Paul George und das defensive Bollwerk der Oklahoma City Thunder

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Tom_Schneider
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Paul George und das defensive Bollwerk der Oklahoma City Thunder

#1

Beitrag von Tom_Schneider » 12.01.2019, 09:01

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.

Die Oklahoma City Thunder sind diesen Saison bisher defensiv nicht zu knacken und belegen momentan den ersten Platz der Liga im Defensiv-Rating (DRtg). Wie schafft es das Team an diesem Ende des Feldes zu dominieren? Welche Rolle spielt Paul George dabei, der nun seit einigen Wochen in diversen Award Diskussionen auftaucht? Welche Akteure haben sonst noch einen maßgeblichen Anteil? Und kann der Backcourt mit Schröder und Westbrook auf dem Feld bestehen?


kdurant35
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#2

Beitrag von kdurant35 » 12.01.2019, 09:56

:tup:

Mal Lob für BillyD ;) .
Kann mich großteils deinen Beobachtungen anschließen. Auch wenn ich vieles noch schwer begreifen kann und mich daher sehr schwer mit einer Prognose tue.
Das die Defense nach dem Einbruch ohne Roberson sowie dem Saisonstart so stark ist, find ich schon imposant. Vom Potenzial her verständlich, doch das hatte man auch nach der Verletzung von Roberson. Ob wir die Beständigkeit im Sommer und die dadurch verbundene Möglichkeiten des Trainers ein gutes System zu etablieren so unterschätzen? Auf jedenfall hat Billy hierfür Lob verdient.

Ebenfalls unsicher bin ich mir darüber, was mit Roberson passieren soll. Grundsätzlich funktioniert das mit Ferguson ja wirklich gut. Sein Potenzial zumindest ein solider Schütze zu werden ist größer als bei Andre. Und das halte ich perspektivisch für wichtiger. Auch wenn es die OKC Fans nicht gern hören werden, wird das Gehaltsvolumen zur Deadline oder im Sommer mMn ein wichtiger Entscheidungsfaktor sein. Daher würde es mich auch nicht wundern, wenn man spätestens im Sommer einen salary dump in Betracht zieht.
Alternativ könnte ich ihn mir noch als Backup 4er vorstellen. Damit wäre Patterson die Tradealternative. Aber mal abwarten wie und wann Andre zurückkommt.

Gespannt bin ich auf den restlichen Saisonverlauf. Denn der leichte Spielplan wird ja überall breitgetreten. Mal sehen welchen Einfluss das hat. Das Westbrook bisher insgesamt recht schwach war, erhöht dafür das Celling. Mich würde ein Erstrundenaus nucht wundern. Ebenso könnte OKC der härteste Gegner der Warriors sein.

Eine Frage noch zu Westbrook. Mir ist nicht ganz klar gewesen, inwiefern du seine Def als verbessert ansiehst? Denn da hast du dich ja großteils auf die allgemeine Meinung bezogen. Als Def Team Kandidaten seh ich ihn auf keinen Fall. Aber wie sehr er sich individuell gesteigert hat oder was das Team anfängt find ich schwer zu beurteilen, wenn man mich unzählige Thunder Spiele sieht.

Sebastian Hansen
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#3

Beitrag von Sebastian Hansen » 12.01.2019, 10:43

Ebenfalls unsicher bin ich mir darüber, was mit Roberson passieren soll.
Wird alles davon abhängen, wie er von der Verletzung zurückkommt. Wenn er kaputt ist, dann wird sein dann auslaufender Vertrag nächste Saison sicherlich für irgendwas genutzt, mgl auch einfach für einen Dump. Wenn er wieder (fast) so gut spielt wie früher, dann kann ich mir einen Dump auf keinen Fall vorstellen. Vielleicht einfach ein "normaler" Trade, weil der Vertrag ja auch ausläuft und es fraglich ist, zu welchen Konditionen man dann verlängern kann. Für diese Saison fände ich Roberson als Bankspieler jedenfalls recht interessant, mit limitierten Minuten da ein wenig aufräumen, wenn das gesundheitlich dann geht. Für nächstes Jahr ist ja sowieso vieles unklar; auch wenn ich mir recht sicher bin, dass die jetzige Starting-5 gehalten wird, steht hinter allen anderen ein dickes Fragezeichen:
- Noel: UFA, keine Bird-rights, wird sicherlich bessere Angebote als das Minimum bekommen; Frage ist, ob man die Tax-MLE für ihn investieren will oder ob er dann nicht doch noch bessere Angebote erhält.
- Felton: UFA, wird denke ich nicht bleiben
- Abrines: RFA, wenn er zu dem Zeitpunkt überhaupt noch in OKC ist. Wird denke ich wenn dann zu sehr günstigen Konditionen gehalten
- Patterson: Player-Option, sehr ungewiss
- Schröder: ich hoffe sehr, dass er zum Saisonstart 19/20 nicht mehr in OKC ist...
Da ist dann halt die Frage, wie die Bank aussehen wird und für was Roberson da vorgesehen ist (vorausgesetzt, er ist gesund).
Die Mecs in 2014:
Guard: Lance Stephenson, Randy Foye
Guard: Dwyane Wade
Forward: Chandler Parsons, Mike Dunleavy
Forward: Josh McRoberts
Center: Dwight Howard, Spencer Hawes

Sebastian Hansen
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#4

Beitrag von Sebastian Hansen » 12.01.2019, 11:00

Eine Sache noch zu Schröder/Russ:

Ich glaube gar nicht mal, dass beide im Vakuum die miesen Verteidiger sind, die das Team "tragen" müsste. Das Problem ist imo, dass einer von beiden gegen größere Flügelspieler bestehen muss, beide das nicht können und sich somit Probleme ergeben. Das würde auch den relativ großen Unterschied zu den Lineups erklären, wo beide den kleinsten gegnerischen Spieler verteidigen. Man müsste da noch mal in den Statistiken graben, weiß nicht, ob es für so was Zahlen gibt.
Die Mecs in 2014:
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#5

Beitrag von Tom_Schneider » 12.01.2019, 11:38

Vielen Dank für eure EInschätzungen bzw euer Feedback (ich hab mir auch zugegebenermaßen sehr viel Mühe gegeben und ein wenig extra Zeit in Scouting und Recherche investiert, weil ich um die fachkundigen OKC Symphatisanten hier im Forum weiß :D )!

Ich finde Westbrook nach wir vor wahnsinnig schwierig zu qualifizieren (auch im Vergleich zur letzten Saison). Ich würde ihn als etwas engagierter bezeichnen, aber er ist halt so unkonstant und hat immer wieder Phasen drinnen in denen er fast nichts investiert. Dennoch stellt das Team mit ihm in einer signifikaten Rolle die beste Defensive der Liga. Ich find das auch schwierig individuelle Leistungen in der Defense über die Jahre zu vergleichen, aber hab mich da zur Absicherung ein wenig an den Zahlen orientiert. Kann natürlich auch sein dass das Team um ihn herum massiv besser geworden ist aber mein persönlicher EIndruck war schon, dass er da auch seinen Impact hat und einfach ein paar Körner mehr investiert in der Summe. Ich verstehe allerdings dass man daran berechtige Zweifel haben kann. Letztes Jahr waren seine defensiven on/off Zahlen tatsächlich sehr ähnlich (auch ca -3), nur war das Team in der Summe etwas schwächer (wenig verwunderlich bei Melo anstatt Grant). Dass das Team einen der beiden "tragen" muss, war vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber mit den Startern auf dem Feld sind sie imo schon der jeweils klar schwächste Verteidiger. Wenn beide zusammen auf dem Platz stehen kommt die von dir genannte Problematik zum Tragen: Einer der beiden muss einen Flügel verteidigen und ist off-ball gefordert. Aber ich würde dennoch behaupten dass (auch deswegen) mit beiden auf dem Feld mehr Fehler gemacht werden, die es auszubügeln gilt.

kdurant35
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#6

Beitrag von kdurant35 » 13.01.2019, 06:54

Sebastian Hansen hat geschrieben:
12.01.2019, 10:43
Ebenfalls unsicher bin ich mir darüber, was mit Roberson passieren soll.
Wird alles davon abhängen, wie er von der Verletzung zurückkommt. Wenn er kaputt ist, dann wird sein dann auslaufender Vertrag nächste Saison sicherlich für irgendwas genutzt, mgl auch einfach für einen Dump. Wenn er wieder (fast) so gut spielt wie früher, dann kann ich mir einen Dump auf keinen Fall vorstellen. Vielleicht einfach ein "normaler" Trade, weil der Vertrag ja auch ausläuft und es fraglich ist, zu welchen Konditionen man dann verlängern kann. Für diese Saison fände ich Roberson als Bankspieler jedenfalls recht interessant, mit limitierten Minuten da ein wenig aufräumen, wenn das gesundheitlich dann geht. Für nächstes Jahr ist ja sowieso vieles unklar; auch wenn ich mir recht sicher bin, dass die jetzige Starting-5 gehalten wird, steht hinter allen anderen ein dickes Fragezeichen:
- Noel: UFA, keine Bird-rights, wird sicherlich bessere Angebote als das Minimum bekommen; Frage ist, ob man die Tax-MLE für ihn investieren will oder ob er dann nicht doch noch bessere Angebote erhält.
- Felton: UFA, wird denke ich nicht bleiben
- Abrines: RFA, wenn er zu dem Zeitpunkt überhaupt noch in OKC ist. Wird denke ich wenn dann zu sehr günstigen Konditionen gehalten
- Patterson: Player-Option, sehr ungewiss
- Schröder: ich hoffe sehr, dass er zum Saisonstart 19/20 nicht mehr in OKC ist...
Da ist dann halt die Frage, wie die Bank aussehen wird und für was Roberson da vorgesehen ist (vorausgesetzt, er ist gesund).
Bei Roberson seh ich das genau gegenteilig. Ist Roberson ein Schatten seiner selbst hat er kaum einen Wert. Da die Thunder jedoch arm an Assets sind, ist ein salary dump dann eher unwahrscheinlich. Will man dringend Gehalt sparen wäre dann das stretchen oder max ein Tausch a la Melo (fragwürdiger geringerer Vertrag für mehr Jahre) vorstellbar.
Einen salary dump könnte ich mir am ehesten vorstellen, wenn Roberson zumindest wieder nahe an seine alte Form ran kommt. Dann wäre sein Gehalt trotz der schwachen Offense relativ fair und damit interessant für viele Teams. Ob er OKC dann aber das Gehalt plus die Luxussteuern wert ist, ist fraglich. Natürlich wäre dieser Move sportlich nicht förderlich. Ich frag mich aber, wie lange man wirklich diese Summe zahlen will/kann. Da ja selbst bei GS die Diskussion bereits in vollem Gange ist, ob die das mögliche zukünftige Gehaltsvolumen zahlen wollen, ist das für OKC noch schwerer.

Danke für die Einschätzung, Tom.

Sebastian Hansen
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#7

Beitrag von Sebastian Hansen » 13.01.2019, 07:17

Ich glaube, wenn er kaputt ist, dann ist das einfach ein auslaufender Vertrag, der hin und her geschoben werden kann, insbesondere zur Deadline 2020. Klar, für einen Dump müsste man dann was drauflegen, aber für die normalen Trades als Filler ginge das immer. Ist jetzt auch nicht groß anders als z.B. Kendrick Perkins damals. Wenn er so gut ist wie früher, dann wird das sicherlich kein Dump in dem Sinne, dass OKC was drauf zahlt. Ich kann mir sicherlich vorstellen, dass er getraded wird, aber in dem Fall, wenn er wieder gut ist, muss vom anderen Team schon was sinnvolles zurückkommen.
Die Mecs in 2014:
Guard: Lance Stephenson, Randy Foye
Guard: Dwyane Wade
Forward: Chandler Parsons, Mike Dunleavy
Forward: Josh McRoberts
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kdurant35
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#8

Beitrag von kdurant35 » 13.01.2019, 09:31

Sebastian Hansen hat geschrieben:
13.01.2019, 07:17
Ich glaube, wenn er kaputt ist, dann ist das einfach ein auslaufender Vertrag, der hin und her geschoben werden kann, insbesondere zur Deadline 2020. Klar, für einen Dump müsste man dann was drauflegen, aber für die normalen Trades als Filler ginge das immer. Ist jetzt auch nicht groß anders als z.B. Kendrick Perkins damals. Wenn er so gut ist wie früher, dann wird das sicherlich kein Dump in dem Sinne, dass OKC was drauf zahlt. Ich kann mir sicherlich vorstellen, dass er getraded wird, aber in dem Fall, wenn er wieder gut ist, muss vom anderen Team schon was sinnvolles zurückkommen.
Mit dump meine ich hier nicht, dass man was draufzahlt. Dann seh ich es als realistisch an, dass man ihn einfach nur in den Capspace eines anderen Teams schiebt. Das OKC dann was sinnvolles zurück bekommt glaube ich nicht. Wenn OKC das aus finanziellen Gründen macht, bleiben ja fast nur Picks. Nehm wir mal schwache Zweitrundenpicks raus (das ist immer möglich) fällt es mir schwer da einen Value zu sehen. Bei aller Qualität in der Def ist er offensiv abseits von cutting sehr limitiert, er trifft seine FTs nicht und sein Wert als auslaufender Vertrag ist eh schon limitiert. Deshalb würde ich sein Kosten-/Nutzeneffekt bestenfalls als leicht positiv sehen. Will OKC Kosten sparen ist deren Verhandlungsposition aber schlecht. Das ist bei einem Trade aber ein nicht zu unterschätzender Faktor. Sollte es daher kein wettbieten geben (fällt mir schwer zu glauben), wäre ein neutraler Wert mMn recht realistisch.

Sebastian Hansen
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#9

Beitrag von Sebastian Hansen » 13.01.2019, 09:37

Man könnte bspw. einen anderen Rotationsspieler mit kleinem Gehalt zurückbekommen.
Die Mecs in 2014:
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Forward: Josh McRoberts
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kdurant35
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#10

Beitrag von kdurant35 » 13.01.2019, 09:57

Sebastian Hansen hat geschrieben:
13.01.2019, 09:37
Man könnte bspw. einen anderen Rotationsspieler mit kleinem Gehalt zurückbekommen.
Das ist natürlich immer möglich. Mein Grundgedanke ist ja, dass die Gehaltslimitierung im Vordergrund steht. Wieviel man einsparen kann/will ist schwer zu prognostizieren. Je nachdem was Patterson mit der PO macht, ob man die MLE nutzt und wie man mit Abrinas verfährt könnte die Situation verändern. Damit das andere Team solch einen Deal macht, müsste der Value des Spielers im Vergleich zum Vertrag aber schwächer sein. Ansonsten würde das Team denjenigen ja behalten. Das meine ich ja dann grundsätzlich mit salary dump. Man gibt zu Gunsten der Gehaltsersparnis Value auf. Andere Trades werden ja getätigt, um sich irgendwann einen sportlichen Vorteil zu verschaffen (egal ob einen Spieler, Pick oder zukünftigen Capspace). Die Motivation eines dumps ist rein finanzieller Natur.

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