Verliert die NBA ein (großes) Stück Identifikation?

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Dennis Spillmann
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Verliert die NBA ein (großes) Stück Identifikation?

#1

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.08.2019, 08:00

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.

129 Spieler haben in dieser Offseason ein neues Team gefunden. Ist der Wechselzirkus für das Außenbild der NBA gut oder verliert sie ein großes Stück Identifikation dadurch?


Mabusian
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#2

Beitrag von Mabusian » 02.08.2019, 10:39

Ja, aber...
Ich mochte diese Offseason auch nicht, zu schnell, zu sehr auf Druck der Superstars gehandelt, zu viele Sign-and-Trades. Aber mir fehlen die Alternativen. Man hätte hier durchaus Hard Cap, Franchise Tag, etc. ansprechen können. Man hätte die Rolle der Agenten hinterfragen können *hust DAJ hust*. Ich glaube auch, dass die Fokussierung auf LA und NY der NBA schadet, hätte aber keine Lösung dafür.

Das größte Problem dabei scheint mir, dass weder die Besitzer noch die Spieler ein Interesse daran haben, die Regeln zu ändern. Die Spieler mögen die Flexibilität und die meisten Teams auch, weil sie so besser gegen Verletzungen oder schlechte Wetten auf die Zukunft einzelner Spieler geschützt sind.
Im Endeffekt war das Ergebnis dieses Sommers für die meisten Fans positiv. Die Superstars der Liga sind verteilt wie seit 2010 nicht mehr, wir haben in jeder Conference min. 3-4 Teams, die in die Finals kommen können, und zumindest die Knicks wurden für ihr Missmanagement nicht auch noch mit KD und Kyrie belohnt. Ich persönlich kann nicht abschätzen, ob das eine Eintagsfliege war oder ob das dauerhaft so laufen wird. Aber eigentlich ist es doch nicht schlecht, wenn die Stars häufiger wechseln und wir nicht vier Jahre in Folge die selben zwei Teams in den Finals haben.

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#3

Beitrag von kdurant35 » 02.08.2019, 11:24

Ich finde deine Kritik ehrlich gesagt etwas übertrieben, auch wenn natürlich gewisse Dinge in Frage zu stellen sind (was grundsätzlich immer zutrifft).

Das vermehrt Einjahresverträge vergeben werden, sehe ich z.B. weniger als Problem. Es zeugt mMn eher davon, dass das FO aus der Vergangenheit gelernt hat. Finde es schwierig gute FO-Leistungen fördern zu wollen und gleichzeitig gegen diese Vertragsstruktur zu sein. Unabhängig vom Personal ist die Vertragsgestaltung der Lakers 18 und Knicks 19 das, was ich (neben Asset Aufnahme) als Fan von meinem FO sehen wollte, wenn die besseren Optionen (Top-FAs ausbleiben).

Auch die 4 Jahresverträge sehe ich nicht als Problem. Zum einen wurden Vertragslaufzeiten abgesehen von S&T nur um 1 Jahr verkürzt. Gleichzeitig wurde dafür aber die Möglichkeiten genommen, dass Spieler bzw Teams mehrere Optionsjahre (wie z.B. bei der Big3 der Heat 4+1+1) zu vergeben. Die Veränderungen sehe ich daher nicht so groß. Gleichzeitig wurden viele 2016 vergebenen Verträge auch gegeneinander getradet. Den Schaden einer Fehlkalkulation sehe ich weiterhin als sehr groß.

Auch was die Märkte angeht stimme ich dir nur bedingt zu. Natürlich ist das ein Problem für kleine Märkte. War es aber immer und ist mMn eher besser als früher.
Ja, die Clippers und Nets haben davon profitiert. Aber beide Franchises haben in den letzten Jahren auch die von dir geforderte gute Arbeit gemacht und im Gegensatz zu den Big Names- und Lakers/Knicks sehe ich KLAR bedeutsamer- in der diesjährigen FA abgesahnt. Damit habe ich kein Problem.
Dafür hat sich die Gesamtsituation der kleinen Märkte mMn erheblich verbessert. Anfang der 90ern gab es z.B. keine vorgefertigten Rookieverträge inkl.rFA wie heute. Die Neulinge bekamen teils früh hohe Verträge oder wurden nach wenigen Jahren FAs (z.B. Shaq 96 und Duncan 00) - oft mit schwerwiegenden Folgen für kleine Märkte. Ich sehe das heute klar besser als früher.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Wer aber die Interessen von Teams und Spielern berücksichtigt, wird das wohl nie hinbekommen. Denn viele Regeln sind jetzt mMn schon sehr pro-teamlastig. Viele Veränderungsvorschläge, die ich gehört habe, würden das jedoch noch verstärken. Eine Richtung, die ich ebenfalls zweifelhaft finde.

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#4

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.08.2019, 16:11

Der Artikel ist eher der Beginn eines Gedankenprozesses, den ich mal aufschreiben wollte. Er bietet deswegen auch keine Lösungen an - auch weil ich schlichtweg keine kenne @Mabusian.

Gestern erschien (für mich viel zu spät, mein Gedanke stand seit Wochen fertig da) von Jackie MacMullan ein Artikel, der sehr viele Zitate enthält, die es in den Artikel geschafft hätten (Quelle: https://www.espn.com/nba/story/_/id/272 ... call-shots):
Teams traditionally map out a five-year plan (or longer) for growth, factoring in future drafts, trades and free-agency signings.

"But you can throw that out the window now," says New Orleans Pelicans coach Alvin Gentry. "There's too much movement -- too much unexpected movement. You can't plan beyond next year."
"What's shocking is the caliber of the players -- LeBron, KD, Kawhi -- that are leaving. And they kind of run the league."

Kerr says he has no issue with players departing in free agency, but he does take umbrage with those who force their way out of town before their contracts are up, citing both Anthony Davis and Paul George as examples.

"That's the real danger," says Kerr. "That's where you start to get concerned. At least I do. As for our league, it's bad for business."
Und das klingt für mich einfach nach Europa. Das ist nicht mehr die NBA mit dem Alleinstellungsmerkmal des Cap-Managements. Das ist natürlich nur eine subjektive Empfindung, aber wenn das ganze einfach darauf hinausläuft, dass wir - überspitzt gesagt - jedes Jahr 50% freien Cap haben und alle Spieler sich willkürlich irgendwohin verirren, dann verliere ich einen großen Teil meines Interesses.

@kdurant35 Für die Small Market Teams ist die jetzige Situation doch eher problematisch. Klar ist die Situation besser als vor 20 Jahren vor dem Rookie Cap, aber in einer Liga mit Cap im Übermaß sind die Small Market Teams doch weiterhin benachteiligt, weil der Big Market dasselbe bieten kann. Kompetitiv warst du als Small Market doch nur, weil du Cap hattest und eben ein klein wenig mehr bieten konntest. Das ist jetzt kaum noch der Fall.

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#5

Beitrag von kdurant35 » 02.08.2019, 16:40

Natürlich sind die Small Market Teams im Nachteil. Ich denke jedoch nicht, dass dies zu lösen ist, ohne gleichzeitig die Rechte der Spieler zu sehr zu beschneiden.
Die Veränderungen in den letzten 20 Jahren beim Draft - was die Spieler in der Regel mindestens 7-9 Jahre bindet - ist aus meiner Sicht schon sehr großzügig. Irgendwann in der Prime sollten die Spieler auch FA werden dürfen.

Das größte Problem am neuen System ist aus meiner Sicht die Regelung der Luxussteuer. Denn hier sind die SMT mMn klar eingeschränkt. Kaum ein Team kann es sich leisten ein teures Team mehrere zusammenzuhalten oder gar zu verstärken. Hier würde ich mir wünschen, dass die Luxussteuern vielleicht je nach finanzieller Situation des Marktes unterschiedliche gestaltet werden könnte. Keine Ahnung ob so etwas realistisch oder überhaupt legal wäre.

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#6

Beitrag von Dennis Spillmann » 02.08.2019, 19:54

Mabusian hat geschrieben:
02.08.2019, 10:39
Im Endeffekt war das Ergebnis dieses Sommers für die meisten Fans positiv. Die Superstars der Liga sind verteilt wie seit 2010 nicht mehr, wir haben in jeder Conference min. 3-4 Teams, die in die Finals kommen können, und zumindest die Knicks wurden für ihr Missmanagement nicht auch noch mit KD und Kyrie belohnt. Ich persönlich kann nicht abschätzen, ob das eine Eintagsfliege war oder ob das dauerhaft so laufen wird. Aber eigentlich ist es doch nicht schlecht, wenn die Stars häufiger wechseln und wir nicht vier Jahre in Folge die selben zwei Teams in den Finals haben.
Ich halte das für einen großen Zufall. Kawhi war kurz da vor, die Machtverhältnisse recht klar Richtung Lakers zu kippen, ehe die Clippers nicht alles, was zukünftigen Wert hat, Richtung OKC geschickt haben. Auch im Osten ist es ein "Glück", dass Durant verletzt ist und Brooklyn nicht noch mehr davon profitieren kann.


Hier wären meine Vorschläge nach einem ersten intensiveren Nachdenken mit der Prämisse, wieder Kontinuität zu fördern und Verträge wieder als solche darzustellen. Warum das so wichtig ist, hatte Gentry (nochmals aus dem Artikel vorher) so formuliert:
the league is to the point that contracts "don't really mean anything anymore, so make them all two-year deals. It will save us a lot of headaches."
  • Sobald ein Spieler eine Tradeforderung öffentlich macht, wird er für die restliche Laufzeit des Vertrags gesperrt und erhält kein Gehalt mehr. Ich halte das weiterhin für ein Unding, dass es so etwas überhaupt gibt. Der Spieler hat sich freiwillig dazu entschieden, den Vertrag zu unterschreiben. Er hat den Vertrag zu erfüllen. Wenn er mit dem Vertrag nicht einverstanden ist, soll er ihn nicht unterschreiben.
  • Ich würde die prozentuale Staffelung der Verträge angehen. Wenn es gewollt ist, dass ein Spieler länger gebunden wird, dann muss das auch belohnt werden. Vorschläge aus dem Bauch heraus: Gehaltssteigerung in Jahr 2: 5%, Jahr 3: 10%, Jahr 4: 15%, Jahr 5: 20%. Es darf nicht sein, dass 1+1 Verträge sinnvoller sind als 4-Jahresverträge.
  • Alternativ könnte ich mir vorstellen, dass man die Prozentwerte für den Maxdeal an die Jahre koppelt: ein 1 Jahres-Max kann maximal 20% des Salary Caps betragen, pro Jahr gibt es 5%-Schritte dazu bspw.

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#7

Beitrag von kdurant35 » 03.08.2019, 07:01

Dennis Spillmann hat geschrieben:
02.08.2019, 19:54
Mabusian hat geschrieben:
02.08.2019, 10:39
Im Endeffekt war das Ergebnis dieses Sommers für die meisten Fans positiv. Die Superstars der Liga sind verteilt wie seit 2010 nicht mehr, wir haben in jeder Conference min. 3-4 Teams, die in die Finals kommen können, und zumindest die Knicks wurden für ihr Missmanagement nicht auch noch mit KD und Kyrie belohnt. Ich persönlich kann nicht abschätzen, ob das eine Eintagsfliege war oder ob das dauerhaft so laufen wird. Aber eigentlich ist es doch nicht schlecht, wenn die Stars häufiger wechseln und wir nicht vier Jahre in Folge die selben zwei Teams in den Finals haben.
Ich halte das für einen großen Zufall. Kawhi war kurz da vor, die Machtverhältnisse recht klar Richtung Lakers zu kippen, ehe die Clippers nicht alles, was zukünftigen Wert hat, Richtung OKC geschickt haben. Auch im Osten ist es ein "Glück", dass Durant verletzt ist und Brooklyn nicht noch mehr davon profitieren kann.


Hier wären meine Vorschläge nach einem ersten intensiveren Nachdenken mit der Prämisse, wieder Kontinuität zu fördern und Verträge wieder als solche darzustellen. Warum das so wichtig ist, hatte Gentry (nochmals aus dem Artikel vorher) so formuliert:
the league is to the point that contracts "don't really mean anything anymore, so make them all two-year deals. It will save us a lot of headaches."
  • Sobald ein Spieler eine Tradeforderung öffentlich macht, wird er für die restliche Laufzeit des Vertrags gesperrt und erhält kein Gehalt mehr. Ich halte das weiterhin für ein Unding, dass es so etwas überhaupt gibt. Der Spieler hat sich freiwillig dazu entschieden, den Vertrag zu unterschreiben. Er hat den Vertrag zu erfüllen. Wenn er mit dem Vertrag nicht einverstanden ist, soll er ihn nicht unterschreiben.
  • Ich würde die prozentuale Staffelung der Verträge angehen. Wenn es gewollt ist, dass ein Spieler länger gebunden wird, dann muss das auch belohnt werden. Vorschläge aus dem Bauch heraus: Gehaltssteigerung in Jahr 2: 5%, Jahr 3: 10%, Jahr 4: 15%, Jahr 5: 20%. Es darf nicht sein, dass 1+1 Verträge sinnvoller sind als 4-Jahresverträge.
  • Alternativ könnte ich mir vorstellen, dass man die Prozentwerte für den Maxdeal an die Jahre koppelt: ein 1 Jahres-Max kann maximal 20% des Salary Caps betragen, pro Jahr gibt es 5%-Schritte dazu bspw.
Deine Vorschläge sind genau der Grund, weshalb ich da keine sinnvolle Lösung sehe. Ich würde das jetzige System klar bevorzugen:

- die öffentlichen Tradeforderungen seh ich zwar ebenfalls als großes Problem. Dein Vorschag ist aber mMn keine Lösung (abgesehen davon wird die Gewerkschaft vermutlich nie zustimmen und ich wäre mir nicht mal sicher ob solch eine radikale Maßnahme juristisch durchsetzbar wäre). Denn selbst wenn so etwas vereinbart wird, lässt es ein Agent inoffiziell durchsickern, ohne es zu bestätigen. Und dann? Das könnte theoretisch ebenfalls vom Team, Mitspielern oder potenziellen Tradepartner kommen. Ist ähnlich wie beim tampering. Solange nichts schriftlich illegales wie bei Joe Smith gefunden wird, kann eh keine größere Strafe erfolgen. Ist mMn nur Kosmetik

- deine anderen Punkte gehen für meinen Geschmack genau im die Richtung, die mir nicht gefällt.
Aus Spielersicht finde ich es OK, wenn man verschiedene Optionen hat. Bisher sind diese in den ersten beiden Verträgen lang gebunden ohne große finanzielle Nachteile zu haben. Ein Team kann fast alle Spieler jederzeit traden, wenn es ihnen gefällt. Solch Vertragsgestaltungen sind für Spieler eine Option, ihre Zukunft flexibler zu gestalten. Das sollte - trotz der damit entstehenden Probleme - auch eine Option bleiben. Die Möglichkeit dann nur für 20% zu Unterschreiben halte ich für falsch.
Der Versuch es über die Steigerung zu lösen ist für mich ein bisschen wie die light Variante des Supermax. Auch hier könnten die Probleme größer werden als die Vorteile. Der Supermax hat die Probleme ja auch nur in wenigen Fällen gelöst, da einige Spieler die Wahlmöglichkeit dem Geld vorziehen. Dafür sind viele Supermax Verträge hinten heraus schlechte Verträge. Wenn jetzt vermehrt die nicht elitären Spieler solche langfristigen Verträge unterschreibt schadet das besonders den SMT.

Ich bin persönlich genau gegen solche Maßnahmen, die Spieler nur mit noch größeren finanziellen Vorteilen oder "Zwang" (Franchise tag etc.) an Teams zu binden. Das ist es nicht wert. Wie bereits geschrieben sehe ich den Vorteil des draftenden Teams bereits groß genug. Wenn ein Spieler danach wechseln will dann akzeptiere ich das, selbst wenn der big market der Hauptgrund ist. Gleichberechtigung zu jedem Preis finde ich nicht gut. Der beste Ansatz ist aus meiner Sicht den SMT es leichter zu machen ihren Kader trotz Luxussteuerbelastung zu halten bzw. zu verbessern. Das ist mMn das best mögliche Argument für die Stars.
Aber auch das ist extrem schwierig. Über die Gestaltung der Luxussteuer hab ich schon geschrieben. Ähnlich sollte man darüber nachdenken, ob der 5%"Bonus" des Supermax gegen den Cap bzw. die Luxussteuern zählen muss etc.

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#8

Beitrag von Dennis Spillmann » 03.08.2019, 07:27

Wie du bereits sagst, diskutieren wir sowieso in einen spekulativen Raum hinein, denn den Teams gefällt es wahrscheinlich, sich die theoretische Möglichkeit offen zu halten, jedes Jahr den Reset zu drücken. Natürlich findest du für meine Vorschläge keine Mehrheit - aber ich würde das (immer unter der Prämisse, dass diese Offseason ein Symbol für alle weiteren Jahre wird) für gesünder halten als das jetzige System.

Solche Verträge wie der von Rozier müssen eben hart (eher noch härter) bestraft werden. Du kannst als Franchise so einen Deal nicht herausgeben. Und da kann man auch nicht mit dem Small Market Schutz ankommen. Charlotte musste den Deal keinesfalls herausgeben.

Für mich ist der stetig vorhanden Cap Space eigentlich das größte Problem. Worauf ich jetzt noch warte, ist, dass die Rookie-Verträge von Spielerseite aus nicht mehr verlängert werden, sondern dass die angehenden Stars nach vier Jahren einfach aus dem Deal herauswollen und das Qualifying Offer nehmen, um sich dann so schnell wie möglich "Ihr" Team auszusuchen. Wir haben jetzt schon eine extreme Konzentration von Superstars in den Big Markets. Ich halte das nicht für gesund.

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#9

Beitrag von kdurant35 » 03.08.2019, 07:54

Dennis Spillmann hat geschrieben:
03.08.2019, 07:27
Wie du bereits sagst, diskutieren wir sowieso in einen spekulativen Raum hinein, denn den Teams gefällt es wahrscheinlich, sich die theoretische Möglichkeit offen zu halten, jedes Jahr den Reset zu drücken. Natürlich findest du für meine Vorschläge keine Mehrheit - aber ich würde das (immer unter der Prämisse, dass diese Offseason ein Symbol für alle weiteren Jahre wird) für gesünder halten als das jetzige System.

Solche Verträge wie der von Rozier müssen eben hart (eher noch härter) bestraft werden. Du kannst als Franchise so einen Deal nicht herausgeben. Und da kann man auch nicht mit dem Small Market Schutz ankommen. Charlotte musste den Deal keinesfalls herausgeben.

Für mich ist der stetig vorhanden Cap Space eigentlich das größte Problem. Worauf ich jetzt noch warte, ist, dass die Rookie-Verträge von Spielerseite aus nicht mehr verlängert werden, sondern dass die angehenden Stars nach vier Jahren einfach aus dem Deal herauswollen und das Qualifying Offer nehmen, um sich dann so schnell wie möglich "Ihr" Team auszusuchen. Wir haben jetzt schon eine extreme Konzentration von Superstars in den Big Markets. Ich halte das nicht für gesund.
Ich seh das nicht so kritisch wie du. Die einzig wirklich fragwürdige Entscheidung war James 2018. Hier war NUR der Markt entscheidend.
Ansonsten war der big market nur ein Teil der Attraktivität. Sportlich sind die Clippers und Nets (sofern KD wieder fit wird) durchaus attraktive Ziele.
Und mit SF, Toronto, Boston und Philly haben ja auch zig big market Teams prominente Abgänge. Dazu war vermutlich der sportliche Misserfolg - nicht allein der kleine Markt - ein wichtiger Grund für PGs Abgang. Zuletzt war in den wenigsten Fällen ein Team mit fragwürdiger sportlicher Perspektive (wie die Knicks bei Melo) der große Profiteur der FA.

Ich verstehe auch nicht ganz, warum ein Vertrag von Rozier noch stärker bestraft werden soll. Für mich ist er der schlechteste Vertrag der Offseason und ich versteh ihn nicht. Selbst wenn er von der größeren Rolle profitiert seh ich kein Szenario, wie er überperformen soll. Dafür zahlreiche negative Szenarien. Und das ist schon ein dreijähriger Vertrag. Reicht das nicht?

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#10

Beitrag von Dennis Spillmann » 03.08.2019, 08:19

kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 07:54

Ich seh das nicht so kritisch wie du. Die einzig wirklich fragwürdige Entscheidung war James 2018. Hier war NUR der Markt entscheidend.
Butlers Entscheidung war zumindest keine für den sportlichen Erfolg. Die Davis-Tradeforderung zu einem .500er Team kann man ebenfalls hinterfragen.
kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 07:54
Und mit SF, Toronto, Boston und Philly haben ja auch zig big market Teams prominente Abgänge.
Hmm ... an welche Märkte hat man die Spieler denn verloren? Nicht etwa an noch größere, oder? :idee:
kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 07:54
Ich verstehe auch nicht ganz, warum ein Vertrag von Rozier noch stärker bestraft werden soll. Für mich ist er der schlechteste Vertrag der Offseason und ich versteh ihn nicht. Selbst wenn er von der größeren Rolle profitiert seh ich kein Szenario, wie er überperformen soll. Dafür zahlreiche negative Szenarien. Und das ist schon ein dreijähriger Vertrag. Reicht das nicht?
Charlotte ist ja durch den Kader eh schon so bestraft, dass man Rozier im ersten Jahr evaluiert, dann feststellt, dass er Crap ist, ihn dann eventuell verschiffen will. Das heißt, er schadet dem Team im zweiten Jahr, danach ist er auslaufend.
So ein Vertrag bei einem kompetitiven Team wäre noch schlimmer/schädigender, aber ich würde hier dann "gerne" 4-5 Jahre sehen. Die jetzigen Laufzeiten werden zu schnell ausgesessen.

Ich kann mit agree-to-disagree aber auch gut leben. Wie eingangs gesagt: Es ist der Beginn eines Denkprozesses.

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#11

Beitrag von kdurant35 » 03.08.2019, 08:54

Dennis Spillmann hat geschrieben:
03.08.2019, 08:19
kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 07:54

Ich seh das nicht so kritisch wie du. Die einzig wirklich fragwürdige Entscheidung war James 2018. Hier war NUR der Markt entscheidend.
Butlers Entscheidung war zumindest keine für den sportlichen Erfolg. Die Davis-Tradeforderung zu einem .500er Team kann man ebenfalls hinterfragen.
kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 07:54
Und mit SF, Toronto, Boston und Philly haben ja auch zig big market Teams prominente Abgänge.
Hmm ... an welche Märkte hat man die Spieler denn verloren? Nicht etwa an noch größere, oder? :idee:
kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 07:54
Ich verstehe auch nicht ganz, warum ein Vertrag von Rozier noch stärker bestraft werden soll. Für mich ist er der schlechteste Vertrag der Offseason und ich versteh ihn nicht. Selbst wenn er von der größeren Rolle profitiert seh ich kein Szenario, wie er überperformen soll. Dafür zahlreiche negative Szenarien. Und das ist schon ein dreijähriger Vertrag. Reicht das nicht?
Charlotte ist ja durch den Kader eh schon so bestraft, dass man Rozier im ersten Jahr evaluiert, dann feststellt, dass er Crap ist, ihn dann eventuell verschiffen will. Das heißt, er schadet dem Team im zweiten Jahr, danach ist er auslaufend.
So ein Vertrag bei einem kompetitiven Team wäre noch schlimmer/schädigender, aber ich würde hier dann "gerne" 4-5 Jahre sehen. Die jetzigen Laufzeiten werden zu schnell ausgesessen.

Ich kann mit agree-to-disagree aber auch gut leben. Wie eingangs gesagt: Es ist der Beginn eines Denkprozesses.
Die Diskussion darüber ist ja gut. Und Verbesserungsmöglichkeiten gibt es sicher immer. Deine Ansätze sind halt nicht die, die ich bevorzuge.

Charlotte hat doch bei Rozier schon nicht die volle LZ ausgenutzt. Andere LZ-Möglichkeiten heißen ja nicht, dass er deshalb 4 oder 5 bekommen hätte.

Einige Stars wurden an noch größere Märkte verloren. Butler nach Miami und Horford zu den 76ers dürfte aber ähnlich sein. Und beides sind auch klare Bsp das Spieler unterschiedliche Interessen verfolgen, was auch so sein sollte. Horford bekommt mehr Geld und geht zum besseren Team. An Butler war ja angebkich Houston und die Clippers dran. Er wollte aber wohl the man sein. Das muss man akzeptieren.
AD sehe ich ehrlich gesagt auch nicht ganz so kritisch (natürlich abseits der ÖFFENTLICHEN Tradeforderung). Lakers mit einem gesunden James sind auch sportlich sehr interessant. Ist LBJ der Spieler der 18ner POs vielleicht das beste Duo der Liga. Dazu hatte man ja noch hohe FA-Ambitionen und die Möglichkeit aufs beste Trio der Ligageschichte.

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#12

Beitrag von lemanu » 16.08.2019, 20:34

kurze antwort: ja ei bisschen.
vor allem die teams müssen aufpassen dass sie nicht nur noch kulisse für individuen ikonen verehrung werden..
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#13

Beitrag von Jonathan Walker » 18.08.2019, 15:09

kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 08:54
Einige Stars wurden an noch größere Märkte verloren. Butler nach Miami und Horford zu den 76ers dürfte aber ähnlich sein.
Anmerkung: Der Markt Miami wird immer wieder überschätzt. Miami ist nicht besonders groß und das Umland abseits der Küste ist unbewohnt, da dort nur Sumpf ist. Philly ist ein Top-5 Markt, Miami eher Top-15. Butler hat also von einem großen in einen mittleren Markt gewechselt, nicht umgekehrt. Die Vorzüge Miamis sind andere: Pat Riley, Nachtleben, Wetter, Villen mit eigenem Bootsteg, beste Win% im Osten diese Dekade... und für Butler auch noch die Rolle als klare erste Option. Letzteres könnte für seine Vermarktungsmöglichkeiten dann sogar attraktiver sein, als sich das Scheinwerferlicht in einem deutlich größerem Markt mit Embiid, Simmons und Co. teilen zu müssen.
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#14

Beitrag von kdurant35 » 18.08.2019, 19:14

Jonathan Walker hat geschrieben:
18.08.2019, 15:09
kdurant35 hat geschrieben:
03.08.2019, 08:54
Einige Stars wurden an noch größere Märkte verloren. Butler nach Miami und Horford zu den 76ers dürfte aber ähnlich sein.
Anmerkung: Der Markt Miami wird immer wieder überschätzt. Miami ist nicht besonders groß und das Umland abseits der Küste ist unbewohnt, da dort nur Sumpf ist. Philly ist ein Top-5 Markt, Miami eher Top-15. Butler hat also von einem großen in einen mittleren Markt gewechselt, nicht umgekehrt. Die Vorzüge Miamis sind andere: Pat Riley, Nachtleben, Wetter, Villen mit eigenem Bootsteg, beste Win% im Osten diese Dekade... und für Butler auch noch die Rolle als klare erste Option. Letzteres könnte für seine Vermarktungsmöglichkeiten dann sogar attraktiver sein, als sich das Scheinwerferlicht in einem deutlich größerem Markt mit Embiid, Simmons und Co. teilen zu müssen.
Da hast du natürlich vollkommen recht. Beliebtestes Ziel wäre der bessere Ausdruck gewesen. Da ist Miami aus den dir aufgeführten Gründen eine Top-Adresse, während eigentlich größere Märkt nicht so beliebt sind, wie sie eigentlich auf dem Papier sein sollten.

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