Draft

Draft Team Needs 2018: Picks 9-14

Die Teams am Ende der Lottery

Teil 1

Teil 2

Pick 9: New York Knicks

Seit dem Carmelo Anthony-Trade Ende letzter Offseason versuchen die Knicks sich an einer Neuausrichtung. Die weiteren Planungen wurden dann allerdings durch Kristaps Porzingis’ schwere Verletzung durcheinander geworfen. So sollte immerhin für alle Beteiligten deutlich werden, dass die Playoffs kommende Saison kein Thema sein können. Diese Perspektive muss die Wahl der Knicks am kommenden Donnerstag beeinflussen: Porzingis und der 8. Pick des letzten Jahres Frank Ntilikina sind noch jung und werden einige Zeit brauchen, um (wieder) auf das erhoffte Niveau zu kommen. Diese Zeit kann auch dem Draftee helfen, sich kommende Saison vergleichsweise ohne Druck zu entwickeln. Daher sollten die Knicks auf Spieler mit Potential setzen statt auf NBA-fertige ältere Kandidaten oder einen Trade.

Die andere Frage ist, welche positionellen Einschränkungen durch den Kader bestehen. Sowohl Porzingis als auch Ntilikina sind vergleichsweise flexibel, ansonsten sollten die Knicks höchstens noch auf den letzte Offseason teuer verpflichteten Tim Hardaway Jr. Rücksicht nehmen. Angesichts dieser überschaubaren Einschränkungen dürfte das Potential des Draftees im Vordergrund stehen.

Tendenz: Den Knicks kann ein geduldiges Vorgehen nur gut tun, und in den nächsten Monaten spricht alles für die langsame Variante des Rebuilds.

Pick 10: Philadelphia 76ers

Der mit Umweg über Phoenix nach Philadelphia gekommene Lakers-Pick galt lange als eines der besten Assets der Liga, ist jetzt aber doch ‚nur‘ auf Position 10 gelandet. Trotzdem ist der Pick natürlich noch wertvoll: Für ein Playoff-Team mit tief besetztem Kader ist es an sich ein Luxusproblem, die Entscheidung zwischen Trade und eigener Wahl zu treffen. Allerdings wäre dafür ein voll besetztes Management hilfreich, was den Sixers in Folge des Burner-Account-Skandals um Bryan Colangelo derzeit fehlt. Entsprechend sind die Überlegungen zum 10. Pick eher mit Hinblick auf die Situation im Management zu treffen. Dem neu ankommenden GM sollte keine folgenschwere Entscheidung vorweggenommen werden. Anders gesagt: Ein gedrafteter Spieler lässt sich im Zweifel immer noch traden, ein vollzogener Trade allerdings nicht mehr zurücknehmen. Falls der neue GM also nicht bis zum Draft feststeht, sollte das Rumpf-Management sich zurückhalten. Head Coach Brett Brown hat interimsweise das Ruder in der Hand, was für den Draft nicht problematisch ist. Bei Trades und sonstigen Transaktionen haben die meisten Akteure mit Doppelfunktion in den letzten Jahren allerdings nicht die beste Figur gemacht.

Diese Hängepartie stellt für die Sixers insofern ein Problem dar, als dass ein Trade an sich keine schlechte Option wäre. Der Kader ist schon so tief mit noch relativ jungen, aber schon guten Spielern besetzt, dass der Draftee kaum Spielminuten erhalten dürfte. Mit Joel Embiid, Dario Saric, Ben Simmons und Markelle Fultz wäre die Konkurrenz auf jeder Position erheblich. Stattdessen könnten die Sixers eine Bündelung ihres Talents gebrauchen, etwa indem der Pick beispielweise zusammen mit Saric getradet wird. So könnte das Team auch seine Attraktivität für Free Agents in der Offseason steigern. Solche Entscheidungen müsste allerdings optimalerweise der neue GM treffen.

Tendenz: Die Trennung von Colangelo kam für die Sixers zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt, an sich bräuchten sie besser heute als morgen einen Nachfolger. Selbst dann wäre es allerdings mit Sicherheit schwierig, so kurzfristig die bestmögliche Lösung für den Draft zu finden. Ein risikoarmer Pick ist in dieser Situation vermutlich die beste Entscheidung.

Pick 11: Charlotte Hornets

Die Hornets sind neben den Magic die zweite Franchise, die erneut die gleiche Draftposition hat wie im letzten Jahr – was in beiden Fällen verdeutlicht, wie sehr das Team auf der Stelle tritt. Die nicht erfüllten Playoffambitionen kosteten sowohl GM Rich Cho als auch Head Coach Steve Clifford den Job, wobei letzterer ironischerweise gerade zu den Magic ging. Der als Nachfolger Chos verpflichtete Mitch Kupchak steht jetzt vor der Herausforderung, einen teuren Kader mit begrenztem Potential aufzuräumen. Der Pick wird dafür eine Schlüsselrolle spielen, letztendlich hängt die Zukunft des Teams aber an Kemba Walker. Wird der Playmaker vor seinem letzten Vertragsjahr getradet, steht aller Wahrscheinlichkeit nach ein Rebuild an – dann sollte Charlotte den Pick einfach für den talentiertesten Spieler nutzen. Streben die Hornets nochmal die Playoffs an, wäre wohl ein Trade notwendig. Aber selbst dann sind die Chancen auf die Postseason nicht sonderlich überzeugend. Daher wäre der Weg in den Rebuild die wohl beste Option, also ‚BPA‘ für den Pick.

Tendenz: Der Umbruch im Management macht die Hornets unberechenbar – Kupchak ist sicher kein Fan eines Rebuilds, wird sich allerdings möglicherweise damit abfinden müssen.

Picks 12+13: Los Angeles Clippers

Für die Clippers könnte es genauso wie für die Hornets diesen Sommer in völlig verschiedene Richtungen gehen. Der Blake Griffin-Trade im Winter sah auf den ersten Blick nach einem Schritt in den Komplettrebuild aus. Die Expirings Avery Bradley, DeAndre Jordan (Player Option) und Lou Williams wurden dann aber gehalten, letzterer unterschrieb sogar eine günstige Extension.  In Folge der Win Now-Moves unter GM ‚Roc Divers‘ in den letzten Jahren besteht somit weiterhin praktisch der ganze Kader aus erfahrenen Spielern. Die beiden Picks stellen also die einzige Möglichkeit für eine Verjüngung des Teams dar – oder könnten weiter als Assets für die Jagd auf die Playoffs genutzt werden. Doc Rivers und Besitzer Steve Ballmer teilen wohl das begrenzte Interesse an einem Rebuild. Nach den mehr (Griffin) oder weniger (Paul) freiwillig durchgeführten Star-Trades in den letzten beiden Jahren erscheint ein weiterer Playoff-Run allerdings unrealistisch. Daher sollten die Clippers ihre Picks nutzen um sich so gut wie möglich für den notwendigen Rebuild aufzustellen. Immerhin legt der eigene Kader kaum Beschränkungen auf, weil schlicht die jungen Talente fehlen. Selbst ein Bündeln der Picks für einen Trade in die Top 10 wäre denkbar, aufgrund der mageren Asset-Situation aber weniger ratsam: Die Clippers sollten nächste Saison auch die Minuten für zwei Rookies haben.

Tendenz: Seit dem Paul-Trade fehlt den Clippers die klare Linie. Mit dem Draft sollten sie sich klar für eine Richtung entscheiden.

Pick 14: Denver Nuggets

Vor einem Jahr entschieden die Nuggets sich für einen von Anfang an fragwürdigen Draft-Day-Trade mit den Jazz: Sie gaben ihren 13. Pick für Trey Lyles und die Draftrechte an Tyler Lydon ab. Das Überangebot an Bigs im Nuggets-Kader war bereits damals ein Argument gegen den Trade, die Karriere des mit dem Pick gezogenen Donovan Mitchell wird wohl eher in Erinnerung bleiben. Für die Nuggets reichte es in der abgelaufenen Saison erneut nicht für die Playoffs, so dass sie wieder in der Lottery ziehen dürften. Trotz der schlechten Erfahrungen sollten die Nuggets in diesem Jahr einen Trade in Erwägung ziehen. Mit Kenneth Faried und Darrell Arthur stehen zwei Spieler mit teuren auslaufenden Verträgen in den Büchern, die kaum Spielzeit sahen. Werden die Nuggets beide los, besteht möglicherweise zum vorerst letzten Mal die Chance auf Free Agency-Verpflichtungen über Cap Space bevor Nikola Jokic bezahlt werden muss. Die Nuggets stehen vor der schwierigen Entscheidung, ob sie ihn diesen Sommer in die Restricted Free Agency entlassen oder er 2019 unrestricted die Teams wechseln könnte. Finanzieller Spielraum ist vermutlich in beiden Fällen wertvoller als ein Rookie.

Tendenz: Ein Trade für Einsparungen wird aller Wahrscheinlichkeit nach passieren, vielleicht nicht für den Pick, sondern für einen der jungen Spieler der Nuggets. Sollten die Nuggets doch selbst ziehen, müssten sie vor allem einen Punkt beachten: Nicht noch ein Big Man…

  • 2
  • 3
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben