Draftprofile 2019

Zion Williamson

Duke Blue Devils

Datenblatt

Name: Zion Williamson

Geburtsdatum: 07.07.2000

Größe: 6’6”

Gewicht: 285 lbs

Spannweite: 6’10’

Position: Wing/Big 

Team: Duke Blue Devils

Basisnotizen – 26.11.2018

Stärken

ATHLETIK / INTANGIBLES:

+ Breite Schultern, bullige Statur, unglaublicher Muskelpanzer, besonders für einen der jüngsten Draftees dieses Jahrgangs. Der wohl beste Athlet der letzten zehn bis fünfzehn Jahre.

+ Seine 285 Pfund Körpergewicht würden nach Boban Marjanovic direkt zum zweitschwersten Spieler der NBA machen. Ist dadurch im Post für Collegegegenspieler quasi nicht zu bewegen.

+ Hat trotz der Masse ein inoffizielles Vertical von 46 Inches. Zeigte in der Preseason einen Freiwurflinien-Dunk.

+ Duke hat angeblich nur für ihn erstmals einen Plan für abgerissene Körbe in der eigenen Halle entworfen.

+ Stürmt in jedem Fastbreak nach vorn und schlägt dabei konstant seine Mitspieler. Kann durch seine Explosivität aus nahezu jeder Situation eine Slashing-Möglichkeit generieren und den Ball via Dunk unterbringen.

+ Seine Athletik wird abseits von Dunks besonders beim Rebounding sichtbar. Er erreicht unglaubliche Höhen um Boards zu greifen und ist beim Kampf um Abpraller auch mit dem zweiten und dritten Sprung schneller als die Konkurrenz.

+ Tolle Einstellung mit eher leidenschaftlichem Charakter. Ständig in Bewegung. Immer mit dem Willen “Winning Plays” zu generieren im Spiel. Ist sich nicht zu schade auch gegen kleinere Colleges “loose balls” nachzujagen.

 

OFFENSE:

+ Überdurchschnittliches Handling. Grab’n’Go-Situationen nimmt er sehr gern an und kann als solider Decisionmaker auch den Ball im Fastbreak führen und gute Entscheidungen treffen.

+ Im Halbfeld kann er mit einer Kombination aus grandiosem erstem Schritt, Crossover-Moves und der Möglichkeit auch über die Offhand-Seite zu gehen, jeden Gegner via Dribbling schlagen. Deutet sogar echte Isolationscoring-Fähigkeiten an.

+ Teilweise unglaublich gute Fußarbeit, besonders bei seiner Größe und Masse. Macht sehr viele koordinierte, kleinere Schritte, was seiner Agilität ungemein hilft. Wirkt wie ein leichtfüßiger, tanzender Bär.

+ Wandelndes Mismatch. Kommt an jedem Big vorbei. Kann durch jeden Flügel oder Guard hindurchgehen bzw. diese aufposten.

+ Bewegt sich in der Offense viel und gut. Versucht so auch abseits des Balles Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Sei es über Screens, Post-Positioning, Cuts oder aber Spacing an der Dreierlinie.

+ Verfügt über eine tolle Courtvision und viel Passgefühl. Findet auch aus schwierigeren Drive -Situationen, wenn die Defense über ihm kollabiert, den freien Mann. Agiert sehr uneigennützig.

+ Schließt am Korb durch Balance und Masse sehr sicher ab. Verfügt über einen guten Touch.

+ Stark am offensiven Brett.

 

DEFENSE:

+ In der Defense zumeist am Perimeter in ein recht “switch-heavy” Schema eingebunden. Sieht gegen die meisten Guards und Flügelspieler stark aus und ermöglicht dadurch dieses Duke-System, das auf den Positionen 1-4 extrem variabel agiert.

+ Kann in der PnR-Defense Druck aufbauen, ohne zu viel abzugeben. Ermöglicht dadurch mehrere Arten Screening-Actions zu verteidigen.

+ Deckt viel Raum ab und konnte spektakuläre Helpside-Blocks, smarte Steals und eine solide Closeout-Herangehensweise demonstrieren.

 

Neutral

* Wird von Duke bisher kaum als Screener im PnR eingesetzt. Bewertung seiner Roll- oder Pop-Fähigkeiten ist deshalb noch nicht möglich.

* Jumpshot sieht nicht kaputt aus, aber Bewertungsgrundlage ist aktuell noch sehr klein, um seinen Wurf zu evaluieren. Ist aber sicher nicht seine erste Waffe in der Offense.

* In der Post-Defense für Collegespieler quasi nicht zu verschieben. Spekuliert aber mit seiner Wendigkeit bei Entry-Pässen zu oft auf den Steal und lässt so Gegner vorbei. Für die NBA aber ggf. eine solide Taktik, um Post-Finishes über ihn im Keim zu ersticken.

* Ist in seinen offensiven Abschlussaktionen super sicher, aber sehr linkslastig. Besonders für Postups sollte er auch Konterbewegungen über die rechte Hand öfter einbauen.

 

Schwächen

KÖRPERLICHE VORAUSSETZUNGEN:

– Nur 6‘6‘‘ groß und nicht mit den längsten Armen gesegnet. 6’10” Wingspan. Das macht ihn in der NBA ggf. zu einem schwierigen 4/5-Tweener.

– Bekommt verhältnismäßig viele Pausen während der Spiele. Dies könnte auf leichte konditionelle Probleme schließen lassen, liegt aber auch an seinem Foultrouble bisher (Im wichtigen Spiel gegen Gonzaga riss er aber auch schon einmal 37 Minuten ab).

– Daran anknüpfend stellt sich die Frage nach seinem Idealgewicht. Die Belastung für seinen Körper dürfte aktuell sehr hoch sein. Ggf. hilft es ihm ein paar Pfunde zu verlieren und dann noch spritziger und ausdauernder zu sein. Zusätzlich gab es in der High School wohl eine längere Verletzungshistorie, die durch eine mittelfristige Gewichtssenkung in Zukunft präventiv angegangen werden könnte.

 

DEFENSE:

– Ist in der Perimeter-Defense technisch oft nicht sauber genug. Lässt Gegner ohne “defensive stance” vorbeiziehen und bleibt nur an der Hüfte der Spieler, in der Hoffnung auf dem Weg zum Korb wieder zu aufzuholen. Dies funktioniert in einer Vielzahl von Fällen nicht und ist eine riskante Herangehensweise an Verteidigung.

– Etwas “jumpy” in der Verteidigung an der Dreierlinie. Legt sich mit seiner Aktivität zu früh auf eine Seite fest und ermöglicht so von Zeit zu Zeit einfachere Drives zum Korb.

– Teilweise switcht er sogar zu viel und schiebt so schwierigere Tempo-Coverages in ungünstigen Momenten weiter.

– Highlight-Blocks täuschen darüber hinweg, dass er in der Helpside-Defense teilweise noch mehr Möglichkeiten hätte. Verpasst hier manchmal Rotationen oder verweigert diese aus Angst vor Fouls.

– Seine Rimprotector-Fähigkeit wird sicherlich auch überschätzt. Fehlende Länge wird in Aktionen am Korb spürbar. Es ist trotz seiner Sprungkraft möglich, über ihn abzuschließen. Seine Standing Reach ist keineswegs angsteinflößend.

– Kann im Defensivrebound und in der Offball-Defense noch zulegen. Wird manchmal wegen „ball-watching“ überlaufen bzw. verpasst seine Ausboxaufgabe.

 

Overall

Zion Williamson muss als Ausnahmeathlet mit gehöriger Portion an Basketballtalent und Skill als einer der Favoriten auf den #1-Pick 2019 gelten. Besonders macht ihn die Einzigartigkeit seines Spielerprofils – der Dukie lässt sich nur sehr schwer in eine vorgefertigte Spielerkategorie pressen bzw. mit NBA-Talenten vergleichen. Sein Mix aus Jugend, Explosivität und Masse ist in der Form noch nie am College zu beobachten zu gewesen. Dieser Unikat-Status ist für ihn Fluch und Segen zugleich. Aufmerksamkeit für sein Spiel generiert sich so nahezu automatisch. Andererseits braucht jeder NBA-Manager, der ihn evaluiert eine kreative Basketball-Vision für ihn und die Übertragung seines Games auf das höchste Level. Genau dies fällt vielen Entscheidungsträgern schwer und lässt sie deshalb von speziellen Prospects zurückschrecken.

 

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5 comments

  1. Coach K

    Guter Bericht der die erste Vorstellungen die man hat bestätigt.
    Ich sollte mal wieder ein Spiel anschauen von Duke um eigene Eindrücke zu sammeln.

  2. Smido83

    Besonders macht ihn die Einzigartigkeit seines Spielerprofils – der Dukie lässt sich nur sehr schwer in eine vorgefertigte Spielerkategorie pressen bzw. mit NBA-Talenten vergleichen. Sein Mix aus Jugend, Explosivität und Masse ist in der Form noch nie am College zu beobachten zu gewesen.

    Er ist, wie Ihr vollkommen richtig dargestellt habt, eine physische Ausnahmeerscheinung. Einen Vergleich zu finden ist aber auch wirklich unglaublich schwer. Hätte es da doch nur schon mal einen bulligen, athletischen, vollkommen undersizeten PF, der im Fastbreak, beim Rebounden und scoren kaum zu stoppen war gegeben. Jemanden der mit seinem Hintern die Regeln der NBA verändert hat und ein echter Franchise Player war…

    Halt wartet mal, sitzt da nicht so einer bei “Inside the NBA” bei TNT? ;)

    https://www.youtube.com/watch?v=8YE1V9SmIgY
    https://www.youtube.com/watch?v=TKmpQyo9muU

    Williamson erinnert mich in seiner Spielweise fast komplett an Sir Charles. Bin ich da der Einzige?
    Barkley sagte mal über sich selber, dass er am College um die 300 Pfund wog, aber die Veteranen der 76ers Ihm das “ausgetrieben” haben, bis er sein “Idealgewicht” bei 260 Pfund hatte. So sehe ich Zion Williamson auch. 10 Kilo weniger würdenn Ihm unglaublich helfen bei seiner Spielweise eine halbwegs lange NBA Karriere zu haben. Die aktuelle Belastung für seine Gelenke ist so immens hoch… Ändert er das nicht, dann sehe ich bei 82 Spielen + ggf. Playoffs keine 10 Jahre bevor die Karriere vorbei ist.

    Denn machen wir uns nichts vor. Selbst ein “physischer Übermensch” wie Lebron James, mit Titanium Gelenken und Carbon Muskeln, war in dem Alter noch mindestens 15 Kilo leichter.

  3. Jonathan Walker

    Barkley war doch einer der ersten Vergleiche, die überhaupt aufkamen. Scheint mir auch einigermaßen passend.

  4. Smido83

    Barkley war doch einer der ersten Vergleiche, die überhaupt aufkamen. Scheint mir auch einigermaßen passend.

    Deshalb ja auch so ironisch von mir. Weil im Artikel Barkley nicht erwähnt wird. Mein Zitat kommt ja an der Stelle im Text vor, wo normalerweise ein Spielervergleich kommt. Hier steht aber er gibt keinen vergleichbaren Spielertypen.

  5. Poohdini

    Zion ist einfach 100 mal athletischer als Barkley. Ein wirklich passender Spielervergleich ist wirklich schwer. Man kann ja bei Spielervergleichen auch eher mal mit der Rolle arbeiten, da würde Barkley vermutlich auch eher weniger passen.


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