Draft, Draftprofile 2019

Ja Morant

Murray State Racers

Datenblatt

Name: Temetrius Ja Morant

Geburtsdatum: 10.08.1999

Größe: 6’3”

Gewicht: 170 lbs.

Spannweite: ??

Position: Playmaker

Team: Murray State Racers

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Passing, Vision, PnR-Playmaking

+ Speed, Explosivität

+ Downhill-Driving

– Defense

– Turnoveranfälligkeit

 

Basisnotizen – 12.06.2019

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Seine Geschwindigkeit, Explosivität und Sprungkraft sollten auch auf NBA-Level Attribute sein, die ihn zu einem der besten Athleten auf der Playmaker-Position machen.

+ Hat sich innerhalb seiner College-Karriere enorm entwickelt und Wert in unterschiedlichen Rollen gezeigt. Als Freshman agierte er in einer kleineren Rolle neben einem Senior-Guard (122,6 ORtg, 20,4 USG%), während er als Senior zum alleinigen Zentralgestirn der Racers-Offense wurde (119,3 ORtg, 33,3 USG%). Beide Jobs erledigte Morant mit herausragender Effizienz.

+ Ist für einen Sophomore sehr jung. Wird erst im August 20 Jahre alt und ist damit bspw. nur fünf Monate älter als Draftkollege Garland.

* Spielte in seinem AAU-Team an der Seite von Zion Williamson. Sein Vater war HS-Teammate von Ray Allen.

* War aus der HS heraus kein gerankter Recruit. Erhielt angeblich nur das eine Stipendien-Angebot von Murray State. Spielt ggf. deswegen mit einem hohen Motor. Hat das Gefühl sich ständig beweisen zu müssen.

* Spielte in der Ohio Valley Conference. Nach CBB-Reference rangierte diese Liga an #18 von 32 NCAA-Conferences. Morant lief deshalb nur in wenigen Partien gegen Basketballer mit vergleichbarer Athletik und ähnlichem Skilllevel auf. Alle von ihm gelieferten Zahlen sind deshalb mit Vorsicht zu genießen.

* Verfügt rein vom Schauen der Spiele über eine ausreichende bis gute Länge. Wurde beim Combine nicht vermessen. Deshalb kann keine ausufernde Wingspan zu seiner soliden Größe von 6‘3‘‘ bestätigt werden.

– Ist mit seinen 175 Pfund Körpergewicht ein sehr leichter Guard. Könnte noch etwas mehr Muskelmasse aufbauen, um auf dem Weg zum Korb noch mehr Balance zu bekommen. Ggf. hilft mehr Core Strength sogar seinem Wurf.

 

OFFENSE

+ Ist der wohl beste Passer dieser Draftklasse. Er scheint jedes Zuspiel des Lehrbuchs zu beherrschen. Egal ob einfacher Post-Entry oder komplizierter PnR-Read, der zum Crosscourt-Pass zum Weakside-Schützen führt – Morant sieht durch seine gute Vision alles und kann jede nötige Abspiel-Variante anbringen. Seine 51,8 AST% sind ein historisch guter Wert. Nur Kris Dunn, Jason Brickman und er haben über 50 AST% über eine gesamte Saison mit ernstzunehmenden Minuten aufgelegt.

+ Was ihn dabei von herkömmlichen, guten Passern unterscheidet: Der Racer besitzt außerordentliches Timing und kann nicht nur freie Mitspieler finden, sondern seine Teamkollegen sogar offenpassen. Er wirkt sehr akkurat. Bigmen serviert er leicht verwertbare Bälle, während er bei Schützen auch zumeist deren Shooting-Pockets gut trifft. (Seine eher mäßigen Mitspieler bei Murray State wussten teilweise herausragende Vorarbeit nicht immer zu nutzen.)

+ Der Sophomore ist auffallend beidhändig. Zum einen kann er so mit seiner linken Hand Passfenster nutzen, die weniger flexible Spieler nicht haben. Zum anderen profitiert Morant auch als Driver und Finisher von seiner stark ausgebildeten Offhand.

+ Sein Handling ist in der Kombination mit vielen schon gut ausgebildeten Moves und seiner Explosivität im ersten Schritt auch für das NBA-Level schon überdurchschnittlich. Morant kam auf CBB-Level an jedem Verteidiger vorbei und generell auf dem Court zu der Stelle, zu der er wollte.

+ Verfügt über einen beeindruckend aggressiven Spielstil. Durch seinen Speed und seine Mentalität stets auf das Gaspedal zu drücken, ist er ein hervorragender Spieler in Transition. Attackiert auch gern mal erfolgreich das offensive Glas. Lieferte durch fehlende Angst auf dem Weg zum Korb einige Highlight-Dunks. Dazu zieht er als unnachgiebiger Driver auch viele Freiwürfe (51,2 FTr).

+ Sehr guter PnR-Ballhandler, der gern Defender splittet, aber auch ohne dieses Gimmick eine gute Balance zwischen Driving und Passing findet. Findet fast immer die richtigen Reads.

+ Beweist in verschiedenen Play-Varianten auch einen guten Wert als Cutter. Läuft sich abseits des Balles gut frei und kann als Slasher finishen.

* Angesichts des Volumens ist seine Quote am Ring sicherlich nicht als Schwäche zu bezeichnen (61,0 FG%@Rim). Immerhin nahm Morant über die Hälfte seiner vielen Würfe in Korbnähe. Allerdings sollte er für die NBA noch etwas an seinem Finishing arbeiten.

* Hinter seinem Wurf stehen einige Fragezeichen. Seine Quoten bescheinigen ihm wenigstens solides Spacing-Potential für die NBA (1,7 3PMpG, 36,3 3P%, 81,3 FT%). Allerdings wirkt seine Wurfbewegung nicht sauber. Er hat eher einen Push-Shot. Der Release ist verhältnismäßig tief. Besonders in der Vorwärtsbewegung (z.B. nach schnellem Abstoppen aus dem Drive heraus) wirkt er nicht sicher. Besser trifft er seine Sidestep- oder Stepback-Würfe. Aber auch diese bringt er nicht auf allerhöchstem Niveau an.

* Überzeugte in der NCAA als Isolation-Scorer. In der NBA könnte er mit seinen schwächeren Quoten beim Inbetween-Game und dem eher wackligen Pullup an Grenzen stoßen. Diese Facette seines Spiels sollte er erst einmal zurückfahren.

– Sollte sich mehr Optionen in der Mitteldistanz aneignen, um ein Three-Level-Scorer sein zu können. Scheint bisher nur einen Gang auf dem Weg zum Korb zu besitzen, wenn er nicht von außen wirft. Besitzt nicht die elitäre Abstopp-Fähigkeit, die bspw. einen James Harden besonders macht. Generell ist eine solche Wurfverteilung gut, in der NBA wird er aber gezwungen werden, auch von Zeit zu Zeit ein effektives Inbetween-Game aufzuziehen. Mit diesem fühlte sich Morant auf CBB-Level noch nicht sonderlich wohl (39,1 2PJ%).

– War bisher ein unterdurchschnittlicher Spotup-Schütze, auch wenn er besonders in seiner Sophomore-Saison nur wenige solcher Versuche nahm. Hat Probleme seine Füße sauber zu setzen und seine Wurfbewegung durchzuziehen.

– Auch wenn viele seiner Ballverluste nicht unbedingt seine Schuld waren bzw. mit besseren Mitspielern nicht passiert wären, muss Morants Turnoveranfälligkeit angeführt werden (20,5 TOV%). Der Racer konnte bzw. musste für Murray State viele offensive Aktionen forcieren. Dabei versuchte er sich teilweise an aussichtslosen Moves und chancenlosen Pässen. Diese Freiheiten wird er in der NBA nicht mehr genießen können. Eine Umstellung in Sachen Herangehensweise an das Spiel wird nötig.

 

DEFENSE

+ Hat durch seine NBA-Athletik oft die Möglichkeit Plays zu beeinflussen. Zeigte bspw. über das Jahr einige Highlight-Chasedown-Blocks, die nur Spieler mit auch für das kommende Level starker Athletik anbringen können.

* Verursacht verhältnismäßig viele positive, defensive Events dafür, dass er offensiv so viel Verantwortung trägt (2,7 STL%, 2,3 BLK%). Diese Marker sind aber mehr als ein Ausdruck von guter Athletik und defensivem Verständnis als wirklich starker Verteidigungsarbeit zu sehen.

– Fehlende Masse ist besonders auf dieser Seite des Courts ein größeres Problem. Morant hat schwereren Guards kaum etwas entgegenzusetzen und kann in vielen Situationen einfach überpowert werden.

– Machte als Offball-Verteidiger immer wieder Fehler durch verpasste Rotationen oder Ballwatching.

– Wirkte nicht immer motiviert bzw. nahm sich auf dieser Seite des Feldes seine Auszeiten.

 

Overall

Ja Morant wäre in einer Klasse ohne Zion Williamson ziemlich klar der spektakulärste Spieler des Jahrgangs. Einem Playmaker mit so viel Spielwitz und Passing-Skills, außerordentlichen Dribble-Moves und tödlichem Speed zuzusehen, bereitet ungemein viel Spaß. Für den jungen Sophomore wird es spannend, welche dieser Fähigkeiten sich auch auf die NBA übertragen lassen. Dass der Racer auch auf dem kommenden Level zu den schnellsten Playmakern (auch mit Ball) gehören wird, scheint außer Frage zu stehen. Er gehört hier in eine Liga mit DeAaron Fox. Genauso verhält es sich mit seiner Vision und seinem Passing sowie dem allgemeinen Gefühl für das Spiel. Auf dieser Ebene reicht sein Spiel recht nahe an Trae Young heran. Andersrum ist auch recht klar, dass aus dem schon unterdurchschnittlichen College-Verteidiger bei den Profis kein starker Verteidiger mehr heranwachsen wird. Dennoch ist ihm mit diesen Sicherheiten schon ein solider Floor vorherzusagen. Aber wie immer in der Draft-Projektion sind die unsicheren Fähigkeiten, die das Salz in der Suppe sind und über das Ceiling des Talents bestimmen. Um mehr als ein solider Starter sein zu können, wird Morant Offense für sich selbst auf hohem Niveau kreieren können müssen. Tools dafür sind mit seinem Shake, seinen aggressiven Drives und dem Wurffundament in jedem Fall da. Er muss diese Puzzleteile allerdings auf die richtige Art und Weise bei körperlicher Weiterentwicklung zusammensetzen, um in die elitäre Riege der All Star-Playmaker vorstoßen zu können. Wir haben ein paar Bedenken zu seinem Wurf, die uns nicht ganz an dieses nächste Tier glauben lassen, auch wenn gerade der potentielle Fit mit den Grizzlies gut erscheint, weil er dort an eine Rolle als primärer Initiator recht langsam herangeführt werden könnte.

 

Synergy-Stats

 

 

 

 

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