Draft, Draft, Draftprofile 2019

Matisse Thybulle

Washington Huskies

Datenblatt

Name: Matisse Thybulle

Geburtsdatum: 04.03.1997

Größe: 6’5”

Gewicht: 200 lbs.

Spannweite: 7’0”

Position: Wing

Team: Washington Huskies

Überblick

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Stärken

Schwächen

+ Defense

+ Athletik/Länge

+ Roleplayer-Offense

– Konstanz des Sprungwurfs

– Self-Creation

 

Basisnotizen – 17.05.2019

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Der Huskie scheint mit seiner Länge wie gemacht für den NBA-Flügel. 6‘6‘‘ Körpergröße gepaart mit 200 Pfund Gewicht wirken erst einmal nicht furchteinflößend, seine 7‘0‘‘ Wingspan hilft ihm aber in vielerlei Hinsicht.

+ Thybulle bringt jede Menge „Quick Twitch“-Athletik mit. Sein erster Schritt ist schnell. Er ist auf kurzen Strecken enorm flink und agil. Ihm fällt es wegen seiner leichten Statur und seiner Muskelstruktur leicht, ein Spieler mit einem guten zweiten Sprung zu sein.

* Bringt auch in Sachen Speed, Explosivität und Sprungkraft Voraussetzungen mit, die ihn zu einem leicht überdurchschnittlichen NBA-Athleten machen sollten, präsentierte diese Fähigkeiten aber nicht häufig.

* Kommt zwar als Senior in die Draft, aber ist für einen Vierjahres-Spieler verhältnismäßig jung. Ist erst im März 22 Jahre alt geworden. Zum Vergleich: Tar Heel-Senior Cameron Johnson ist ziemlich genau 12 Monate älter.

* Kam erst recht spät zum Basketball. Wuchs in Australien mit Schwimmen auf. Eine Anekdote besagt, dass er in der achten Klasse koordinativ nicht in der Lage war Layups zu treffen.

– Auch wenn ihm sein Leichtbau-Frame an mancher Stelle hilft, müsste Thybulle für die NBA in jedem Fall noch etwas Gewicht zulegen, um sich auf das physischere Spiel einzustellen.

 

OFFENSE:

+ Solider Slasher, der hochprozentig am Korb abschließt (76,2 FG%@Rim). Besonders in Downhill-Driving-Situationen gefährlich. Kann auch über Ring-Niveau abschließen.

+ Sein erster Schritt ist unterbewertet schnell. So kann er seine Gegenspieler auch aus der Isolation schlagen und sich Trips in die Zone selbst erarbeiten.

+ Sehr uneigennütziger und passfreudiger Spieler. Sieht als stationärer Spieler Crosscourt-Optionen sehr gut und bewegt den Ball gern. Kann bspw. als Closeout-Attacker auch ein sehr effizienter Kickout-Spieler sein (13,5 AST%).

+ Hat kein Problem damit, auch Rollenspieler-Aufgaben wie einfache Offball-Bewegungen und Screening zu übernehmen. Bleibt immer im Flow der Offense und erzwingt keine Ausstiege. Scheint zu wissen, was er kann und beschränkt sich auf diese Fähigkeiten (108 ORtg, 17,2 USG%).

* Sein Handling ist gut genug, um als Straightline-Driver zum Korb zu kommen und in wenigen Situationen auch das PnR erfolgreich zu laufen. Allerdings fehlen ihm fortgeschrittene Dribble-Moves um in der NBA Verantwortung mit dem Ball in der Hand zu übernehmen.

* Der Wurf des Huskies kann aktuell nicht zu seinen Stärken gezählt werden (30,5 3P%). Allerdings besteht Grund zur Hoffnung: Seine Sprungwurf-Bewegung sieht nicht kaputt aus, sein Release ist recht schnell. Zusätzlich trifft er seine Freiwürfe (85 FT%) und zeigte immerhin den Willen zum Distanzwurf (8,0 3PA/100Poss, 55,9 3Pr).

– Besitzt kein Inbetween-Game. Wird er zu einem Abschluss in der Mitteldistanz gezwungen, ist Thybulle zumeist verloren. Aus dieser Entfernung fehlen ihm die Moves und das Wurfhändchen (14,4 FG%2PJ).

– Für seine athletischen Voraussetzungen ist er ein eher unterdurchschnittlicher Transition-Spieler. Zieht zusätzlich nur wenige Freiwürfe (24,8 FTr). Spricht für eine Mischung aus fehlender Aggressivität und Self-Creation.

– Es ist sehr kritisch zu beäugen, dass ein College-Senior nur 9,1 PpG auflegt. Selbst NBA-Defensivspezialisten waren zumindest solide Scorer auf NCAA-Level.

 

DEFENSE:

+ Seine Länge ist besonders am defensiven Ende des Courts zu spüren. Seine Wingspan wird wahrscheinlich wegen seiner eher schmalen Statur von vielen Angreifern unterschätzt.

+ Hat ein sehr gutes Gespür für den Ball und geschickte Hände. Sorgt so immer wieder für Deflections oder direkte Steals (6,7 STL%).

+ Verfügt über eine starke Technik und gute Instinkte. Bewegt sich im Stance enorm agil, hat gutes Timing beim unter Druck setzen von Gegnern und ist ein guter Closeout-Spieler, der manchmal verblüffend lange Wege rotiert, um Schützen noch zu stören.

+ War ein gefürchteter Shotblocker in der Midrange. Hat entweder als Helper oder aber auch den eigenen Mann so manches Mal von hinten Pass- oder Wurfversuche verhindert (8,7 BLK%).

+ Tat sich als sehr aktiver und kommunikativer Verteidiger hervor, der das Herzstück einer Top 20-Defense im CBB bildete. Nachdem er zweimal in Folge DPotY in der PAC12 wurde, erhielt Thybulle 2018/19 auch den nationalen Award „Naismith Defensive Player of the Year“.

* Thybulle spielte die vergangenen beiden Jahre mehr oder minder nur Zonenverteidigung. Seine exzellenten Leistungen auf dieser Seite des Balles sind deshalb etwas mit Vorsicht zu genießen. Andererseits lieferte er als Kopf der 2-3-Zone aber auch einfach exzellente Arbeit ab (10 DBPM). Für seine Stocks-Produktion (5,8 STOCKSpG) gibt es in der CBB-Reference-Datenbank keinen sinnvollen Vergleichswert. Dies bedeutet bspw., dass auch kein Michael Carter-Williams oder Jerami Grant solche herausragenden Werte in der Syracuse-Zone auflegen konnte.

* Als Sophomore musste der Wing auch als Mann-Verteidiger agieren und lieferte gute Werte. Er überzeugte vor allem als Isolation-Defender. Außerdem verteidigte er in diesem Jahr zumeist den gegnerischen primären Ballhandler, was bei seiner Kombination aus Tools und Fertigkeiten nicht weiter verwundert. Eine Eins-zu-Eins-Übertragung kann natürlich nicht stattfinden. Der Fakt gibt aber einen Hinweis darauf, dass Thybulle auch ohne Zone in der NBA ein starker Verteidiger sein sollte.

* Sollte in der NBA drei Positionen verteidigen können und damit eine gute Switchability mitbringen. Er könnte aber gegen bulligere Forwards zu Beginn seiner Karriere wegen fehlender Masse etwas Probleme haben.

– Seine Offball-Fähigkeiten und Rimprotection sind systembedingt nur schwer zu bewerten.

 

Overall

Um mal billige sprachliche Bilder zu bemühen: Der Senior agierte in seiner letzten College-Saison so gut, dass er aus einem Huskie-Rudel nicht nur als defensiver Pitbull herausstach, sondern eher schon seine eigene Kettenhund-Rasse „Thybulle“ als Bezeichnung verdient hat. Er war in der NCAA ein Andre Roberson. Sein nächstes Team wird ihn vor allem wegen seiner Länge, Athletik, defensiven Produktion und seines Mindsets draften. Ein gewisses Risiko, dass sich sein Status als klarer Elite-Verteidiger in einer Zonen-Verteidigung nicht ohne weiteres auf die Mann-Verteidigung in der NBA übertragen lässt, besteht natürlich. Trotzdem sollte auch sein Floor auf dieser Seite des Feldes ungemein hoch sein und ihm einen sicheren Platz in der Liga geben. Wie gut seine Karriere verlaufen wird, hängt aber von seiner Offensive ab. Es ist schön zu sehen, dass er sich und den Ball bewegt, sowie leichte Slasheraufgaben übernimmt, ohne anderen Spielern Würfe zu stehlen. Sein Wurf wird sich allerdings noch etwas entwickeln müssen, um ihn zu einem Spieler zu machen, der als Spacer echten 3&D-Eliterollenspieler-Impact bringt. Das Aneignen eines durchschnittlichen Eckendreiers liegt in jedem Fall im Bereich des Möglichen. Wie schnell so auch ältere Rookies an Minuten und höherdotierte Verträge kommen können, beweist KenPom-Stats-Vergleich Kent Bazemore.

Synergy-Stats

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