Playoffs 2019, Portland Trail Blazers

War Lillards Gamewinner ein schlechter Wurf?

Crunchtime Heroics von Damian Lillard
Screenshot: NBA League Pass

Damn! Damian Lillard beendet mit dieser Long-Range-Bombe die Saison der Oklahoma City Thunder!

Nach dem Spiel meinte Paul George, dass dies ein schlechter Wurf war. Wir wollen in einer neuen Folge von Crunchtime Heroics mal untersuchen, ob dieser Aussage zuzustimmen ist.

Dafür zunächst etwas Kontext: Wenn wir uns Lillards Dreier in der Serie ansehen, wird recht schnell klar, dass Dame die Reichweite hat, um solche Würfe zu treffen. Er ging 5 von 5 von hinter 30 feet. Beeindruckend.

Das hier war natürlich nochmals eine Steigerung, aber schauen wir detailliert, welche Entscheidungen Lillard auf dem Weg zur zweiten Runde traf:

Der Fehlwurf landet bei Lillard und der trifft gleich die erste wichtige Entscheidung und nimmt keine Auszeit, sondern will gegen die noch nicht stehende Defense der Thunder die Serie entscheiden.

Beim Dribblen über die Mittellinie kommt es zur zweiten schwierigen Entscheidung: Lillard will die Zeit herunterspielen und keinen überhasteten Wurf nehmen.

Also nimmt er das Tempo heraus und lässt zu, dass Oklahoma City sich positionieren kann. Mit Paul George wird der beste Verteidiger auf Lillard abgestellt.

Lillard nimmt dies bewusst in Kauf, denn mit jeder verstrichenen Sekunde minimiert er die Chance, dass OKC in der regulären Spielzeit das Match für sich entscheidet. Sowohl George als auch Westbrook haben zu diesem Zeitpunkt fünf Fouls – in einer Overtime wird es für beide sehr schwer, mit voller Intensität zu verteidigen.

Was nun off-ball passiert, ist sehr wenig – und das ist positiv für die Blazers. Diese stellen optimales Spacing, indem McCollum in die Ecke geht und Westbrook damit aus dem Play eliminiert.

Ansonsten will Lillard aber auch keine Hilfe und schickt alle Mitspieler möglichst weit weg. Das ist deswegen sinnvoll, weil er einfach die Fehler seines Teams minimieren will. Ein moving screen und damit der Wechsel der Possession ist zwar unwahrscheinlich, aber wenn sich kein Blazer bewegt, kann es zu keinem Fehler kommen.

Zu hinterfragen ist jetzt, was Paul George macht bzw. was Billy Donovan nicht ansagt. Er verlässt sich auf die Verteidigung der Thunder. Das ist ein “Ich will hier nicht verlieren”-Play. In Anbetracht der Foulsituation kann man hier überlegen, ob es nicht richtig ist, ein “Ich will in der regulären Spielzeit gewinnen”-Play zu machen. Dazu muss George eher agieren und Lillard zu einer Entscheidung zwingen. Dies realisiert er erst viel zu spät. Als er auf Lillard zugeht, ist klar, dass die Thunder keine Possession mehr bekommen werden.

Ist Lillards Wurf nun ein bad shot? Vielleicht, wenn man sagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er reinfällt, nicht besonders hoch ist. Aber aus der anderen Sicht betrachtet, ist das ein Winning Play: Lillard bestimmt, dass dies die letzte Possession des Spiels ist. Er eliminiert alle potentiellen Fehlerquellen. Ob der Wurf nun fällt oder nicht, ist gar nicht so entscheidend. Es ist eine Zugabe. Fällt er nicht, geht man in die Overtime und hat sowohl Heimvorteil als auch das Momentum und die Foulsituation, die für Portland sprechen.

Aber es ist Dame-Time und Lillard belohnt sich und sein Team für die vielen richtigen Entscheidungen, die man in den letzten 15 Sekunden traf.

Wie seht ihr nun die Chancen für Portland in Runde 2?

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben