Draftprofile 2020

Grant Riller

College of Charleston
Quelle: Youtube

College of Charleston

Datenblatt

Name: Grant Riller

Geburtsdatum: 08.02.1997

Größe: 6’3” 

Gewicht: 190 lbs. 

Spannweite: 6’5”(?)

Position: Playmaker

Team: College of Charleston

Stärken

Schwächen

+ Self-Creation

+ Drive und Finishing

+ Shooting-Potential

+ Playmaking-Potential

– Size

– Defensive Limitationen

– Alter

 

GTG SHORT

 

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Riller ist ein wieselflinker Playmaker, der mit einem der besten Ersten Schritte dieser Klasse gesegnet ist. Seine Möglichkeiten sowohl aus dem Stand als auch aus dem Live-Dribble innerhalb einer kurzen Strecke zu beschleunigen, sind beeindruckend.

* Vertikal ist er nicht zu unterschätzen. Konnte immerhin 44 Dunks in 132 Spielen zeigen. Seine Stärken liegen aber eher in horizontalen Bewegungen. Bringt neben seiner Explosivität sowohl eine gute Agilität als auch einen anschaulichen Top-Speed mit.

* Seine Größe ist mit 6‘3‘‘ für einen NBA-Guard sicherlich ausreichend, aber nicht beeindruckend. Angaben zu seiner Armspannweite sind nicht zu finden. Nach den Filmsessions würde ich seine Wingspan (ggf. 6‘5‘‘) auf leicht positiv schätzen, bei späteren Measurements aber keinen überragenden Wert erwarten.

* Der Frame des Cougars wirkt stabil und zeigt sich funktional als absolut ausreichend. Riller kann in den meisten Situationen Kontakt mit Leichtigkeit wegstecken, obwohl seine 190 Pfund Körpergewicht für einen NBA Prospect mit gleicher Größe nicht unbedingt herausstechen und er nicht über einen übertrieben hervorstechenden Muskelpanzer verfügt.

* Kam als Two-Star-Recruit mit nur wenigen Stipendien-Angeboten nach Charleston und verlässt die Schule als #2 in de All Time-Scoring-List hinter dem ehemaligen Laker Andrew Goudelock. Es fehlten am Ende nur 97 Punkte, obwohl Goudelock über seine Karriere für die Cougars über 300 Minuten mehr als Riller abriss.

– Musste als Freshman mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison aussetzen. Durch die Redshirt-Regelung verlor er aber keine Spielberechtigungszeit und hing einfach vier NCAA-Jahre an. Dadurch ist der Senior ist einer der ältesten Spieler dieses Jahrgangs. Bereits im Februar wurde er 23 Jahre alt und ist damit bspw. knapp 6 Monate älter als Brandon Ingram, der 2016 gedraftet wurde.

– Er läuft in das klassische Competition-Problem eines jeden Mid-Major-Guards. Spielte in seinen vier Jahren nur neun Spiele gegen Gegner, die KenPom als Tier A-Teams eingeschätzt hat. Deshalb ist jede individuelle Statistik mit etwas Abstand zu betrachten.

 

OFFENSE:

+ Riller ist ein unglaublich versierter und technisch gut ausgebildeter Guard, der als effektiver Three-Level-Scorer gelten muss. Ist auf jeder Ebene des Courts ständig eine Gefahr.

+ Sein offensives Game fußt auf seiner herausragenden Kombination aus explosivem erstem Schritt und starkem Handling. Wenn der Senior auf College-Ebene zum Korb wollte, konnte ihn niemand stoppen. Er kann zu jeder Zeit ausgefeilte, schnelle Dribble-Moves zusammenführen, Head- und Bodyfakes anbringen oder aber seine Gegner mit Geschwindigkeitswechseln vor Probleme stellen. Manipuliert Defenses auf diese Weise sehr gut. Aus der Balance gekommene Verteidiger kann er sowohl über links als auch rechts schlagen. Nutzt diese Fähigkeiten sowohl im PnR als auch in der Isolation oder im Fastreak.

+ In der Zone angekommen, zeigte sich Riller über seine gesamte Karriere als elitärer Finisher. In drei seiner vier College-Jahre konnte er Quoten über 70% verbuchen. Als Freshman schloss er „nur“ mit 68 FG%@Rim ab. Diese Zahlen werden umso beachtlicher, wenn man sich klarmacht, dass ihm nur als Sophomore mehr als ein Viertel dieser Würfe via Assist aufgelegt wurden. Er verfügt über großartigen beidhändigen Touch und kann variantenreich abschließen. Als kleinerer Guard versteht er es Brett und Ring zu seinem Vorteil zu nutzen. Kontakt steckt er sehr gut weg und sucht diesen ständig, um an die Linie zu kommen. Mit Erfolg: .47 FTr und 6,9 FTA als Senior sind grandios.

+ Starker PnR-Spieler, der durch seine Three-Level-Ability viel Druck auf die Defense ausübt. In diesen Situationen sticht sein gutes Handle und seine „Slipperiness“ besonders hervor. Splittet Ballscreen-Defender sehr gern, da er mit guter Fußarbeit und engem Handle auch kleinste Lücken nutzen für Drives nutzen kann. Bringt aber auch gern Floater oder Pullup-Würfe an, um Verteidiger nie die Möglichkeit zu geben, wirklich absinken zu können.

+ Sein Wurf sieht in den Statistiken nicht überragend aus. Über seine vier College-Jahre kommt er nur auf 35,6 3P%. Aber Riller ist ein gutes Beispiel, warum solche Zahlen immer nur im Kontext betrachtet werden können, denn sowohl eine flüssige Wurfbewegung mit schnellem Release als auch jede Menge Range sind vorhanden. Der Senior musste Zeit seiner Karriere enorm viel kreieren und ungemein viele Pullup-Dreier nehmen, die sich negativ in seinen Quoten widerspiegeln. Der Guard sollte auf dem nächsten Level ein guter Werfer werden. Konstante Zweipunkt-Jumper-Quoten im niedrigen bis mittleren 40er-Bereich, ein sehr beständiges Dreiervolumen von 7,5 3P/100 Poss und eine Freiwurfquote von 79,6 sprechen Bände über sein Wurfgefühl.

* Sein Inbetween-Game stach beim Filmschauen nicht so sehr hervor wie in den Statistiken. Der Playmaker kann beständig Pullups anbringen und verfügt über einen soliden Floater. Dass dieser aber im 92nd Percentile des CBB liegen soll, überraschte etwas. Für Riller wäre diese Option auf dem Weg zum Korb auf NBA-Level wegen größerer und athletischer Gegenspieler wohl noch einmal wichtiger als am College.

* Nur ein solider Passer, der erst seit kürzerer Zeit auch Advanced-Reads aus dem Pick’n‘Roll umsetzen kann. Zeigt nur wenige Assist als Live-Dribbler und nutzt seine linke Hand als Passer kaum. Abseits davon, dass er sowieso in erster Linie ein Socrer ist, sind dies die kleinen, aber feinen Unterschiede, die überdurchschnittliche Ballverteiler von großartigen Playmakern unterscheiden. Es ist aber zu bemerken, dass Riller mit mehr Onball-Verantwortung in den vergangenen Jahren große Fortschritte zu verzeichnen hatte. Die Statistiken bilden diese Lernkurve gut ab. Hob seine AST% von 11,1 als Freshman auf 30,7 als Senior an. Scheint das Spiel immer besser lesen zu können.

* Offball trat Riller nicht häufig in Erscheinung, konnte aber auch nette Ansätze als Downhill-Driver nach Movement und Handoffs zeigen und, viel wichtiger, sich als starker Spotup-Werfer beweisen. Über seine viel Jahre verwandelte er 75-188 No-Dribble-Dreier (39,9%). Wird an seinem Cutting arbeiten müssen. Lief diese Art von Offense als Senior nur zehnmal.

* Zeigte ab und zu ein spannendes Postup-Game gegen kleinere Guards. Konnte in solchen Situationen mit viel Spielwitz sehr effektiv agieren. Diese Stärke wird aber in der NBA wohl nur sehr selten eine Rolle spielen.

– Stach an mancher Stelle als Ball-Pounder hervor und war als Heavy-Usage-Senior (33 USG%) nicht mehr so sogfältig mit dem Ball (14,8 TOV%).

 

DEFENSE:

+ Riller bringt solide Hände und überdurchschnittliche Instinkte für Stealmöglichkeiten mit. Zuletzt brachte er 2,8 STL%.

+ Zeigt sich auf dieser Seite des Feldes oft stärker als dies sein Frame vermuten lassen würde. Kann gegen viele Spieler auch in Postup-Situationen dagegenhalten. Weicht Kontakt nicht aus.

* Wurde oft abseits des Balles bei schwächeren Perimeter-Spielern des Gegners geparkt. Musste nicht zu viel Point-of-Attack-Last schultern. An dieser Stelle kommen wohl mehrere Facetten zusammen. Zum einen sollte Riller sicher Körner für die Offense sparen. Andererseits spricht ein solches Einsetzen sicher auch nicht für überbordende defensive Qualität als auch den Willen des Seniors als Onball-Stopper agieren zu wollen.

* Verständnis für Rotationen allgemein scheint gegeben. Es fehlt aber oft an der Umsetzung. Selbst wenn er engagiert ist, hindern ihn an mancher Stelle seine physischen Limitationen.

– Kein konstanter defensiver Stance. Verliert teilweise offball seinen Gegner oder kämpft sich nicht mit letzter Konsequenz um Screens.

 

Overall

Grant Riller kommt als extrem erfolgreicher Mid-Major-Scoring-Guard mit sexy Game und tollen Zahlen in diese Draft. Zu ihm seinen aktuell zwei Lager zu existieren. Die einen tuen all seine Leistungen mit seinem Alter und seinem College ab und werden ihn in Richtung Jimmer Fredette schieben wollen. Sie beäugen ihn extrem kritisch, weil er ihrer Meinung nach als gestandener schon sehr alter Senior nur gegen Teenager aus einer schlechten Conference dominiert hat. Auf der anderen Seite stehen Beobachter, die Riller mit den Drafterfahrungen der letzten Jahre direkt in eine Reihe mit Steph Curry, Damian Lillard, CJ McCollum und Ja Morant stellen wollen. Ihre Mid Major-Dominanz hat sich gut auf das nächste Level übertragen.

Wie immer, wird die Antwort irgendwo zwischen diesen Extrema liegen. Der Cougars-Senior ist ein ungemein begabter Scorer, der sich auch in der NBA mit Leichtigkeit Punkte erarbeiten können sollte, da er sich mehr auf seine Fähigkeiten rund um Handling, Wurf und Spielwitz als seine körperlichen Voraussetzungen stützt. Allerdings ist die Frage, welchen Impact dieses Paket an Skills haben kann, wenn Riller von einer eher heliozentrischen Spielweise abrücken muss, weil er nicht allerhöchstenPrimary-Anforderungen gerecht wird und eher nur noch als komplementärer, sekundärer Playmaker mit weniger Onball-Aufgaben agiert. Möglich ist dieser Rollenwechsel für ihn, da sein Game breit aufgestellt ist. Zu diesem Zeitpunkt scheint Riller wie gemacht für eine Instant-Offense-Bankrolle. Als schon sehr erfahrerener Spieler könnte er sogar ala Ben Gordon schon sofortigen Impact als Rookie bringen. Seine Selfcreation hilft jedem Team die Zeit zu überbrücken, wenn die Stars eine Pause brauchen. Arbeitet der Senior aber weiter an seinem Wurf und Playmaking könnte er sogar für mehr infrage kommen. Letztlich ist es aber gerade für Leadguards extrem schwierig diesen Schritt zum echten Starter und Crunchtime-Spieler zu nehmen. Ein Reggie Jackson kann bspw. bei Detroit 30 Minuten im Schnitt bei fast 30er Usage abreißen, um sich einen lukrativen Vertrag zu erarbeiten, wird aber für einen Contender wie die Clippers nie eine solche Rolle spielen.

 

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