Golden State Warriors

Die Offseason der Warriors

Nicht einmal zwei Wochen ist es her, da standen die Golden State Warriors noch in den NBA-Finals gegen die Toronto Raptors und hatten die Chance auf einen Threepeat. Nach den schlimmen Verletzungen von Kevin Durant (Achillessehnenriss in Game 5) und Klay Thompson (Kreuzbandriss in Game 6) konnten die Kalifornier das Kunststück nicht vollenden und müssen sich mit drei Titeln in fünf Jahren zufrieden geben. Doch was bedeuten die Verletzungen der beiden Stars für die Warriors? Ist die Dynastie nach fünf Finals in Folge beendet? Was passiert in der Offseason und wie sieht die mittelfristige Zukunft des vielleicht besten Teams aller Zeiten aus?

Nach der, am Ende verletzungsbedingt dramatischen, Niederlage sahen sich einige Experten und Fans dazu verleitet, die Dynastie für beendet zu erklären. Vor allem die aktuelle Offseason und die Entscheidungen des Front Offices werden hier sicher folgenschwer sein. Doch welche Optionen hat das Front Office der Warriors um Bob Myers überhaupt? Um diese Frage zu klären, müssen wir uns zuerst einmal die Free-Agent-Situation der Kalifornier anschauen.

Klay Thompson

UFA

$28.483.088

Kevin Durant

PO

$31.500.000

Kevon Looney

UFA

$1.618.486

DeMarcus Cousins

UFA

$6,404,400         

Jordan Bell

RFA

$1.618.486

Quinn Cook

RFA

$1,931,189

Andrew Bogut

UFA

$1.618.486

Jonas Jerebko

UFA

$1.618.486

Die Free Agents der Golden State Warriors 

Wie sich schon anhand der Tabelle erkennen lässt ist ein Großteil der Warriors Rotation auf dem Markt und müsste von den Kaliforniern verlängert werden. Das Ganze ist allerdings nicht so einfach, da man sich seit der Verpflichtung von Kevin Durant in der Luxussteuer befindet und nur begrenzten Raum für Spieler und Verträge hat. Dies erklärt auch die Knappheit des Shooting der Warriors in den letzten drei Saisons, die wir hier auf Go-to-Guys immer wieder angesprochen haben.
Die zwei Stars Kevin Durant und Klay Thompson könnte man mit Maximalverträgen verlängern, Golden State kann hier die höchsten Gehälter und noch wichtiger, die maximale Laufzeit von fünf Jahren anbieten. Beide Spieler über fünf Jahre zu halten würde die Warriors $221 Millionen, respektive $190 Millionen Dollar kosten, sowie Luxussteuerzahlungen in noch nicht vorhersehbarer Höhe. Die beiden Superstars freiwillig gehen zu lassen, scheint aktuell allerdings keine Option zu sein. Man kann davon ausgehen, dass das Front Office keine Kosten und Mühen scheuen wird, um den Championship-Kern, trotz der zwei schweren Verletzungen, zusammen zu halten. Kevin Durant hat wie erwartet seine Playeroption nicht gezogen, er ist somit ein Unrestricted Free Agent und wird wohl trotz der Verletzung einen Max-Vertrag unterzeichnen. Sein Status als Superstar und Top-5 Spieler der Liga erlaubt ihm einige Freiheiten, so wurden von diversen Cap-Experten schon ein  1+1 oder ein 2+1 Max als Möglichkeit neben dem 5-Jahres Max genannt. Diese würde Kevin Durant die Möglichkeit geben schneller wieder als Free Agent seinen Verein wählen zu können, gleichzeitig hätten die Warriors eine größere Flexibilität, sollte Durant nach seiner Verletzung nicht mehr ganz der alte sein. Der 1+1 birgt für die Warriors allerdings keine positiven Aspekte, würde die Luxussteuer enorm ansteigen lassen und trotzdem könnte Durant nach einer Saison, ohne ein Spiel bestritten zu haben, einfach gehen. Aktuell scheint niemand genau zu wissen, wohin bei Kevin Durant die Tendenz geht, von einem Supermax über fünf Jahre, bis zu einem Abgang scheint immer noch alles möglich zu sein.

Im Gegnsatz zu Kevin Durant deuten beim Splash Brother Klay Thompson alle Zeichen auf Verbleib, er ist dem Team laut Medienberichten enorm verbunden und wenn man den Berichten Glauben schenkt, wäre alles andere als ein Verbleib zum 5-Jahres Max eine große Überraschung. Thompson könnte den ersten Prognosen nach auch schon wieder um den All-Star Break herum ins Spielgeschehen eingreifen, für ihn wäre das erste Jahr des neuen Vertrags zumindest kein Geschenk.

Die Restricted Free Agents – Luxussteuer vs Rotationfiller

Die Situation der Restricted Free Agents sieht relativ einfach aus, die Warriors könnten mit jedem Angebot gleichziehen und sowohl Jordan Bell, als auch Quinn Cook haben sich nicht besonders in den Vordergrund spielen können, sollten somit auch keine horrenden Offer-Sheets bekommen. Bell konnte sich trotz der Verletzungsprobleme der Golden State Big Men keine Rolle in der Rotation Steve Kerrs erkämpfen und kam auch in den Playoffs nicht über Kurzeinsätze hinaus. Bei Quinn Cook sah das Ganze ähnlich aus. Zwar hatte der Guard einen klareren Platz in der Rotation Kerrs, aber auch er konnte sich hier nicht für größere Aufgaben, wie die eines 6th man, empfehlen. Jedoch braucht es nur ein Team, dass sich dazu berufen fühlt einem der beiden ein hohes Angebot zu unterbreiten, entweder da man an den Spieler glaubt oder um den Warriors in die Suppe zu spucken, und schon wäre Golden State im Zugzwang. Luxussteuerzahlungen auf der einen Seite und die Notwendigkeit die Rotation zu füllen auf der anderen Seite könnten hier die bestimmenden Themen werden.

Big Men Free Agents

Des Weiteren haben die Warriors vier Big Men die Unrestricted Free Agents sind, Jonas Jerebko, Andrew Bogut, Kevon Looney und Ex-All-Star DeMarcus Cousins, von denen man mindestens zwei halten möchte. Problem dabei, DeMarcus Cousins können die Warriors nur 120% seines letztjährigen Gehalts zahlen ($6.4 Mio) und Kevon Looney hat sich in den Playoffs durchaus für eine größere Rolle bewiesen und könnte von den Warriors nicht zu halten sein. Vor allem bei Looney gehen die Berichte was ein Interesse von anderen Teams angeht enorm auseinander, es gilt abzuwarten und an Stelle des Front Offices wohl zu hoffen, dass Looney bei den meisten Teams nicht allzu weit oben auf ihren Listen steht. Nach einer wohl eher enttäuschenden Saison könnte DeMarcus Cousins den Warriors nächste Saison gut tun, ohne Klay Thompson und Kevin Durant wird es der Offensive ansonsten an reliablem Scoring fehlen. In genau diese Lücke könnte Cousins stoßen, High-Volume Scoring hat er in Sacramento und New Orleans schon gezeigt und an diese Leistungen sollte er nach einer gesunden Offseason wohl anknüpfen können. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich ein Team findet, dass dem ehemaligen All-Star ein finanziell deutlich besseres Angebot unterbreiten wird. Sollte dies nicht passieren oder Cousins kein Interesse haben zu gehen, wäre man in Golden State sicher erleichtert, da man kaum Alternativen hat. Die oben noch angesprochenen Jerebko und Bogut sind allem Anschein nach keine ernstzunehmenden Optionen, bei Bogut ist eine Rückkehr nach Australien schon gesichert.

Sollte Cousins gehen hätten die Warriors nur noch die taxpayer mid-level exception ($5.7 Mio) und Minimalverträge, mit denen man ein kompetentes Team zusammenstellen möchte. Das sollte selbst für das Front Office der Kalifornier kaum möglich sein. In der nächsten Saison wird man wohl nicht zu den Favoriten in der Western Conference gehören. Selbst wenn man den Kern des Teams zusammenhalten kann, ohne Durant und Thompson fehlt dem Team zu viel Qualität, um wirklich um die Championship mitspielen zu können. Dies stellt keine Situation dar, die Veteranen anlockt, hier sollten andere Teams bessere Karten haben.

Schlaflose Nächte und Pausieren der Dynastie

Dass die Warriors nächste Saison tanken, ein Szenario, das auf Twitter kurzzeitig kursierte, kann man wohl ausschließen. Zum einen ist der Kader doch etwas zu gut dafür, zum anderen will man das den verbliebenen Stars Stephen Curry und Draymond Green sicher nicht zumuten. Man darf gespannt sein, wie Golden State seinen Kader füllen kann, ob Kevin Durant bleibt und wie stark sich das Front Office durch die Luxussteuer und den Besitzer eingeschränkt sieht. Auch die Beantwortung der Dynastie-Frage wird man wohl verschieben müssen, der Kader der Warriors kann nächste Saison so viele verschiedene Formen annehmen, dass man hier keine seriöse Prognose treffen kann. Sollten Klay Thompson und Kevin Durant zurückkommen und langfristige Verträge unterschreiben, ist davon auszugehen, dass die Dynastie vielleicht auch einfach ein Jahr lang pausiert und 2020/2021 schon wieder weitergeht. Die Offseason wird für das Warriors Front Office sicher einige schlaflose Nächte bereithalten und auch den Fans sollte nicht allzu schnell langweilig werden.

 

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