Draftprofile 2018

Zhaire Smith

Texas Tech Red Raiders

Datenblatt

Name: Zhaire Smith

Geburtsdatum: 04.06.1999

Größe: 6’4”

Gewicht: 195 lbs.

Spannweite: 6’10”

Position: Wing

Team: Texas Tech Red Raiders

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Energie, Explosivität und Speed

+ Slashing

+ Defense

– Wurf

– Handling

Scouting – Logbuch

14.05.2018

HS-Recruiting ist zu einem riesigen Business geworden. Webseiten, die die Schüler nach ihren basketballerischen Fähigkeiten in eine Reihenfolge bringen, arbeiten immer professioneller und scheinen mittlerweile die gesamte USA mit kompetenten Scouts abzudecken. Nur selten kommt es vor, dass ein wirklich talentierter Spieler allen Services durch das Raster fällt. Zhaire Smith scheint aber einer dieser Fälle zu sein. Maximal als 3*-Sterne-Prospect gerankt (ESPN hatte ihn in gar keiner Liste!), kam der Flügelspieler ohne Vorschusslorbeeren zur Texas Tech und musste sich auch dort seinen Stand erst erarbeiten. Über das Jahr konnte er aber beweisen, dass er kriminell unterrekrutiert war. So schnappte sich Smith ab Mitte der Saison als Freshman einen der Starterposten und hatte großen Anteil an der Red Raiders-Renaissance, die 2018 den ersten Sieg des Colleges überhaupt bei den Kansas Jayhawks und einen tiefen NCAA-Tournament-Ritt beinhaltete.

Athletik

Der Texaner muss als bester Wing-Athlet dieser Klasse gelten. Schon allein seine Maße von 6’5” Körpergröße, 6’10”-Armspannweite und seine 195 Pfund Körpergewicht überzeugen auf ganzer Linie. Allerdings hat Smith weitaus mehr zu bieten. In Sachen Topspeed, erster Schritt, zweiter Jump und Reaktionsschnelligkeit ist er schon heute auf oberem NBA-Level anzusiedeln. Es wäre zudem wenig überraschend, wenn er im Vorfeld der Draft das beste Vertical aufzeigen würde. Ungewöhnlich ist dabei, dass der Raider trotz seiner Jugend (wird Anfang Juni 19 Jahre alt) seine Tools und Athletik auf beiden Seiten des Feldes schon in spielerische Vorteile umzuwandeln weiß.

Defense

Die Verteidigung stellt das Fundament von Smiths Spiel dar. Nicht ohne Grund wurde er bereits als Liga-Neuling in das Big 12-All Defense-Team gewählt. Für das sehr switchfreundliche System stellte der junge Flügel gerade wegen seiner Einstellung und Flexibilität eine der wichtigsten Komponenten dar. Zumeist startet er die gegnerischen Ballbesitze als Point-of-Attack-Defender gegen den Playmaker. Mit seinen langen Armen sowie flinken Füßen kann er nahezu jeden Ballhandler unter Druck setzen und Würfe wenigstens schwierig gestalten.

Defensive Rotation antizipiert Smith sehr gut und kann nach Switches gegen eine Vielzahl von anderen Spielertypen effektiv sein. Er ist lang genug um die meisten Flügel zu checken und kann durch seine solide Upperbody-Strength teilweise sogar gegen Bigs im Post dagegenhalten.

Mit seinen tollen Instinkten und sichtlich hohem Basketball-IQ kann Smith sogar als Roamer und Helper für defensives Playmaking sorgen (2,3 STL%, 4,8 BLK%).

Als eventuell gar unterbewertet kann an dieser Stelle sein Defensivreboundingverhalten angebracht werden. Er holt zwar “nur” 11,1 DRB%, scheint aber jede Possession konsequent auszuboxen und so ein großes Plus für sein Team darzustellen.

Offense

Im Angriff ist das Spiel von Zhaire Smith noch nicht so weit entwickelt. In Chris Beards Motionoffense agierte der Freshman eher als Rollenspieler und schulterte dementsprechend wenig offensive Last (18,3 USG%). Oft lief er sogar als Vierer von offensiven Lineups auf, wie dies am College für körperlich starke Wings oft der Fall ist, um ihm das Leben zu erleichtern. Possessions beginnen mit Screens für die Ballhandler. Es folgen anschließend Cut-Versuche für leichte Körbe. Wenn Smith dann den Ball nach einiger Offball-Arbeit doch einmal am Perimeter erhält, geht es meist gegen vorteilhafte Matchups oder aber schon sich bewegende Verteidigungsreihen.  Beispielsweise nutze Duke Justise Winslow in einer ähnlichen Art und Weise.

Dieser Kniff wird für Smith angewandt, da ihm Self-Creation schwerfällt. Zwar kann er mit klugen Fakes und seinen schnellen ersten Schritt viele Gegner schlagen. Aber sein neben dem Spin-Move ausbaufähiges Handling beschränkt ihn zumeist auf Straightline-Drives, die er am besten gegen langsame Bigs, harte Closeouts oder in Transition anbringt.

Fortgeschrittene Dribble-Moves und ausgefallene Finishes blitzen nur sehr selten auf:

Sein Touch am Ring ist eher nur durchschnittlich. Dass er trotzdem ein effizienter Scorer in der Zone ist (64,9 FG%@Rim) liegt vor allem an seinen smarten Cuts und seinem besten Offensiv-Skill – dem Rebounding. Smith attackiert das offensive Glas (natürlich auch im Scheme so vorgesehen) so unerbittlich und erfolgreich, wie kaum ein anderer Guard. Er lieferte unglaubliche 9,6 ORB% und brachte durchschnittlich exakt einen erfolgreichen Putback pro Spiel.

An dieser Stelle könnte der Freshman – wie so viele auf ihre Tools vertrauende Spieler – als blinder Slasher-Bot abgestempelt werden. Aber dem ist nicht so. Smith verfügt trotz seiner noch weiterzuentwickelnden Skills einen ordentlichen Basketball-IQ und eine solide Vision. Dies wird immer wieder deutlich, wenn der Raider bei seinen Drives freie Mitspieler mit teilweise recht anspruchsvollen Pässen findet (12,6 AST%).

Zusätzlich ist zu bewundern, wie effizient er allgemein agiert (128 ORtg). Der Flügel kennt seine Limitationen und begeht deswegen kaum Fehler (10,8 TOV%).

Allerdings wird der 18-Jährige an einer anderen Stelle dem Klischee seines Spielertyps gerecht. Wie für so viele hyperathletische Wings ist der Wurf Smiths Make-or-Break-Skill- fällt er, öffnet sich das gesamte Spiel für ihn. Aktuell sieht das Fundament für Smiths Jumper solide aus. Er trifft seine Freiwürfe (71,7 FT%), seine Midrange-Möglichkeiten (39,7 FG%2PJ) und seine offenen Dreier (44,7 3P%) auf einem mehr als annehmbaren Niveau.

Dass allerdings noch viel Arbeit folgen muss, um ihn zu einem gefährlichen Shooter zu machen, zeigen Szenen wie diese, in denen er offene Dreier verweigert.

Für seine Entwicklung zu einem echten 3&D-Spieler wäre es enorm wichtig, dass er in Zukunft weiter seinen Wurf stabilisiert und mehr Volumen aus der Distanz liefert, um als positiver Spacer aufzulaufen. Seine Wurftechnik ist zwar nicht ganz sauber, bietet aber genug Potenzial dafür. Insgesamt muss er aber kein Scharfschütze werden, um seinem Team einen Wert zu bieten. Zu gut sind die Kombination aus Defense, Slashing und robustem Decisionmaking.

Spielervergleich

Zhaire Smith ist ein Überathlet vom Schlag Zach LaVine. Für die NBA bringt er alle erträumbaren Tools und Skills mit, um ein elitärer Defender werden zu können. Dabei ist es sogar denkbar, dass er ähnlich wie ein Marcus Smart als kleinerer Spieler die Möglichkeit hat, bis zu zu vier Positionen zu verteidigen. Es wird von seiner offensiven Entwicklung abhängen, ob er sich wie ein Andre Roberson rein über seine Defensivskills Minuten erarbeiten muss oder ob er in Zukunft sogar Fortschritte auf der anderen Seite des Feldes zeigen kann. Als absoluter Best Case wäre dann wohl Victor Oladipo zu nennen, der am College noch eine ähnliche Rolle wie Smith spielte.

Statssektion

Trivia

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