Draft, Draftprofile 2020

Cole Anthony

North Carolina Tar Heels
Quelle: Youtube

Datenblatt

Name: Cole Anthony

Geburtsdatum: 15.05.2000

Größe: 6’3”

Wingspan: 6’3.5”

Gewicht: 185 lbs.

Team: North Carolina Tar Heels

Position: Playmaker

 

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Kombination aus Handling und Burst

+Vision, Playmaking

– Length

– Defense

 

 

Preseason-Scouting – 26.09.2019

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Anthony ist ein sehr flinker Guard mit grandiosem erstem Schritt.

+ Wirkt sehr selbstbewusst als Playmaker. Scheint gern Verantwortung zu schultern.

+ Spielte in seiner Karriere schon viel Basketball auf höchstem Level. Lief sowohl für das berühmte Oak Hill-HS Programm als auch für die Jugendnationalmannschaft der USA auf und gewann dabei Gold bei den FIBA Americas 2018. Wurde zu diversen HS-All Star-Veranstaltungen eingeladen und wurde der MVP des McD-Games und des Jordan Brand Classic.

* Sohn von CBB- und NBA-Größe Greg Anthony und sollte deswegen wissen, was ein Leben als erfolgreicher Profibasketballer fordert und mit sich bringt.

* Wirkt noch recht dünn (190 lbs.). Sollte deswegen unbedingt noch an Muskeln zulegen. Seine eher schmalen Schultern lassen aber nicht zu viel Platz für Masseaufbau. Scheint aber gute Core-Strength zu haben.

– Ist in Bezug auf seine Sprungkraft oder seinen Top -Speed kein Elite-Athlet vom Kaliber eines Wall/Westbrook/Rose. Bringt kein verlässliches Above-the-Rim-Game mit.

– Verfügt nur über durchschnittliche Länge. 6‘3‘‘ Körpergröße lässt keinen GM mit der Zunge schnalzen, wäre aber bei der richtigen Wingspan zu verschmerzen. Leider wird seine Armspannweite derzeit als nur knapp positiv (6‘3.5‘‘) angegeben.

– Wird zur Draft im kommenden Juni schon 20,1 Jahre als sein und ist damit einer der älteren Freshmen der aktuellen Klasse. Der aus unserer Sicht schärfste #1 Pick-Konkurrent Anthony Edwards ist über ein Jahr jünger als der Tar Heel.

 

OFFENSE:

+ Fühlt sich in der Rolle des primären Ballhandlers sehr wohl und interpretiert diese sehr modern, indem er besonders über sein Scoring Druck auf die Defense ausübt. Ist dabei als klarer Three-Level-Scorer zu bezeichnen.

+ Verfügt über ein starkes Handling, welches ihm erlaubt, sich seine Spots jederzeit aussuchen zu können.

+ Kann seine Gegenspieler mühelos über seine Kombination aus wirkungsvollem Crossover, effektiven Geschwindigkeitswechseln und explosiven ersten Schritt schlagen.

+ Am Korb kann er variantenreich finishen und wirkt sehr beidhändig. Kann sich mit seiner guten Fußarbeit auch via Eurostep durch mehrere Gegner schlängeln.

+ In der Midrange stehen Anthony auch mehrere Waffen zur Verfügung. Er beherrscht sowohl den Pullup als auch mehrere Floater-Typen aus dieser Distanz sicher.

+ Sein Sprungwurf aus der Distanz scheint eine große Stärke zu sein. Seine Release ist etwas langsam, dafür wirkt seine Bewegung insgesamt allerdings sehr kompakt und konstant. Bringt locker NBA-Range mit. Die Freiwurfquote unterstreicht sein Wurf-Gefühl (87,5 FT% beim letzten FIBA-Event).

+ Ist für seine Wurf-Diversität zu loben. Kann sich seinen Abschluss aus dem Dribbling beidseitig selbst vorbereiten, egal ob er den Ball nur ein, zwei oder auch mehrmals aufsetzen kann. Steigt auch gern aus dem PnR hoch, wenn der Verteidiger unter dem Screen durchgeht.

+ Spielte in den bisher gescouteten Spielen zumeist als Onball-Playmaker, konnte aber in einigen Szenen auch schon Wert abseits des Balles generieren. Hatte als stationärer Spotup-Option und Movement-Schütze Erfolg.

+ Besitzt durch sein variantenreiches Spiel ungemeines Potential als PnR-Ballhandler. Stellt in diesen Situationen Verteidigungen mit seiner Kombination aus Handling, Shooting und Geduld regelmäßig vor sehr schwierige Entscheidungen.

* Wird oft für seine Score-First-Mentalität kritisiert. Teilweise wird ihm seine Playmaking-Fähigkeit komplett abgesprochen. Diese Einschätzung teile ich nicht. Anthony verfügt durchaus über eine gute Vision und etwas Passing-Touch. Nur High Level-Reads in die Weakside-Corner konnte er mir (noch) nicht konstant zeigen.

* Sein Spiel könnte recht turnoverlastig sein, weil er nicht alle Zuspiele an den Mitspieler bringt und bei Drives gegen sich auf ihn konzentrierte Defenses öfter mal den Ball verliert. Diese Facette seines Spiels gilt es im Auge zu behalten.

* Ist eher als williger Werfer als aggressiver Driver. Trat deshalb bisher in den gesehenen Spielen der Nationalmannschaft noch nicht als Spieler in Erscheinung, der sich über unermüdlichen Zug zum Korb viele Freiwürfe erarbeitet (2,7 FTA/G). Gerade bei seiner wohl sehr guten Quote von der Linie, sollte er sich in dieser Hinsicht verbessern, um seine Effizienz nach oben zu schrauben. (Vom Kollegen Dennis Janßen kam aber schon der Hinweis, dass CA in der High School ein besserer Driver war. Für Oak Hill und sein EYBL-Team lassen sich 305 FTA in 47 Spielen verzeichnen.)

– Anthony zeigte vor allem für Team USA einige starke Hangtime-Finishes. Er kann also auf dem Weg zum Korb Kontakt durchaus wegstecken. Ebenso offenbarte er aber teilweise Probleme beim Abschließen gegen Länge und wirkte nicht immer wie ein sicherer Finisher am Ring. Seine kurze Wingspan gibt ihm oft nur kleine Abschlussfenster. Sorgt dies auf CBB-Level tatsächlich für Probleme, drückt dies die Effizienz seines Spiels gehörig.

– Brachte bisher keinen Wert als Cutter/Slasher-Type, der über diese Play-Typen einfache Punkte generiert.

 

DEFENSE:

+ Hat grundsätzlich Interesse an defensiver Arbeit und versteht Systeme sowie Rotationen.

* Konnte durch gutes Positioning teilweise Steals/gegnerische Turnover forcieren. Allerdings ist er weit davon entfernt als defensiver Playmaker betitelt werden zu können.

* Schafft es durch seine solide Agilität und starke Fußarbeit oft vor dem eigenen Gegenspieler zu bleiben. Seine Wirkung auf Würfe ist dennoch begrenzt. Gegen robuste Driver prallt er teilweise ab. Seine Contests sind wegen fehlender Länge nicht sonderlich effektiv.

– Sein defensives Ceiling ist ziemlich niedrig. Selbst wenn er sich am College als ambitionierter Verteidiger herausstellen sollte, wird er in der NBA wegen fehlender Länge sowie seinem dünnen Frame zu jeder Zeit viel Angriffsfläche bieten und wohl zu jeder Zeit mit einem größeren, verteidigungsstarken Flügel als Backcourtpartner auf dem Parkett stehen müssen. Dies beschneidet potentiell die Lineup-Flexibilität seiner Teams.

 

Overall

In einem Jahrgang ohne klares Ausnahmetalent geht Cole Anthony als Playmaker mit grandiosem Pullup-Wurf, guter Vision und viel PnR-Gefühl als aussichtsreicher Kandidat für den #1-Spot in die CBB-Saison. In seinem Recruiting schob er seine Entscheidung sehr lang hinaus, um sich die Rosterbewegungen seiner Zieldestinationen genau anzusehen. Seine Wahl North Carolina hat er dann sehr bewusst getroffen. Das System von Roy Williams, mit einem eher schnellen und sehr freien Spielstil, hat in der Vergangenheit schon einige Playmaker von geringerem Kaliber brillieren lassen (Felton, Marshall, Lawson, Paige). Es ist zu erwarten, dass er schnell die Schlüssel zur Offense in die Hände bekommt und die Tar Heels direkt als erste Option anführt. Dabei sollte er diese Verantwortung noch besser nutzen können als Coby White in der abgelaufenen Saison. Anthony wirkt viel talentierter und weiter als der Bulls-Rookie zum gleichen Zeitpunkt. Es wird aber davon abhängen, wie effizient und klug sich CA als Decisionmaker präsentiert und wie viele unserer an sein Game gestellten Fragen er in seiner College-Spielzeit beantworten wird, ob er wirklich kommenden Juni als erstes Drafttalent seinen Namen hört.

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