Phoenix Suns

Zur ausgiebigen Diskussion über die einzelnen NBA-Franchises. Fan-Talk!
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STAT
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Phoenix Suns

#2851

Beitrag von STAT » 06.04.2019, 23:43

Jetzt bezeichnen übrigens die zwei Superspezialisten Ayton als schlechtesten Defender seiner Position. Was ist mit all den Ursachen und Argumenten die ich z.B. hier vorgebracht habe? Was ist mit seiner Onball Defense? Was mit seiner Perimeterdefense? Was ist mit der eindeutig erkennbaren Entwicklung? Der Spielertyp hat für die heutige NBA ohne Ende Value, auch wenn er noch viele Schwächen hat. Wen juckt's. Völlig überbewertet.

…und selbst wenn man den Rook schon wieder so kritisiert, was ist mit Spielern wie Cousins und Co.? Tut mir wirklich leid. Da geht jegliches Verständnis verloren. Wenn sie sich auf ihre National TV Teams konzentrieren und allgemeine Themen ansprechen, mag ja vielleicht was dabei rauskommen, aber Talentevaluierung und Teamanalysen von miesen Teams sollten sie wirklich weglassen. Help - und P&R Defense kann man völlig zurecht kritisieren und wunderbar analysieren. Ausboxen auch. Aggressivität auch. Und viele andere Sachen auch. Aber...ach nö lieber nicht.

Poohdini
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#2852

Beitrag von Poohdini » 07.04.2019, 11:53

Das Hauptproblem hierbei ist nicht ihre PHX-Bias oder dass sie keine Ahnung haben davon haben, wie man Spieler evaluiert etc.

Das Problem ist das, das ich schon bestimmt tausend Mal angesprochen habe: Solange es keine Metriken gibt, vergleichbar zuverlässige wie für die Offensive von Spielern, mit denen wir Spieler defensiv bewerten können, solange ist eine solche Übung wie die von Duncan und Leroux völlig sinnlos. Ich hab aus diesem Grund den Pod bewusst nicht gehört.

Wir können Spieler grob einordnen in Tiers; wir können bei bestimmten Spielern durch repetitive Leistungen über Jahre hinweg wahrscheinlich sogar genau differenzieren. Aber alles andere ist deshalb einfach Schwachsinn. Wie will man bspw. belegen, dass Bledsoe eher ins Defense First Team gehört als Holiday? Wie will man den schlechtesten C-Verteidiger küren? Diese Aufgabe ist schlicht unmöglich!

Für Defensive gibt es nach wie vor fast nur den Eye-Test. Aber selbst da haben wir das Problem, dass man bei 10 verschiedenen Rezepienten wahrscheinlich 7 verschiedene Aussagen darüber bekommen, was gute Defensive wirklich ist. Und dann spielen die Samples eben sehr wohl eine Rolle. Wenn man ein Drittel aller Suns Spiele schauen würde, wäre es sehr gut möglich, relativ viele davon zu sehen, in denen Ayton defensiv Trash war. Dann verfestigt sich ein Bild.

Ich würde mir wünschen, dass auch die nationalen Medien weniger über die genauen Einordnungen defensiver Leistungen reden würden. Es reicht IMO, wenn man Defender von mir aus in 5 Kategorien einsortiert, von gut bis schlecht. Aber alles andere ist Quatsch. So etwas wie All NBA Defense Teams oder der DPOY.

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STAT
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#2853

Beitrag von STAT » 07.04.2019, 12:36

Ihr schafft es doch auch und ihr habt nicht den ganzen Tag dafür Zeit. Ihr seid so gut und bereitet euch gewissenhaft vor und arbeitet mit viel Argumentation. Natürlich seid ihr nicht 100% objektiv, aber das ist nicht zu erreichen. Selbstverständlich ist nicht immer alles richtig, aber im Großen und Ganzen hat alles Hand und Fuß. Es ist auf einem soliden Fundament aufgebaut, auch wenn ihr nicht so viele Spiele schauen könnt.

Jemandem wie Tobias Berger kann ich von Anfang bis Ende folgen. Selbst wenn er in irgendeinem Punkt nicht recht haben sollte, spielt das keine Rolle, weil man merkt er bereitet sich vor und versucht so objektiv wie möglich zu sein. Das Gleiche gilt für Jonathan und auch für dich, Julian und den Rest. Mir fallen auch mehr als genug andere in den USA ein. Die sind auch nicht immer perfekt, aber man kann schließlich folgen. Es geht nämlich nicht um recht haben oder falsch liegen, sondern um Argumentation.

Die Takes von Leroux und Duncan sind dagegen zum Teil vogelwild und es betrifft nicht nur Suns. Ich finde deren Arbeit nicht gut und Nahrung liefern sie mehr als genug, was sie nun wieder gemacht haben.

Um es in den Worten von Kevin O’Conner zu sagen:
The "Deandre Ayton can't play defense" stuff is quickly becoming a thing of the past.

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Jonathan Walker
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#2854

Beitrag von Jonathan Walker » 07.04.2019, 13:45

Ich fand den Scouting Report über Ayton da gar nicht so falsch, im Gegenteil. Duncan erwähnt seine Stärken und Leroux, dass er sich über die Saison verbessert hat. Was mir nicht in den Schädel will: WIE zur Hölle kann man Ayton dann zum schlechtesten Defensivspieler der Liga küren? Wenn es spieler gibt, die gar keine Stärken haben und sich auch seit Jahren nicht verbessert oder gar verschlechtert haben? Das Hauptargument scheinen dann plötzlich die Minuten gewesen zu sein, die Ayton gespielt hat. Bitte was?

Ich finde den Defense-Pod immer gut, eben wegen der Scouting Reports. Davon gibt es für das defensive Ende des Feldes einfach viel zu wenig. Ich respektiere auch den Versuch, die Spieler irgendwie einzuordnen, aber die Argumente hierfür kann/darf man halt teilweise nicht wirklich ernst nehmen. Dass Leroux und Duncan trotzdem immer wieder zu denselben Schlüssen kommen, zeigt übrigens auch ganz nett, in was für einer Echo Chamber die beiden sich befinden.
STAT hat geschrieben:
03.04.2019, 22:12
Jonathan Walker hat geschrieben:
03.04.2019, 21:25
@STAT: Antwort kommt noch, wenn ich Zeit finde :mrgreen:
Wie du weißt, wenn ich etwas lese und verstehe vergesse ich es normalerweise nicht mehr. Du hattest das bezüglich deiner „Josh Jackson-Evaluierung“ auch gesagt. Diesmal kommst du aus der Nummer nicht mehr raus. Ich werde dich daran erinnern. :D
Kommt auch noch :mrgreen:
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STAT
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#2855

Beitrag von STAT » 07.04.2019, 17:09

Jonathan Walker hat geschrieben:
07.04.2019, 13:45
Das Hauptargument scheinen dann plötzlich die Minuten gewesen zu sein, die Ayton gespielt hat. Bitte was?
-----
...aber die Argumente hierfür kann/darf man halt teilweise nicht wirklich ernst nehmen. Dass Leroux und Duncan trotzdem immer wieder zu denselben Schlüssen kommen, zeigt übrigens auch ganz nett, in was für einer Echo Chamber die beiden sich befinden.
Genau das meine ich. Von "Experten" erwarte ich eine bessere Qualität. Wenn das Hobby Basketballfans wären, so wie (ich) wir, ist es etwas ganz anderes.
Jonathan Walker hat geschrieben:
07.04.2019, 13:45
Kommt auch noch :mrgreen:
:shock: :tup:

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Simon
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#2856

Beitrag von Simon » 08.04.2019, 18:01

Das Minuten-Kriterium fand ich an dieser Stelle auch unsinnig. Im Gegensatz zum MVP, bei dem es ein Qualitätsmerkmal sein kann (für mich zwar nicht so sehr, aber ok...), viele Minuten gespielt zu haben, ist das beim "LVP" umgekehrt völliger Quatsch. An der einen oder anderen Stelle haben sie sich da mit Aussagen wie "if he were so good, the coach would have played him more minutes" (beim 6th man war das glaube ich) oder eben "at least he got to start" auch selbst widerspochen.

Ayton ist doch nicht mal der schlechteste Defensivcenter der Suns :roll:
Von mir aus könnte man diskutieren, ob er der schwächste defensive Big war, der Starter-Minuten bekommen hat. Aber bei den Backups und auf anderen Positionen gibt es sicherlich schlimmeres.

Allerdings spielte bei dieser Bewertung ja auch eine Rolle, dass der durchschnittliche Wert bzw. das Replacement Level bei Centern defensiv natürlich deutlich höher ist. Die beiden haben also als Ausgangsfrage nicht gehabt: Wer war der schlwchteste Verteidiger der Saison? sondern: Wer hat seinem Team defensiv über die ganze Saison insgesamt (nicht per possession) am meisten geschadet, relativ zu einem Durchschnittsspieler auf seiner Position? Damit hat man als Rookie-Center mit großer Rolle natürlich schlechte Karten...

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#2857

Beitrag von kdurant35 » 08.04.2019, 19:19

Simon hat geschrieben:
08.04.2019, 18:01
Das Minuten-Kriterium fand ich an dieser Stelle auch unsinnig. Im Gegensatz zum MVP, bei dem es ein Qualitätsmerkmal sein kann (für mich zwar nicht so sehr, aber ok...), viele Minuten gespielt zu haben, ist das beim "LVP" umgekehrt völliger Quatsch. An der einen oder anderen Stelle haben sie sich da mit Aussagen wie "if he were so good, the coach would have played him more minutes" (beim 6th man war das glaube ich) oder eben "at least he got to start" auch selbst widerspochen.

Ayton ist doch nicht mal der schlechteste Defensivcenter der Suns :roll:
Von mir aus könnte man diskutieren, ob er der schwächste defensive Big war, der Starter-Minuten bekommen hat. Aber bei den Backups und auf anderen Positionen gibt es sicherlich schlimmeres.

Allerdings spielte bei dieser Bewertung ja auch eine Rolle, dass der durchschnittliche Wert bzw. das Replacement Level bei Centern defensiv natürlich deutlich höher ist. Die beiden haben also als Ausgangsfrage nicht gehabt: Wer war der schlwchteste Verteidiger der Saison? sondern: Wer hat seinem Team defensiv über die ganze Saison insgesamt (nicht per possession) am meisten geschadet, relativ zu einem Durchschnittsspieler auf seiner Position? Damit hat man als Rookie-Center mit großer Rolle natürlich schlechte Karten...
Ohne jetzt Aytons Defense zu bewerten. Doch wenn die Ausgangsfrage war, wer über die gesamte Saison der D am meisten geschadet hat, machen die Minuten doch wieder Sinn.

Ein C, der 80 Spiele a 30 Minuten absolviert hat, kann einer D dich mehr schaden als einer, der 70 Spiele mit jeweils 15 Minuten auf dem Court steht.

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Simon
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#2858

Beitrag von Simon » 08.04.2019, 20:00

Klar, das meinte ich auch so. Aber sie dürfen dann eben nicht den Eindruck erwecken, als würden sie so den "schlechtesten Defensivspieler" der Saison finden. Das war glaube ich ein Auslöser für die Kritik/Diskussion hier.

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STAT
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#2859

Beitrag von STAT » 09.04.2019, 19:40

Eigentlich wurde zu dieser Saison alles gesagt, aber da es inzwischen Tradition hat, frage ich trotzdem. Ist eine Saisonzusammenfassung OHNE GEHEULE erwünscht oder machen wir einen Haken an diese Saison?

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#2860

Beitrag von Coach K » 09.04.2019, 19:58

STAT hat geschrieben:
09.04.2019, 19:40
Eigentlich wurde zu dieser Saison alles gesagt, aber da es inzwischen Tradition hat, frage ich trotzdem. Ist eine Saisonzusammenfassung OHNE GEHEULE erwünscht oder machen wir einen Haken an diese Saison?
Zusammenfassung ist erwünscht.
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#2861

Beitrag von Zaubervogel » 09.04.2019, 20:27

Coach K hat geschrieben:
09.04.2019, 19:58
STAT hat geschrieben:
09.04.2019, 19:40
Eigentlich wurde zu dieser Saison alles gesagt, aber da es inzwischen Tradition hat, frage ich trotzdem. Ist eine Saisonzusammenfassung OHNE GEHEULE erwünscht oder machen wir einen Haken an diese Saison?
Zusammenfassung ist erwünscht.
Ja bitte. Man kommt nicht umher mit den Suns in gewissem Rahmen mitzufühlen, wenn man hier regelmäßig mitliest ;)

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#2862

Beitrag von Mabusian » 09.04.2019, 23:04

Ich würde mich auch sehr freuen.

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Jonathan Walker
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#2863

Beitrag von Jonathan Walker » 10.04.2019, 00:02

STAT hat geschrieben:
09.04.2019, 19:40
Eigentlich wurde zu dieser Saison alles gesagt, aber da es inzwischen Tradition hat, frage ich trotzdem. Ist eine Saisonzusammenfassung OHNE GEHEULE erwünscht oder machen wir einen Haken an diese Saison?
Immer! Besonders ohne Geheule... :mrgreen:
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#2864

Beitrag von STAT » 10.04.2019, 04:50

Saisonzusammenfassung:

Folgender Satz schwebte über der letzten Saison:
Es kann nur noch besser werden.
Ja, das hat leider nicht ganz so gut gekappt. Nehmen wir es nun mit Humor. Mein Urlaub von den Suns hat mir extrem gutgetan und ich kann diese Saison inzwischen deutlich entspannter betrachten. Mit ein wenig Abstand ist es fast schon amüsant wie man die Saison so an die Wand fahren konnte. :D

Im letzten Sommer wurde in ganz Phoenix vom Turnaround geredet und viel positive Energie verbreitet. Alles sollte für den nächsten Schritt vorbereitet werden. Der erste Pick war natürlich bereits alleine dafür verantwortlich, dass endlich Optimismus einkehrte. Die Suns wollten das League Pass Team der Liga sein und ehrlich gesagt, habe ich mir das inständig erhofft. Deshalb war auch der Fall so hoch und die Enttäuschung so groß.

Bereits vor der Saison kehrte Ernüchterung ein. Der allseits beliebte Besitzer Robert Sarver schmiss kurz vor der Saison Ryan McDonough mitsamt Stab raus und wir wurden alle erneut damit konfrontiert, wie die Realität in dieser Franchise aussieht. Die Saison begann schon wieder mit einem großen Knall. Man fühlte sich an Watson und Bledsoe erinnert.

Der Post # 2850 hier im Thread fasst beispielweise 20 Ereignisse nochmal auf einen Blick zusammen. Die Franchise sah leider wieder mehr wie ein führungsloser Zirkus aus, als wie ein professionelles Wirtschaftsunternehmen. Viele Fans, ich auch, haben sich immer sehr an den Faktor „Talent“ geklammert und gehofft, dass Spieler wie Booker und Ayton die geliebte Franchise retten. Die Realität sah anders und das Geheule war dementsprechend groß.

Es entbrannten heiße Diskussionen, auch hier. Suns-Reporter Kellan Olson hatte die Führung der Franchise vor der Saison scharf kritisiert und gemeint, sie können nicht ernsthaft mit Canaan als Starter in die Saison gehen. Das man solche Experimente nicht machen sollte, hatte man ein Jahr zuvor in Phoenix deutlich gesehen. Da hießen die Jungs Tyler Ulis, Shaq Harrison, Mike James und Elfrid Payton. Ich bin sicher, deshalb war der Aufschrei vor der Saison so groß, weil man diesen Fehler einfach nicht wiederholen durfte. Man tat es trotzdem. Die ganze positive Energie schlug leider vor der Saison schon wieder um und dann folgte die Entlassung von Ryan McDonough. Danach kam das fragwürdige Radio-Interview von Sarver, seltsam schlechte Auftritte in der Preseason und eine immer lauter werdende Kritik wegen den Point Guards.

Nach einem überraschend positiven ersten Spiel, welches ich dreimal angeschaut habe, nahm danach alles seinen inzwischen normalen Verlauf. Jonathan und ich sind nach dem Mavs Spiel gleich auf die Bremse getreten. Man konnte schon sehr deutlich erkennen, dass die Mavs einen richtig miesen Tag erwischt hatten und es benötigte einen Booker in Überform, ansonsten wäre das Spiel trotz schwachen Mavs gekippt. Ariza sah wie LeBron James aus und Josh Jackson spielte als wäre er ein kommender Star. Es war also Vorsicht geboten und leider sollten wir Recht behalten. Es war nur ein Spiel.

Natürlich verletzte sich Booker gleich zu Beginn der Saison und das nahm vielen von uns sehr viel Wind aus den Segeln. Es ging wieder nahezu alles schief was schiefgehen konnte. Große Teile der Fanbase gingen bereits wegen der völlig dubiosen Point Guard Situation auf die Barrikaden. Auch ich gehörte dazu und sprach davon, dass die Suns schon wieder mit Anlauf ins offene Messer laufen. Am Ende hießen die „Lösungen“ Isaiah Canaan, Jamal Crawford, Jimmer Fredette und Zweitrundenrookies.

Erschwerend kam die Verpflichtung von Ayton hinzu, auf den wir später eingehen. Hätten die Suns Trae Young oder Luka Doncic gezogen, wäre es mMn okay gewesen, nochmal mit einem Rookie auf Tauchstation zu gehen. Die Frage, die ich mir bis heute stelle: wie kann man einen so talentierten Big wie Ayton ziehen und das Playmaking gleichzeitig so vernachlässigen? Das gesamte Jahr war dieses Thema überall Thema Nr. 1 und es nervte nur noch. Auch jetzt nervt es. Ich hatte hier geschrieben, dass ich mir schon selbst auf die Nerven gehe. Aber was will man machen, wenn das so eine Mega-Baustelle ist und der GM deswegen entlassen wird? James Jones, der nächste Rookie, sollte den fehlenden Playmaker besorgen. Es kam Jamal Crawford. Was wie ein Aprilscherz aussieht, ist deren Ernst gewesen. :lol:

Igor Kokoskov:
Bevor man über den Coach spricht, muss man nochmal auf dieses Umfeld eingehen. Das gilt auch für alle Spieler. Wie will ein Rookie Head Coach mit so einem Kader erfolgreich arbeiten? Es gibt einfach viel zu viele Schwachstellen und Defizite, um wirklich ein seriöses Fazit zu seiner Arbeit ziehen zu können. Mit der Zeit hatte sich dann herausgestellt, dass Igor mehr als genug Probleme mit sich selbst hatte. Relativ schnell wurde klar, dass er Rollen für Spieler falsch einschätzte und seine Rotationen waren zum Teil ungefähr so wie Sarver’s Führungsstil. Die Kritik nahm mit der Zeit zu und das mMn zurecht. Viele seiner Entscheidungen waren überhaupt nicht nachvollziehbar und viele Probleme waren hausgemacht. Trotzdem hatte er nie wirklich mehr wie fünf NBA-Spieler zur Verfügung. Das muss immer erwähnt werden! Es wurde viel experimentiert und im Grunde ging es mehr oder weniger in die Hose. Erschwerend kamen sehr viele Lustlos-Auftritte hinzu und das sind dann Dinge, die man nicht mehr akzeptieren kann. Besonders die Lustlos-Heimniederlagen zu Beginn der Saison gegen die Nets und Spurs waren ein Dolchstoß in den Rücken. Kellan Olson und viele andere Suns-Insider sprachen vom größten Tiefpunkt seit sie die Suns begleiteten. Die Fans pfiffen erstmals (!) das Team aus der Halle und das Internet drehte durch. Das Team konnte die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllen.

Grundsätzlich glaube ich, Igor muss eine weitere Saison mit einem NBA-Roster bekommen. Man kann nicht jedes Jahr den Trainer wechseln. Ohne Stabilität geht gar nichts. Das Problem ist, Sarver stellt von Anfang an häufig die falschen Leute ein. So hat Stabilität halt auch keinen Wert. Vor allem die Beziehung Kokoskov-Ayton (kommt später) macht mir persönlich große Sorgen und ich weiß nicht ob Igor der richtige Coach ist.

Relevante Spieler:

Devin Booker

Nüchtern betrachtet hat er einen weiteren Schritt in seinem Spiel gemacht. Booker’s Talent und Skills sind abartig gut. Das stand eigentlich nie zur Debatte. Für mich ist er weiterhin ein potentieller Top 15 Spieler und nach oben nahezu ohne Grenzen. Er kann ein elitärer Scorer und mindestens ein „guter“ (überdurchschnittlicher) Playmaker werden, sofern er das nicht schon längst ist.

Trotzdem fehlt mir noch etwas:
=> bessere Defense, besseres Decision Making, mehr Leadership, mehr Vorbild und mehr Konstanz

Es ist mMn noch nicht endgültig zu sagen, ob Booker die erste Option, 1b oder eine zweite Option ist. Dafür ist es zu früh. Bei Kyrie weiß ich es z.B. heute noch nicht…oder bei Dame…oder bei Paul. Das sind alles elitäre und geile Spieler, aber ich hätte sie alle lieber als 1b oder 2, wie man es eben definieren möchte.

Booker würde ich ungefähr in dieser Kategorie für die Zukunft einschätzen und das ist kein MVP-Level. Bei Prime Paul kann man den MVP Case natürlich machen, aber er war mMn trotzdem nie eine klare erste Option. Genauso wenig wie Steve Nash. Das sind andere Spielertypen und so ein Typ wird Booker nie werden, d.h. wir definieren uns hier nicht über elitäres Playmaking, einzigartige Court Vision oder überragendes Decision Making, sondern erst einmal über Scoring. Deshalb habe ich Paul extra hier mitreingenommen.

Ich finde Lillard überragend und Kyrie mag ich inzwischen auch, aber ich weiß wirklich nicht was ich mit den Beiden als 1a anfangen soll. Das sind zwar mit die besten Spieler der Liga, aber mir fehlt irgendetwas. Das fehlt mir auch bei Book. Wie will man Booker wirklich seriös bewerten? Es gilt das Gleiche wie für Kokoskov auch. Book hatte jetzt in vier Jahren vier Coaches, ca. 70 Mitspieler und steht häufig alleine da. Man darf nicht vergessen, dass die Gegner sich hauptsächlich auf Booker fokussieren und er einfach nie NBA-Mitspieler an seiner Seite hatte. Kein Spieler kann so ein Team zum Erfolg führen.

Fakt ist aber auch, dass die Suns ein 19-Siege-Team sind und Booker ist das Gesicht davon. Das ist brutal unfair ( :!:), aber so ist es halt im Sport. Er kann zwar am wenigsten dafür, aber er ist der Max-Spieler im Team. Am Ende würde ich eher soweit gehen und behaupten, die Suns hätten ohne ihn keine 10 Siege geholt.

Ein weiterer Negativpunkt: seine Verletzungshistorie
Es war noch nicht die Mega-Verletzung dabei, aber er hatte ständig etwas anderes. Das muss man im Auge behalten und ich rechne das bei Spielern mittlerweile ein. Ich finde zum jungen Kyrie gibt es schon krasse Parallelen.

=> potentiell elitäres Scoring, solides Playmaking, keine Defense, ohne Zugpferd und Team erfolglos, immer mal wieder gerne verletzt.

Deandre Ayton
Ganz ehrlich: ich bin froh das die Saison zu Ende ist und die Leute nächstes Jahr über Zion sprechen können. Bereits vor der Draft war ich von den ganzen Diskussionen um Ayton/Doncic sehr ermüdet. Bekanntlich war ich stets auf Ayton und Doncic Island. Als die Suns Ayton gezogen haben, war für mich klar, dass sie das Langzeitprojekt nehmen, d.h. eine Bewertung macht nicht nur wegen dem Zirkus in Phoenix weniger Sinn, sondern auch weil der Big viele Schwächen hat. Das wusste man vorher und das Ayton Stand heute hinter Doncic/Young stehen sollte, ist keine Überraschung. Es war zu erwarten.

Viel eher bin ich überrascht was Ayton bis jetzt gezeigt hat. Kokoskov hat es trotzdem vorgezogen ihn „langsam aufzubauen“, was auch immer das heißen soll. Zu was Ayton vor allem offensiv bereits in der Lage ist, hat er mehrfach gezeigt. Doch plötzlich war dies sehr offensichtlich nicht mehr erwünscht und es war wichtiger das Jamal und Co. ihre Touches bekamen. Das ist eine Geschichte für sich und Ayton’s Rolle ist der Hauptgrund warum ich Kokoskov nicht mehr mag. Kokoskov setzt mMn Ayton so ein, wie wenn Carlisle unseren Luka als Spot-Up-Schützen nutzen würde…

Ayton kann mMn eine erste Option eines sehr guten Teams sein, mindestens 1 b oder 2. Davon bin ich mehr denn je überzeugt.

Aber:
Es war von Anfang klar das man ihn ausbilden muss. Er war und ist nicht ansatzweise so weit wie z.B. Doncic. Hier schließt sich nun der Kreis. Ist Kokoskov der richtige Coach und ist Phoenix das richtige Umfeld? Ayton ist ein riesiges Talent, welches Zeit und Hilfe benötigt. Einige Probleme sind erneut hausgemacht. => Spielsystem, zu wenig Playmaker, keine defensive Hilfe, dysfunktionaler Kader. Den anderen Teil muss Ayton selbst liefern. Es gilt diesen Sommer ohne Ende zu arbeiten.

=> Defense, Playmaking, Dribbling, Dreier, Ballhandling, Mentalität.

Ayton’s Floor ist für mich KAT. Ceiling: KAT mit besserem Playmaking und besserer Defense.

Hätte Kokoskov ihn machen lassen, was zu Beginn der Saison richtig toll funktionierte, dann würden wir bereits über ganz andere Boxscore Zahlen sprechen. 4 + Assists halte ich nach wie vor für seine Rookie Saison für überhaupt kein Problem, vor allem in diesem Kader. Als Kokoskov noch nicht dazwischen grätschte, hatte der Rook das nahezu aufgelegt. Ich halte sein Playmaking für extrem unterbewertet. Irgendwann wurde es sehr offensichtlich das er nicht mehr darf, sondern man arbeitete mit ihm nur noch am Perimeter, damit er den anderen den Ball in die Hände drücken konnte. Das er noch nicht dribbeln kann, schränkt ihn natürlich extrem ein. Auch sein Ballhandling reicht für eine große Rolle noch nicht. Aber eines ist sicher: wenn der Rook den Ball im Post bekommen hat, dann kam häufig was sehr Gutes dabei raus. Entweder schloss er selbst auf elitärem Niveau ab oder er löste die Situation mit vielen guten Pässen an den Perimeter. Auch hier ist mir völlig rätselhaft warum dies nicht länger verfolgt wurde und stattdessen lief man irgendwelche Systeme, worin Ayton nicht wirklich stattfand.

Auch seine defensiven Tools halte ich für unterbewertet. Es ist nämlich nahezu alles da. Das Fundament steht und das ist eine gute Nachricht. Ob man nun was daraus macht und wie er sich weiterentwickelt, steht auf einem anderen Blatt.

Mikal Bridges
Eine auf den ersten Blick unauffällige Saison. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass jedes Team ihn sofort mit Handkuss nehmen würde. Für mich gehört er spätestens nächste Saison zu den besten Defender der Liga. Seine langen Arme sind weltklasse und sein defensives Decision Making ist sehr überzeugend. Er macht viele Dinge, die ein Team benötigt und die nicht im Boxscore stehen. Mikal entwickelte sich, wie auch Ayton, während der Saison weiter, d.h. dies muss man Kokoskov unbedingt anrechnen. Bridges zeigte in der zweiten Saisonhälfte offensiv deutlich mehr Moves, er hat sein Playmaking erstaunlich schnell verbessert und sein Passing auf ein neues Niveau gehoben. Auf dem Papier war Bridges vor der Saison neben Ayton/Booker ein großartiger Fit und nach der Saison ist er es umso mehr. Bridges muss Teil der Zukunft sein. Er ist der typische Advanced Stats Liebling. Der Dreier muss besser werden!

Kelly Oubre
Es ist Liebe. Große Liebe. ♥ Wenn Kelly bleibt und ich dabeibleibe, dann wird er mein Nachfolger für Nash und Dragic. Sollte diese Franchise wieder in Spur kommen und Ayton/Booker/Bridges qualitativ der Kern sein, wofür ich ihn halte, dann ist Kissy Kelly die Kirsche auf der Torte.

Plan:
Ayton: 1a => Two-Way
Booker: 1b => 1,3-Way :lol: (ein bisschen Defense muss drin sein.)
Bridges: 3&D mit etwas Playmaking => Two-Way
Oubre: 6th Man, Energizer, Mentalitätsspieler, Scorer, Defender => Two-Way

Das ist natürlich Wunschdenken. Trotzdem ist dieses Szenario mit dem heutigen Wissen nicht aus der Luft gegriffen, im Gegenteil. Oubre, Booker und Bridges würde ich fast schon als „safe“ einschätzen. Es wird hauptsächlich an Ayton liegen wie gut die Suns werden können. Er muss als Big mittelfristig defensiv abliefern! Das ist alternativlos und in Sachen Playmaking, Ballhandling und Dribbling draufpacken.

Dazu ein NBA-Playmaking Point Guard, ein solider NBA-Power Forward und 2-3 NBA-Rotationsspieler. Da wir es mit Humor nehmen und nicht rumheulen, möchte ich nochmal darauf hinweisen, wie fürsorglich ich ständig das Wort „NBA“ nutze. Ich glaube das sagt schon alles. :mrgreen:

Das wäre mein Ansatz. Kelly ist mittlerweile ein wichtiger Leuchtturm von diesem Plan. Ich glaube die Suns brauchen ihn und ich glaube wir Fans brauchen ihn auch. Es ist zu viel in den letzten Jahren kaputtgegangen, auch emotional. Wing Tzun Kelly ist endlich wieder ein Spieler mit dem man sich identifizieren kann. Sowas ist für mich fast komplett neu. Dafür opfere ich gerne meine Zeit. Ich schaue 0,0 TV und wenn dann nur Streaming. Die Serien-Guckerei mit Anhang geht mir jetzt schon auf die Nerven, also müssen die Suns unbedingt wieder NBA-Basketball spielen und Kelly soll dabei sein.

TJ Warren

Warren wurde leider auch Opfer des Kaders. Anfangs bekam Ryan Anderson den Vorzug, was für viele Fans, mich eingeschlossen, ein Affront war. Das Ende ist bekannt. Kokoskov ist quasi in jedes Fettnäpfchen getreten, in welches er treten konnte. Warren war für mich der klare SF und Ariza das wofür er geholt wurde, ein Veteran der defensiv neben Ayton helfen sollte. Gut, heute wissen wir alle wie es (nicht) funktioniert hat.

Was meine ich mit Opfer?
Eigentlich denke ich nicht mehr in Positionsbezeichnungen, sondern nutze Playmaker, Wings und Bigs. Diese Saison hat mich gelehrt das Wort Power Forward doch wieder aus der Schublade zu holen. Warren ist kein Vierer, zumindest nicht gegen Starter und Stars. Von der Bank kommend ist das auf der 4 okay, aber mehr nicht. Die Suns haben Warren auch keinen Gefallen getan ihn nur als nomineller Vierer ranzulassen. Leider gab es keine anderen Optionen und so wurden seine defensiven Schwächen zur Last. Seine Stärken/Schwächen deckten sich mit denen von Booker/Ayton. Gerade Ayton brauchte am Anfang defensive Hilfe, aber die war nicht da. Viel schlimmer: ich finde es geht nicht schlechter als mit Anderson und Warren.

Lineups wie Canaan – Booker – Ariza - Warren - Ayton waren schlimm anzuschauen. Canaan war defensiv die größte Grütze, Booker auch, Ariza hatte keine Lust, Warren konnte nicht und all das bekam der Rook dann ab. Man nehme noch Jamal, Okobo und Jackson in die Rechnung und das Ding kann nicht ansatzweise funktionieren. Dementsprechend hat das Spiel der Suns ausgesehen. Warren ist für mich ein guter 6th Man oder ein solider Small Forward als Starter im richtigen (!) Team. Den Fit zu Ayton und Booker sehe ich nicht mehr. Hier hat ihm Oubre eindeutig den Rang abgelaufen und so muss man sich zwangsläufig zwischen TJ Warren und Josh Jackson entscheiden. (oder nicht?)

Ein weiterer Negativpunkt: auch er scheint sehr verletzungsanfällig zu sein, weshalb ich nicht weiß was ich mit seinem Vertrag anfangen soll. Jemand der für sich selbst kreieren kann ist sicherlich immer interessant, aber dann sollte es in der Kaderstruktur irgendwie passen. Ich finde bei den Suns passt es nicht. Übrigens würde ich zum gleichen Ergebnis kommen, wenn die Suns Young oder Doncic gezogen hätten. Warren sollte in ein Team spielen, welches instant Scoring benötigt und wo seine Schwächen besser kaschiert werden.

Es gibt ja diesen Spruch, man könne nie genug Wings im Kader haben. Ich würde da nicht mehr uneingeschränkt mitgehen. Ein „richtiger“ Power Forward hat genauso wie ein Point Guard an allen Ecken und Enden gefehlt. Auf der anderen Seite ist TJ Warren ein NBA-Spieler. Was brauchen die Suns? NBA-Spieler. Das macht es total kompliziert, weshalb ich keine Ahnung habe was man machen soll. Warren traden nur damit er weg ist, geht auch nicht. Da muss unbedingt ein NBA-Spieler zurückkommen.

Josh Jackson
Tief durchatmen. Für Jackson gilt auch das Argument „Umfeld“, aber nun mache ich eine Einschränkung. Um Himmels Willen was geht manchmal in seinem Kopf vor sich? Völlig aus der Verantwortung dürfen wir die Spieler trotz Umfeld nicht nehmen. Was Jackson da größtenteils abgeliefert hatte, war wieder eine Katastrophe.

Der Kansas-Josh ist überragend. Der Archie-Josh bringt binnen Sekunden alles zum Einsturz. Er hat das Talent das gesamte Team komplett runter zu ziehen. Auf jedes gute Spiel folgte die totale Ernüchterung. Bei so gut wie allen Spielern gibt es eine große Grauzone. Bei Jackson gibt es nur schwarz und weiß. Jonathan meinte mal „Hit oder Miss“ und das trifft exakt.

Interessant:
wie in der ersten Saison zeigte die Formkurve von Jackson im Verlauf der Saison stark nach oben. Sein Dreier wirkt mittlerweile relativ stabil, was sich auch in den Quoten bemerkbar macht. Seine Wurfform hat sich geändert. Er scheint also wenigstens an seinen Schwächen zu arbeiten. Ich habe schon länger den Verdacht, dass Jackson als erste Option am besten funktioniert. Das beschreibt bereits die komische Situation. Seine besten Spiele hat er ohne die Alphas rausgehauen.

Auch vor kurzem erst:
35/9/5 oder 19/10/4 mit 5 Blocks kann er dir mit soliden Quoten auflegen. Er verfügt über interessante Skills…und dann im nächsten Spiel geht wieder alles den Bach runter => Quoten sind richtig schlecht und Decision Making ist grausam.

Das Nächste:
Die besten Saisonleistungen kommen wieder nach dem All-Star-Spiel. Viele Teams werfen das Handtuch, häufig sind die Spiele nicht mehr so intensiv, die Qualität der Gegenspieler nimmt ab, es geht um nichts mehr, ihr wisst was ich meine.

Auch Tyler Ulis und Marquese Chriss hatten nach der Pause eine überragende Phase. Ich frage mich: welchen Wert hat das jetzt? Ist Josh Jackson langfristig nun doch der Knaller oder ist er es nicht und was will man mit einem Typen anfangen, der offensichtlich eine große Rolle benötigt, aber diese nicht verdient? Jackson ist keine erste Option, keine zweite und auch keine dritte. Wie funktioniert er als Komplementärspieler, als vierte oder fünfte Geige?

Josh Jackson oder TJ Warren? Überhaupt einer von davon? Upside/Risiko oder Qualität/Schwächen? Die Suns stehen vor ganz schwierigen Entscheidungen.

Elie Okobo
Bei Melton wird das Gleiche wie hier stehen. Keine Ahnung wie ich das bewerten soll. Statt die Point Guards hinter einem Veteranen auszubilden, wurden sie ins kalte Wasser geworfen und Spieler wie Chandler, Ariza und Anderson waren die Leader. Ja was soll man dazu noch sagen?

Mit Chriss/Bender hatte es nicht funktioniert, also macht man das Gleiche auf der 1 nochmal? Mir ist völlig schleierhaft was die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben. Es ist akzeptabel, wenn es eine Struktur gibt. Es ist okay, wenn kein Rookie Coach den Laden schmeißt. Aber unter diesen Umständen? Okobo war total überfordert und wie soll das mit so einem Kader sonst aussehen?

DeAnthony Melton
siehe Okobo. Raus, rein, raus, rein, raus, rein, G-League, NBA, G-League, NBA, raus, rein. Ich finde man hat den Rookies keinen Gefallen getan und über das Ergebnis braucht man sich nicht wundern. Das gesamte Jahr über habe ich den Finger in die Wunde gelegt und diese Saison ist das Ergebnis davon. Ich bin der Überzeugung, man muss sich für einen entscheiden und ihn dann als dritten Playmaker/Point Guard ranführen und ausbilden. Stattdessen wurden sie Starter und waren überfordert. Nun mag man sagen:
Ja aber he, das ist doch nicht schlimm. Die Suns sind eh schlecht und im Rebuild.
Nein, nein, nein :!: :!: :!: Ich halte das für ein komplett falsches Gedankenmuster. Die anderen Jungen brauchen nämlich Hilfe, allen voran Deandre Ayton und Devin Booker! Ist es wirklich wert, ihre Entwicklung zu riskieren, nur um Secondrounder auszuprobieren? Das ist okay, wenn man am Anfang oder in der Mitte des Rebuilds ist und keinerlei Talent im Kader hat. Die Suns haben Talent, also lasst es uns nicht mehr verschwenden!

Tyler Johnson
Kann ich im Grunde nichts dazu sagen, weil ich zu diesem Zeitpunkt total enttäuscht ausgecheckt hatte. Jedenfalls brachte Johnson wesentlich mehr Stabilität und Erfahrung. Zusammen mit meinem Herzblatt „Karate Tsunami Papi“, einem verbesserten Bridges, einem verbesserten Ayton und einem fitten Booker konnte man zunehmend erkennen, was in diesen Jungs steckt.

Für die Suns war es schon ein Upgrade, nur dass Jackson und Melton nicht mehr auf der Platte waren. Das muss man sich mal vorstellen. Es geht gar nicht um Johnson, Kelly oder Booker, sondern nur um die Tatsache, dass es bereits ein Upgrade war, bestimmte Spieler nicht mehr oder weniger zu spielen zu lassen. Johnson verletzte sich, King Kelly verletzte sich und alles stürzte schon wieder ein.

Die Sample Size ist klein, aber ich schließe einen Zufall komplett aus. Mit einem soliden NBA-Cast kann diese Franchise mit Ayton/Booker/Bridges/Oubre wieder scheinen. Das Problem dabei ist, ich weiß ich nicht wer diesen Cast erfolgreich zusammenstellen soll und ich weiß nicht ob der Coaching Staff dafür geeignet ist. Tyler Johnson ist sicherlich eine cooler Teammate und passt ganz gut, aber ob er die Dauerlösung ist, weiß ich nicht. Wie bereits gesagt, ich würde mir z.B. Picks + Johnson + Warren für passendere Spieler wünschen, áka PG und PF. Johnson mit fairem Vertrag als Bankspieler mit solider Rolle, warum nicht! Da bin ich sofort dabei.

Richaun Holmes
Holmes wurde von mir mit Lob überschüttet, weil er bedingungslosen Einsatz gezeigt hatte. Machen wir uns nun nichts mehr vor. Das zeigt wie die Saison gelaufen ist. An solchen Dingen mussten wir uns hochziehen, um diese Saison zu überstehen. Ich würde ihn gerne halten, aber bitte bitte bitte schließt zuerst die Baustelle auf der 1 und 4! Erst danach spreche ich über andere Spieler. Wenn Geld übrig ist und Holmes bleiben will, alles gut.

-----

Über die anderen Spieler möchte ich nichts mehr sagen. Ich halte es für notwendig, dass die Schonzeit jetzt endgültig zu Ende ist, d.h. keine Ausreden mehr. Die Verantwortlichen müssen in der Offseason eine Punktlandung hinlegen und die Spieler müssen dann liefern. Bis Ende der Offseason bleibe ich bei der Stange. Danach werde ich entscheiden ob ich mir den LP wieder kaufe.

Fazit
Bis zu meinem Ausstieg habe ich jedes Spiel aufgesaugt und alle Informationen inhaliert. In Phoenix ist so viel falsch gelaufen, dass man nicht weiß wo man anfangen und wo man aufhören soll. Aufgrund dieser Tatsache und all den Ereignissen, ist es sehr schwer sich vorzustellen, wie die Verantwortlichen den Bock umstoßen sollen. Statt auf einen hohen Pick, hoffe ich dieses Mal auf nachhaltig gute Arbeit, Kompetenz, Sachverständnis, kluges Management, sinnvolle Trades und Stabilität. Vielleicht sind dann auch nicht ständig hohe Picks notwendig, um wieder auf die Beine zu kommen.

Sarver ist jetzt in der Pflicht den jungen Spielern ein harmonisches Umfeld zu bieten. Wie sich das anhört. :D Wenn Spieler wie Josh Jackson dann nicht funktionieren, hat das einen ganz anderen Geschmack, als wenn die Young Guns aktuell scheitern. Wir werden uns immer fragen, was wäre passiert, wenn…

Phoenix war so eine attraktive, stolze und beliebte Franchise. Was daraus geworden ist, kann ich immer noch nicht richtig begreifen. Die Jüngeren unter uns kennen diese Suns vielleicht gar nicht mehr.

Was macht mich zuversichtlich?

Die Ausgangsposition könnte natürlich besser sein, aber ich halte die Situation immer noch für attraktiv. Man hat wieder einen hohen Pick und sie besitzen immer noch alle eigenen Picks. Der Kern ist mMn sehr viel besser als er teilweise gemacht wird. Ich kann total verstehen, wenn man von außen Zweifel hat, die hätte ich auch, wenn ich keine oder wenig Spiele gesehen hätte. Zwischenzeitlich hatte ich ja sogar selbst Zweifel. Trotzdem ist ein fitter Booker eine Naturgewalt und Ayton ein schlafender Riese. Igor muss liefern. Sarver muss liefern. Ich bin sicher, dann liefern auch die Alphas und es wird sich im Record widerspiegeln.

1. Kelly verlängern
2. Point Guard(s)
3. Power Forward
4. mehr Shooting
5. Valley Boyz rollen die Liga von hinten auf
6. Diesmal aber wirklich


Bild

sidney95
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#2865

Beitrag von sidney95 » 10.04.2019, 13:11

Bin froh, dass wir in Oklahoma City euch bei Punkt 2 helfen können. Dennis kommt zu euch in die Wüste und Warren wird bei uns 6ter Mann und gibt uns endlich einen starken Wing.
Deal?
DEAL!

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#2866

Beitrag von STAT » 10.04.2019, 20:31

sidney95 hat geschrieben:
10.04.2019, 13:11
Bin froh, dass wir in Oklahoma City euch bei Punkt 2 helfen können. Dennis kommt zu euch in die Wüste und Warren wird bei uns 6ter Mann und gibt uns endlich einen starken Wing.
Deal?
DEAL!
Das wird mit eurem Schröder langsam zum Running Gag.

OKC und Warren könnte allerdings ganz gut passen. Wenn wir über einen Trade sprechen, dann ist es ein Paket in dem TJ Warren und Jerami Grant enthalten sind. Aufgrund eurer Asset Armut bin ich gerne bereit noch was draufzulegen wie z.B. den Bucks Pick. Kein Schröder, niemals! Das Ei habt ihr euch selbst ins Nest gelegt. Jetzt lebt damit. :P

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#2867

Beitrag von sidney95 » 11.04.2019, 05:51

hehe nach deinem DS17 „hate“ haut er natürlich ein Karriere Bestwert für 3er raus. WIllste ihn immerfort nicht für Warren? :D

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#2868

Beitrag von STAT » 11.04.2019, 09:54

sidney95 hat geschrieben:
11.04.2019, 05:51
hehe nach deinem DS17 „hate“ haut er natürlich ein Karriere Bestwert für 3er raus. WIllste ihn immerfort nicht für Warren? :D
Wie bereits deinem OKC-Kollegen ausführlich erklärt, nein. Das der Junge grundsätzlich zocken kann, ist kein Geheimnis und bekannt. Aber er tut es mit seiner Verantwortung als Ballhandler viel zu selten. Mir sind seine Horrorzahlen bekannt und auch eine gute Playoff-Serie würde das nicht ändern.

Zudem halte ich den Skill „ich weiß was ich kann und passe deshalb mein Spiel an“ für äußerst wichtig. Deswegen sind mir die Tyler Johnson’s dieser Welt sehr viel lieber als Spielertypen wie Schröder. Btw. das Wort „hate“ mag ich nicht, weil ich keinen Menschen „hate“. Mein kritischer Ansatz gilt ausschließlich den Skills, die allesamt in Verbindung zum Basketball stehen.

Ich bin immer noch Knight-geschädigt und muss seit Jahren ohne Point Guard auskommen. Ein weiterer ineffizienter Spieler, der meint er müsse das Heft in die Hand nehmen, verkrafte ich nicht mehr. :mrgreen:

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#2869

Beitrag von kdurant35 » 11.04.2019, 18:23

Glückwunsch. Jones bleibt euer GM. Bekommt zumindest nen Aufpasser

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#2870

Beitrag von STAT » 11.04.2019, 19:11

Bin wirklich gespannt wie lange Kokoskov noch da ist. Wenn die Kings Joerger entlassen, würde ich sofort zuschlagen. Wie man das Booker und Co. schon wieder erklärt weiß ich auch nicht, aber ich nehme lieber Joerger als den Gamble mit Igor.

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#2871

Beitrag von sidney95 » 11.04.2019, 21:09

STAT hat geschrieben:
11.04.2019, 19:11
Bin wirklich gespannt wie lange Kokoskov noch da ist. Wenn die Kings Joerger entlassen, würde ich sofort zuschlagen. Wie man das Booker und Co. schon wieder erklärt weiß ich auch nicht, aber ich nehme lieber Joerger als den Gamble mit Igor.
Und schon ist er frei :)

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#2872

Beitrag von Nobody » 12.04.2019, 21:27

STAT hat geschrieben:
10.04.2019, 04:50
Saisonzusammenfassung:

Folgender Satz schwebte über der letzten Saison:
Es kann nur noch besser werden.
Ja, das hat leider nicht ganz so gut gekappt. Nehmen wir es nun mit Humor. Mein Urlaub von den Suns hat mir extrem gutgetan und ich kann diese Saison inzwischen deutlich entspannter betrachten. Mit ein wenig Abstand ist es fast schon amüsant wie man die Saison so an die Wand fahren konnte. :D

Im letzten Sommer wurde in ganz Phoenix vom Turnaround geredet und viel positive Energie verbreitet. Alles sollte für den nächsten Schritt vorbereitet werden. Der erste Pick war natürlich bereits alleine dafür verantwortlich, dass endlich Optimismus einkehrte. Die Suns wollten das League Pass Team der Liga sein und ehrlich gesagt, habe ich mir das inständig erhofft. Deshalb war auch der Fall so hoch und die Enttäuschung so groß.

Bereits vor der Saison kehrte Ernüchterung ein. Der allseits beliebte Besitzer Robert Sarver schmiss kurz vor der Saison Ryan McDonough mitsamt Stab raus und wir wurden alle erneut damit konfrontiert, wie die Realität in dieser Franchise aussieht. Die Saison begann schon wieder mit einem großen Knall. Man fühlte sich an Watson und Bledsoe erinnert.

Der Post # 2850 hier im Thread fasst beispielweise 20 Ereignisse nochmal auf einen Blick zusammen. Die Franchise sah leider wieder mehr wie ein führungsloser Zirkus aus, als wie ein professionelles Wirtschaftsunternehmen. Viele Fans, ich auch, haben sich immer sehr an den Faktor „Talent“ geklammert und gehofft, dass Spieler wie Booker und Ayton die geliebte Franchise retten. Die Realität sah anders und das Geheule war dementsprechend groß.

Es entbrannten heiße Diskussionen, auch hier. Suns-Reporter Kellan Olson hatte die Führung der Franchise vor der Saison scharf kritisiert und gemeint, sie können nicht ernsthaft mit Canaan als Starter in die Saison gehen. Das man solche Experimente nicht machen sollte, hatte man ein Jahr zuvor in Phoenix deutlich gesehen. Da hießen die Jungs Tyler Ulis, Shaq Harrison, Mike James und Elfrid Payton. Ich bin sicher, deshalb war der Aufschrei vor der Saison so groß, weil man diesen Fehler einfach nicht wiederholen durfte. Man tat es trotzdem. Die ganze positive Energie schlug leider vor der Saison schon wieder um und dann folgte die Entlassung von Ryan McDonough. Danach kam das fragwürdige Radio-Interview von Sarver, seltsam schlechte Auftritte in der Preseason und eine immer lauter werdende Kritik wegen den Point Guards.

Nach einem überraschend positiven ersten Spiel, welches ich dreimal angeschaut habe, nahm danach alles seinen inzwischen normalen Verlauf. Jonathan und ich sind nach dem Mavs Spiel gleich auf die Bremse getreten. Man konnte schon sehr deutlich erkennen, dass die Mavs einen richtig miesen Tag erwischt hatten und es benötigte einen Booker in Überform, ansonsten wäre das Spiel trotz schwachen Mavs gekippt. Ariza sah wie LeBron James aus und Josh Jackson spielte als wäre er ein kommender Star. Es war also Vorsicht geboten und leider sollten wir Recht behalten. Es war nur ein Spiel.

Natürlich verletzte sich Booker gleich zu Beginn der Saison und das nahm vielen von uns sehr viel Wind aus den Segeln. Es ging wieder nahezu alles schief was schiefgehen konnte. Große Teile der Fanbase gingen bereits wegen der völlig dubiosen Point Guard Situation auf die Barrikaden. Auch ich gehörte dazu und sprach davon, dass die Suns schon wieder mit Anlauf ins offene Messer laufen. Am Ende hießen die „Lösungen“ Isaiah Canaan, Jamal Crawford, Jimmer Fredette und Zweitrundenrookies.

Erschwerend kam die Verpflichtung von Ayton hinzu, auf den wir später eingehen. Hätten die Suns Trae Young oder Luka Doncic gezogen, wäre es mMn okay gewesen, nochmal mit einem Rookie auf Tauchstation zu gehen. Die Frage, die ich mir bis heute stelle: wie kann man einen so talentierten Big wie Ayton ziehen und das Playmaking gleichzeitig so vernachlässigen? Das gesamte Jahr war dieses Thema überall Thema Nr. 1 und es nervte nur noch. Auch jetzt nervt es. Ich hatte hier geschrieben, dass ich mir schon selbst auf die Nerven gehe. Aber was will man machen, wenn das so eine Mega-Baustelle ist und der GM deswegen entlassen wird? James Jones, der nächste Rookie, sollte den fehlenden Playmaker besorgen. Es kam Jamal Crawford. Was wie ein Aprilscherz aussieht, ist deren Ernst gewesen. :lol:

Igor Kokoskov:
Bevor man über den Coach spricht, muss man nochmal auf dieses Umfeld eingehen. Das gilt auch für alle Spieler. Wie will ein Rookie Head Coach mit so einem Kader erfolgreich arbeiten? Es gibt einfach viel zu viele Schwachstellen und Defizite, um wirklich ein seriöses Fazit zu seiner Arbeit ziehen zu können. Mit der Zeit hatte sich dann herausgestellt, dass Igor mehr als genug Probleme mit sich selbst hatte. Relativ schnell wurde klar, dass er Rollen für Spieler falsch einschätzte und seine Rotationen waren zum Teil ungefähr so wie Sarver’s Führungsstil. Die Kritik nahm mit der Zeit zu und das mMn zurecht. Viele seiner Entscheidungen waren überhaupt nicht nachvollziehbar und viele Probleme waren hausgemacht. Trotzdem hatte er nie wirklich mehr wie fünf NBA-Spieler zur Verfügung. Das muss immer erwähnt werden! Es wurde viel experimentiert und im Grunde ging es mehr oder weniger in die Hose. Erschwerend kamen sehr viele Lustlos-Auftritte hinzu und das sind dann Dinge, die man nicht mehr akzeptieren kann. Besonders die Lustlos-Heimniederlagen zu Beginn der Saison gegen die Nets und Spurs waren ein Dolchstoß in den Rücken. Kellan Olson und viele andere Suns-Insider sprachen vom größten Tiefpunkt seit sie die Suns begleiteten. Die Fans pfiffen erstmals (!) das Team aus der Halle und das Internet drehte durch. Das Team konnte die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllen.

Grundsätzlich glaube ich, Igor muss eine weitere Saison mit einem NBA-Roster bekommen. Man kann nicht jedes Jahr den Trainer wechseln. Ohne Stabilität geht gar nichts. Das Problem ist, Sarver stellt von Anfang an häufig die falschen Leute ein. So hat Stabilität halt auch keinen Wert. Vor allem die Beziehung Kokoskov-Ayton (kommt später) macht mir persönlich große Sorgen und ich weiß nicht ob Igor der richtige Coach ist.

Relevante Spieler:

Devin Booker

Nüchtern betrachtet hat er einen weiteren Schritt in seinem Spiel gemacht. Booker’s Talent und Skills sind abartig gut. Das stand eigentlich nie zur Debatte. Für mich ist er weiterhin ein potentieller Top 15 Spieler und nach oben nahezu ohne Grenzen. Er kann ein elitärer Scorer und mindestens ein „guter“ (überdurchschnittlicher) Playmaker werden, sofern er das nicht schon längst ist.

Trotzdem fehlt mir noch etwas:
=> bessere Defense, besseres Decision Making, mehr Leadership, mehr Vorbild und mehr Konstanz

Es ist mMn noch nicht endgültig zu sagen, ob Booker die erste Option, 1b oder eine zweite Option ist. Dafür ist es zu früh. Bei Kyrie weiß ich es z.B. heute noch nicht…oder bei Dame…oder bei Paul. Das sind alles elitäre und geile Spieler, aber ich hätte sie alle lieber als 1b oder 2, wie man es eben definieren möchte.

Booker würde ich ungefähr in dieser Kategorie für die Zukunft einschätzen und das ist kein MVP-Level. Bei Prime Paul kann man den MVP Case natürlich machen, aber er war mMn trotzdem nie eine klare erste Option. Genauso wenig wie Steve Nash. Das sind andere Spielertypen und so ein Typ wird Booker nie werden, d.h. wir definieren uns hier nicht über elitäres Playmaking, einzigartige Court Vision oder überragendes Decision Making, sondern erst einmal über Scoring. Deshalb habe ich Paul extra hier mitreingenommen.

Ich finde Lillard überragend und Kyrie mag ich inzwischen auch, aber ich weiß wirklich nicht was ich mit den Beiden als 1a anfangen soll. Das sind zwar mit die besten Spieler der Liga, aber mir fehlt irgendetwas. Das fehlt mir auch bei Book. Wie will man Booker wirklich seriös bewerten? Es gilt das Gleiche wie für Kokoskov auch. Book hatte jetzt in vier Jahren vier Coaches, ca. 70 Mitspieler und steht häufig alleine da. Man darf nicht vergessen, dass die Gegner sich hauptsächlich auf Booker fokussieren und er einfach nie NBA-Mitspieler an seiner Seite hatte. Kein Spieler kann so ein Team zum Erfolg führen.

Fakt ist aber auch, dass die Suns ein 19-Siege-Team sind und Booker ist das Gesicht davon. Das ist brutal unfair ( :!:), aber so ist es halt im Sport. Er kann zwar am wenigsten dafür, aber er ist der Max-Spieler im Team. Am Ende würde ich eher soweit gehen und behaupten, die Suns hätten ohne ihn keine 10 Siege geholt.

Ein weiterer Negativpunkt: seine Verletzungshistorie
Es war noch nicht die Mega-Verletzung dabei, aber er hatte ständig etwas anderes. Das muss man im Auge behalten und ich rechne das bei Spielern mittlerweile ein. Ich finde zum jungen Kyrie gibt es schon krasse Parallelen.

=> potentiell elitäres Scoring, solides Playmaking, keine Defense, ohne Zugpferd und Team erfolglos, immer mal wieder gerne verletzt.

Deandre Ayton
Ganz ehrlich: ich bin froh das die Saison zu Ende ist und die Leute nächstes Jahr über Zion sprechen können. Bereits vor der Draft war ich von den ganzen Diskussionen um Ayton/Doncic sehr ermüdet. Bekanntlich war ich stets auf Ayton und Doncic Island. Als die Suns Ayton gezogen haben, war für mich klar, dass sie das Langzeitprojekt nehmen, d.h. eine Bewertung macht nicht nur wegen dem Zirkus in Phoenix weniger Sinn, sondern auch weil der Big viele Schwächen hat. Das wusste man vorher und das Ayton Stand heute hinter Doncic/Young stehen sollte, ist keine Überraschung. Es war zu erwarten.

Viel eher bin ich überrascht was Ayton bis jetzt gezeigt hat. Kokoskov hat es trotzdem vorgezogen ihn „langsam aufzubauen“, was auch immer das heißen soll. Zu was Ayton vor allem offensiv bereits in der Lage ist, hat er mehrfach gezeigt. Doch plötzlich war dies sehr offensichtlich nicht mehr erwünscht und es war wichtiger das Jamal und Co. ihre Touches bekamen. Das ist eine Geschichte für sich und Ayton’s Rolle ist der Hauptgrund warum ich Kokoskov nicht mehr mag. Kokoskov setzt mMn Ayton so ein, wie wenn Carlisle unseren Luka als Spot-Up-Schützen nutzen würde…

Ayton kann mMn eine erste Option eines sehr guten Teams sein, mindestens 1 b oder 2. Davon bin ich mehr denn je überzeugt.

Aber:
Es war von Anfang klar das man ihn ausbilden muss. Er war und ist nicht ansatzweise so weit wie z.B. Doncic. Hier schließt sich nun der Kreis. Ist Kokoskov der richtige Coach und ist Phoenix das richtige Umfeld? Ayton ist ein riesiges Talent, welches Zeit und Hilfe benötigt. Einige Probleme sind erneut hausgemacht. => Spielsystem, zu wenig Playmaker, keine defensive Hilfe, dysfunktionaler Kader. Den anderen Teil muss Ayton selbst liefern. Es gilt diesen Sommer ohne Ende zu arbeiten.

=> Defense, Playmaking, Dribbling, Dreier, Ballhandling, Mentalität.

Ayton’s Floor ist für mich KAT. Ceiling: KAT mit besserem Playmaking und besserer Defense.

Hätte Kokoskov ihn machen lassen, was zu Beginn der Saison richtig toll funktionierte, dann würden wir bereits über ganz andere Boxscore Zahlen sprechen. 4 + Assists halte ich nach wie vor für seine Rookie Saison für überhaupt kein Problem, vor allem in diesem Kader. Als Kokoskov noch nicht dazwischen grätschte, hatte der Rook das nahezu aufgelegt. Ich halte sein Playmaking für extrem unterbewertet. Irgendwann wurde es sehr offensichtlich das er nicht mehr darf, sondern man arbeitete mit ihm nur noch am Perimeter, damit er den anderen den Ball in die Hände drücken konnte. Das er noch nicht dribbeln kann, schränkt ihn natürlich extrem ein. Auch sein Ballhandling reicht für eine große Rolle noch nicht. Aber eines ist sicher: wenn der Rook den Ball im Post bekommen hat, dann kam häufig was sehr Gutes dabei raus. Entweder schloss er selbst auf elitärem Niveau ab oder er löste die Situation mit vielen guten Pässen an den Perimeter. Auch hier ist mir völlig rätselhaft warum dies nicht länger verfolgt wurde und stattdessen lief man irgendwelche Systeme, worin Ayton nicht wirklich stattfand.

Auch seine defensiven Tools halte ich für unterbewertet. Es ist nämlich nahezu alles da. Das Fundament steht und das ist eine gute Nachricht. Ob man nun was daraus macht und wie er sich weiterentwickelt, steht auf einem anderen Blatt.

Mikal Bridges
Eine auf den ersten Blick unauffällige Saison. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass jedes Team ihn sofort mit Handkuss nehmen würde. Für mich gehört er spätestens nächste Saison zu den besten Defender der Liga. Seine langen Arme sind weltklasse und sein defensives Decision Making ist sehr überzeugend. Er macht viele Dinge, die ein Team benötigt und die nicht im Boxscore stehen. Mikal entwickelte sich, wie auch Ayton, während der Saison weiter, d.h. dies muss man Kokoskov unbedingt anrechnen. Bridges zeigte in der zweiten Saisonhälfte offensiv deutlich mehr Moves, er hat sein Playmaking erstaunlich schnell verbessert und sein Passing auf ein neues Niveau gehoben. Auf dem Papier war Bridges vor der Saison neben Ayton/Booker ein großartiger Fit und nach der Saison ist er es umso mehr. Bridges muss Teil der Zukunft sein. Er ist der typische Advanced Stats Liebling. Der Dreier muss besser werden!

Kelly Oubre
Es ist Liebe. Große Liebe. ♥ Wenn Kelly bleibt und ich dabeibleibe, dann wird er mein Nachfolger für Nash und Dragic. Sollte diese Franchise wieder in Spur kommen und Ayton/Booker/Bridges qualitativ der Kern sein, wofür ich ihn halte, dann ist Kissy Kelly die Kirsche auf der Torte.

Plan:
Ayton: 1a => Two-Way
Booker: 1b => 1,3-Way :lol: (ein bisschen Defense muss drin sein.)
Bridges: 3&D mit etwas Playmaking => Two-Way
Oubre: 6th Man, Energizer, Mentalitätsspieler, Scorer, Defender => Two-Way

Das ist natürlich Wunschdenken. Trotzdem ist dieses Szenario mit dem heutigen Wissen nicht aus der Luft gegriffen, im Gegenteil. Oubre, Booker und Bridges würde ich fast schon als „safe“ einschätzen. Es wird hauptsächlich an Ayton liegen wie gut die Suns werden können. Er muss als Big mittelfristig defensiv abliefern! Das ist alternativlos und in Sachen Playmaking, Ballhandling und Dribbling draufpacken.

Dazu ein NBA-Playmaking Point Guard, ein solider NBA-Power Forward und 2-3 NBA-Rotationsspieler. Da wir es mit Humor nehmen und nicht rumheulen, möchte ich nochmal darauf hinweisen, wie fürsorglich ich ständig das Wort „NBA“ nutze. Ich glaube das sagt schon alles. :mrgreen:

Das wäre mein Ansatz. Kelly ist mittlerweile ein wichtiger Leuchtturm von diesem Plan. Ich glaube die Suns brauchen ihn und ich glaube wir Fans brauchen ihn auch. Es ist zu viel in den letzten Jahren kaputtgegangen, auch emotional. Wing Tzun Kelly ist endlich wieder ein Spieler mit dem man sich identifizieren kann. Sowas ist für mich fast komplett neu. Dafür opfere ich gerne meine Zeit. Ich schaue 0,0 TV und wenn dann nur Streaming. Die Serien-Guckerei mit Anhang geht mir jetzt schon auf die Nerven, also müssen die Suns unbedingt wieder NBA-Basketball spielen und Kelly soll dabei sein.

TJ Warren

Warren wurde leider auch Opfer des Kaders. Anfangs bekam Ryan Anderson den Vorzug, was für viele Fans, mich eingeschlossen, ein Affront war. Das Ende ist bekannt. Kokoskov ist quasi in jedes Fettnäpfchen getreten, in welches er treten konnte. Warren war für mich der klare SF und Ariza das wofür er geholt wurde, ein Veteran der defensiv neben Ayton helfen sollte. Gut, heute wissen wir alle wie es (nicht) funktioniert hat.

Was meine ich mit Opfer?
Eigentlich denke ich nicht mehr in Positionsbezeichnungen, sondern nutze Playmaker, Wings und Bigs. Diese Saison hat mich gelehrt das Wort Power Forward doch wieder aus der Schublade zu holen. Warren ist kein Vierer, zumindest nicht gegen Starter und Stars. Von der Bank kommend ist das auf der 4 okay, aber mehr nicht. Die Suns haben Warren auch keinen Gefallen getan ihn nur als nomineller Vierer ranzulassen. Leider gab es keine anderen Optionen und so wurden seine defensiven Schwächen zur Last. Seine Stärken/Schwächen deckten sich mit denen von Booker/Ayton. Gerade Ayton brauchte am Anfang defensive Hilfe, aber die war nicht da. Viel schlimmer: ich finde es geht nicht schlechter als mit Anderson und Warren.

Lineups wie Canaan – Booker – Ariza - Warren - Ayton waren schlimm anzuschauen. Canaan war defensiv die größte Grütze, Booker auch, Ariza hatte keine Lust, Warren konnte nicht und all das bekam der Rook dann ab. Man nehme noch Jamal, Okobo und Jackson in die Rechnung und das Ding kann nicht ansatzweise funktionieren. Dementsprechend hat das Spiel der Suns ausgesehen. Warren ist für mich ein guter 6th Man oder ein solider Small Forward als Starter im richtigen (!) Team. Den Fit zu Ayton und Booker sehe ich nicht mehr. Hier hat ihm Oubre eindeutig den Rang abgelaufen und so muss man sich zwangsläufig zwischen TJ Warren und Josh Jackson entscheiden. (oder nicht?)

Ein weiterer Negativpunkt: auch er scheint sehr verletzungsanfällig zu sein, weshalb ich nicht weiß was ich mit seinem Vertrag anfangen soll. Jemand der für sich selbst kreieren kann ist sicherlich immer interessant, aber dann sollte es in der Kaderstruktur irgendwie passen. Ich finde bei den Suns passt es nicht. Übrigens würde ich zum gleichen Ergebnis kommen, wenn die Suns Young oder Doncic gezogen hätten. Warren sollte in ein Team spielen, welches instant Scoring benötigt und wo seine Schwächen besser kaschiert werden.

Es gibt ja diesen Spruch, man könne nie genug Wings im Kader haben. Ich würde da nicht mehr uneingeschränkt mitgehen. Ein „richtiger“ Power Forward hat genauso wie ein Point Guard an allen Ecken und Enden gefehlt. Auf der anderen Seite ist TJ Warren ein NBA-Spieler. Was brauchen die Suns? NBA-Spieler. Das macht es total kompliziert, weshalb ich keine Ahnung habe was man machen soll. Warren traden nur damit er weg ist, geht auch nicht. Da muss unbedingt ein NBA-Spieler zurückkommen.

Josh Jackson
Tief durchatmen. Für Jackson gilt auch das Argument „Umfeld“, aber nun mache ich eine Einschränkung. Um Himmels Willen was geht manchmal in seinem Kopf vor sich? Völlig aus der Verantwortung dürfen wir die Spieler trotz Umfeld nicht nehmen. Was Jackson da größtenteils abgeliefert hatte, war wieder eine Katastrophe.

Der Kansas-Josh ist überragend. Der Archie-Josh bringt binnen Sekunden alles zum Einsturz. Er hat das Talent das gesamte Team komplett runter zu ziehen. Auf jedes gute Spiel folgte die totale Ernüchterung. Bei so gut wie allen Spielern gibt es eine große Grauzone. Bei Jackson gibt es nur schwarz und weiß. Jonathan meinte mal „Hit oder Miss“ und das trifft exakt.

Interessant:
wie in der ersten Saison zeigte die Formkurve von Jackson im Verlauf der Saison stark nach oben. Sein Dreier wirkt mittlerweile relativ stabil, was sich auch in den Quoten bemerkbar macht. Seine Wurfform hat sich geändert. Er scheint also wenigstens an seinen Schwächen zu arbeiten. Ich habe schon länger den Verdacht, dass Jackson als erste Option am besten funktioniert. Das beschreibt bereits die komische Situation. Seine besten Spiele hat er ohne die Alphas rausgehauen.

Auch vor kurzem erst:
35/9/5 oder 19/10/4 mit 5 Blocks kann er dir mit soliden Quoten auflegen. Er verfügt über interessante Skills…und dann im nächsten Spiel geht wieder alles den Bach runter => Quoten sind richtig schlecht und Decision Making ist grausam.

Das Nächste:
Die besten Saisonleistungen kommen wieder nach dem All-Star-Spiel. Viele Teams werfen das Handtuch, häufig sind die Spiele nicht mehr so intensiv, die Qualität der Gegenspieler nimmt ab, es geht um nichts mehr, ihr wisst was ich meine.

Auch Tyler Ulis und Marquese Chriss hatten nach der Pause eine überragende Phase. Ich frage mich: welchen Wert hat das jetzt? Ist Josh Jackson langfristig nun doch der Knaller oder ist er es nicht und was will man mit einem Typen anfangen, der offensichtlich eine große Rolle benötigt, aber diese nicht verdient? Jackson ist keine erste Option, keine zweite und auch keine dritte. Wie funktioniert er als Komplementärspieler, als vierte oder fünfte Geige?

Josh Jackson oder TJ Warren? Überhaupt einer von davon? Upside/Risiko oder Qualität/Schwächen? Die Suns stehen vor ganz schwierigen Entscheidungen.

Elie Okobo
Bei Melton wird das Gleiche wie hier stehen. Keine Ahnung wie ich das bewerten soll. Statt die Point Guards hinter einem Veteranen auszubilden, wurden sie ins kalte Wasser geworfen und Spieler wie Chandler, Ariza und Anderson waren die Leader. Ja was soll man dazu noch sagen?

Mit Chriss/Bender hatte es nicht funktioniert, also macht man das Gleiche auf der 1 nochmal? Mir ist völlig schleierhaft was die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben. Es ist akzeptabel, wenn es eine Struktur gibt. Es ist okay, wenn kein Rookie Coach den Laden schmeißt. Aber unter diesen Umständen? Okobo war total überfordert und wie soll das mit so einem Kader sonst aussehen?

DeAnthony Melton
siehe Okobo. Raus, rein, raus, rein, raus, rein, G-League, NBA, G-League, NBA, raus, rein. Ich finde man hat den Rookies keinen Gefallen getan und über das Ergebnis braucht man sich nicht wundern. Das gesamte Jahr über habe ich den Finger in die Wunde gelegt und diese Saison ist das Ergebnis davon. Ich bin der Überzeugung, man muss sich für einen entscheiden und ihn dann als dritten Playmaker/Point Guard ranführen und ausbilden. Stattdessen wurden sie Starter und waren überfordert. Nun mag man sagen:
Ja aber he, das ist doch nicht schlimm. Die Suns sind eh schlecht und im Rebuild.
Nein, nein, nein :!: :!: :!: Ich halte das für ein komplett falsches Gedankenmuster. Die anderen Jungen brauchen nämlich Hilfe, allen voran Deandre Ayton und Devin Booker! Ist es wirklich wert, ihre Entwicklung zu riskieren, nur um Secondrounder auszuprobieren? Das ist okay, wenn man am Anfang oder in der Mitte des Rebuilds ist und keinerlei Talent im Kader hat. Die Suns haben Talent, also lasst es uns nicht mehr verschwenden!

Tyler Johnson
Kann ich im Grunde nichts dazu sagen, weil ich zu diesem Zeitpunkt total enttäuscht ausgecheckt hatte. Jedenfalls brachte Johnson wesentlich mehr Stabilität und Erfahrung. Zusammen mit meinem Herzblatt „Karate Tsunami Papi“, einem verbesserten Bridges, einem verbesserten Ayton und einem fitten Booker konnte man zunehmend erkennen, was in diesen Jungs steckt.

Für die Suns war es schon ein Upgrade, nur dass Jackson und Melton nicht mehr auf der Platte waren. Das muss man sich mal vorstellen. Es geht gar nicht um Johnson, Kelly oder Booker, sondern nur um die Tatsache, dass es bereits ein Upgrade war, bestimmte Spieler nicht mehr oder weniger zu spielen zu lassen. Johnson verletzte sich, King Kelly verletzte sich und alles stürzte schon wieder ein.

Die Sample Size ist klein, aber ich schließe einen Zufall komplett aus. Mit einem soliden NBA-Cast kann diese Franchise mit Ayton/Booker/Bridges/Oubre wieder scheinen. Das Problem dabei ist, ich weiß ich nicht wer diesen Cast erfolgreich zusammenstellen soll und ich weiß nicht ob der Coaching Staff dafür geeignet ist. Tyler Johnson ist sicherlich eine cooler Teammate und passt ganz gut, aber ob er die Dauerlösung ist, weiß ich nicht. Wie bereits gesagt, ich würde mir z.B. Picks + Johnson + Warren für passendere Spieler wünschen, áka PG und PF. Johnson mit fairem Vertrag als Bankspieler mit solider Rolle, warum nicht! Da bin ich sofort dabei.

Richaun Holmes
Holmes wurde von mir mit Lob überschüttet, weil er bedingungslosen Einsatz gezeigt hatte. Machen wir uns nun nichts mehr vor. Das zeigt wie die Saison gelaufen ist. An solchen Dingen mussten wir uns hochziehen, um diese Saison zu überstehen. Ich würde ihn gerne halten, aber bitte bitte bitte schließt zuerst die Baustelle auf der 1 und 4! Erst danach spreche ich über andere Spieler. Wenn Geld übrig ist und Holmes bleiben will, alles gut.

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Über die anderen Spieler möchte ich nichts mehr sagen. Ich halte es für notwendig, dass die Schonzeit jetzt endgültig zu Ende ist, d.h. keine Ausreden mehr. Die Verantwortlichen müssen in der Offseason eine Punktlandung hinlegen und die Spieler müssen dann liefern. Bis Ende der Offseason bleibe ich bei der Stange. Danach werde ich entscheiden ob ich mir den LP wieder kaufe.

Fazit
Bis zu meinem Ausstieg habe ich jedes Spiel aufgesaugt und alle Informationen inhaliert. In Phoenix ist so viel falsch gelaufen, dass man nicht weiß wo man anfangen und wo man aufhören soll. Aufgrund dieser Tatsache und all den Ereignissen, ist es sehr schwer sich vorzustellen, wie die Verantwortlichen den Bock umstoßen sollen. Statt auf einen hohen Pick, hoffe ich dieses Mal auf nachhaltig gute Arbeit, Kompetenz, Sachverständnis, kluges Management, sinnvolle Trades und Stabilität. Vielleicht sind dann auch nicht ständig hohe Picks notwendig, um wieder auf die Beine zu kommen.

Sarver ist jetzt in der Pflicht den jungen Spielern ein harmonisches Umfeld zu bieten. Wie sich das anhört. :D Wenn Spieler wie Josh Jackson dann nicht funktionieren, hat das einen ganz anderen Geschmack, als wenn die Young Guns aktuell scheitern. Wir werden uns immer fragen, was wäre passiert, wenn…

Phoenix war so eine attraktive, stolze und beliebte Franchise. Was daraus geworden ist, kann ich immer noch nicht richtig begreifen. Die Jüngeren unter uns kennen diese Suns vielleicht gar nicht mehr.

Was macht mich zuversichtlich?

Die Ausgangsposition könnte natürlich besser sein, aber ich halte die Situation immer noch für attraktiv. Man hat wieder einen hohen Pick und sie besitzen immer noch alle eigenen Picks. Der Kern ist mMn sehr viel besser als er teilweise gemacht wird. Ich kann total verstehen, wenn man von außen Zweifel hat, die hätte ich auch, wenn ich keine oder wenig Spiele gesehen hätte. Zwischenzeitlich hatte ich ja sogar selbst Zweifel. Trotzdem ist ein fitter Booker eine Naturgewalt und Ayton ein schlafender Riese. Igor muss liefern. Sarver muss liefern. Ich bin sicher, dann liefern auch die Alphas und es wird sich im Record widerspiegeln.

1. Kelly verlängern
2. Point Guard(s)
3. Power Forward
4. mehr Shooting
5. Valley Boyz rollen die Liga von hinten auf
6. Diesmal aber wirklich


Bild
Ist das der längste Forenbeitrag ever? ;) :lol:

Sebastian Hansen
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#2873

Beitrag von Sebastian Hansen » 13.04.2019, 01:44

Naa, guck mal in die Fantasy-Draft-Spiele von vor 5 Jahren rein :D
Die Mecs in 2014:
Guard: Lance Stephenson, Randy Foye
Guard: Dwyane Wade
Forward: Chandler Parsons, Mike Dunleavy
Forward: Josh McRoberts
Center: Dwight Howard, Spencer Hawes

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#2874

Beitrag von Julian Lage » 13.04.2019, 14:20

@STAT Du beschreibst in dem langen Post Aytons _Floor_ als KAT. Das finde ich schon ziemlich optimistisch, irgendwo hatte ich den bestmöglichen Vergleich glaube ich vor kurzem erst mit Jonathan diskutiert. Bei Towns reden wir von einem Spieler, der in Jahr 2-4 (!) seiner Karriere knapp 24 Punkte bei 40% von 3 und 122er Ortg aufgelegt hat. Obwohl er sicher auch nicht optimal eingesetzt wurde. Das ist schon absurd gut. Die Tools für elitäre Defense hat Towns auch, als Passer bei mittlerweile 3,4 Assists gibt es wenig auszusetzen. Mich würde also wirklich interessieren, wo du da das Potential für mehr gesehen hast (also z.B. auf welche Spiele/Szenen du dich beziehst).
@JLage_GtG

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#2875

Beitrag von STAT » 13.04.2019, 20:53

Offensive Effizienz:
Ayton hat bei kleinerem Volumen immerhin ein ORtg von 117, trotz fehlendem Dreier, zu wenigen Freiwürfen und dem Umfeld.

Dreier
Ob Ayton jemals gut den Dreier trifft, ist reine Spekulation. Trotzdem deutet mMn vieles daraufhin, dass er irgendwann zumindest solide seine Dreier treffen kann. Zum einen bin ich von seinem Touch überzeugt und zum anderen trifft er mit ca. 75% seine Freiwürfe. So wie ich mitbekommen habe, übt Ayton bereits seit einiger Zeit regelmäßig an seinem Dreier. Ich gehe davon aus, dass er durch einen halbwegs stabilen Wurf seine offensive Effizienz weiter steigern wird. Das er Wurftalent mitbringt, sollte unbestritten sein. Auf 40% bei dem Volumen von Towns würde ich auf keinen Fall wetten. Ob Ayton jemals dieses Spacing liefern kann, darf zurecht bezweifelt werden. Daran glaube ich noch nicht. Das wäre nämlich ein riesiger Schritt.

Midrange
Seine Quoten aus 10-16 feet (41%) und 16-3pt (35%) hauen natürlich niemanden vom Hocker, aber meiner Beobachtung nach, haben relativ viele Würfe noch kurz in den Korb reingeschaut. Damit will ich sagen, viele seiner Würfe sahen generell an sich gar nicht so schlecht aus. Dazu kommt dieses wirre Offensivspiel, sofern man überhaupt von einem Offensivspiel bei den Suns sprechen kann. Ayton’s Rolle zu definieren und herauszufinden, war für mich äußerst schwierig.

Meine Interpretation: Stehgeiger

Viele Zweier aus der Midrange hat er mMn genommen, weil er auch mal werfen wollte. Hier hatte Ayton offensichtlich grünes Licht. Da er leider häufig am Perimeter geparkt wurde, kam dann eins zum anderen, also falsche Rolle + „Zwang“ den schlechten Wurf zu nehmen. Mit einem NBA Coach, einem NBA Point Guard, einem NBA-System und der Entwicklung von Ayton, prognostiziere ich, dass seine Quoten a) besser werden und b) er mittel – bis langfristig mehr Würfe von Downtown und weniger lange Zweier abdrückt. Auch dies sollte seine offensive Effizienz verbessern.

Playmaking
Ich hatte geschrieben, dass mir Ayton in Sachen Playmaking zu Beginn der Saison, mit Ausnahme der typischen Rookie Games, richtig gut gefallen hat. Damals war er noch an der langen Leine. Mit der Zeit nahm das alles ab und die Interviews von Kokoskov wurden immer komischer. => „langsam aufbauen" und was weiß ich.

Einige Turnover von Ayton resultieren aus richtig miesen Pässen der Pointless Guards, Ariza und Co. Ayton hatte häufig Probleme den Ball sauber zu fangen und ihn zu verarbeiten. Während dieses Prozesses wurde er von Defense beackert und verstolperte dann das Play. Ayton ist im Bälle fangen eigentlich gut und zeigte auch hier großes Potential. Wenn die Kugel aber ständig zu hoch oder zu niedrig ankommt, stört das einfach extrem den Bewegungsablauf und den Spielfluss. Rechne die fehlende Erfahrung hinzu und schon sieht es schlechter aus als es eigentlich ist.

Wie gut er als Playmaker werden wird, weiß ich wirklich nicht. Ich habe ja bereits erklärt was mir besonders gefällt, in welchen Bereich ich viel Talent sehe und wo seine Defizite liegen. Am Ende glaube ich trotzdem, dass seine AST% stark ansteigen wird und seine TOV% halbwegs brauchbar sein wird. Ich kann dir auch sagen warum:

Ayton ist zwar kein Jokic, aber er weiß ganz genau was er kann und was er nicht kann. Das war in dieser Saison eindeutig festzustellen und deutet auf mich nach einer guten Selbstreflektion und Spielintelligenz hin, d.h. er wird Fehler auf Dauer eher minimieren als umgekehrt. Wie angesprochen wird viel vom Ballhandling, Dribbling und seiner Rolle abhängen. Aber auch hier sehe ich realistisches Steigerungspotential nach oben, sei es am Perimeter durch Handoffs oder im Low Post den Cutter oder freien Schützen finden. Es waren in dieser Saison einige Spielszenen dabei, wo Ayton von drei Mann unter dem Korb umzingelt war und er trotzdem eine Lösung fand => Pass raus in die Ecke oder an die Birne. Von seiner Court Vision war ich zum Teil sehr überrascht und hatte solche Plays noch nicht erwartet. Bedingung ist hier natürlich, dass die Suns Spieler haben, die den Ball auf Ayton im Post auch mal unfallfrei spielen können. Davon ist er abhängig.

Mein Wunsch:
Booker übernimmt viel Playmaking am Perimeter. Ayton übernimmt den kleineren Teil aus dem Post heraus und irgendein anderer Playmaker macht den Rest, wie z.B. Pässe/Lobs auf Ayton spielen. Zudem benötigen die Suns dringend jemanden der kreieren kann, um die Gravity von Booker und Ayton auszunutzen. Dadurch wären die Suns super flexibel und hätten sowohl im Post als auch am Perimeter eine ernsthafte Bedrohung für die gegnerische Defense. Ayton’s Effizienz würde nochmal davon profitieren.

Freiwürfe
Hier ist Ayton definitiv in der Bringschuld, da er zu wenige Freiwürfe gezogen hat. Laut eigener Aussage steht die Baustelle „Freiwürfe ziehen“ weit oben auf seiner Liste. Ich hatte häufig den Eindruck, Ayton hatte zu viel Respekt vor seinen Gegenspielern.

Indikator:
Ayton sah mehrfach in ersten Matchups gegen viele Center nicht so gut aus. Beim zweiten Aufeinandertreffen wurde es deutlich besser. Ayton hat selbst immer wieder betont, wie er die NBA unterschätzt hat und er viel aus den Spielen lernt. Hier will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen und eine Prognose machen. In Sachen Aggressivität, Körper einsetzen und Fouls ziehen muss er besser werden.

Reife

Bin nun wahrlich keine Wolves Experte, aber 2016 habe ich viel von Towns geguckt und ich behaupte Towns war damals weiter als Ayton. Manchmal hatte ich den Eindruck, da läuft ein kleines Kind durch die Halle. Das meine ich gar nicht negativ. Ayton benötigte immer wieder Anlaufhilfe, aber wenn der Motor dann mal an war, sah vieles sehr rund aus, sowohl offensiv als auch defensiv.
rund = Rookieniveau. Ebenso hatte ich den Eindruck, Ayton wusste teilweise gar nicht was er genau zu tun hat, während seine Mitspieler Igor’s Elevator Plays liefen und regelmäßig daran gescheitert sind und danach Panik ausbrach.

Post Game
Sein Touch in Korbnähe gefällt mir einfach außerordentlich gut. Spins, Hooks, Fadeaways, etc. sahen grundsolide aus. Seine Fußarbeit ist sehr gut und ich denke da ist noch richtig Spielraum nach oben. Ich halte ihn für eine massive Gefahr im Post und das bestätigt nicht nur der Eye Test, sondern auch seine Zahlen. Seine Koordinationsfähigkeit und seine Beweglichkeit finde ich beeindruckend. Er wirkt manchmal wie eine leichtfüßige Gazelle und ich bin sicher, diese Fähigkeit kann er mit mehr Erfahrung und größerer Rolle zu einer mächtigen Waffe entwickeln. Center wie Cousins hat er im Schlaf stehen lassen. Gerade seine Fußarbeit möchte ich nochmal herausheben. So kann er sich immer wieder in bessere Wurfpositionen bringen. Warum sollte das mit seinen 20 Jahren nicht noch besser werden?

Teamspieler

Ich glaube das ist für den Moment seine größte Schwäche und seine größte Stärke. Ayton hat immer den Kopf oben und versucht seine Mitspieler einzubinden. Ayton ist ein sehr williger Passer und er hat den Anspruch das richtige Play zu spielen. Man merkt richtig wie er versucht nicht „blind“ auf Stats zu gehen.

Warum Schwäche? Er hat noch nicht die richtige Balance gefunden. Manchmal passt er, obwohl er selbst abschließen müsste. Noch rechne ich ihm das hoch an. Die Betonung liegt auf „noch“. Ich bin der Überzeugung mit Ayton ist es möglich, richtig guten Teambasketball zu spielen, d.h. weniger schlechte Würfe, mehr Struktur, mehr Stabilität, etc.

Das Duo Booker/Ayton könnte in den richtigen Rollen und einem NBA-Cast regelrecht explodieren und dadurch gegenseitig voneinander profitieren. Towns fehlt z.B. dieses Star-Gegenstück in Minnesota. Es ist am Ende eben immer noch ein Teamsport und es kommt darauf an, wie sich die Spieler ergänzen. Ohne das viele Shooting könnte z.B. Giannis bestimmt nicht so großartig auftrumpfen. Vorteil Ayton

Offensivrebounding

War Ayton aggressiv, hat er alles zerstört. War er es nicht, nahezu unsichtbar. Jetzt landen wir wieder beim Coach. Häufig kam Ayton gar nicht in den Genuss um Offensivrebounds zu kämpfen, weil er irgendwo rumstand, wo er mMn nicht hingehörte. Hier gebe die Schuld zu 50% Ayton und zu 50% diesem konfusen Basketball von Kokoskov mit seinen Rookie Jünglingen. Eine Prognose wage ich nicht, weil es wieder mit Ayton’s Aggressivität zu tun hat, aber sein Talent war mehr als deutlich zu erkennen. Wenn er denn mal in Position war, stand er oft richtig. Seine Antizipation war gut und dann machte er meinen Skills relativ einfach die zweiten Chancen rein oder spielte den Ball zu Booker um neu aufzubauen.

Rolle

Es ist gut das du das Volumen von Towns ansprichst und das ist aktuell ein anderes Niveau wie bei Ayton. Wie sah es früher aus?

erste Saison:
Towns: 18,3 PTS – TS: 59,0% - ORtg: 112
Davis: 13,5 PTS – TS: 55,9% - ORtg: 113
Jokic: 10,0 PTS - TS: 58,2% - ORtg: 118
Ayton: 16,3 PTS – TS: 60,8% - ORtg 117

Diese Vergleiche sind immer schwierig und ich würde nicht zu viel hineininterpretieren, aber ich verlasse mich auf den Eye Test, schaue mir die Zahlen an und dann vergleiche die damaligen Teamsituationen miteinander. Ich finde keinen Grund – außer Ayton stagniert – warum er nicht in diese Kategorie in 2-3 Jahren aufschließen sollte.

Jamal Crawford hat übrigens auf 36 Minuten fast so viele Würfe wie Ayton bekommen. So viel zu seiner Rolle und was Kokoskov mit seinem perimeterlastigen Euro-Mist in dieser Saison fabriziert hat, wobei ich McD und Sarver die Schuld geben würde. Die müssen alle beim Vorstellungsgespräch ja völlig aneinander vorbeigeredet haben. Vielleicht wäre Ayton’s offensive Effizienz bei höherem Volumen gesunken. Das halte ich für gut möglich und lass uns mal von diesem Szenario ausgehen.

Auf der anderen Seite: was passiert mit einem Point Guard und einem NBA-Coach in diesem Grottenteam? Ayton macht locker 22 Punkte bei einem ORtg von 112, da gehe ich jede Wette ein. Dann redet die NBA-Welt von einer historischen Rookie Saison...

Dann kommt zwar genauso wieder die good Stats – bad Team Fraktion um die Ecke, ohne die Teamsituation zu analysieren, aber um das geht’s nicht. Ich will auf das Volumen raus. Der Rook war auch ohne Playmaking im Team ganz gut unterwegs, einfach weil er weiß was er am Korb zu tun hat. Das hätte sich mit mehr Touches bestimmt nicht geändert. Warum auch?

Defense
Ganz schwer, weil es mMn nötig ist, die ganzen Spiele der Suns anzuschauen. Ayton hatte defensiv immer wieder tolle, aber auch sehr schwache Phasen, besonders am Anfang der Saison. Eine Bewertung ist wirklich schwer, wenn man sich nur auf einzelne Szenen beschränkt, vielleicht sogar unmöglich. Als ich noch am Start war, habe ich mir extra Spiele rausgepickt und seine Defense mit Adleraugen begutachtet. Suns-Twitter half natürlich auch stark mit, weil viele Plays von ein paar wirklich sachlichen, seriösen und unparteiischen Jungs wunderbar herausgearbeitet wurden.

Ich denke, die Suns können mit Ayton eine ultraflexible Defense auf die Beine stellen, vorausgesetzt er verbessert die angesprochenen Baustellen. Warum?
Die Suns können wie sie lustig sind, entweder mit Ayton switchy Defense (da könnte er brillieren) oder eben traditioneller spielen. Voraussetzung: alle machen mit, sind fokussiert und konzentriert bei der Sache. Totalausfälle wie Booker oder Crawford sind dann nicht mehr zu gebrauchen.

Bin sehr sicher Ayton wird ein guter bis sehr guter Perimeter Defender. Selbstverständlich nicht für 30 Minuten pro Spiel und sowieso nicht gegen die Lillard‘s dieser Welt, aber immer wieder gezielt um den Gegner vor neue Aufgaben zu stellen. Mich würde es freuen, wenn die Suns stets verschiedene defensiven Systeme laufen. Ayton bringt mit seiner Perimeterdefense, seiner lateralen Geschwindigkeit und den physischen Tools alles dafür mit. Ich finde das steigert seinen Wert extrem, sofern man diese Stärke nutzt bzw. nutzen kann. In Sachen Helpdefense und Rimprotection war eine positive Entwicklung zu erkennen, aber eben nicht über 35 Minuten. Abgesehen davon hat er nicht nur die Tools um Giannis und Co. kalt zu stellen, er hat das bereits ganz gut gemacht. Auch bullige Center hat er zum Teil mehr als gut gestellt und verteidigt.

Die P&R Defense gefällt mir noch gar nicht, aber laut einigen Fans sei das mit Tyler Johnson in den wenigen Spielen auch besser geworden. Die Suns sind fast die ganze Saison mit drei Rookies und Booker gestartet. Die müssen wieder 458 verschiedene Starting Lineups in dieser Saison gehabt haben. Während der Saison hatte ich mal geschrieben, ich wüsste gar nicht mehr wie ich Spieler in diesem Chaos evaluieren soll.

Julian, sag mir bitte intuitiv einen guten Defender aus dem Suns Team:

=> nicht potentiell gut, sondern gut.

Rookie Mikal Bridges? Kelly haut sich rein, aber macht noch zu viele Fehler. Melton hatte seine Phasen, aber ist zu unerfahren. Dann ist Feierabend. Es war mal wieder Tanking Basketball wie man es sich so richtig vorstellt.

Towns hat immerhin Gibson und einige NBA-Spieler um sich rum. Natürlich wurde Towns nicht immer korrekt eingesetzt. Trotzdem wäre jemand wie Teague bei den Suns ein Upgrade um...beende den Satz selbst. Ohne Supporting Cast hängen wir leider in der Luft. Ich arbeitete mit den Informationen, die ich aus diesem Minenfeld in Phoenix habe. Stand heute halte ich diese Einschätzung nicht für optimistisch.

Solange die Mitspieler von Booker und Ayton aus China-Spieler, G-League-Spieler und 39-jährigen Veteranen bestehen, die allesamt den gesamten Prozess torpedieren, würde ich alles ein wenig entspannter betrachten. Ob Ayton und Booker Spiele gewinnen können, wird sich erst zeigen, wenn in Phoenix mal 8-9 NBA Spieler am Werk sind und der Coach weiß was er macht.

Wie gesagt: das Team sah mit Tyler Johnson und Kelly Oubre deutlich besser und stabiler aus. Die jungen Kerle brauchen Hilfe. Sie werden automatisch in einigen Bereichen besser aussehen, als sie es in dieser Saison getan haben. Der Supporting Cast von Towns ist nicht gut. Der von Ayton verdient dieses Wort Support gar nicht. Das ist ein Toxic-Cast. Von Tyus Jones, Derrick Rose, Jeff Teague und Taj Gibson träume ich nachts. Selbst Wiggins wäre ein massives Upgrade gegenüber Josh Jackson. :lol:

Wären die Suns ein wesentlich homogeneres Team, mit klaren Strukturen, NBA-Spielern und einem Coaching Staff, der diesen Begriff verdient, dann würde ich Ayton mit identischer Leistung kritischer sehen. Die Teamsituation spielt bei mir immer eine große Rolle und wie sich ein Spieler innerhalb dieser Situation schlägt. Da kommt mir Ayton mehrfach zu schlecht weg.

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