Ist Steph Curry kein MVP-Kandidat?

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Dennis Spillmann
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Ist Steph Curry kein MVP-Kandidat?

#1

Beitrag von Dennis Spillmann » 01.02.2018, 18:19

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.

Am letzten Wochenende haben wir unsere MVP-Kandidaten veröffentlicht und dabei mit James, Antetokounmpo und Harden die wahrscheinlichsten Kandidaten vorgestellt. Unser Chefredakteur Dennis Spillmann sieht jedoch einen ganz anderen Kandidaten vorne: Stephen Curry. Zusammen mit dem 3-on-1-Verantwortlichen Julian Lage debattiert er, wieso der Guard der Warriors nicht berücksichtigt wurde.


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#2

Beitrag von Benchplayer » 01.02.2018, 19:39

Ich würde mich hier eher der Meinung von Dennis anschließen. Ihr habt beide sehr gute Argumente und auch für mich ist James Harden der Top-Favorit auf den MVP-Award. Aber Curry nicht in der Diskussion zu haben finde ich als Falsch. Wenn ein Team wie die Warriors die Liga so dominiert, sollten auf jeden Fall auch deren Spieler mit in die Diskussion gehören, ob sie dann den Titel bekommen ist ein ganz anderes Thema, aber sie aus der Diskussion rauszuhalten, nur weil deren Saison eigentlich erst im April startet finde ich nicht richtig.
Dann dürfte man James ja eigentlich nie die Diskussion mit aufnehmen. Sein Team hat im Osten ja nie Konkurrenz wenn er mal richtig ernst macht. Das sieht man ja seit Jahren in den Playoffs.
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Julian Lage
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#3

Beitrag von Julian Lage » 01.02.2018, 20:27

Wie schon im Artikel angeschnitten, sehe ich den Fall LeBron der letzten Jahre als Argument für meine Aussage. Zwei aufeinander aufbauende Gründe: Erstens wurde er ja in den letzten Jahren praktisch aus genau diesem Grund nicht mehr MVP. Viele hätten beider Aussage nach dem besten Spieler immer noch ihn genannt, aber hatten jemand anderen als MVP-Kandidaten. Das klang doch meistens so: Die Regular Season ist zu unwichtig, im Osten kommt er ja eh durch usw.
Aber, und das ist mein zweiter Punkt: Hätte er nicht annähernd auf dem Niveau eines cruisenden LeBron James gespielt - das immer noch besser war als vielleicht 5 Spieler der Liga - wäre seine Saison nicht im April losgegangen, sondern hätte im April aufgehört. Bei Curry und den Warriors, wie gesagt: Würde es irgendwen interessieren, wenn er 'nur' auf dem Level von letztem Jahr spielen würde? Wären die Warriors nicht vermutlich auch bei einem Ausfall bis kurz vor den Playoffs gute Kandidaten für Heimrecht und dann die Meisterschaft?
Curry ist also ein extremerer Fall als LeBron in der Hinsicht, der aber selbst schon in den letzten Jahren dafür aus der Top 3 rausgereicht wurde (2. im letzten Heat-Jahr, dann 2*3. bei den Cavs, 4. glaube ich letztes Jahr). Deswegen sehe ich zumindest so klar hinter der von uns letzte Woche vorgestellten Top 3 und eigentlich auch Davis, dass er raus fällt aus der eigentlichen Diskussion.
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#4

Beitrag von kdurant35 » 02.02.2018, 09:04

Ich würde Curry auch nicht in den Top3 sehen. Liegt bei mir aber nicht an seiner Leistung, sondern daran, dass er 1/3 Der Spiele verpasst hat. Bleibt er bis zum Saisonende fit, ist er ein heißer Kandidat. Selbst wenn die Statistik,dass abgesehen von AI in den letzten Jahrzehnten mindestens 75 gespielt hat gegen ihn spricht.

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Dennis Spillmann
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#5

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.02.2018, 12:07

Wenn Harden noch ein Spiel fehlt, ist er auch raus. ;)

kdurant35
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#6

Beitrag von kdurant35 » 02.02.2018, 13:25

Richtig. Statistisch betrachtet ja. Aber es gibt ja die Ausnahme AI :mrgreen:
Ich hab die 75 S Grenze auch nur mit aufgeführt, da ihr in der Diskussion ebenfalls über vergangene bzw selbst auferlegte Kriterien geschrieben habt.

15 Spiele in der ersten Saisonhälfte sind mir aber derzeit zu viel um ihn in die Top 3 zu hieven. Wie bereits geschrieben wäre das auf die ganze Saison gerechnet für MICH gerade noch vertretbar. Aber da müsste er sich von den anderen sportlich abgesetzt haben. Bei einer engen Geschichte könnte es entscheidend sein.

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#7

Beitrag von Benchplayer » 02.02.2018, 16:16

Ich finde man muss jetzt auch nicht unbedingt sagen es gibt 3 MVP-Anwärter. Jeder der eine MVP-Saison spielt gehört für mich auch zu den Kandidaten dazu, dann ist es mir auch egal, ob ich über 3, 5 oder 10 Spieler rede.
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#8

Beitrag von Poohdini » 03.02.2018, 13:19

Curry ist kein MVP, weil:

1) Er muss weder für sich noch für andere so viel kreieren wie James, Harden oder Giannis. Das war eigentlich immer Dennis´ Argument, das er verwendet hat, bspw in der Kawhi-Top-10 oder Kawhi MVP Debatte von vor ein paar Jahren.
2) Er ist ja nicht mal sicher der beste Spieler seines Teams. Das weiß sogar Kerr. Es gibt einen Grund, warum Durant Finals MVP war. Er ist der bessere Verteidiger, was bei einer fast gleichwertigen offensiven Leistung eigentlich den Ausschlag geben müsste.
3) Der Vergleich mit Harden-Paul und dass das ja ähnlich sei wie bei den Warriors ist lustig. Chris Paul ist vielleicht noch einer der besten 10 Spieler der Liga, Curry und Durant gehören klar zu den Top 4. Die Diskrepanz, die zwischen Harden und Paul herrscht, ist deutlich (!) größer als jene zwischen Curry und Durant.

Für Curry ist es im Team insgesamt deutlich leichter, effizient zu scoren und zu produzieren als für alle anderen Kandidaten. Er muss weniger für seine Würfe arbeiten, er muss weniger Playmaking übernehmen. Die Aufgabe, mit dem Ball so viele Entscheidungen zu treffen, hat Curry nicht.

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Julian Wolf
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#9

Beitrag von Julian Wolf » 03.02.2018, 14:39

Achtung Wortklauberei: Aus genau den Gründen wäre er mich im Endeffekt nicht meine 1. MVP-Wahl... aber es geht ja auch darum, ob er zu den Kandidaten gehört. ;)

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Dennis Spillmann
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#10

Beitrag von Dennis Spillmann » 03.02.2018, 15:21

@Poohdini Woran machst du fest, dass Curry weniger kreiert als die anderen Spieler? Er spielt bspw. genau so viele Pässe wie Harden, Paul oder Antetokounmpo. James spielt drei Pässe pro Spiel mehr. Er ist klar der primäre Ballhandler des Teams. Das ist nicht mit Leonards "Rumgegammel" am Perimeter zu vergleichen, während die Spurs mit Parker irgendwelche Actions liefen.
Draymond Green passt zwar mehr, aber das ist doch ein Ballhandler von Currys Gnaden und niemals eine primäre Ballhandlingoption.

Es sehe Curry in dieser Saison offensiv klar besser als Durant - und vor allem unersetzbarer. Das Team funktioniert ohne Durant besser als ohne Curry. Defensiv hat Durant sicherlich mehr Einfluss, das ist unbestreitbar.

Yul wollte halt nicht diskutieren und ich wollte ihn mit Harden/Paul locken.

Für mich ist Harden vielleicht ein bisschen weiter vorne, aber bevor ich einen Spieler aus nem (zu diesem Zeitpunkt) .500-Team nominiere oder James mit doppelt so vielen Niederlagen und negativen Net-Rtg wähle, nehme ich wahrscheinlich sowohl Curry als auch Durant vor diesen.

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#11

Beitrag von kdurant35 » 03.02.2018, 15:25

Julian Wolf hat geschrieben:
03.02.2018, 14:39
Achtung Wortklauberei: Aus genau den Gründen wäre er mich im Endeffekt nicht meine 1. MVP-Wahl... aber es geht ja auch darum, ob er zu den Kandidaten gehört. ;)
Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, dass er unter die Top 3 (da soviele im Artikel zuvor genannt wurden) gehört, nicht zu dem erweiterten Kandidatenkreis.

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#12

Beitrag von Poohdini » 03.02.2018, 16:37

@Dennis Spillmann

Der Leonard Vergleich war auf die Schnelle der beste, der mir eingefallen ist, auch wenn er natürlich nicht ganz passend ist, da gebe ich dir Recht.
Von "Primärer Ballhandler" bei den Warriors zu reden, ist eigentlich schwierig. Die haben sowas ja fast nicht. Die spielen die wenigstens PnRs der Liga, spielen unfassbar viel vom High Post, generieren fast ihre gesamte Offense nach off screens, cuts und transition. Curry ist zwar der "primärste" Ballhandler des Teams, aber seine Rolle ist kleiner als die in anderen Systemen. Er hat bspw gerade einmal 7,5 Drives pro Spiel, nicht adjusted nach der hohen Pace der Warriors, das ist für einen primären Ballhandler lächerlich wenig. Ballhandler haben da normalerweise eher das Doppelte oder mehr. Ich benutze Drives, weil es die Aktion ist, die primäre Ballhandler auszeichnet, weil es die Defense zum Reagieren bringt. Außer Low und High Post Action gibt es keine Aktion, die für eine Offense besser kreiert als Drives IMO (egal ob nach PnR oder welcher Aktion auch immer der Drive folgt).
Daraus folgt: Curry bewegt sich unfassbar viel off ball und hat vergleichsweise den Ball wenig in der Hand. Im äußerst passfreudigen System der Warriors, die ähnlich wie die Sixers unheimlich viel "leere" Pässe spielen, finde ich die von dir genannte Anzahl an Pässen irreführend (ähnlich wie bei Simmons). Für das passlastige System von GSW sind knapp 82 Touches auch vergleichsweise wenig. Die 3 Kandidaten haben allesamt mehr in Systemen, wo weniger Pässe gespielt werden. Das alles sind Indikatoren, die andeuten, dass Curry insgesamt weniger Entscheidungen mit dem Ball treffen, weniger für sich und andere kreieren muss als andere.

Mit "er hat es leichter" meine ich zudem, dass die Aufmerksamkeit, die Mitspieler Currys generieren, gar kein Vergleich zu anderen Top-Spielern darstellt. Die Defensive muss gg die Warriors einfach so viel mehr Entscheidungen treffen, weil im Normalfall so viel Gefahr von überall herrscht. Da kann sich eine Defensive nicht leisten, den Game Plan an Curry auszurichten. Das ist bei Giannis und LeBron zum Beispiel komplett anders.

Ich würde wahrscheinlich trotzdem nicht sagen, dass LeBron vor ihm zu wählen sei und dass es insgesamt durchaus Argumente für Curry gibt. Aber aktuell sehe ich aus genannten Gründen Giannis und vor allem Harden vorne.

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Julian Lage
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#13

Beitrag von Julian Lage » 03.02.2018, 17:53

kdurant35 hat geschrieben:
03.02.2018, 15:25
Julian Wolf hat geschrieben:
03.02.2018, 14:39
Achtung Wortklauberei: Aus genau den Gründen wäre er mich im Endeffekt nicht meine 1. MVP-Wahl... aber es geht ja auch darum, ob er zu den Kandidaten gehört. ;)
Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, dass er unter die Top 3 (da soviele im Artikel zuvor genannt wurden) gehört, nicht zu dem erweiterten Kandidatenkreis.
Ja, ziemlich genau so... Die Debatte entstand vor dem Hintergrund, dass ich Curry nicht im 3on1 drin haben wollte :D
Müsste ich ne Top 10 meiner MVP-Kandidaten abgeben, würde Curry (und Durant kurz dahinter) schon irgendwann mal kommen. Die anderen in der Region in Frage kommenden Spieler haben dann auch Schwachpunkte, die sie verglichen mit den Top-Anwärtern eigentlich aus dem Rennen werfen. Aber zumindest Harden, Antetokounmpo, James und Davis sehe ich aufgrund der Warriors-Sondersitutaion klar vorne, weswegen ich Curry nicht als Kandidaten im engeren Sinn begreife.
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#14

Beitrag von Patrick96 » 07.03.2018, 14:45

Wie schaut das bei euch mittlerweile aus, seht ihr Giannis und James immer noch so weit vorne? Wenn man die Tabelle stark gewichtet müsste man momentan ja fast Davis und Lillard vor den o.g. sehen. (oder Oladipo)
Bin mir aber zu 90% sicher, dass es Harden wird, selbst wenn Westbrook noch auf sein Triple Double Schnitt kommt.
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#15

Beitrag von Julian Lage » 07.03.2018, 17:42

Mittlerweile würde ich sagen, dass es eigentlich nur noch Harden werden kann. Bei ihm stimmt einfach die Kombination von Scoring-Volumen, Effizienz und Teambilanz. Der Westbrook-Triple-Double-Hype war letztes Jahr schon übertrieben und ist diese Saison hoffentlich vorbei.
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#16

Beitrag von Poohdini » 08.03.2018, 10:52

Ich tue mir bei den Bucks unheimlich schwer auszumachen, warum das Team nicht so gut ist, obwohl Giannis ein toller Offensiv- und Defensivspieler ist. Zusätzlich hat man ja auch mit Bledsoe, MIddleton und Snell ganz gute Rollenspieler. Grundsätzlich finde ich es aber doof, die Bilanz des Teams als wichtiges Messkriterium mit einzubeziehen.

Bsp. Rockets:

Wofür ist Harden in erster Linie denn verantwortlich? Für die Offense, genau, sein Einfluss defensiv ist nahezu vernachlässigbar. D.h., wenn das Team eine miese Defensive hätte, wäre das Team nicht so gut und somit auch die Bilanz. Harden sollte damit bei der MVP-Stimmenvergabe keine Punkte dafür bekommen, dass die Bilanz so gut ist, weil dies ebenso an der guten Teamdefense der Rockets liegt.
Man kann sogar argumentieren, dass er mit Paul den besten Backup der Liga hat und somit die Rockets 48 min offensive Produktion liefern. Auch dafür kann Harden nichts.

Ich sah Harden fast die ganze Saison als MVP Anwärter, aber Davis ist mittlerweile mein Konkurrent Nummer 1, den ich mittlerweile sogar fast über ihm sehe. Davis ist die Offense der Pellies und er hat einen höheren Einfluss auf die Verteidigung. Er hat auch nicht solche exzellenten Rollenspieler um sich herum wie Harden.

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#17

Beitrag von Patrick96 » 08.03.2018, 14:08

Poohdini hat geschrieben:
08.03.2018, 10:52
Ich tue mir bei den Bucks unheimlich schwer auszumachen, warum das Team nicht so gut ist, obwohl Giannis ein toller Offensiv- und Defensivspieler ist. Zusätzlich hat man ja auch mit Bledsoe, MIddleton und Snell ganz gute Rollenspieler. Grundsätzlich finde ich es aber doof, die Bilanz des Teams als wichtiges Messkriterium mit einzubeziehen.

Bsp. Rockets:

Wofür ist Harden in erster Linie denn verantwortlich? Für die Offense, genau, sein Einfluss defensiv ist nahezu vernachlässigbar. D.h., wenn das Team eine miese Defensive hätte, wäre das Team nicht so gut und somit auch die Bilanz. Harden sollte damit bei der MVP-Stimmenvergabe keine Punkte dafür bekommen, dass die Bilanz so gut ist, weil dies ebenso an der guten Teamdefense der Rockets liegt.
Man kann sogar argumentieren, dass er mit Paul den besten Backup der Liga hat und somit die Rockets 48 min offensive Produktion liefern. Auch dafür kann Harden nichts.

Ich sah Harden fast die ganze Saison als MVP Anwärter, aber Davis ist mittlerweile mein Konkurrent Nummer 1, den ich mittlerweile sogar fast über ihm sehe. Davis ist die Offense der Pellies und er hat einen höheren Einfluss auf die Verteidigung. Er hat auch nicht solche exzellenten Rollenspieler um sich herum wie Harden.
Bei den Bucks bin ich auch absolut überfragt, ich verstehe einfach nicht wieso das Team so frustrierend ist. Man hat einen Top10 Spieler, wie du schon sagst mit Bledsoe, Middleton und Snell genug Shooting und Defense außenrum und Giannis selbst ist an beiden Enden über fast jeden Zweifel erhaben. Trotzdem hat man mittlerweile ein negatives Net-Rating und steht bei 3-7 in den letzten 10 Spielen. Ich habe auch einige Spiele gesehen, kann aber überhaupt nicht sagen warum das so schlecht ist. Mit dem Roster musst du normalerweise eine Top5-10 Defense stellen und selbst Kidd/Prunty müssen das halbwegs hinkriegen. (momentan ist man auf Rang 15)

Beim Teamerfolg sehe ich das anders, historisch gesehen kommt der MVP halt von nem Top 8 (?) Team der Liga. Deshalb ist das für mich ein Faktor den man miteinbeziehen muss, gerade wenn man sieht wie negativ die Resonanz auf den Westbrook MVP letztes Jahr war, der eben hauptsächlich ein story award war.

Ich zitiere hier einfach Mal reddit:
This is a very simple post but a lot of people on here don't seem to understand how seeding relates to someone's chances of winning MVP. I always see people say things such as "if Melo puts up 29/8/6 and the Knicks get the 6th seed he'll win MVP." Is that feasible? Let's take a look at the past 30 MVPs to find out.

MVP Year Seed
Kevin Durant 2014 2nd
LeBron James 2013 1st
LeBron James 2012 2nd
Derick Rose 2011 1st
LeBron James 2010 1st
LeBron James 2009 1st
Kobe Bryant 2008 1st
Dirk Nowitzki 2007 1st
Steve Nash 2006 2nd
Steve Nash 2005 1st
Kevin Garnett 2004 1st
Tim Duncan 2003 1st
Tim Duncan 2002 2nd
Allen Iverson 2001 1st
Shaquille O'neal 2000 1st
Karl Malone 1999 3rd (Tied for 1st best record though)
Michael Jordan 1998 1st
Karl Malone 1997 1st
Michael Jordan 1996 1st
David Robinson 1995 1st
Hakeem Olajuwon 1994 2nd
Charles Barkley 1993 1st
Michael Jordan 1992 1st
Michael Jordan 1991 1st
Magic Johnson 1990 1st
Magic Johnson 1989 1st
Michael Jordan 1988 3rd
Magic Johnson 1987 1st
Larry Bird 1986 1st
Larry Bird 1985 1st
Not much more to say, these numbers speak for themselves. I put this on here so people will hopefully stop making unlikely MVP predictions. No, Anthony Davis is not going to lead the Pelicans to the 5th seed and win MVP. Please stop saying that /r/nba.

Also, I already know someone is going to say "go back a couple more years and you'll see Moses Malone won it with the 6th seed." First of all, he put up an insane statline of 31/15 and it was well over 30 years ago. MVP voting has changed and something like that will likely never happen again.
(Das war vor 3 Jahren, seitdem hatten wir zwei Mal Curry und den Story Award von Westbrook)
Harden führt sämtliche Advanced stats an (oder ist weit vorne), seine Effizienz in Isolation und bei Pull ups ist einfach krass und wenn er ihn diese Saison nicht gewinnen kann, dann fall ich vom Glauben ab. So gern ich Davis mag und egal wie wichtig er für die Pelicans ist.

Für den MVPDPFABAT (Most Valuable Player Despite Playing For a Below Average Team) könnte man ja dann Walker nominieren :D
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#18

Beitrag von Poohdini » 08.03.2018, 22:14

Vielleicht war ich nicht klar genug bei meiner Wortwahl. Du hast recht, dass es nicht wahrscheinlich ist, dass Davis MVP wird, aufgrund der bisherigen Kriterien, die den Teamerfolg ganz eng mit der Wahl verknüpfen.

Ich wollte eher für Davis plädieren in der Frage, wen ich wählen würde oder wer gewählt werden sollte, rein sportlich. Dass Davis es wohl nicht wird, ist dabei eine andere Frage.

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Julian Lage
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#19

Beitrag von Julian Lage » 09.03.2018, 11:26

Poohdini hat geschrieben:
08.03.2018, 10:52
Ich tue mir bei den Bucks unheimlich schwer auszumachen, warum das Team nicht so gut ist, obwohl Giannis ein toller Offensiv- und Defensivspieler ist. Zusätzlich hat man ja auch mit Bledsoe, MIddleton und Snell ganz gute Rollenspieler. Grundsätzlich finde ich es aber doof, die Bilanz des Teams als wichtiges Messkriterium mit einzubeziehen.
Zu den Bucks: Bledsoe spielt eine schlechte Saison, Middleton trifft teilweise fragwürdige Entscheidungen, das Talent auf der 5 ist überschaubar. Aber das größte Problem ist die Bank, v.a. seit Brogdon ausgefallen ist. Das erklärt auch, wieso Giannis bei +14,9 on/off ist. (aber meinem Eindruck nach etwas Ermüdungserscheinungen zeigt, d.h. sie können jetzt auch nicht zu viel verlangen). Die Rückkehr von Parker hat da bisher wenig gebracht, auch wenn er bisher individuell brauchbare Zahlen auflegt.
Dazu hat der Coaching-Wechsel wenig gebracht. Sie haben sich seitdem defensiv glaube ich etwas verbessert, wenn ich die Zahlen richtig in Erinnerung habe, aber spektakulär ist das nicht. Kann mir nicht vorstellen, dass Prunty mehr Zeit als die laufende Saison bekommt, wenn sie nicht irgendwie überraschend ne Playoffrunde gewinnen.

Bei den Teambilanzen bin ich der Meinung, dass da man sich da einfach an die bisherigen Üblichkeiten orientieren muss. Patrick hat die Preisträger der letzten Jahrzehnte ja aufgeführt...
Poohdini hat geschrieben:
08.03.2018, 10:52
Bsp. Rockets:

Wofür ist Harden in erster Linie denn verantwortlich? Für die Offense, genau, sein Einfluss defensiv ist nahezu vernachlässigbar. D.h., wenn das Team eine miese Defensive hätte, wäre das Team nicht so gut und somit auch die Bilanz. Harden sollte damit bei der MVP-Stimmenvergabe keine Punkte dafür bekommen, dass die Bilanz so gut ist, weil dies ebenso an der guten Teamdefense der Rockets liegt.
Man kann sogar argumentieren, dass er mit Paul den besten Backup der Liga hat und somit die Rockets 48 min offensive Produktion liefern. Auch dafür kann Harden nichts.

Ich sah Harden fast die ganze Saison als MVP Anwärter, aber Davis ist mittlerweile mein Konkurrent Nummer 1, den ich mittlerweile sogar fast über ihm sehe. Davis ist die Offense der Pellies und er hat einen höheren Einfluss auf die Verteidigung. Er hat auch nicht solche exzellenten Rollenspieler um sich herum wie Harden.
Das finde ich massiv vereinfachend... Erst mal können die Rockets auch deswegen soviele eindimensionale Defensivspezialisten spielen, weil dank Harden (und Paul) die Offense trotzdem funktioniert. Außer den beiden nehmen fast alle Spieler größtenteils nur Würfe nach Vorlagen. Selbst bei EG sind es z.b. 85% der 3er, alle Forwards sind >90%.
Außerdem reduziert die gute Offense die Zahl der Fast Break-Punkte, die man kassiert.
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#20

Beitrag von Poohdini » 09.03.2018, 14:35

Julian Lage hat geschrieben:
09.03.2018, 11:26

Das finde ich massiv vereinfachend... Erst mal können die Rockets auch deswegen soviele eindimensionale Defensivspezialisten spielen, weil dank Harden (und Paul) die Offense trotzdem funktioniert. Außer den beiden nehmen fast alle Spieler größtenteils nur Würfe nach Vorlagen. Selbst bei EG sind es z.b. 85% der 3er, alle Forwards sind >90%.
Außerdem reduziert die gute Offense die Zahl der Fast Break-Punkte, die man kassiert.
Das ist es ja. Die Spieler der Rockets sind nicht eindimensional. Sie können verteidigen und ihre offenen Dreier treffen. Also ein Spielertyp, den die ganze Liga händeringend sucht. Die Sixers assistieren auch fast alle Würfe und sind trotzdem nur Ligadurchschnitt. Da machst du es dir aber IMO sehr einfach. Wir sahen schon öfter gute Teams, die keine gute Defense spielen.

Du hast keine historisch gute Offense, wenn deine Rollenspieler nicht offensiv auch talentiert und begabt sind.


Ich bleibe dabei: Für das, was die Bank macht, hat Harden keinen Einfluss. Er hat wenig Einfluss darauf, wie gut die Defensive funktioniert.

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#21

Beitrag von Julian Lage » 09.03.2018, 16:42

Sorry, ich meinte _offensiv_ eindimensionale Defensivspezialisten. LRMM, Tucker und auch Ariza können außer Werfen offensiv nicht viel, Capela und Anderson brauchen auch jemanden, der sie einsetzt. Der einzige andere, der sich selbst Offense kreieren kann, wäre Gordon, aber selbst der profitiert klar davon, mehr Off Ball zu agieren.
Du sagst schon selbst, dass die Rockets offensiv historisch gut sind - das ist auf jeden Fall auch Hardens Leistung. Die Defense ist ok mit Platz 10, aber das ist unter allen Teams, die wirklich gewinnen wollen, einfach nur ein Mittelfeldplatz. Mir kommt es gerade so vor, als würdest du argumentieren, er könnte weder für die Offense noch für die Defense wirklich was. Dann müsste ja logischerweise CP3 MVP werden - oder wen siehst du als Hauptverantwortlichen für den Erfolg der Rockets?
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#22

Beitrag von Poohdini » 10.03.2018, 17:49

Nee, es geht mir darum, bei der MVP Wahl nicht Spieler für etwas zu "belohnen" oder auszuzeichnen, wenn der Einfluss nicht gegeben oder sehr gering ist. Natürlich ist die Offense deshalb so gut, weil Harden sie führt und er der Hauptgrund dafür ist. Das steht nicht zur Debatte.

Nur, um viele Spiele zu gewinnen, braucht man eine gute Bank und eine überdurchschnittliche Offense. Deshalb ist es IMO nicht richtig, solche Team-Werte bei einer Individualauszeichnung mit einzubeziehen.

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