Draftprofile 2018

Shai Gilgeous-Alexander

Kentucky Wildcats

Datenblatt

Name: Shai Gilgeous-Alexander

Geburtsdatum: 12.07.1998

Größe: 6’6”

Gewicht: 180 lbs.

Spannweite: 7’0”

Position: Playmaker/Wing

Team: Kentucky Wildcats

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Länge

+ Shiftiness

+ Pick’n’Roll-Instinkte

+ Defensiv-Potential

– Explosivität

– fehlende Masse

– Fragezeichen hinter Wurf

Scouting – Logbuch

04.05.2018

Für Shai Gilgeous-Alexander schien es in den vergangenen Jahren nur nach oben zu gehen. Der Sohn einer Leichtathletin und eines Basketball-Coaches galt zunächst nur als ein weiteres, aber nicht besonderes Talent aus Kanada. Als 4*-Prospect freute er sich, dass Florida nach seinem Junior-Year bei ihm anklopfte und ihm ein Stipendium anbot. Doch ab dem Herbst 2016 überschlugen sich die Ereignisse. Nach guten Leistungen bei der U18 FIBA Americas, bei der Kanada erst im Finale von den USA (Fultz, Porter, Allen und Bamba als Kern) gestoppt werden konnte, warf er sich selbst wieder auf den Recruiting-Markt, weil Kentucky bei ihm anklopfte. SGA sagte dem Team aus Lexington zu und kam als siebthöchst gerankter High Schooler der Wildcats-Klasse in das Team von Coach Cal. Es folgten ein gutes Nike Hoop Summit sowie ein Freshman-Jahr, in welchem er sich stetig verbesserte und den Campus letztlich als bester UK-Alumni des Jahres verlassen wird – eine beeindruckende Entwicklung.

Athletik

SGA ist mit seiner Kombination aus 6’6” Körpergröße und 7’0” Armspannweite als Guard über jeden Zweifel erhaben. Dennoch wird er oft für seine Athletik kritisiert. Als Problempunkte werden seine fehlende Masse (maximal 180 Pfund Körpergewicht) und seine unterdurchschnittliche Geschwindigkeit sowie Explosivität angeführt. Diese (bisher) eher schlecht ausgebildeten Merkmale sind auch definitiv bemerkenswert. SGA würden ein schnellerer erster Schritt oder mehr Möglichkeiten Kontakt in der Zone abzufedern sicher helfen. Aber er ist einer dieser Spieler, die auf weniger offensichtliche Weise athletisch sind. Er ist für seine Koordination, seine Balance und Beweglichkeit (auch auf kleinstem Raum) zu loben.

Offense

In der Offense durchlebte SGA über die Spielzeit die größte Entwicklung. Er startete als Bankspieler, lief teilweise recht viel neben dem etatmäßigen Point Guard Quade Green auf, beendete die Saison aber als primärer Ballhandler der Wildcats. Mit ihm als Fokuspunkt der Offensive spielte UK seinen besten Basketball. Besonders in der Postseason drehte der 19 Jährige auf. Mit ihm als MVP gewann Kentucky das SEC-Tournament und erreichte das Sweet Sixteen.

Coach Cal schenkte SGA so viel Vertrauen, da sich dieser als bester Decisionmaker seiner Mannschaft herausstellte. Mit dem Ball in der Hand scheint der Freshman mit seiner eigenen Geschwindigkeit zu spielen und die Offense immer unter Kontrolle zu haben. Trotz seiner Explosivitätsdefizite scheint der Guard an jede Stelle des Courts zu kommen. Ein für seine Größe überdurchschnittliches Handling macht es möglich.

Vornehmlich agierte er aus dem Pick’n’Roll heraus. Hier zeigte er egal ob als Passer oder Finisher gute Instinkte. Geduldig kann er Screens nutzen und freie Mitspieler finden, sobald sich Verteidiger zu ihm orientieren. Seine Vision und sein Passing sind nicht überragend, durchaus aber überdurchschnittlich (28,8 AST%).

Allerdings trat er auch aus Pick’n’Roll-Situationen oft lieber selbst als Scorer auf. Zum einen lag dies daran, dass sich im letzten UK-Team das Shooting um ihn herum in Grenzen hielt. Zum anderen ist SGA auch einfach stark darin Defensiven mit seinem Dribbling aus diesen Screening-Plays heraus zu manipulieren und attackieren.

Hier treten die oben genannten athletischen Fähigkeiten auf den Plan. Mit guter Körperkontrolle, Richtungs- und Geschwindigkeitswechseln bahnt er sich auch ohne elitärem Speed oft den Weg zum Korb und kann dort beidhändig, effizient abschließen (61,1 FG%@Rim). Durch seine Länge kann er viele Korbleger anbringen, die kleineren Guards wegen ungünstigerer Winkel verwehrt bleiben. Dabei ist es extrem spannend, dass er sich diese Versuche alle selbst kreieren kann und er recht häufig an die Linie kommt (0.46 FTr). Nur 14 Prozent seiner Punkte am Ring ging in der vergangenen Spielzeit ein Assist voraus.

Gegen Switches vertraut er sogar oft auf seinen eigenen Speed und geht Bigmen-Mismatches mit viel Selbstvertrauen direkt an.

Wird ihm die Lane zugestellt, funktionieren Midrange-Pullup und Teardrop als zufriedenstellende Notlösung.

Größere Fragezeichen sind allerdings hinter seinen Wurf zu setzen. Seine Quoten deuten auf einen mehr als soliden Schuss hin (40,4 3P%, 81,7 FT%). Allerdings ist es auffällig, dass SGA kaum Pullup-Dreier nimmt. Würfe wie dieser hier sind die absolute Ausnahme.

Außerdem muss kritisch beäugt werden, dass er insgesamt nur sehr wenige Versuche aus der Distanz genommen hat (1,5 3PApG). Seine Bewegung sieht nicht kaputt aus, hat aber einen niedrigen Releasepunkt und dauert recht lang. Es bleibt deswegen abzuwarten, was er als Schütze liefern kann. Für die NBA wäre es wichtig, dass er besonders auch Offball in Spotup-Situtionen wie diesen Gefahr ausstrahlen und so Spacing liefern kann.

Das grundsätzliche Wurfgefühl ist da. Es ist aber davon auszugehen, dass die NBA-Dreierlinie eine größere Umstellung für ihn bedeuten und er seine CBB-Quoten aus der Distanz nicht halten wird.

Defensive

In der Verteidigung ist SGA ein extrem spannender Spieler, da er vielseitig einsetzbar ist. Als Point-of-Attack-Defender könnte er wegen seiner Geschwindigkeitsnachteile in manchen Matchups überfordert sein, sollte mit seinen langen Armen aber immer einen Impact auf den Ballführenden haben. Als 6’6” Guard mit toller Wingspan ist er aber auch gegen nahezu jeden Flügelspieler einzusetzen und eröffnet so viele Möglichkeiten. Gerade für Switching-Schemes könnte sich SGA als flexibler und kluger Teamdefender als wertvoll erweisen. Er scheint ein gutes Gefühl für Verteidigungsarbeit zu besitzen und trat dadurch recht oft als defensiver Playmaker auf den Plan (2,8 STL%, 1,,7 BLK%).

Sein Ceiling scheint wegen fehlender Masse und Geschwindigkeit auf dieser Seite des Feldes auch wieder etwas limitiert zu sein. Aber Länge und IQ geben ihm einen recht hohen defensiven Floor.

Spielervergleich

SGA wird zwar derzeit oft als bester Playmaker hinter Trae Young geführt, gehört aber für mich in eine andere Spieler-Kategorie. In Bank-Lineups ist er als ballführender Spieler denkbar, sollte aber im Idealfall einen primären Ballhandler neben sich haben. Diesen kann er als sekundäre Option entlasten, müsste aber ebenso Offball-Aufgaben übernehmen, um effektiv zu bleiben. Er wird an anderer Stelle aktuell oft mit Frank Ntilikina verglichen. Vom athletischen Feel her würde ich aber lieber Kyle Anderson anführen. Rollentechnisch könnte er Ähnliches liefern, wie Delon Wright oder Shaun Livinston.

Statssektion

Highschool:

Trivia

Twitter

@shaiglalex

 

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