Atlantas Offseason 2016

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Julian Wolf
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Atlantas Offseason 2016

#1

Beitrag von Julian Wolf » 26.07.2016, 18:00

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.
Die NBA-Saison 2015/16 ging mit dem 4:3-Finalsieg der Cleveland Cavaliers mit einem echten Kracher zu Ende. Längst richten sich aber die Blicke bereits wieder auf die neue Spielzeit: über Trades, Draft und Free Agency verstärken sich Teams und versuchen, einen Angriff auf die Spitze der NBA zu starten. Eines dieser Teams sind die Atlanta Hawks. Zwei Sweeps setzte es in den letzten beiden Jahren gegen die Cleveland Cavaliers, die in dieser Zeit die Eastern Conference dominierten; einmal war im Conference Finale Schluss, einmal in der 2. Runde. Atlanta scheint also eines dieser Teams zu sein, die im (oberen) Mittelfeld der Liga feststecken: ein sicheres Playoff-Team, das kaum gute Picks und Talente bekommt, aber gleichzeitig nicht stark genug ist, zum erweiterten Contender-Kreis zu gehören. Dementsprechend umtriebig war das Front-Office der Hawks im Sommer: der Jeff Teague/George Hill-Trade läutete den Anfang des NBA Sommers ein.

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#2

Beitrag von Poohdini » 27.07.2016, 14:01

"Im Drtg hat Neu-Celtic Horford die Nase mit 101 zu 104 vorn –"
und
"Dennis Schröder ist dabei ein leichtes Upgrade verglichen mit Jeff Teague (Ortg: 103 zu 104)."
Was meinst du damit? Das geht aus dem Text nicht hervor?
Zuletzt geändert von Poohdini am 27.07.2016, 14:11, insgesamt 1-mal geändert.

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#3

Beitrag von Julian Wolf » 27.07.2016, 14:18

DAs ist nur der Drtg-Vergleich zwischen Horford (101) und Howard (104) - aber das wird ja im Nachhinein auch noch relativiert...

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#4

Beitrag von Poohdini » 27.07.2016, 16:37

Was für ein DRtg?

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#5

Beitrag von Julian Wolf » 28.07.2016, 10:39

bball-reference...

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#6

Beitrag von Poohdini » 28.07.2016, 18:30

Das ist zwar immer noch sehr ungenau. Aber es wäre sehr sinnvoll zu erwähnen, wo du deine Quellen beziehst, welche genaue Statistik das ist (bball ref hat auch mehrere Ratings).

So oder so ist es schlecht, die Statistiken, so wie du sie im Text umschreibst, überhaupt zu benutzen. Ein Team-DRtg Vergleich ist hierbei sinnlos, das Individual DRtg ist nicht nutzbar. Wenn man sich schon nicht die Mühe macht, die entsprechenden Artikel zu lesen, könnte man im Notfall nachfragen.

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#7

Beitrag von Julian Wolf » 29.07.2016, 09:49

Danke für die Kritik, aber eigentlich habe ich das im Text auch versucht, deutlich zu machen:

"Im Drtg hat Neu-Celtic Horford die Nase mit 101 zu 104 vorn – allerdings legt er diese Zahlen im defensiv viel besseren Team der Hawks auf."

Danach kommen die ganzen individuellen (PPP, Rimprotection-Stats) Statistiken, die aussagekräftiger waren - also sollte es eigentlich nur die Eingangsstatistik sein.

Ortg (ich hab grad nochmal nachgeschaut) ist übrigens immer von bball-reference - auf nba.com heißt das Off-Rtg; weitere ähnliche Zahlen, die man damit verwechseln könnte, kenn ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht...

Aber wie gesagt: der Leser ist König und ich nehm's mir zu Herzen! :tup:

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#8

Beitrag von pitschini99 » 01.08.2016, 09:38

Hmm, mal eine Frage an Julian und viele andere mit änlichen Meinungen, wo fängt Mittelmaß in der NBA an, und wo hört er auf?
In Zeiten wo 2 Teams 7 der besten ca. 30 Spieler auf sich vereinen und damit jeweils ihre Conferenz dominieren. Sind also alle Teams von 3-25 Mittelmaß? Sind die schlechtesten 5 Teams erstrebenswert wegen der vermeintlichen Picks, wovon sich statistisch maximal 30% zu einem ordentlichen NBA Spieler entwickeln und die Chance auf mehr als ordentlich noch deutlich geringer ist?
Bedeutet Rebuild, wie die 76ers oder Wolves ca. 10 Jahre oder länger im Keller der NBA gefangen zu sein?

Ansonsten finde ich den Beitrag gut und bin auch der Meinung, dass die Hawks ein paar Sachen gut, genau richtig gemacht haben. Der Tausch Horford -> Howard kann noch Gold wert sein, da dieser die größte Schwäche (Rebounding) beheben kann. Einzig den Deal um Teague verstehe ich nicht, weil mir der Gegenwert zu gering war, da hätte man mehr rausholen können und müssen.

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#9

Beitrag von Sebastian Hansen » 01.08.2016, 11:23

Für mich ist Mittelmaß dann, wenn du ein Team hast, das in absehbarer Zeit und ohne große Veränderungen keine eine Chance hat, die Conference-Finals zu erreichen, gleichzeitig aber auch nicht richtig schlecht ist. Die Denver Nuggets der letzten Jahre zum Beispiel.
Die Mecs in 2014:
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#10

Beitrag von pitschini99 » 01.08.2016, 11:43

Bei den Nuggets, würde ich dir zu 100% Recht geben, die sind für mich auch Mittelmaß. Aber ich finde Runde 2 in den PO´s schon besser als Mittelmaß, immerhin gehört man mit Runde 2 zu den 8 besten Teams.
Natürlich kann und muss man immer versuchen besser zu werden, selbst Teams wie die Cavs und GSW versuchen dies, Stillstand ist ein Rückschritt. Und manchmal kann ein offensichtlicher Schritt zurück, die Tür für 2 nach vorne öffnen. Manchmal! Aber jeder sollte versuchen zu gewinnen, da Verlieren nur für Picks sich in den allerseltesten Fällen auszahlt. Einer dieser seltenen Fälle war Tim Duncan und die Spurs, die Wahrscheinlichkeit auf einen guten oder sehr guten NBA Spieler ist viel zu gering, um dafür ganze Jahre absichtlich/frewillig zu opfern. Mir persönlich tun die Fans solcher Franchieses eher leid.

Gruß Pit

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#11

Beitrag von STAT » 01.08.2016, 12:03

Herzlich Willkommen im Forum pitschini99! :tup:
pitschini99 hat geschrieben:Aber jeder sollte versuchen zu gewinnen, da Verlieren nur für Picks sich in den allerseltesten Fällen auszahlt. Einer dieser seltenen Fälle war Tim Duncan und die Spurs, die Wahrscheinlichkeit auf einen guten oder sehr guten NBA Spieler ist viel zu gering, um dafür ganze Jahre absichtlich/frewillig zu opfern. Mir persönlich tun die Fans solcher Franchieses eher leid.
Gilt das denn generell?
Bei jüngeren und durchaus talentierten Teams würde ich auch nicht mehr bewusst auf längere Jahre tanken. Aber was ist mit Teams wie aktuell die Mavs? Der eingeschlagene Weg funktioniert ganz offensichtlich nicht und man wird von Jahr zu Jahr gefühlt unattraktiver. Wo soll da der Weg ohne junges Talent im Kader hingehen? Rollenspieler überbezahlen und um Platz 8 über viele Jahre mitkämpfen?
Krampfhaft immer zu gewinnen zu wollen ist zwar ehrenhaft, kann allerdings genauso nach hinten los gehen, wie freiwillig oder bewusst zu tanken.
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#12

Beitrag von pitschini99 » 01.08.2016, 12:19

Das Problem an einem Rebuild ist doch, das du nie weißt ob und wie er funktioniert. Die Mavs vor Dirk waren ein lächerliches Team, das über 12 jahren einmal PO´s sehen durfte. Die 76ers der Neuzeit, die Wolves etc ...
Es gibt doch mehrere Probleme wen man auf Rooks setzt. Habe ich einen von 3 erwischt, der ein brauchbarer NBA Spieler wird? Oder hatte ich gar noch mehr glück? Oder bekomme ich einen der anderen 70%? Aber selbst, wenn ich Glück hatte, was macht dieser junge Spieler wenn er zum ersten mal UFA ist?

Im Sport muss man immer beide wege gehen (Die Spurs machen das in meinen Augen perfekt), auf bewährte Kräfte vertrauen, von denen man weiß, das sie wissen wie man Spiele gewinnt, völlig unabhängig ihrer persöhnlichen Statistiken und gleichzeitig junge Spieler zu Siegern zu entwickeln.

Und hier haben die Mavs in den letzten Jahren immer wieder was verschlafen, sie hatten ja den ein oder anderen Spieler der gerade am Anfang der Entwicklung stand und haben ihn dann für abgehalfterte alte Stars abgegeben. Dass die Mavs aber versuchen in der FA fertige Spieler zu bekommen, ist kein gänzlich falscher Weg, nur die Mischung hatte bis jetzt immer gefehlt, übrigens genau dies haben die Mavs in meinen Augen in diesem Jahr hinbekommen. Aber anderes Thema, die Diskussion passt hier eigentlich eh nicht her.

Gruß Pit
Zuletzt geändert von pitschini99 am 01.08.2016, 12:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Dennis Spillmann
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#13

Beitrag von Dennis Spillmann » 01.08.2016, 17:39

pitschini99 hat geschrieben:Im Sport muss man immer beide wege gehen (Die Spurs machen das in meinen Augen perfekt), auf bewährte Kräfte vertrauen, von denen man weiß, das sie wissen wie man Spiele gewinnt, völlig unabhängig ihrer persöhnlichen Statistiken und gleichzeitig junge Spieler zu Siegern zu entwickeln.

Und hier haben die Mavs in den letzten Jahren immer wieder was verschlafen, sie hatten ja den ein oder anderen Spieler der gerade am Anfang der Entwicklung stand und haben ihn dann für abgehalfterte alte Stars abgegeben. Dass die Mavs aber versuchen in der FA fertige Spieler zu bekommen, ist kein gänzlich falscher Weg, nur die Mischung hatte bis jetzt immer gefehlt, übrigens genau dies haben die Mavs in meinen Augen in diesem Jahr hinbekommen. Aber anderes Thema, die Diskussion passt hier eigentlich eh nicht her.
Ich finde, dass du dir hier extrem widersprichst, was dein sonstiges Konstrukt (nicht tanken, sondern gestandene Spieler holen) torpediert: Die Mavs haben genau das gemacht, was du für richtig erachtest: nicht auf Talente setzen, sondern bereits bewiesene Spieler in dieser Liga geholt. Denn du weißt ja nicht, ob das Talent etwas wird. Dann lieber Rajon Rondo als Jae Crowder. Das ist zumindest konsequent.

Ich habe noch einige Fragen, da du ja sehr gegen das Tanken argumentierst: Wie konnte Dirk ein Winner werden, wenn er zu einer Franchise kam, die sich vorher lächerlich gemacht hat? Wie können LeBron James oder Steph Curry zu Winnern werden, wenn ihre Franchise zum Draftzeitpunkt absolute Lachnummern waren?

Die wichtigste Frage aber: Wie sind die Meister der letzten 10 Jahre an ihre Spieler gekommen, die letztlich die besten Spieler des Teams waren? James bei den Cavs, Curry bei den Warriors, Duncan/Leonard/Parker bei den Spurs, Nowitzki, Bryant, Pierce, Wade? Die einzige Ausnahme ist LeBron James bei den Heat, die in Wade aber auch schon eine eigentlich veritable erste Option hatten. Alle anderen Champions haben als besten Spieler einen Draftee oder zumindest einen Spieler, der das erste NBA-Spiel für die Franchise gemacht hat (Draft-Deals) gemacht, in ihren Reihen gehabt. Alle. Es ist nicht nur eine mögliche Erfolgsgeschichte, sondern DIE Erfolgsgeschichte der NBA. Seit 1990 gab es genau drei erste Optionen eines Champions, die NICHT vom Team gedraftet (bzw. am Drafttag ertradet wurden) wurden: O'Neal, Billups und James. Drei. Alle anderen Champions haben über die Draft ihre Superstars gesammelt. Ist es deshalb clever, alles abzureißen und darauf zu hoffen, dass man garantiert einen Titel holt? Niemals. Aber es ist sicherlich nicht nur Zufall, dass die besten Spieler nicht durch die Free Agency zum Championship-Team kamen, sondern durch den Draft.

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#14

Beitrag von Sebastian Hansen » 01.08.2016, 18:47

Wenn euch hier noch die ausführliche Beschreibung von Dennis Argumenten interessiert: war mein erster Artikel für GtG.

https://go-to-guys.de/2014/04/06/winning-by-losing/
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#15

Beitrag von kdurant35 » 01.08.2016, 21:10

Das Problem bei der ganzen Diskussion ist mmn was genau tanken ist. Das der Draft sehr wichtig ist ist sicherlich unumstritten. Wenn man die Liste genauer betrachtet muss man das aber differenzieren. Kobe und Leonard wurden zwar von den Teams gedraftet, aber nicht durch tanken. Man besaß die Tradeassetts um sich die Picks zu holen. Pierce war soweit ich weiß im zweistelligen Bereich. GS hat nur getankt um den Pick 7 2012 zu halten. Wollte aber eigentlich schon besser werden (siehe offer sheet DJ).
Denke für jedes Team muss individuell analysiert werden was am meisten Sinn macht. Halte von den ständigen Forderungen nach Tanking ebenso wenig wie diejenigen die das gänzlich verurteilen.

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Dennis Spillmann
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#16

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.08.2016, 16:47

kdurant35 hat geschrieben:Das Problem bei der ganzen Diskussion ist mmn was genau tanken ist. Das der Draft sehr wichtig ist ist sicherlich unumstritten. Wenn man die Liste genauer betrachtet muss man das aber differenzieren. Kobe und Leonard wurden zwar von den Teams gedraftet, aber nicht durch tanken. Man besaß die Tradeassetts um sich die Picks zu holen. Pierce war soweit ich weiß im zweistelligen Bereich. GS hat nur getankt um den Pick 7 2012 zu halten. Wollte aber eigentlich schon besser werden (siehe offer sheet DJ).
Denke für jedes Team muss individuell analysiert werden was am meisten Sinn macht. Halte von den ständigen Forderungen nach Tanking ebenso wenig wie diejenigen die das gänzlich verurteilen.
Sehr richtig. Wir müssen natürlich differenzieren, wie die Teams an die Picks kamen. Unstrittig sollte jedoch sein, dass man fast zwingend die eigenen Picks brauchte und diese relativ gut sein mussten, um etwas zu gewinnen. Steht ja in Sebastians Artikel auch drin. Das sollte man keinesfalls verdrängen. Immer Pick 16-20 hilft bestimmt nicht.

Die Sixers sind für mich deshalb eigentlich ein gutes Projekt, weil sie nach EINEM Trade vor dem Nichts standen: Iguodala weg für Bynum, der kein Spiel für sie machte. Das Team hatte kaum Assets und keine Perspektive. Da in den Rebuild zu gehen, erscheint mir sinnvoll. Wenn man bereits ein Star-Talent hat, sollte man es natürlich nicht traden und neu anfangen. Die Sixers hatten nichts.

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#17

Beitrag von Sebastian Hansen » 02.08.2016, 17:18

Sehr richtig. Wir müssen natürlich differenzieren, wie die Teams an die Picks kamen. Unstrittig sollte jedoch sein, dass man fast zwingend die eigenen Picks brauchte und diese relativ gut sein mussten, um etwas zu gewinnen. Steht ja in Sebastians Artikel auch drin. Das sollte man keinesfalls verdrängen. Immer Pick 16-20 hilft bestimmt nicht.
Es geht da vor allem, um Wahrscheinlichkeiten und die kann man statistisch erfassen und darstellen. NBA-Franchises sind Wirtschaftsunternehmen. Ja, das mag für Basketballromantiker ein bisschen schräg klingen, aber in einem Wirtschaftsunternehmen wird streng nach statistischen Wahrscheinlichkeiten gehandelt und zumindest innerhalb des kapitalistischen Systems, in dem wir leben, ist das auch vollständig legitim und sinnvoll.
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#18

Beitrag von pitschini99 » 02.08.2016, 18:05

Das Problem an dieser Statistik ist, traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.
Oder anders herum, um diese Statistik Hieb- und Stichfest zu machen, könnte man mal die Spieler all der Teams betrachten, die nicht in die Finals etc ... kommen. Und wie viele der TOP 1-5 Picks nie oder nur unzureichend Erfolg bringen ...

Wie oft also Teams völlig unnötig den Weg des Verlierens gegangen sind, weil ihre Picks keine FP wurden, oder nur solche die keine Siege brachten.

Wunderbar, wenn ich eine These habe und möglichst viele Zahlen bringe die diese These unterstützen und ganz einfach, all die Zahlen von der anderen Seite unter den Teppich kehre.
Wissenschaftlich ziemlich fundiert, wie ich finde. Aber sorry nichts Wert! Es ist nämlich relativ einfach, die Rohrkrepierer unter den TOP 5 Picks sind höher als die Anzahl der FP, deutlich höher!
Und dafür hat man oft seine besten Assets abgegeben, dass man Jahrelang nichts bekommt. Genau das ist das Problem und wird hier überhaupt nicht beleuchtet.
Ganz abgesehen davon, dass die US Sportligen eher kommunistische Systeme sind, als den Regeln einer "freien" Marktwirtschaft zu folgen. Die gibt es nämlich zur Zeit vor allem in Europa.

Gruß Pit

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#19

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.08.2016, 18:40

Die Busts sind definitiv in der Mehrheit. Keine Frage. Aber zeig mir mal die Teams, die jahrelang nur im Mittelfeld der Tabelle gespielt haben und danach Meisterteams wurden. Wie viele gibt es davon? Wer hat dort den Sprung geschafft, indem er auf den Draft verzichtete und nur durch Trades/Signings nach oben kam? In den letzten Jahrzehnten wohl auch niemand. Und - wie du sagtest - geht es ja ums Gewinnen.

Die Chancen, dass man so aufbaut wie Golden State, Oklahoma City und evtl. die Jazz, sind klein. Aber sie sind größer, als mit einem mittelmäßigen Team darauf zu hoffen, dass der nächste Superstar einfach per Free Agency zu dir kommt. Alle erfolgreichen Teams haben sich ihren Superstar im Draft abgeholt (ja, natürlich absolut alle. James, O'Neal und Durant sind in den letzten 20 Jahren wohl die Ausnahmen). Wie hoch ist die Chance, in der FA einen Superstar zu landen? Und wie hoch im Draft?

Aber du bist elegant den Winner-Gen-Fragen ausgewichen. Kannst du dazu noch mal was sagen?

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#20

Beitrag von kdurant35 » 02.08.2016, 19:11

Das der Weg über den Draft in einer Situation wie den Sixers kaum Alternativen bot ist vollkommen richtig. Es ist halt kein Allheilmittel. Das sah man ja z.B. auch bei den zig Expensionteams. Die hatten alle frühe Picks und konnten neu aufbauen. Und es hat bei den Grizzlies und Raptors in 21 gerade einmal für zwei CF gereicht. Was um diese zweifelsohne wichtigen Picks aufgebaut wird ist ebenfalls sehr wichtig und wird oft vernachlässigt.

@Sebastian Ja, NBA Teams sind Wirtschaftsunternehmen. Das ist aber aus meiner Sicht oft ein Grund gegen den Rebuild. Denn der ist ja auch nicht ohne Risiko. Viele Teams haben sich da jahrelang verrannt und brauchten ewig um wieder respektabel zu sein. Rein aus wirtschaftlicher Sicht muss man sich schon die Frage stellen ob es das Risiko wert ist um die Wahrscheinlichkeit auf den Titel zu erhöhen. Memphis hat z.B. wirtschaftlich unglaublich von dem jetztigen Team profitiert. Rein sportlich ist man seit 2-3 Jahren eher in einer Sackgasse. Hätten die 2014 z.B. Gasol und Conley getradet und später dann dementsprechend auch keinen Pick für Green geopfert besäße man womöglich eine sehr gute Ausgangssituation. Aber gerade die Wirtschaftlichkeit sprach mmn dagegen. Und da sind auch viele Teams darauf angewiesen einfach "nur" die Pos zu erreichen.

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#21

Beitrag von pitschini99 » 02.08.2016, 19:43

Dennis Spillmann hat geschrieben:Die Busts sind definitiv in der Mehrheit. Keine Frage. Aber zeig mir mal die Teams, die jahrelang nur im Mittelfeld der Tabelle gespielt haben und danach Meisterteams wurden. Wie viele gibt es davon? Wer hat dort den Sprung geschafft, indem er auf den Draft verzichtete und nur durch Trades/Signings nach oben kam? In den letzten Jahrzehnten wohl auch niemand. Und - wie du sagtest - geht es ja ums Gewinnen.
Da gebe ich dir Recht, die gibt es auch kaum! Aber wenn dann über Trades und FA, wie z.B. die letzte Pistons Championship, die letzte Celtics, die Mavs, die seit jeher diesen Weg gehen (was ich auch nicht richtig finde!), Ja auch alle Miami Titel sind über diesen Weg entstanden (Shaq, Big 3). Also doch gar nicht so wenige, wie ich zuerst dachte, habe vlt. sogar noch 1-2 vergessen.

Was ihr in meinen Augen total überseht, dass es immer einzelne Trainer und Spieler sind, die meist mehrere Jahre, manchmal sogar eine Dekade dominieren. (Jackson, Riley, Popovich z.B zuletzt Kerr)
Magic + Bird die 80´s, Olajuwon + MJ, die 90er, Kobe + Shaq + TD + LeBron das neue Jahrtausend, die garniert von Wade und Dirk evtl. noch, zuletzt kamen noch die Thunder mit Durant + Beastbrook und die GSW mit (Curry, Thompson, Green/ übrigens kein einziger Top5 Pick) dazu.

Wenn du also in einer Zeit steckst, wo einzelne deinen Sport dominieren, kannst du Draften so toll du willst, du kannst Traden wie ein Weltmeister oder auch die teuersten FA´s an Land ziehen, solange du keinen der Domiatoren hast oder bekommst, gewinnst du nix.
Ausserdem werden in eurer Betrachtung zu oft die wichtigen Sidekicks vergessen, kein FP gewinnt alleine. Die Sidekicks sind wichtig und kommen oft mit hohen Picks (manchmal sogar 2nd Rounder) oder durch Trade/ FA´s zum Star.

Ich bin der felsenfesten Überzeugung, das die besten GM´s und Coaches alles beherrschen, ein goldenes Händchen im Draft (im richtigen Jahrgang), gute Trades zum richtigen Zeitpunkt (auch mal für einen Draftpick) und natürlich die richtigen Entscheidungen und Angebote in der FA-Phase.
Und die guten GM´s und Coaches verlieren sehr, sehr selten. Wenn dann meist wegen Verletzungspech.

Gruß Pit
Zuletzt geändert von pitschini99 am 02.08.2016, 20:05, insgesamt 2-mal geändert.

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#22

Beitrag von pitschini99 » 02.08.2016, 19:56

Achso und zu der Gewinnergen Frage ... Die kann sich durch vieles ändern. Aber meistens von oben nach unten. Neue Besitzer, Neue GM´s, neue Trainer, oder einen natürlichen Anführer auf dem Platz.
Z.B. LeBron

Gruß Pit
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#23

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.08.2016, 20:48

pitschini99 hat geschrieben:Wenn du also in einer Zeit steckst, wo einzelne deinen Sport dominieren, kannst du Draften so toll du willst, du kannst Traden wie ein Weltmeister oder auch die teuersten FA´s an Land ziehen, solange du keinen der Domiatoren hast oder bekommst, gewinnst du nix.
Ausserdem werden in eurer Betrachtung zu oft die wichtigen Sidekicks vergessen, kein FP gewinnt alleine. Die Sidekicks sind wichtig und kommen oft mit hohen Picks (manchmal sogar 2nd Rounder) oder durch Trade/ FA´s zum Star.
Das Ding ist doch: Die Superstars steigen ja nicht aus einem UFO aus und sind plötzlich da: Die werden auch gedraftet! Und meistens sehr hoch. DU willst GENAU diese Spieler bekommen. Wissen wir, ob Ben Simmons der neue LeBron wird? Nein. Wird er mit großer, großer Wahrscheinlichkeit auch nicht. Aber wenn es nur 5-6 Spieler in der Liga gibt, die diese bestimmen, dann WILLST DU SIE HABEN. Nur kommst du über die Free Agency im Normalfall nicht an sie heran. Also musst du sie selbst ziehen: im Draft. Du siehst: Wir drehen uns im Kreis (wie die Ping-Pong-Bälle bei der Lottery ;) ). Es fällt alles auf den Draft zurück. Du musst da den Jackpot landen, um zu dominieren.
Es ist nicht in jeder Situation sinnvoll. Als 50-Siege-Team baust du weiter auf. Aber mit 40 Siegen und einem alten Kader könntest du darüber nachdenken. Bei einem jungen Kader passiert es aufgrund der Unerfahrenheit schon fast von selbst.

Grüße
Dennis

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#24

Beitrag von pitschini99 » 02.08.2016, 21:00

Es ist doch immer so, dass die jungen irgendwann die älteren ablösen, ob sie deshalb änliche oder gar bessere Karrieren haben werden, steht in den Sternen. Und ja die NBA hat ein Draftsystem und es ist schöner oben zu Draften als unten, allein weil ich als 1ster noch die volle Auswahl habe.

Nehmen wir mal den letzten erfolgreichen Rebuild ... Portland völlig ohne Tanken und das obwohl sie 4 von 5 Startern abgegeben haben. So geht das halt auch. Ohne Verlieren.

Gruß Pit

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#25

Beitrag von STAT » 02.08.2016, 21:13

pitschini99 hat geschrieben:Achso und zu der Gewinnergen Frage ... Die kann sich durch vieles ändern. Aber meistens von oben nach unten. Neue Besitzer, Neue GM´s, neue Trainer, oder einen natürlichen Anführer auf dem Platz.
Z.B. LeBron
Ganz zweifellos spielt das eine Rolle. Aber die Gewinnermentalität kommt in erster Linie von Innen und nur da kann sie auch wachsen. Die erste und letzte Instanz warum ich eine Gewinnermentalität habe oder nicht, liegt immer an mir selbst. Niemals im außen!
Von außen (Coach, Owner, Mitspieler) können immer hilfreiche Impusle kommen um zu wachsen. Aber nur weil ein Spieler bei einer Franchise im Rebuild spielt, ist er nicht gleich automatisch ein Verlierer oder erzeugt eine Verlierermentalität.

OKC war am Anfang auch schlecht, na und? Heute sprechen wir bei Westbrook von einem Mentalitätsmonster! Warum? Weil ER alleine dafür verantwortlich ist und gemeinsam mit Brooks, Durant und Co. gewachsen ist.

Warum sollen das Embiid (hoffentlich gesund), Noel und Simmons nicht auch schaffen? Das jahrelanges Verlieren keinen Spaß macht und seine Nachteile hat, unbestritten.

Wenn diese von dir genannte Mentalität von oben vorgelebt wird, kann das sehr hilfreich sein und dadurch kann eine positive Gruppendynamik entstehen. Aber trotzdem liegt es am Ende immer an den Spielern selbst ob sie zu "Gewinnern" oder "Verlierern" werden. Die Verantwortung kann eine Profi im Leistungssport nicht auf andere (Owner/Frontoffice) abschieben.

Bei Curry ist es im Übrigen genau das Gleiche wie bei Westbrook auch. Theoretisch müssten das alles Verlierer sein...

Fazit: Pauschalisieren geht diesbezüglich meiner Ansicht nach nicht.
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