Steuer-Flucht?

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Steuer-Flucht?

#1

Beitrag von Go-to-Guys.de » 02.02.2013, 17:00

Steuer-Flucht?

Anfang Dezember standen die Memphis Grizzlies mit einer Bilanz von 12-2 an der Spitze der NBA-Tabelle – keine zwei Monate später hat das Team nicht nur mit Rudy Gay den besten Scorer abgegeben, sondern auch einen erheblichen Teil der Bank abgeschoben. Warum, soll dieser Artikel beleuchten.

Zum vollständigen Artikel auf Go-to-Guys.de

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Hassan Mohamed
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#2

Beitrag von Hassan Mohamed » 02.02.2013, 17:47

Beachtenswert ist vor allem, wie die Übernahme von Statten ging: Fast die Hälfte der Kosten erfolgte durch eine Kreditaufnahme, insgesamt 175 Millionen. Auch wenn von den beschwichtigenden Äußerungen der Liga-Offiziellen gleich mit berichtet wird, ist damit der Schluss nicht fern liegend, dass hier kein Mark Cuban oder Mikhail Prokhorov eingestiegen ist – die Kredite dürften von den Gewinnen der Franchise bedient werden, statt dass die Besitzer eigenes Geld zuschießen.
Ich würde es an den Trades selbst, aber nicht am Kaufprozess festmachen, dass es sich hierbei um keine Cubans oder Prokhorov handelt. Diese Form der Finanzierung einer Investition kann tatsächlich finanzwirtschaftlich bzw. steuerlich begründet sein. Wenn man die 125 Millionen von der NBA zu einem günstigen Zins bekommt und eine Bank die erlaubten 50 Millionen für dieses Projekt ebenfalls günstig herausgibt, könnte die Kreditfinanzierung als sinnvoll erachtet werden, weil man in dem Fall die 175 Millionen aus der eigenen Tasche für eine andere Investition nutzen könnte, die mehr Rendite bringt als man Zinsen für die Kredite zahlen muss.
Ich kenne das amerikanische Steuerrecht nicht, aber dort wird sicherlich ebenfalls zwischen Eigen- und Fremd-/Kreditfinanzierung unterschieden, sodass es Möglichkeiten geben könnte, auf diesem Weg Steuern zu sparen (Steuerflucht die Zweite ;)).
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Julian Lage
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#3

Beitrag von Julian Lage » 02.02.2013, 18:09

Der Punkt ist: Wer vor hat, die Franchise mit Geld zuzuwerfen, um einen Championsship zu gewinnen, kommuniziert das mit Sicherheit anders. Dass die Finanzierung irgendwie bekannt wird und dann solche typischen Pressesprecher-Äußerungen kommen halte ich für aussagekräftiger als die Kreditaufnahme selbst. Das ist natürlich ziemlich spekulativ, aber wie du schon sagst: Die Trades jetzt passen eindeutig dazu ;)
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D41
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#4

Beitrag von D41 » 04.02.2013, 18:03

In den USA ist es üblich, dass Finanzierungen öffentlich diskutiert werden. Das ist in Deutschland anders, weil wir eine andere Rechnungslegung haben.
So ein Detail rauszugreifen ist mit Sicherheit nicht Aussagekräftig, weil es für die Investorengruppe sinnvoll ist, Fremdkapital zu nutzen.
Entscheidend bleiben die Aktionen und das Geschäftsmodell.
Es könnte sich für die Investoren auch rechnen, wenn sie etwas in die Truppe stecken, um in 2-3 Jahren einen sehr hohen Verkaufspreis zu erzielen.(Cuban hat die Mavericks auch für 280 Mio $ gekauft, laut forbes jetzt 438 Mio $ wert. Ob er da wirklich 158 Mio $ aus privater Tasche reingesteckt hat bezweifel ich).

Ich halte den Trade für alle drei Parteien als vertretbar, wobei ich am meisten bei den Pistons überrascht bin. Ohne groß Einblick dachte ich, das Prince das Gesicht der Franchise ist.
Memphis wir auch ohne Gay in den PO mitmsichen.

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Julian Lage
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#5

Beitrag von Julian Lage » 04.02.2013, 19:28

Meine Überlegung war ja eigentlich nur, dass kein Milliardär mit praktisch unbegrenzten Mitteln das Team praktisch als Hobby gekauft hat, sondern Unternehmer, die damit zumindest keine Verluste machen wollen. Da würde dein Beispiel, in 3 Jahren wieder zu verkaufen, genauso passen.
Vielleicht war das etwas zu verkürzt im Artikel, mir geht es darum: Prokhorov ist soweit ich mich erinnere mit der impliziten Aussage eingestiegen "ich habe Geld wie Heu und werde es einsetzen!" - und hat die Nets damit gleich mal viel attraktiver gemacht. Bei Memphis ist das eben alles eher verdeckt/zurückhaltend gelaufen, was ich als Anzeichen für ein wirtschaftlich orientiertes Handeln deuten würde. Von dem her sehe ich deine Argumente, die offene Kommunikation sei typisch amerikanisch, als Bestätigung, weil es eben eher verdruckst gelaufen ist. Das Statement der Grizzlies oder von Pera persönlich, dass das kein Grund zur Sorge sei etc. fehlt eben.
@JLage_GtG

D41
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#6

Beitrag von D41 » 05.02.2013, 17:05

Ich denke schon das Memhis sich Gedanken gemacht hat, wie sie auf lange Sicht erfolgreich sein können. Im Gegensatz zu den Nets, die einfach kurzfristig handeln und in den nächsten Jahren nicht flexibel sind, haben die Grizzlies einen sehr guten Frontcourt und einen passablen Backourt, welche Zukunftsfähig sind. Leider fehlt der Markt für sie, um dauerhaft Spieler nicht überbezahlen zu müssen.

Übrigens sehe ich Prince als ein Puzzleteil, das Memphis stärker machen wird. Vorallem die Erfahrung wird helfen...

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Julian Lage
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#7

Beitrag von Julian Lage » 05.02.2013, 18:10

D41 hat geschrieben:Ich denke schon das Memhis sich Gedanken gemacht hat, wie sie auf lange Sicht erfolgreich sein können. Im Gegensatz zu den Nets, die einfach kurzfristig handeln und in den nächsten Jahren nicht flexibel sind, haben die Grizzlies einen sehr guten Frontcourt und einen passablen Backourt, welche Zukunftsfähig sind. Leider fehlt der Markt für sie, um dauerhaft Spieler nicht überbezahlen zu müssen.
Ja, da stimme ich dir absolut zu. Damit werden sie ohne Thunder'sches Draftkönnen/-glück/-wasauchimmer vermutlich nie zu den Meisterschaftsfavoriten gehören, aber eben noch länger in den POs stehen. Hätten sie Geld ausgeben wollen, wäre sicher auch ein Trade in die andere Richtung möglich gewesen (Gehälter aufnehmen geht immer leichter...), sagen wir mal mit den Bucks, Randolph für Ellis, Ilyashova +X.

Ob es die Grizzlies wirklich verbessert, statt dem allgemein stärkeren den passenderen Spieler zu haben, muss sich denke ich noch zeigen. Zumal ich mir durchaus passendere als Prince hätte vorstellen können, das heißt v.a. jemand mit echtem Dreier.
@JLage_GtG

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