Boston Celtics, Debatte, Milwaukee Bucks

Das Rematch der Bucks und Celtics

Wer hat bei den neu gemischten Karten das bessere Blatt?

Milwaukee gegen Boston. Eine Playoff Serie, die bereits im letzten Jahr einiges an Spannung und Unterhaltung aufbieten konnte. Dennoch scheint die Ausgangslage in diesem Jahr eine vollkommen andere zu sein. Den Celtics steht endlich ihre volle Truppenstärke zur Verfügung, auch wenn man trotz Bestbesetzung im Verlauf der Regular Season so seine Probleme hatte. Die “neuen” Bucks konnten sich nicht nur punktuell verstärken, sondern werden scheinbar auch besser gecoacht denn je und Giannis Antetokounmpo hat wohl endgültig den Schritt zum glasklaren MVP-Kandidaten gemacht, welcher der Liga mit dominantem Spiel am Korb seinen Stempel aufdrücken kann. Die beiden Redakteure David Krout und Tom Schneider wollen nun diese Neuauflage von verschiedenen Blickwinkeln betrachten und einen möglichen Ausblick auf die Serie wagen. Was sind die zentralen Aspekte, die letztendlich über Sieg und Niederlage entscheiden könnten? Welche (Matchup-)Vorteile wissen die Teams jeweils in den eigenen Reihen? Diese Fragen sollen nun im Folgenden erörtert werden.

Tom Schneider: Die einfachste Art und Weise sich der Betrachtung eines solchen Matchups anzunähern, ist es vermutlich, den Blick auf den besten Spieler der Serie zu richten. Dieser befindet sich relativ klar in den Reihen der Bucks. Giannis Antetokounmpo reichte in der RS eine eindrucksvolle Bewerbung für den MVP-Titel ein und in den Playoffs ist diese Dominanz bisher ebenso zu spüren. Giannis’ Zahlen wurden bisher einzig und allein durch seine geringe Spielzeit von ca. 28 Minuten pro Spiel etwas gedrosselt, was allerdings ebenfalls als ein Ausdruck der absoluten Überlegenheit seines Teams bisher verstanden werden darf. Dennoch kommt der Grieche auf 26 Punkte pro Partie bei einem Offensiv Rating von 115. Sein direkter Anteil am Playmaking ist bisher etwas niedriger als in der regulären Saison (nur 21 AST%), verdeutlicht jedoch, vor welch schwieriger Wahl gegnerische Teams in der Regel stehen. Entweder versucht man ihn mit allen Mitteln am Scoring zu hindern und nimmt in Kauf, dass er oftmals die freien Mitspieler findet. Oder man versucht seine Creation für andere weitestgehend einzudämmen und lässt sich von ihm in 1-v-1 Situationen herumschubsen. Die Celtics entschieden sich in dieser Saison bisher für Letzteres und mussten sich deshalb mit 31 Pts/g und 4 Ast von ihm zufrieden geben. Dabei haben sie verschiedene Defender in seinen Weg gestellt, die ihr Glück versuchen durften. Ojeleye, der in den bisherigen Playoffs noch keine Rolle gespielt hat, sowie Hayward, Morris, Brown und vor allem Al Horford wurden von Stevens mit dieser wichtigen Aufgabe betraut. Doch jeder von ihnen hatte aus verschiedenen Gründen Probleme mit dem 6-11 großen wandelnden Mismatch. Hier eine beispielhafte Situation, in der Giannis mit Tempo zum Korb geht und den fast 33-Jährigen Center der Celtics im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen lässt:

Wenn man sich die Offense der Bucks abseits von Giannis anschaut, dann fällt auf, dass das Team gespickt ist mit guten Schützen, die in dieser Saison von Coach Budenholzer das ultimativ grüne Licht bekommen haben. Lopez, Middleton und Mirotic nehmen jeweils 6 Versuche/g und verwandeln diese mit ca 37%. Bledsoe (5 Versuche) und Connaughton (4 Versuche) sind ebenfalls Volumen-Schützen, die allerdings über die Saison nur jeweils 33% ihrer Würfe verwandeln konnten. Falls Brogdon im Verlauf der Serie zurückkommt (und danach sieht es zum aktuellen Zeitpunkt wohl aus), so muss er hier ebenfalls genannt werden, da er über die Saison 43% bei 4 Versuchen von jenseits der Dreierlinie verwandeln konnte. Allerdings bleibt abzuwarten, in welcher gesundheitlichen Verfassung er gegebenenfalls in die Serie einsteigt. Es dürfte allerdings deutlich geworden sein, dass die Bucks über einiges an Firepower verfügen, um die Verteidigung der Celtics auf die Probe zu stellen. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass Boston über die Saison sehr viele Dreier abgibt (eine Gemeinsamkeit beider Teams), in der RS allerdings die Quote ihrer Gegner niedrig halten konnten (auch hier verhält es sich bei den Bucks ähnlich). Gegen ein so shooting-freudiges Team wie die Bucks könnte das allerdings zum Problem werden, da sie im Gegensatz zu den Pacers in dieser Hinsicht mehr Waffen anzubieten haben.

Einen weiteren Aspekt, den die Bucks hoffentlich besser für sich nutzen können, ist die Defense von Kyrie Irving. Der machte in der ersten Runde überwiegend eine gute Figur und wurde von Indiana kaum unter Druck gesetzt. Milwaukee hat allerdings nicht ohne Grund eine Top 5 Offense der Liga über die Saison gestellt und verfügt über mehrere Möglichkeiten Irving zu attackieren. Bei einem switch lastigen System wie dem der Celtics sollten sich des Öfteren Möglichkeiten ergeben, um Irving gegen offensiv potente Spieler wie Giannis oder Middleton verteidigen zu lassen. Diese Szene könnte als mögliches Beispiel dienen:

David Krout: Dass die Bucks das bessere Profil haben, steht außer Frage. Nicht nur haben sie mit Antetokounmpo den besten Spieler der Serie, sondern ihre bisherigen Leistungen sind denen der Celtics einfach klar überlegen. Boston hat womöglich keine überzeugende Option, um Giannis zu verteidigen, diese werden in der gesamten Liga jedoch zunehmend seltener. Die Serie des letzten Jahres ist sicherlich nicht repräsentativ dafür, wie diese Serie ausgehen wird. Nicht nur hat Milwaukee stark aufgerüstet, die Celtics stellen nämlich auch eine ziemlich andere Mannschaft aufs Parkett. Die Strategie. Giannis dazu zu zwingen, die Bucks zum Sieg zu führen, ist vermutlich dennoch die richtige. Wie du bereits angesprochen hast, hat Milwaukee zwar viele und gute Schützen, dennoch kann man sich fragen. wie elitär sie wirklich sind. Middleton hatte schon im letzten Jahr gegen die Celtics bewiesen, als er mit einem 125er ORTG von und einem 71 TS%  24.7 effiziente Punkte gegen sie auflegte, dass sie kein ideales Matchup für ihn haben. In diesem Jahr werden die Bucks womöglich Ähnliches von ihm verlangen müssen, da er in der Crunchtime eine intuitivere Option ist als Giannis, aufgrund seiner Fähigkeit. aus jeder Zone des Feldes abschließen zu können. Die anderen Schützen konnten sich gegen gute Playoff-Defensiven noch gar nicht beweisen. Der Dreier ist für Brook Lopez ein ganz neuer Skill, während Spieler wie Mirotic und Ilyasova in ihren bisherigen Playoff-Runs deutlich schlechtere Quoten auflegten, als man es von ihnen kennt. Eric Bledsoe ist ohnehin schon einer der schlechteren Schützen und obwohl er dieses Jahr auf viel höherem Niveau agiert, sollte man seine miese Leistung gegen die Celtics im letzten Jahr vermutlich nicht einfach ignorieren.

Die Kyrie Irving-Problematik wurde schon angesprochen und das Matchup wird sicherlich interessant. Indiana hatte einfach keine Spieler, die ihn bestrafen konnten. Wesley Matthews versuchte es in Spiel 1 immer wieder gegen Irving, welcher daraufhin entschied, dass er doch auch einfach den größeren Matthews aufposten könne – was ihm mit großem Erfolg gelang. Irving ist aber vermeintlich die einzige Schwachstelle, und Brad Stevens hat Erfahrung damit, defensiv schwache Point Guards zu verstecken. Tatsächlich sind Budenholzer (2016) und LeBron James die einzigen Playoffgegner, die ihn bisher aus dem Turnier disqualifizieren konnten. Am anderen Ende des Feldes jedoch ist Kyrie einer der besten Offensivspieler der Liga und sein Skillset bringt kurz vor Spielschluss gewisse Vorteile mit sich, die nicht einmal Giannis liefern kann. In Bledsoe haben die Bucks theoretisch auch ein besseres Matchup als Boston für Antetokounmpo, doch wirklich stoppen konnte Irving in den Playoffs noch keiner. 

Die Erwähnung von Malcolm Brogdon ist eine sehr wichtige, da er genau die Art Spieler ist, die den Verteidigern der Celtics Kopfschmerzen bereitet. Das gilt jedoch nicht nur für ihn, Boston hat nämlich auch einen vielseitigen Perimeterspieler auf der Verletztenliste. Marcus Smart und Brogdon sind nicht direkt vergleichbare Spieler, aber beide ölen die Offense ihres jeweiligen Teams und haben einen oft nicht direkt greifbaren Einfluss auf ihr Team, indem sie strukturelle Lücken stopfen oder bereits vorhandene Stärken hervorheben. Brogdons Teilnahme in der Serie ist wohl wahrscheinlicher, aber Smart befindet sich gerade in der 3. Woche einer 4-6 wöchigen Prognose, was einen Auftritt in Game 3 oder 4 – eine weitere Parallele zur Erstrundenserie des letzten Jahres – sicherlich nicht ausschließt.

Tom: Wir sind uns wohl einig, dass die Celtics ebenfalls in der Lage sind, die Defense der Bucks auf eine harte Probe zu stellen. Dabei wird es von zentraler Bedeutung sein, ob es ihnen gelingt, die Celtics an all zu leichten Dreipunktewürfen zu hindern. Milwaukee lässt hier, wie bereits angesprochen, die meisten Dreier der gesamten NBA zu, ein Umstand, der sich gegen Irving, Tatum und Co rächen könnte. Gerade Lopez, der über weite Strecken der Saison bisher als Anker fungierte, wird sich hier auszeichnen müssen. Gegen Al Horford so erbarmungslos abzusinken, wie das in der Runde zuvor gegen Drummond möglich war, könnte vom Boston Center ein ums andere mal ausgenutzt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich vor wenigen Tagen bereits ein Video zu Brook Lopez gemacht habe, in dem seine Rolle für das Team nochmal recht anschaulich skizziert wird:

Jedenfalls wird es spannend sein zu beobachten, ob Budenholzer hier Adjustments anlegt und vom bewährten Konzept abrückt. Allerdings stellt sich ein wenig die Frage nach den Alternativen, da Lopez trotz aller defensiven Qualität nicht unbedingt zu den agilsten Verteidigern der NBA gehört. Eine mögliche Lösung könnte sein, ihn in den entscheidenden Phasen des Spiels vom Platz zu nehmen und mit Giannis oder Ilyasova auf der 5 ein versatileres Small Ball Lineup in den Ring zu werfen. Die Lineups mit Giannis und ohne Lopez stehen in dieser Saison bei einem Net-Rtg von +10 und einem guten DRtg von 107,5 (80er Percentile). Damit verliert man zwar etwas Qualität beim Ringschutz und verschlechtert sich vermutlich beim Defensiv-Rebounding, allerdings sind das beides Bereiche, in denen die Celtics wohl nur begrenzt Profit schlagen werden. Boston attackiert trotz seiner großen individuellen Klasse unglaublich selten den Ring (Platz 27) und gehört beim Offensiv Rebounding bereits seit Jahren zu den schlechteren Teams der Liga.

Allerdings gibt es auch bei den Bucks dennoch ein wenig Grund zur Sorge, denn auf der Bank des Gegners sitzen nicht nur ein paar erfahrene Rollenspieler (abseits von Bucks- und Bledsoe-Bezwinger Terry Rozier) sondern auch ein Trainer, der bisher im Playoff-Format zu brillieren schien. Brad Stevens ist sich definitiv nicht zu schade, radikale Veränderungen vorzunehmen, falls seine zurechtgelegte Strategie nicht aufgehen sollte. Letztes Jahr konnte man sich auch deswegen gegen ein individuell stärkeres Bucks-Team knapp durchsetzen und in diesem Jahr ist die Qualität des Kaders erheblich verbessert. Allerdings ist zweifelsfrei auch das Coaching in Milwaukee bedeutend besser geworden und mit Budenholzer hat man einen Trainer verpflichtet, der ebenfalls schon die ein oder andere erfolgreiche Playoff-Schlacht bestritten hat. Nichtsdestotrotz wird ihn diese Serie einiges an Hirnschmalz kosten und man kann durchaus mit einem Schachduell der Extraklasse rechnen, gespickt von zahlreichen Anpassungen.

David: Ob Brook Lopez in dieser Serie auf dem Platz bleiben kann, könnte vermutlich sogar den Ausgang dieser Serie bestimmen. Seine Wichtigkeit wurde ja bereits skizziert, aber gegen Al Horford konnte er sich bisher noch nicht als positiver Spieler erweisen. Die Sample Size ist gering, aber in 2 Spielen dieser Saison war Brook Lopez -28, als Horford mit ihm das Parkett teilte. Auch wenn man bei so wenigen Minuten keine Schlüsse ziehen sollte, macht dieses Mismatch intuitiv Sinn. Wenn die Bucks ihm weiterhin eine große Rolle zuschreiben wollen, könnten sie sich eventuell genötigt sehen, ihn gegenüber eines anderen Celtics zu verstecken. Die Philadelphia 76ers agierten im letzten Jahr ähnlich, als sie Joel Embiid, ein bedeutend besserer Verteidiger, gegen einen Spieler wie Marcus Morris versteckten. Damit diese Rechnung aufgeht, müssen sich die Celtics aber zunächst einmal dazu entscheiden, Aron Baynes aus dem Starting Lineup rauszunehmen. Diese Entscheidung sollte lieber früher als später getroffen werden, da er offensiv leider nicht playofftauglich ist – zumindest nicht als Starter. Außerdem würde Baynes Milwaukee erlauben Lopez ungestört zu spielen, ein Szenario, welches die Celtics  unbedingt versuchen sollten zu vermeiden. Dass die Celtics ihn am Ende der Spiele versuchen werden vom Platz zu zwingen, scheint eindeutig, gegen die Pacers schlossen sie die Spiele mit dem heißersehnten Irving-Brown-Tatum-Hayward-Horford Lineup (auf welches sie schon seit 2 Jahren warten) ab, das aber zu Beginn der Saison der vermeintlichen spielerischen Qualität nicht gerecht werden konnte.

Wie sich Terry Rozier in diesem Duell behauptet, wird sehr interessant sein. Wenn man sich seine Spielweise der regulären Saison anschaut, kann man durchaus darauf schließen, dass sein Erfolg seines vorigen Playoffauftrittes ihm ein wenig zu Kopf gestiegen ist. Er verteidigte nicht mehr auf gewohntem Niveau, was für einen offensiv ineffizienten Spieler, der wenig Punkte für andere kreiert, leider ein riesiges Problem darstellte. Gegen Indiana konnte er, auch wenn sein Wurf überhaupt nicht fiel, wieder in seine alte Rolle als defensives Ass schlüpfen. Es sei gesagt, dass die Pacers wenige gefährliche Scorer auf den Platz bringen, aber nach einer sehr enttäuschenden Saison war der Mentalitätswechsel trotzdem willkommen. Die Frage ist, ob er gegen die Bucks weiterhin seine Rolle ausfüllen und damit umgehen kann, dass bei einer Rückkehr von Smart seine Minuten enorm gekürzt werden könnten. 

Die Bucks haben zweifellos einen Kader, der sich hervorragend ergänzt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sie genug Spieler haben, die an jeweils einem Ende des Feldes nicht ausgenutzt werden können. Die Sixers trafen auf ähnliche Schwierigkeiten und die Celtics konnten die offensiven Limitationen sowohl von Simmons und Covington als auch die defensiven Mängel von JJ Redick und Dario Saric mehr als ausnutzen. In einem Playoff-Kontext wird man Lopez, Mirotic und Ilyasova wohl in die letztere Kategorie stecken, während Spieler wie Tony Snell, Eric Bledsoe und Sterling Brown eher in die erstere gehören. Die Celtics haben viel weniger wichtige Spieler, die man so ausnutzen kann, auch wenn es zunehmend wenige Spieler gibt, die als Passer und Playmaker glänzen können. Deshalb könnten die Bucks Erfolge damit einstreichen, die limitierten und jüngeren Spieler dazu zu zwingen, schnelle Entscheidungen im Laufe des Spiels treffen zu müssen.

Es wurde viel daraus gemacht, wie schlecht die Offensive der Celtics gegen die Indiana Pacers aussah. Diese Feststellung ist natürlich nicht falsch, aber der Kontext dieser Leistung geht leider bisweilen oft unter. Die individuelle Wurfeffizienz der meisten Celtics war nämlich in der Regel  ziemlich stark, nur konnten die Pacers eine Menge Ballverluste forcieren. Für die Celtics ist das sehr untypisch, tatsächlich schlossen sie die Saison an 3. Stelle ab, was die Ballsicherheit angeht. Die Pacers hingegen konnten im Laufe der Saison die meisten Turnovers erzwingen und gegen Boston gelang ihnen das weiterhin. Die Bucks hingegen tummelten sich hier im unteren Drittel der Liga (Platz 24) und obwohl sie keine schlechtere Defense stellten, sind ihre Stärken einfach anders verteilt. Wie viel ihr Vorteil am Ring wirklich bringen wird, lässt sich in Frage stellen, da die Celtics einfach kein Interesse vorgewiesen haben, dort überhaupt hinzuziehen. Dennoch hat Brad Stevens schon immer eine Bereitschaft gezeigt Mismatches zu attackieren und Ilyasova, Giannis oder auch Mirotic auf der 5 würden ihm tatsächlich eine weitere Option geben, genau dies zu tun.

Tom: Gerade mit dem letzten Punkt sprichst du nochmal einen sehr wichtigen Aspekt der Playoffs an: Es geht um Matchups und um Stärken und Schwächen, die in verschiedenen Paarungen auch in unterschiedlicher Ausprägung zum Tragen kommen. Die Bucks hatten in der ersten Runde das ungleich leichtere Matchup und haben erwartungsgemäß dominiert. Wenn Middleton wieder so performt wie im letzten Jahr, könnte er der drittbeste Spieler der Serie sein. Ich gehe davon aus, dass Giannis die Celtics dominieren wird, auch weil es Teil ihres Gameplans sein könnte. Dazu noch Bledsoe, der beim Playmaking Unterstützung bietet und ein Haufen an Schützen, die man in verschiedenen Konstellationen auf den Platz stellen kann. Die Bucks unter Coach Bud wirken dieses Jahr sehr scharf und hungrig auf Erfolg. Die individuelle Klasse ist definitiv vorhanden und sie gehen wohl (erneut) als Favorit in dieses Duell. Es bleibt zu hoffen, dass sie ihr Potenzial abrufen und im Laufe der Serie gegen gut gecoachte Celtics die richtigen Lösungen finden. Wenn man ihnen das zutraut, scheint wohl ein Weiterkommen in 6 Spielen realistisch.

David: Für einen unparteiischen Beobachter ist dieses Fazit sicherlich sinnvoll und die Serie sollte vermutlich mindestens 6 Spiele dauern. Die Tatsache, dass die Stärke der Celtics sich so gut mit der größten Schwäche der Bucks – und Budenholzer Teams im Allgemeinen – schneidet, wirft jedoch genug Skepsis auf, dass die Celtics durchaus einen erdenklichen Pfad zum Sieg haben. Nicht umsonst war dieses Team der Preseason-Favorit, auch wenn sie natürlich streckenweise enttäuscht haben. Die Celtics haben außerdem den Vorteil, in der ersten Runde getestet worden zu sein. Wie bereits erwähnt konnten die Pistons überhaupt keinen Widerstand bieten, während die Pacers Boston immerhin dazu zwangen, schwierige Spielphasen zu überwinden und trotz Widrigkeiten die Spiele als Sieger zu verlassen. Zu guter Letzt haben die Celtics mit Kyrie Irving endlich den Auswärtscloser, der ihnen im letzten Jahr fehlte. Daher erscheint ein Sieg der Celtics in 7 Spielen ebenfalls im Bereich des Möglichen.

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