Draft, Draftprofile 2019

Nassir Little

North Carolina Tar Heels

Datenblatt

Name: Nassir Little

Geburtsdatum: 11.02.2000

Größe: 6’7”

Gewicht: 220 lbs

Spannweite: 7’1”

Position: Wing

Team: North Carolina Tar Heels

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Overall | Spielervergleich | Videos | Statssektion | Trivia

Stärken

Schwächen

+ Defense

+ Athletik

+ Finishing

– Distanzwurf

– Basketball-IQ

 

Stärken

Körperliche Voraussetzungen/ Athletik

+ Hervorragende physische Voraussetzungen: Gute Größe, Statur, und Wingspan.

+ Gute Hände: Kontrolliert Lob-Anspiele oder undankbare Pässe sicher und verwertet sie um und über dem Ring hochprozentig.

+ Schneller erster Schritt. Zieht mit Leichtigkeit an Gegenspielern vorbei, die sich nicht in einer sicheren Defensive-Stance etablieren.

+ Explosiver Absprung aus dem Stand und aus der Bewegung, sowohl von einem als auch beiden Bein.

+ Schneller zweiter Sprung.

+ (Für College-Verhältnisse) elitäre Körperkontrolle bei Drives.

Intangibles

+ Little scheint seine, für ein Top-Prospect, vergleichsweise marginalen Rolle (18,2 MpG) in einem erfolgreichen Team zu akzeptieren. Bisher gab es keinerlei öffentliche Kritik seinerseits.

+ Sowohl beim Jordan Brand Classic als auch beim McDonald’s All American Game zeigte Little für Allstar-Games ungewöhnlich aggressive Defense und hohen Einsatz. Vorbildliche Einstellung und Arbeitseinstellung.

Offense

+ Guter Finisher in Traffic. Absorbiert auch starken Kontakt und behält die Balance um akrobatisch abzuschließen.

+ Kann auch mit der linken Hand abschließen, wenn erforderlich.

+ Seine Athletik verbunden mit gutem Timing beim Crashen des offensiven Bretts machen Little zu einem guten offensiven Rebounder (9,2 OREB%). Generiert Second-Chance-Points, meist in Form von Putbacks.

+ Solider Freiwerfer (77%). Wurfbewegung sieht relativ sauber aus.

+ Enorm gefährlich im Fastbreak. Pusht den Ball als Ballhandler selbst oder gibt den Trailer, um im richtigen Moment im Rücken der Defender einzulaufen und ein Lob-Anspiel zu verwandeln.

Defense

+ Bringt aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen hervorragende Variabilität/Switchability mit. Ist kräftig genug, um auch in der NBA potentiell bis zu vier Positionen verteidigen zu können.

+ Gute Onball-Defense, Potential zum Lockdown-Defender.

+ Setzt den ballführenden Gegenspieler unter Druck ohne auf Steals zu spekulieren.

+ Im (seltenen) Fall, dass Little am Perimeter geschlagen wird, hilft ihm seine Geschwindigkeit den Wurf am Ring dennoch zu contesten.

Neutral

* Wirkt oft gehemmt, teilweise läuft das Spiel an ihm vorbei. Umgekehrt erzwingt Little aber auch selten Würfe oder bringt sich in ausweglose Situationen. Allgemein sehr uneigennützig.

* Zeigt bei seinen beschränkten Gelegenheiten vielversprechende Ansätze im Post, beweist gute Fußarbeit und besitzt einfache, aber effektive Moves/Counter-Moves. Verlässt sich dabei teilweise noch auf seine physische/athletische Überlegenheit, die gegen NBA-Spieler so nicht gegeben sein wird.

* Tritt für die Tar Heels im Halfcourt praktisch nicht als Playmaker in Erscheinung. Ballkontakte am Perimeter beschränken sich (neben Abschlüssen) auf rudimentäre Pässe oder Handoffs.

* Hat bisher nicht gezeigt, dass er im Halbfeld Würfe für Mitspieler kreieren kann. Bekommt aufgrund seiner Rollenbeschreibung aber auch selten die Möglichkeit dazu. In Fastbreaks beweist Little ein gutes Auge für mitlaufende Mitspieler und ein Gespür für den richtigen Moment für den Pass.

Schwächen

Offense

– Schwache Dreier-Quoten (26.9%). Gegenspieler lassen Little regelmäßig ohne negative Konsequenzen offen am Perimeter stehen.

– Offball bisweilen inaktiv. Wenn auf der Weakside als nomineller Floorspacer positioniert, bleibt Little trotz nicht vorhandener Gravity häufig statisch und verharrt in dieser Position. Allgemein unentschlossener Cutter.

– Muss sein Ballhandling verbessern. Dribbelt hoch und zu weit weg vom Körper. Ein Grund für seine Turnoveranfälligkeit (13.0 TOV%).

– Beweist hin und wieder fragwürdiges Decisionmaking, nimmt zu oft Midrange-Würfe statt zum Korb durchzuziehen.

Defense

– Neigt zu Ballwatching. Verliert regelmäßig seinen cuttenden Gegenspieler oder reagiert zu spät auf den Cut.

Overall

Nassir Little ist im Vergleich zu den anderen Top-Prospects ein relativer Spätstarter: Erst im Alter von 12 Jahren begann er mit organisierten Basketball, auch seine Highschool-Karriere verlief eher unspektakulär. Obwohl er daher zunächst außerhalb der Top-Ten seines Highschool-Jahrgangs und als Four-Star-Prospect gerankt wurde, kam Nassir Little letztendlich als Nr.3-Recruit und potentieller Sleeper für den Nr.1-Pick im NBA-Draft 2019 nach Chapel Hill, North Carolina. Zu verdanken hatte er dies starken Auftritten bei den Highschool-Allstar-Spielen in seinem HS-Senior-Jahr. So wurde er u.a. beim McDonald’s All-American Game und dem Jordan Brand Classic jeweils zum MVP gekürt. Littles erste und einzige Saison am College verlief allerdings durchwachsen. Hinter den Seniors und ACC-Allstars Luke Maye und Cameron Johnson kam er von der Bank und legte in marginaler Rolle unauffällige Stats auf (9,8 PpG, 4,6 RBs, 0,6 AST in 18.2 MpG).

Dass Little dennoch weiterhin als Lottery-Pick gehandelt wird, hat er vor allem seiner Athletik zu verdanken, die er auch am College immer wieder aufblitzen lies. Um sich langfristig in der NBA zu etablieren, ist es jedoch für Little unerlässlich, sich auf anderen Gebieten zu verbessern und damit seine athletischen Fähigkeiten zu komplementieren. Beispielswiese ist er dank seiner Antrittsschnelligkeit und Körperkontrolle bereits jetzt eine Waffe in Transition und als Straight-Line-Driver. Mit verbessertem Ballhandling/Dribbling hat er das Potential, sich zu einem gefährlichen Slasher auch gegen etablierte Verteidiger im Halbfeld zu entwickeln. Auch eine Verbesserung seines Wurfes von jenseits des Perimeters wäre enorm hilfreich, um das Absinken von Verteidigern zur Verhinderung von Drives zu bestrafen.

Defensiv kommt er dagegen – auch hier nicht zuletzt aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen – bereits NBA-ready daher. Seine Tendenz zum Ballwatching sollte unter dem richtigen Coach leicht abzustellen sein.

Größtes Fragezeichen bleibt sein allgemeines Gefühl für das Spiel an sich. Zum jetzigen Stand gibt es keinen Grund anzunehmen, dass Little in der NBA auch nur als Secondary-Playmaker dienen könnte. Bei den seltenen Gelegenheiten, in denen er bei den Tar Heels im Halbfeld als Playmaker eingesetzt wurde, konnte er nicht überzeugen. Auch Off-Ball agierte er oft zögerlich oder einfach zu langsam. Cuts und Screens blieben so oft wirkungslos.

Basierend auf seinen am College gezeigten Skills, gibt es wenig Grund anzunehmen, dass Nassir Little in der NBA mehr sein kann als ein High-End-Rollenspieler: Seine Defizite in den Bereichen Basketball-IQ und Shot-Creation-Ability (sowohl für sich als auch Mitspieler) disqualifizieren ihn für eine Rolle als Erste oder Zweite Option eines NBA-Teams. Dennoch sollte er sich, wenn er seinen Wurf verbessert, als variabler und switchable 3&D-Rollenspieler in der NBA etablieren können. Dabei geben seine solide Freiwurfquote und seine saubere Wurfbewegung Anlass zur Hoffnung.

Spielervergleich

Vergleiche mit Kawhi Leonard, die zu Beginn der CBB-Saison häufig gezogen worden, sind nach der wenig überzeugenden Saison Littles in diesem Stadium fehl am Platz. Im schlechtesten Fall, wenn er es nicht schafft seine Athletik mit weiteren Fähigkeiten zu komplementieren, ist eine Entwicklung a la Derrick Jones Jr. denkbar. Auch Stanley Johnson kann als mahnendes Beispiel dafür gelten, dass Athletik und Defense alleine nicht ausreichen, um in der NBA zu überzeugen. Umgekehrt zeigt Harrison Barnes, dass man nicht zwangsläufig über überdurchschnittliche Playmaking-Fähigkeiten verfügen muss, um in der richtigen Rolle wertvoll für sein Team zu sein.

Synergy-Stats

Videos

Playlist

Trivia

MVP des McDonalds-All-American-Games und des Jordan-Brand-Classic.

 

 

 

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