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Quo Vadis, Oklahoma City Thunder?

Verfasst: 21.08.2012, 15:13
von Go-to-Guys.de
Quo Vadis, Oklahoma City Thunder?

Nachdem die Oklahoma City Thunder vor ein paar Tagen verkündet haben, dass sie mit Serge Ibaka eine längerfristige Vertragsverlängerung ausgehandelt haben, fragt sich die Basketballwelt, was nun mit James Harden passiert. Schließlich sind die knapp 50 Millionen, die 'Air Congo' während der Vertragslaufzeit verdienen wird, für eine kleinere Franchise wie die Thunder eine Menge Holz und James Harden gilt zurecht als Spieler, der ein noch höheres Jahresgehalt erzielen könnte. Dass GM Sam Presti den Spieler aus qualitativer Sicht langfristig binden möchte und der Spieler selbst seinen Willen zur Verlängerung bereits verkündet hat, steht außer Frage. Doch ist James Harden aus finanzieller Sicht zu halten?

Zum vollständigen Artikel auf Go-to-Guys.de

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 21.08.2012, 20:58
von Hassan Mohamed
Aus dem Artikel:
Fabian Thewes hat geschrieben:Die wahrscheinlichere Prognose ist jedoch, dass GM Sam Presti spätestens ab 2015 auf die Suche nach kostengünstigeren Alternativen zu James Harden oder Serge Ibaka gehen wird. Mit einem dann verbesserten bzw. erfahreneren Russell Westbrook und Kevin Durant würden die Oklahoma City Thunder zwar immer noch zu den besseren Teams gehören, doch zu den drei Topfavoriten würden sie – wie es jetzt noch der Fall ist – eher nicht mehr zählen.
Da ich nicht weiß, wie die Mannschaften in drei Jahren aussehen werden, betrachte ich die letzte Saison und frage mich, wieviel schlechter die Thunder gewesen wären, wenn statt Serge Ibaka bspw. ein Udonis Haslem, Brandon Bass oder Taj Gibson (sprich Spieler, die für die Hälfte zu haben sind; bei Ibakas Bezahlung spielt ja das Potential auch eine bedeutende Rolle; bei den genannten Beispiel geht es mehr um die Spielklasse als um die einzelnen Spieler - Haslems schwaches Shooting-Jahr bspw. ist daher weniger relevant) in Oklahoma City gespielt hätte? Ibaka ist jung und hat noch viel Potential, außerdem würde man seine Fähigkeiten als Shotblocker sicherlich vermissen (auch wenn es bekanntlich nicht überschätzen sollte, hat es durchaus einen Einfluss auf den Gegner, wenn dieser ständig befürchten muss, dass gleich jemand angeflogen kommt), aber vermutlich hätte man OKC auch mit dieser Personaländerung in den Finals gesehen.

Oder schätzt Du den Einfluss Ibakas in der vergangenen Saison wesentlich höher als ich ein?

Natürlich ohne mir einen Strick mit Spiel IV in den WCF gegen die Spurs zu drehen. ;)

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 22.08.2012, 10:59
von Fabian Thewes
Hassan Mohamed hat geschrieben:Da ich nicht weiß, wie die Mannschaften in drei Jahren aussehen werden, betrachte ich die letzte Saison und frage mich, wieviel schlechter die Thunder gewesen wären, wenn statt Serge Ibaka bspw. ein Udonis Haslem, Brandon Bass oder Taj Gibson (sprich Spieler, die für die Hälfte zu haben sind; bei Ibakas Bezahlung spielt ja das Potential auch eine bedeutende Rolle; bei den genannten Beispiel geht es mehr um die Spielklasse als um die einzelnen Spieler - Haslems schwaches Shooting-Jahr bspw. ist daher weniger relevant) in Oklahoma City gespielt hätte? Ibaka ist jung und hat noch viel Potential, außerdem würde man seine Fähigkeiten als Shotblocker sicherlich vermissen (auch wenn es bekanntlich nicht überschätzen sollte, hat es durchaus einen Einfluss auf den Gegner, wenn dieser ständig befürchten muss, dass gleich jemand angeflogen kommt), aber vermutlich hätte man OKC auch mit dieser Personaländerung in den Finals gesehen.

Oder schätzt Du den Einfluss Ibakas in der vergangenen Saison wesentlich höher als ich ein?

Natürlich ohne mir einen Strick mit Spiel IV in den WCF gegen die Spurs zu drehen. ;)
Du hast recht, zwischen Haslem, Bass und Gibson auf der einen Seite und Serge Ibaka auf der anderen Seite ist jetzt nicht ein dermaßen großer spielerischer Unterschied. Trotzdem glaube ich nicht, dass es mit einem der drei gegen die Spurs nach einem 0:2 Rückstand gereicht hätte. Die Serie war verdammt eng und in den restlichen vier Spielen (alles Siege) hat Ibaka knapp 15 Punkte pro Spiel erzielt, inklusive des 11/11 FGs Spiels. Er hat den Thunder also offensichtlich nicht primär über seine Blocking-Fähigkeiten geholfen (wie sonst so oft), sondern aufgrund seiner Offensive.

Die Netpoints über 6 Spiele legen ebenfalls nahe, dass er in der Serie eine verdammt wichtige Figur gewesen ist:

James Harden +59
Russell Westbrook +45
Serge Ibaka +29
Kevin Durant +18

Hiermit möchte ich natürlich nicht darlegen, dass er wichtiger als KD gewesen ist, doch lässt sich ein wirklich positiver Einfluss kaum bezweifeln. Bin mir sehr unsicher, ob die drei genannten Spieler zu derselben Leistung in dieser Serie im Stande wären.

Zugeben möchte ich jedoch, dass die Serie gegen die Spurs die einzige Serie war, in welcher Serge Ibaka den Unterschied ausgemacht hat. Gegen die Heat spielte er schwach, da wären die anderen Spieler gar die besseren gewesen. Beim Sweep gegen die Mavs oder in der Serie gegen die Lakers hätte es wohl auch ohne Ibaka zu einem Serienerfolg gereicht.

Folge: Zu den Finals hätte es (wegen der Spurs-Serie) ohne Ibaka meiner Ansicht nach nicht gereicht.

--------

Im Prinzip deutest du mit deinem Vergleich mit Spielern der Güteklasse Bass, Haslem oder Gibson einen möglichen Weg für die Thunder nach 2015 oder 2016 an. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie dann primär versuchen werden um Russell Westbrook und Kevin Durant vermehrt Spieler dieser Größenordnung zu verpflichten. Soll heißen, Spieler, die mittelmäßig (lies: max 5 Mio) verdienen, die das Team jedoch in der Breite besser positionen würden, um die fehlende Qualität in der Spitze (siehe James Harden z.b.) auszugleichen. Denn seien wir mal ehrlich: in der Offensive haben die Thunder eigentlich viel zu wenig Waffen. Im letzten Jahr gab es vor allem nur die Big 3 + einen durchschnittlichen Ibaka (offensive). Dass man wohl trotzdem die beste Offensive der NBA hatte, offenbart eigentlich nur die außergewöhnliche Klasse der großen Drei Okcs.

Russell Westbrook und Kevin Durant verdienen 2015/2016 36 Millionen $. Wenn wir das Gehaltslimit auf 74-78 Mio ansetzen würden, gebe es schon erheblichen Spielraum, um ein ähnlich breit aufgestelltes Team ins Rennen schicken zu können, wie es die Mavericks 2010/2011 getan haben. Vielleicht ist für Sam Presti das der Wegm um den Contenderstatus in OKC langfristig zu erhalten.

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 22.08.2012, 11:42
von Alexander Aust
Also als erstes mal, danke für diesen toll ausgearbeiteten Artikel.

Zum Thema:
Fabian Thewes hat geschrieben:Die renommierte Wirschafts-Plattform forbes.com hilft dabei. Laut Forbes haben die Thunder die letzten drei Jahre ihren jährlichen Gewinn erheblich gesteigert. Während sie im ersten Jahr in Oklahoma City (2009) noch einen Verlust einfuhren (- 9.4 Mio), betrug der Gewinn der beiden letzten Jahre insgesamt fast 50 Millionen $. Der Wert der Franchise steigerte sich von 269 Millionen $ (2008) auf geschätzte 348 Millionen $ im Jahr 2012. Da die Gehaltsausgaben in der kommenden Saison 2012/2013 nur marginal größer werden, ist mit einem weiteren Gewinn von 20 Millionen $ zu rechnen.

2013/2014 sieht die Welt dann schon anders aus. Wie bereits gesehen, steigen die Gehaltsausgaben ohne Tax auf über 81 Millionen $. Hinzu kommt die Luxury Tax in einer momentan zu erwartenen Höhe von mehr als 20 Mio $. Die Folge ist, dass die Thunder in der Saison 2013/2014 voraussichtlich nicht in der Lage sein werden, einen Gewinn einzufahren. Selbst eine schwarze Null ist unwahrscheinlich, ein (deutlicher) Verlust zu erwarten.
Kann man das jetzt schon so deutlich sagen? Ich meine dem ersten Teil deiner Aussage nach befinden sich die Thunder ja noch im Wachstum. Mir stellt sich da die Frage: wie werden die Umsätze sich entwickeln wenn man wieder die CF erreicht, oder gar Champion wird? Ich denke für die Thunder ist wirtschaftlich noch einiges zu holen in den nächsten Jahren.
Nichtsdestotrotz bin ich deiner Meinung, dass man in den nächsten Jahren (Ich gehe davon aus, dass mit Harden verlängert wird) handeln MUSS. Ein Team mit vier Spielern die solch große Verträge besitzen, einem Salary Cap von ca. 60 Mio $ und diesem Luxus-Steuern wird kaum zu finanzieren sein. Zumindest nicht in OKC.


Fabian Thewes hat geschrieben: Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie dann primär versuchen werden um Russell Westbrook und Kevin Durant vermehrt Spieler dieser Größenordnung zu verpflichten. Soll heißen, Spieler, die mittelmäßig (lies: max 5 Mio) verdienen, die das Team jedoch in der Breite besser positionen würden, um die fehlende Qualität in der Spitze (siehe James Harden z.b.) auszugleichen.
Russell Westbrook und Kevin Durant verdienen 2015/2016 36 Millionen $. Wenn wir das Gehaltslimit auf 74-78 Mio ansetzen würden, gebe es schon erheblichen Spielraum, um ein ähnlich breit aufgestelltes Team ins Rennen schicken zu können[...]
Sollte Harden tatsächlich keinen Max-Deal unterschreiben wäre es doch fatal ein Team NUR um KD und RW aufzubauen. In diese 74-78 Mio von dir könnte man locker einen JH unterbringen und trotzdem noch ein furchteinflößendes Team aufbauen. Von mir aus behält man auch Ibaka, aber einer von beiden muss doch bleiben. Allein schon, weil Westbrooks Vertrag verhältnismäßig nicht sehr hoch ist. Im Endeffekt hat man nur einen Spieler mit Max-Vertrag, was ja Spielraum lässt für weitere Stars die in Gehaltsklassen eines Westbrooks verdienen, sprich 12-13 Mio $.
Meiner Meinung nach sollte man einem Team, welches dieses Talent besitzt, nicht die Hälfte seiner Leistungsträger entreißen. KD und RW in allen Ehren aber ein Harden steht den beiden, aus meiner Sicht, in nichts nach. Ich würde versuchen dieses Trio solange es nur irgendwie möglich ist zusammen zu halten.

Gruß

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 22.08.2012, 12:20
von Fabian Thewes
Chuck_Person hat geschrieben: Kann man das jetzt schon so deutlich sagen? Ich meine dem ersten Teil deiner Aussage nach befinden sich die Thunder ja noch im Wachstum. Mir stellt sich da die Frage: wie werden die Umsätze sich entwickeln wenn man wieder die CF erreicht, oder gar Champion wird? Ich denke für die Thunder ist wirtschaftlich noch einiges zu holen in den nächsten Jahren.
Ja, die Thunder befinden sich im Wachstum, das ist richtig, doch auch Wachstum ist begrenzt. ;) Die rasante wirtschaftliche Entwicklung hing vor allem auch mit der rasanten sportlichen Entwicklung zusammen. Vor 2010 etwa spielte OKC nicht in den Playoffs, keiner interessierte sich für das Team. Nun hat man drei mal in Folge die Playoffs erreicht und sich dort stetig verbessert (2010: erste Runde; 2011: Conference Finals; 2012 Finals), doch dermaßen viel mehr Spielraum existiert leider nicht, was man auch im Gewinnverlauf der letzten Jahre erkennen kann. Der Gewinn verbesserte sich vom letzten zu diesem Jahr nur um 2 Mio $ (22.6 Mio -> 24.5). Die Spieler verdienten jedoch nur 60 Mio$. Du kannst dir ausrechnen, was übrig bliebe, wenn es 80 Mio werden und man dazu noch eine Luxury Tax bezahlen müsste. Selbst eine weitere Steigerung bei den Einnahmen könnte das wohl nicht ausgleichen, dazu wäre das Loch zu groß.

Bis ins unendliche kann eine Franchise wie OKC eben nicht wachsen. Es ist ein relativ kleiner Markt. Die Thunder sind nicht die Lakers, die vor kurzem einen knapp 2 Milliarden (!) TV-Deal mit Time Warner Cable abgeschlossen haben, welcher ca. 900 Mio $ in die Kassen der Eigner der Lakers spülen wird. Link: http://www.forbes.com/sites/mikeozanian ... -nba-team/
Ein solcher Markt existiert in OKC nicht, insofern hast du mit folgender Aussage recht:
Nichtsdestotrotz bin ich deiner Meinung, dass man in den nächsten Jahren (Ich gehe davon aus, dass mit Harden verlängert wird) handeln MUSS. Ein Team mit vier Spielern die solch große Verträge besitzen, einem Salary Cap von ca. 60 Mio $ und diesem Luxus-Steuern wird kaum zu finanzieren sein. Zumindest nicht in OKC.
Richtig. Genau das war auch mein Fazit im Artikel. Die kompletten großen Vier um Durant, Westbrook, Harden und Ibaka sind für OKC über 2015 hinaus wohl nicht zu finanzieren, außer die Einer wollen mit den Vier trotz größerer Verluste weiterhin angreifen, wovon man aber wohl kaum ausgehen kann.
Fabian Thewes hat geschrieben:Sollte Harden tatsächlich keinen Max-Deal unterschreiben wäre es doch fatal ein Team NUR um KD und RW aufzubauen. In diese 74-78 Mio von dir könnte man locker einen JH unterbringen und trotzdem noch ein furchteinflößendes Team aufbauen. Von mir aus behält man auch Ibaka, aber einer von beiden muss doch bleiben. Allein schon, weil Westbrooks Vertrag verhältnismäßig nicht sehr hoch ist. Im Endeffekt hat man nur einen Spieler mit Max-Vertrag, was ja Spielraum lässt für weitere Stars die in Gehaltsklassen eines Westbrooks verdienen, sprich 12-13 Mio $.
Meiner Meinung nach sollte man einem Team, welches dieses Talent besitzt, nicht die Hälfte seiner Leistungsträger entreißen. KD und RW in allen Ehren aber ein Harden steht den beiden, aus meiner Sicht, in nichts nach. Ich würde versuchen dieses Trio solange es nur irgendwie möglich ist zusammen zu halten.
Du hast Recht. Bei einem Budget von 74-78 Mio könnte ein James Harden noch zu halten sein. Eigentlich wollte ich mir dem Ansatz RW/KD + Rollenspieler nur verdeutlichen, dass man immernoch ein starkes Team auf die Beine stellen könnte, wenn der restliche Kader sehr ausgewogen zusammen gestellt werden würde.

Wie wichtig ein James Harden für das Team ist, hat man im letzten Jahr gesehen. Eine Statistk zeigt das ganz gut:

Punkte pro 100 Ballbesitze der Thunder in der RS mit James Harden: 114.96
Punkte pro 100 Ballbesitze der Thunder in der RS ohne James Harden: 100.84

Punkte pro 100 Ballbesitze der Thunder in den Playoffs mit James Harden: 115.13
Punkte pro 100 Ballbesitze der Thunder in den Playoffs ohne James Harden: 102.46

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 22.08.2012, 13:01
von Alexander Aust
Fabian Thewes hat geschrieben: Ja, die Thunder befinden sich im Wachstum, das ist richtig, doch auch Wachstum ist begrenzt. ;) [...]
Bis ins unendliche kann eine Franchise wie OKC eben nicht wachsen.
Das ist mir selbstverständlich klar, trotzdem sehe ich da noch Wachstumspotenzial. Deine Zahlen zeigen ja eine Entwicklung von 2 Jahren (Vor 3 hat man ja noch Miese gemacht), was ja nicht das Ende der Fahnenstange sein kann, aufgrund des kurzen Wachstumszeitraumes. Ein Champion löst immer noch mal einen zusätzlichen Hype aus und KÖNNTE nochmal zusätzliches Geld in die Kassen spülen. Eben auch durch TV-Deals wie in LA (SELBSTVERSTÄNDLICH NICHT IN DER GRÖßENORDNUNG ;) )
Stell dir vor die Thunder holen jetzt 2 mal in Folge die CC, glaubst du das öffentliche Interesse an den Thunder wäre immer noch so gering wie es derzeit ist?
Auch wenn es ein relativ kleiner Markt ist, schätze ich diese Franchise als hochinteressant ein, allein aufgrund der Starpower in diesem Team.

Meine Aussagen sind jetzt sehr theoretisch, aber ich möchte damit nur festhalten, dass man auch in OKC, wenn sich der Erfolg kurzfristig einstellt (leichter gesagt als getan^^), gutes Geld verdienen kann.

Aber wie schon oben von dir geschrieben sind wir uns ja eigentlich einig was die Zukunft der Thunder betrifft. Ich wollte, wie schon erwähnt, nur mal die Möglichkeit offen lassen, dass es eventuell auch anders laufen kann ;)

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 22.08.2012, 13:57
von Poohdini
Sehr guter Artikel. Klasse Arbeit.

Es wird aber dort nur die These aufgestellt, dass die Kosten der Gehälter und der Luxury Tax nur durch die eigenen Gewinne finanziert werden.
Aber wird in der heutigen NBA nicht viel vom Besitzer/Besitzergruppe bezahlt? Zusammen mit dem von Chuck angesprochenem wirtschaftlichen Wachstum wäre die Belastung doch ab 2015 zu bezahlen, oder nicht?

Davon mal abgesehen, glaube ich nicht, dass Perkins in ca. 2 Jahren noch so wertvoll für die Thunder sein wird, trotz der Howard Verpflichtung seitens der Lakers. Es wurde ja jetzt schon in diversen Foren und Podcasts von der Amnestierung geredet.

Aber vielleicht schlägt man ab 2014 sowieso eine andere Richtung ein und versucht nur noch die passenden Puzzleteile um die 3 (KD, RW, JH) Stars zu finden. Weil ganz ehrlich. Ein Team mit diesen 3 zählt so oder so zu den Contendern. Ein Zukunft ohne Ibaka und Perkins halte ich für sehr gut möglich.

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 22.08.2012, 14:37
von Fabian Thewes
Poohdini hat geschrieben:Sehr guter Artikel. Klasse Arbeit.
Danke für das Lob. ;)
Es wird aber dort nur die These aufgestellt, dass die Kosten der Gehälter und der Luxury Tax nur durch die eigenen Gewinne finanziert werden.
Aber wird in der heutigen NBA nicht viel vom Besitzer/Besitzergruppe bezahlt? Zusammen mit dem von Chuck angesprochenem wirtschaftlichen Wachstum wäre die Belastung doch ab 2015 zu bezahlen, oder nicht?
Wenn die Franchise Verluste macht, übernimmt der Besitzer/die Besitzergruppe die Kosten, richtig. Die frage ist, ob sie das wollen. :D
Zum Wachstum: ich habe weiterhin meine Zweifel, ob der wirtschaftliche Wachstum so groß sein wird, dass die Gehaltsausgaben vollständig gedeckt werden können. Schauen wir uns mal die Einnahmen an ("Revenue, siehe Übersicht von forbes.com):

Einnahmen 2010: 111 Mio, operativer Gewinn: 12.7
Einnahmen 2011: 118 Mio, Gewinn: 22.6
Einnahmen 2012: 126 Mio, Gewinn: 24.5

http://www.forbes.com/teams/oklahoma-city-thunder/

Selbst wenn man eine weitere Einnahmen-Steigerung von 7 oder 8 Mio $ hinbekommen würde, würde der operative Gewinn bei gleichbleibenen Ausgaben nur gegen etwas mehr als 30 Mio $ tendieren, doch die Ausgaben bleiben eben nicht gleich: Vergessen wir nicht, dass die Thunder im letzten Jahr nur etwas mehr als 60 Mio $ in Spielergehälter stecken mussten, es aber bald ca. 80 Mio $ plus Luxussteuer (16.25 Mio Lux-Tax für Mio für 80 Mio), also fast 100 Mio $ sein können. Die Steigerung bei den Gehältern wäre also Minimum 30 Mio $, möglicherweise knapp 40 Mio $. Dazu verdient Coach Brooks nach der erfolgreichen Vertragsverlängerung etwas mehr Geld als bisher (minimum 4 Mio p.a., bislang meines Wissens nach etwas mehr als 2, maximal 3 Mio p.a.). Das wird eine extrem enge Kiste.

Hoffentlich bauen die Eigner in der aktuellen sehr lukrativen Zeit (siehe die Gewinne) ein kleines Geldpolster auf, um spätere Jahre besser finanzieren zu können, doch wie wahrscheinlich ist das? Die Besitzergruppe verdient mit den Thunder momentan richtig viel Geld, das fließt bestimmt woanders hin.

Wie die Eigner mit Verlusten umgehen würden, weiß man nicht. Von der Seite aus hört man in den Medien praktisch nichts. Im zweifel würde ich eher davon ausgehen, dass sie mittelfristig nicht ständig Verluste einfahren wollen. Und dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Einnahmen steigern (nur begrenzt möglich) oder Kosten zurückfahren. Letzteres wäre ohne Zweifel notwendig, außer sie wollen sich den Titel doch mehr kosten lassen als ich momentan erwarten würde.
Davon mal abgesehen, glaube ich nicht, dass Perkins in ca. 2 Jahren noch so wertvoll für die Thunder sein wird, trotz der Howard Verpflichtung seitens der Lakers. Es wurde ja jetzt schon in diversen Foren und Podcasts von der Amnestierung geredet.
Die Amnesty Clause ist - wie im Artikel erwähnt - in der Tat eine sinnvolle Möglichkeit um einiges an Luxsteuer zu sparen. Ich halte es auch für ziemlich wahrscheinlich, dass Perkins spätestens 2014 nicht mehr bei den Thunder spielen wird.
Aber vielleicht schlägt man ab 2014 sowieso eine andere Richtung ein und versucht nur noch die passenden Puzzleteile um die 3 (KD, RW, JH) Stars zu finden. Weil ganz ehrlich. Ein Team mit diesen 3 zählt so oder so zu den Contendern. Ein Zukunft ohne Ibaka und Perkins halte ich für sehr gut möglich.
Auch das halte ich für einen sehr wahrscheinlichen Weg. Ibaka und Perkins verdienen 2014/2015 beispielsweise mehr als 21 Mio $. Ein ähnliches Leistungsniveau findet man bestimmt für etwas weniger Geld, auch wenn es vieleicht dann auf mehr Schultern verteilt werden müsste.

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 23.08.2012, 11:45
von Hassan Mohamed
Fabian Thewes hat geschrieben:Wenn die Franchise Verluste macht, übernimmt der Besitzer/die Besitzergruppe die Kosten, richtig. Die frage ist, ob sie das wollen. :D
Zum Wachstum: ich habe weiterhin meine Zweifel, ob der wirtschaftliche Wachstum so groß sein wird, dass die Gehaltsausgaben vollständig gedeckt werden können. Schauen wir uns mal die Einnahmen an ("Revenue, siehe Übersicht von forbes.com):

Einnahmen 2010: 111 Mio, operativer Gewinn: 12.7
Einnahmen 2011: 118 Mio, Gewinn: 22.6
Einnahmen 2012: 126 Mio, Gewinn: 24.5

http://www.forbes.com/teams/oklahoma-city-thunder/
Wobei man bei solchen Zahlen auch immer skeptisch sein darf. Ausgewiesene Gewinne können viel höher bzw. ausgewiesene Verluste viel geringer als die tatsächlichen Gewinne/Verluste sein. Dank - ich sag's mal populistisch angehaucht - buchhalterischer Spielchen. Der Kaufpreis könnte bspw. jährlich anteilig als Aufwand verrechnet worden sein, um den Gewinn zu senken, obwohl man es bei einem späteren Verkauf zurückerhält. Oder die Abschreibung (= Aufwand auf dem Papier) von Spielern als wären sie abnutzbare Vermögensgegenstände. Das steckt mglw. auch in den Büchern drin und senkt den Gewinn.

Des Weiteren wäre es interessant zu wissen, was die Eigner der Thunder nebenher/hauptsächlich treiben. Eine Franchise zu besitzen kann nämlich andere Investitionsprojekte begünstigen, sodass schlechtere Zahlen bei den Thunder durch bessere Zahlen andernorts durch den mittelbaren Einfluss der Thunder überkompensiert werden könnten.

Nur als Randnotiz ...

Re: Quo Vadis, Oklahoma City Thunder? - Die Chancen und Risiken

Verfasst: 23.08.2012, 12:18
von Fabian Thewes
Hassan Mohamed hat geschrieben:Wobei man bei solchen Zahlen auch immer skeptisch sein darf. Ausgewiesene Gewinne können viel höher bzw. ausgewiesene Verluste viel geringer als die tatsächlichen Gewinne/Verluste sein. Dank - ich sag's mal populistisch angehaucht - buchhalterischer Spielchen. Der Kaufpreis könnte bspw. jährlich anteilig als Aufwand verrechnet worden sein, um den Gewinn zu senken, obwohl man es bei einem späteren Verkauf zurückerhält. Oder die Abschreibung (= Aufwand auf dem Papier) von Spielern als wären sie abnutzbare Vermögensgegenstände. Das steckt mglw. auch in den Büchern drin und senkt den Gewinn.
Danke für die Hinweise. Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig als abzuwarten, was passiert. Spätestens in der Saison 2013/2014 weiß man wohl, in welcher Richtung es finanziell gehen wird. Bis man etwas weiß, neige ich jedoch dazu, die Dinge eher zurückhaltend zu betrachten.
Des Weiteren wäre es interessant zu wissen, was die Eigner der Thunder nebenher/hauptsächlich treiben. Eine Franchise zu besitzen kann nämlich andere Investitionsprojekte begünstigen, sodass schlechtere Zahlen bei den Thunder durch bessere Zahlen andernorts durch den mittelbaren Einfluss der Thunder überkompensiert werden könnten.
Eine Auflistung der Owner findet sich auf der offiziellen Homepage der Oklahoma City Thunder:

http://www.nba.com/thunder/ownership.html

Aubrey K. McClendon von Chesapeake Energy beispielsweise war mitverantwortlich dafür, dass die Namensrechte der Arena in OKC an seine Firma gingen (3 Mio p.a. mit 3% Steigerung jedes Jahr). Was genau die Owner selbst so treiben, bzw. wie deren Vermögen aussieht, weiß ich nicht, könnte man jedoch bestimmt in Erfahrung bringen. Wenn mir mal langweilig sein sollte, beschäftige ich mich möglicherweise mal damit.