[GtG] The Summer They Fixed College Basketball?

Hier könnt ihr über die beste Basketballliga der Welt, die National Basketball Association, diskutieren.
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Tobias Berger
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[GtG] The Summer They Fixed College Basketball?

#1

Beitrag von Tobias Berger » 05.08.2015, 16:00

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Der Collegebasketball wird sich in der kommenden Saison nachhaltig verändern. Grund dafür sind einige signifikante Regeländerungen, die in diesem Sommer beschlossen wurden und in der Spielzeit 2015/16 in Kraft treten. Welche Anpassungen des Reglements dies sind, warum sie angestoßen wurden und welche Auswirkungen sie haben werden, analysiert dieser Artikel.
Zuletzt geändert von Julian Lage am 05.08.2015, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Julian Lage
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#2

Beitrag von Julian Lage » 05.08.2015, 17:23

Wirklich interessanter Artikel, auch aus NBA-Perpektive. Am meisten ins Auge gesprungen ist mir die Frage der veränderten College-Dreipunktlinie. Ich habe das mal ganz kurz mit der NBA-Verkürzung der frühen 90er verglichen, aber keine sinnvollen Maßstäbe gefunde. Die Schwankungen der Durchschnittspunkte kamen mir zu willkürlich vor...
Praktisch wäre es ja kein Problem, einfach von der NBA-Distanz zu werfen, wenn man nicht direkt verteidigt wird. Funktioniert das also wirklich?

An der Stelle finde ich den Vergleich mit der D-League extrem interessant. Sowieso weil Level (zmd. unterhalb der absoluten Top-College-Teams) und Alter vergleichbar sind, vor allem aber: das Scoring ist komplett entgegengesetzt. Trotz der größeren Distanz der 3er-Linie - Was lässt sich aus dem Unterschied machen?

Um deine Underdog-These noch mal zu erweitern, würde ich mal die spontane These aufstellen: Ein großes Leistungsgefälle führt zu einem verstärkten Fokus auf die Defense bei den schwächeren Teams. Abgeleitet aus dem Unterschied D-League (Gefälle nahe 0) - College (großes Gefälle) kommt mir das logisch vor, auch im Fußball, z.B. frühe DFB-Pokal-Runden lässt sich das denke ich beobachten. Nur ist das ein Fakt, den die Colleges nicht ändern können, wäre also vermutlich nicht richtig populär, das aus NCAA-Sicht zu verbreiten.
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#3

Beitrag von Coach K » 06.08.2015, 09:35

Als ich gesehen habe das zu dem Thema ein Artikel geschrieben wurden ist hatte ich mich sehr gefreut und war sehr gespannt was sich alles ändert.

Als aller erstes finde ich gut das es mal 5 Sekunden weniger sind pro Angriff wobei mir 30 Sekunden immer noch deutlich zu viel sind. Überall auf der Welt (NBA/FIBA) spielen Sie 24 Sekunden.
Das dies die Coaches jetzt stört weil Sie nicht gegebenfalls zwei Plays komplett durchspielen können ist mir klar aber hier wird die Entscheidungsfreude der Spieler gestärkt sich auch mal was zu trauen oder vorzeitig aus einem Play auszusteigen wenn Sie eine gute Option sehen.

Das die 3er Linie weiter nach hinten rutscht finde ich auch gut. Erstens können die wirklich guten Schützen auch von dort werfen und treffen was Sie uns ja jetzt immer wieder beweisen. Zweitens schafft dies wirklich mehr Platz innerhalb der 3er Linie. Da die Verteidigung etwas weiter aussehen stehen muss. Dies kann ganz klar von Vorteil sein wenn ein Team einen dominaten Postscorer hat und dazu noch Schützen.
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#4

Beitrag von Poohdini » 06.08.2015, 12:05

Großartig, danke Tobias.

Tobias Berger
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#5

Beitrag von Tobias Berger » 06.08.2015, 15:14

Julian Lage hat geschrieben:Wirklich interessanter Artikel, auch aus NBA-Perpektive. Am meisten ins Auge gesprungen ist mir die Frage der veränderten College-Dreipunktlinie. Ich habe das mal ganz kurz mit der NBA-Verkürzung der frühen 90er verglichen, aber keine sinnvollen Maßstäbe gefunden. Die Schwankungen der Durchschnittspunkte kamen mir zu willkürlich vor...
Praktisch wäre es ja kein Problem, einfach von der NBA-Distanz zu werfen, wenn man nicht direkt verteidigt wird. Funktioniert das also wirklich?
Es ist viel Spekulation dabei. Man bräuchte Drive-Statistiken aus der Zeit der verkürzten Dreierlinie. Aber rein vom Gefühl her profitieren gerade Drive-First-Athleten von mehr Platz. Denke dabei zB an Tyreke Evans, dem die Umstellung auf die NBA zunächst ungemein leicht viel, obwohl er keinen Wurf hat(te).
An der Stelle finde ich den Vergleich mit der D-League extrem interessant. Sowieso weil Level (zmd. unterhalb der absoluten Top-College-Teams) und Alter vergleichbar sind, vor allem aber: das Scoring ist komplett entgegengesetzt. Trotz der größeren Distanz der 3er-Linie - Was lässt sich aus dem Unterschied machen?
Ja, eventuell gibt es hier den ersten Hinweis darauf, dass mehr Spacing mehr Offense erlaubt bzw. Verteidigung erschwert. Gleichzeitig würde ich denken, ohne mich in der DLeague groß auszukennen, dass viele Teams eher als Spielwiese der NBA-Franchises genutzt werden um neue Ansätze auszuprobieren. Sicherlich nicht überall so krass, wie bei der Houston-Partnerschaft (Vipers?), aber schon eher so, dass Gewinnen nicht immer oberste Prämisse ist. "Lieber neues System mit mehr Dreiern/Drives ganz genau für die Profis ausprobieren und aussagekräftige Daten sammeln, als jedes Spiel sich durch tolles Scouting genau an den Gegner anzupassen."-so ist mMn wohl eher das Mantra. Auf Spielerseite ist es ja ähnlich, auch wenn wir vielleicht an einem Punkt kommen, an dem sich das etwas dreht. Gibt doch ungemein viele Jungs dort, die nur auf Stats spielen, oder? Die gibt es nunmal vermehrt nur mit offensiver Mentalität zu holen.
Um deine Underdog-These noch mal zu erweitern, würde ich mal die spontane These aufstellen: Ein großes Leistungsgefälle führt zu einem verstärkten Fokus auf die Defense bei den schwächeren Teams. Abgeleitet aus dem Unterschied D-League (Gefälle nahe 0) - College (großes Gefälle) kommt mir das logisch vor, auch im Fußball, z.B. frühe DFB-Pokal-Runden lässt sich das denke ich beobachten. Nur ist das ein Fakt, den die Colleges nicht ändern können, wäre also vermutlich nicht richtig populär, das aus NCAA-Sicht zu verbreiten.
Mit Fußball lässt sich das eventuell wirklich gut vergleichen. Ein Viertligist, selbst wenn sie vielleicht in der eigenen Liga eine Top-Offense haben, drosselt gegen die Bayern das Tempo, da deren Offensive auf jeden Fall mehr potentielle Durchschlagskraft besitzt und bei mehr Chancen ein Tor wahrscheinlicher wird, selbst wenn die Angriffsspieler eigentlich einen schlechten Tag haben.

Zusätzlich würde ich noch als Faktor sehen, dass Defensive ggf. leichter zu vermitteln ist. Wenn HS-Spieler an das College kommen, zieht das für fast jeden Spieler einen offensiven Rollenwechsel nach sich. Schönes Beispiel ist vielleicht Kevon Looney. An der HS erste Option und primärer Ballhandler, bei UCLA Option 3 mit für ihn neuem Spiel abseits des Balles und mit mehr Postnähe. Defensiv verändert sich weniger. Als größerer Spieler hat er sicherlich genau wie für die Bruins eher am Korb verteidigt. Zudem ist bei einer weniger komplizierten Team-Defense schon mit weniger Skill etwas anzufangen. Deshalb entscheiden sich auch nicht nur diese Underdogs für Defensivbasketball. Gerade junge Topteams setzen erstmal auf eine eher auf Verteidigung basierte Herangehensweise und lernen dann die Offense über das Jahr. Bei dem Ansatz hilft auch der Schedule kräftig mit. Non-Conference-Games zu Beginn des Jahres sind eher einfacher und zumeist auch ohne komplett ausgefeilte Offense zu gewinnen.
Coach K hat geschrieben: Das die 3er Linie weiter nach hinten rutscht finde ich auch gut. Erstens können die wirklich guten Schützen auch von dort werfen und treffen was Sie uns ja jetzt immer wieder beweisen. Zweitens schafft dies wirklich mehr Platz innerhalb der 3er Linie. Da die Verteidigung etwas weiter aussehen stehen muss. Dies kann ganz klar von Vorteil sein wenn ein Team einen dominaten Postscorer hat und dazu noch Schützen.


Aufpassen. Noch gibt es die verschobene Dreierlinie am College noch nicht. Im Gespräch ist sie aber längst angekommen. Eine Einführung in naher Zukunft gilt deswegen als wahrscheinlich. Tippe auf zwei, drei Jahre.

Guter Einwurf mit dem Postscoring. Genau dieses Inside-Out-System hat ja in diesem Jahr die Meisterschaft gewonnen. Nicht auszudenken, was Okafor mit noch mehr Platz hätte anrichten können.
Poohdini hat geschrieben:Großartig, danke Tobias.
Danke für das Lob!

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Artur Kowis
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#6

Beitrag von Artur Kowis » 06.08.2015, 16:32

Hervorragender Artikel! Auch die NBA-Seite ist darin sehr gut mit eingearbeitet.

Wie vielen gehen auch mir die Regeländerungen z.T. nicht weit genug. Eine 24-Sekunden Shot Clock hätte ich mir ebenso gewünscht wie ein sofortige Verschiebung der Dreierlinie. Ich bin mir sicher, dass einige NCAA-Puristen über solche Maßnahmen enttäuscht wären, jedoch würde die NCAA damit ihren Spielern tatsächlich helfen, sich aufs Profi-Geschäft vorzubereiten. Talent setzt sich letztlich eh durch, jedoch würden wahrscheinliche gerade Spieler profitieren, die 2-4 Jahre an der Uni bleiben, bevor sie den Schritt nach Europa wagen. Die Struktur des Spiels dort bereits in der Collegekarriere zu simulieren wäre sicher hilfreich, hat Tobias ja auch erwähnt.

Ich schätze, dass so etwas früher oder später kommt? Die Änderungen sehen für mich nach "first foot in the door" zu sein. Ein interesannter Schritt ist vor allem die Justierung der Shot Clock aber allemal.

Gab es eigentlich einen Grund, warum die Shot Clock auf ausgerechnet 30 Sekunden und nicht auf 29 oder 28 Sekunden gesetzt wurde?
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#7

Beitrag von Tobias Berger » 07.08.2015, 12:24

Artur Kowis hat geschrieben:Gab es eigentlich einen Grund, warum die Shot Clock auf ausgerechnet 30 Sekunden und nicht auf 29 oder 28 Sekunden gesetzt wurde?
Die College-Frauen spielen seit den 70ern!! mit 30 Sekunden-Wurfuhr. Anpassung an sie, lag also wegen Collegesport-Nähe und dem Verzicht auf die Radikaländerung 24 Sekunden auf der Hand.

Ich schätze, dass so etwas früher oder später kommt? Die Änderungen sehen für mich nach "first foot in the door" zu sein. Ein interesannter Schritt ist vor allem die Justierung der Shot Clock aber allemal.
Denke auch, dass nach und nach immer mehr Veränderungen in Richtung NBA kommen werden. Wieder gehen ja die Mädels mit Umstellung auf vier Viertel voran. Nur alles auf einmal, wäre wohl nicht drin gewesen, ohne PR-technisch als Sport dazustehen, der sich selbst vollkommene Unfähigkeit eingesteht.

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#8

Beitrag von Julian Lage » 07.08.2015, 13:06

Tobias Berger hat geschrieben: Nur alles auf einmal, wäre wohl nicht drin gewesen, ohne PR-technisch als Sport dazustehen, der sich selbst vollkommene Unfähigkeit eingesteht.
Ich denke, die weiteren Anpassungen lassen sich dann als FIBA-Kooperation oder so verkaufen... Gemeinsames PR-Blabla, ein bisschen was von "immer mehr Internationale" usw., dann sieht das besser aus ;)

Welche Unterschiede gibt es noch zu FIBA (bzw. NBA)? Halbzeiten bzw. Minuten, 3er-Linie, Fouls/Freiwürfe, Feldgröße?
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Beitrag von Tobias Berger » 07.08.2015, 15:24

Es gibt schon noch ein paar Sachen.
  • Shotclock
    Hälften statt Viertel
    10 Sekunden Zeit um eigene Hälfte zu überbrücken
    Breite der Zone
    5 Fouls
    andere Teamfoulgrenzen inklusive der recht speziellen 1+1 Regelung
    Possession-Arrow statt Jumpball beim Tie-Up
    viel mehr Freiheiten für Zonen-Verteidigungen
    und ich hab sicher noch irgendwas vergessen
Nichts was nicht zu fixen wäre, aber eben schon ein großer Schritt alles auf einmal anzupassen. Zuma ich ja beschrieben habe, wer über diese Veränderungen abstimmt. Sind nicht die Leute, die auf schnelle Veränderung aus sind. Cal würde sofort alle Regelungen an die NBA angleichen, weil er dann noch bessere Recruiting-Argumente hätte. Den Coach von Midmajor Belmont interessiert eine Vereinfachung des Weges in die NBA für Prospects nicht. Blöderweise ist der gute Mann aber Chef des Rule Committees.

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