. Insgesamt entspricht das ca. 10 Spiele (!) in der RS a 36 Minuten. Er hat also seinem Team umgerechnet ca. 10 Spiele mehr geholfen. Da der Impact pro Ballbesitz bei wachsender Spielzeit eigentlich sinkt (zumindest wenn man viele Minuten abreißt) und das bei Harden offenbar nicht der Fall war, besteht am Ende aus meiner Sicht dadurch ein Plus gegenüber Curry. Daher meine Stimme für Harden. :tup:

  21. HaSchu

    Die Sache bei diesen Minuten ist doch aber auch die: Curry hat unfassbar viele vierte Viertel auf der Bank verbracht, weil die Warriors oder (wenn man pro Curry argumentiert) er den Sack schon früher zugemacht haben. Wenn Curry nur 28 Minuten dazu braucht ein Spiel zu entscheiden, kann man ihm da ja schwer was ankreiden, oder?

  22. Avatar

    Martin Sobczyk

    >

    Sehe ich ähnlich, wobei man vielleicht sagen kann, dass es generell am besseren Team liegt. Dennoch finde ich die Rechnung mit den 10 Spielen extrem irreführend. Einzig die Tatsache, dass die höhere Spielzeit von Harden seinem Impact nicht schadet, ist erwähnenswert, aber Curry kann halt wenig dafür, dass er halt nicht länger auf dem Platz stehen musste. Denn ich sehe bei Curry (theoretisch) auch keinen Impact-Einbruch, wenn er 4 Minuten mehr Spielzeit gesehen hätte.

  23. Avatar

    Fabian Thewes

    >

    >

    Es ist doch gar nicht sicher, dass Currys Impact pro Ballbsitz bei signifikant mehr Minuten gleichbleibend wäre. Bei James Harden hat man jedoch die Gewissheit, dass es so ist.
    Wenn ein Spieler einem Team umgerechnet 10 Spiele (mit 36 mpg) mehr hilft (oder meinetwegen >360 Minuten), ist das etwas, was faktisch zu Buche steht. Jetzt einfach zu unterstellen, dass dies bei Curry ähnlich wäre, ist aus meiner Sicht unfair gegenüber James Harden. Der MVP Award ist kein “was wäre wenn”- oder “unter der Annahme, dass…”-AWARD, sondern eine Auszeichnung für die auf dem Feld gezeigte faktisch vorhandene (und eben keine hypothetische!) Leistung.

    Falls man die Spielzeit aus acht lässt, würde man Curry Leistungen hinzurechnen, die er gar nicht gebracht hat. Also von einem imaginären MVP-Award habe ich noch nichts gehört. :mrgreen:

    Also ich stütze meine Entscheidung ehrlich gesagt lieber auf Daten und Leistungen, die vorhanden sind, als auf Daten und Leistungen, die nicht vorhanden sind. Überspitzt formuliert.

  24. Avatar

    Martin Sobczyk

    >

    Natürlich ist es nicht sicher wie Curry mit 4 Minuten mehr abliefern würde, allerdings fällt mir jetzt auch kein wirkliches Argument ein, weshalb er signifikant schlechter spielen sollte. Aber das sollte auch nicht der Hauptpunkt der Kritik an deiner Rechnung sein.

    Du “bestrafst” Curry in deiner Bewertung für die wenigen Minuten. Das könnte ich verstehen, wenn man konditionell argumentieren würde, aber die wenigeren Minute sind ja klar mit dem Teamerfolg zu begründen. Man könnte halt höchstens anführen, dass Harden halt das schwächere Team hatte, dafür haben die Warriors aber auch 11 Siege mehr geholt.

    Ich würde Harden den Titel geben, weil ich es für außerordentlich halte, dass er dieses Team zu dem Record verholfen hat. Die Minuten als pro Argument heranzuziehen, finde ich jedoch fragwürdig.

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