Draftprofile 2018

Collin Sexton

Alabama Crimson Tide

Datenblatt

Name: Collin Sexton

Geburtsdatum: 04.01.1999

Größe: 6’2”

Gewicht: 180 lbs.

Spannweite: 6’6”

Position: Playmaker

Team: Alabama Crimson Tide

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Energie, Explosivität und Speed

+ Scoring-Instinkte

+ Handling

+ Defensive Einstellung

– Größe

– Wurf

– Decisionmaking

Scouting – Logbuch

05.05.2018

Collin Sexton galt schon seine gesamte High School-Karriere lang als spektakulärer Scorer und zog die Aufmerksamkeit der regionalen Medien auf sich. Die (inter)nationale Bühne betrat er aber wie so viele Prospects dieses Klasse im Sommer zur FIBA U17-WM 2016. Es waren seine Tournament-MVP-Leistungen in Saragossa, die ihm vor seinem HS-Senior-Year genug Hype gaben, um als 5*-Top-Recruit zu gelten und schließlich von Ex-NBA-Coach Avery Johnson mit einem Stipendium zu den Crimson Tide nach Alabama geholt zu werden. Wir sahen Sexton im Sommer vor zwei Jahren so:

Collin Sexton wird in einer der kommenden Drafts sicherlich hinter vielen seiner Teamkollegen gezogen werden, war aber über die Wochen in Zaragoza der produktivste Spieler im Kader der US-Boys und wurde folgerichtig zum Tournament-MVP gewählt. Das Herz der Mannschaft war nicht nur abseits des Feldes ein guter Anführer, sondern zog auch in seinen Minuten auf dem Court das Spiel seines Teams konstant an sich. Als Scoring-Playmaker attackierte er gegnerische Verteidigungsreihen unerlässlich und äußerst effizient. Kaum ein Spieler konnte sich mit seiner Explosivität und Geschwindigkeit in seinem Zug zum Korb messen.

Gleichzeitig vergaß Sexton seine Mitspieler nicht und streute ab und an gar Distanzwürfe ein. In einer sehr aggressiv auftretenden US-Team stach er mit seiner Intensität heraus. Dies sagt viel. Am College dürfte er ein ungemein starker Aufbauspieler werden. Für großen Erfolg auf dem höchsten Profi-Level wird er in den nächsten Jahren noch Mittel und Wege finden müssen, die es ihm erlauben, seine eigentlich nicht mehr NBA-taugliche Körpergröße von 6‘1‘‘ kompensieren zu können. Weitere Verbesserung seines Shootings würde dafür einen guten ersten Schritt darstellen.

Zudem besprachen wir Anfang des Jahres Sexton in unserem Amateur-Hour-Format. Wir konnten ihn dafür im direkten Duell gegen Draft-Kollegen Trae Young beobachten:

Athletik

Wie damals schon ersichtlich war: Sexton ist trotz eines Mini-Wachsttumsschubs “nur” bei 6’2” Körpergröße angekommen und wirkt zudem mit seinen 180 lbs. ziemlich schmächtig. Er gilt deswegen als eher zu klein geratener Playmaker, wenn die NBA-Standards angelegt werden. Dabei aber gern vergessen, dass Sexton beispielsweise im Vergleich zu Trae Young (6’4” Wingspan) mit einer verhältnismäßig langen Armspannweite von 6’6” gesegnet ist und dadurch etwas größer spielt, als er ist. Sein Körpergewicht verteilt sich ebenfalls sehr vorteilhaft für ihn. Der Freshman bringt breite Schultern mit, um noch Muskelmasse zulegen zu können, ist aber auch schon in der vergangenen Saison sehr definiert und mit guter Core-Strength unterwegs gewesen, um bspw. Kontakt in der Zone absorbieren zu können.

Dennoch kann nicht versteckt werden, dass Sexton auf dem nächsten Level körperlich einige Zentimeter zu kompensieren wissen muss. Dies könnte ihm durch seine Explosivität beim ersten Schritt, seine tolle Geschwindigkeit auch mit Ball, seine für seine größe unterbewertete Sprungkraft und vor allem seine extrem energiegeladene Spielweise gelingen. Wenn wir das Klischee bedienen wollen, können wir Sexton den wohl besten internen Motor der Klasse unterstellen.

Offense

Sexton war in der High School ein 30 PpG – Scoring – Combo Guard. Diesen Spielstil legte er für seine College-Karriere nicht ab, auch wenn er für den “General” Avery Johnson auflief. Als Spieler mit sehr hoher Usagerate (33 USG%) hatte der Co-Freshman of the Year der SEC in erster Linie immer den Korb und nicht die Mitspieler im Blick.

Der Crimson Tide-Aufbau ist ein unglaublicher Downhill-Scorer, der in Transition stets auf das Gaspedal tritt, um einen Abschluss am Ring zu finden.

Aber auch im Halbfeld attackiert Sexton entweder aus der Isolation oder nach Screen’n’Roll-Actions unnachgiebig den Korb. Ein ungemein explosiver erster Schritt und tolles Handling erlauben es ihm gegen nahezu jeden Gegner zum Korb zu kommen. Auf dem Weg in die Zone schafft er sich oft mit schnellen Richtungswechseln – “Turning-the-Corner-Moves”- genug Platz für seine dort guten Abschlüsse (62,2 FG%@Rim) und forciert liebend gern Kontakt, um sichere, effiziente Punkte an der Linie mitzunehmen (77,8 FT%). Nur Trae Young warf von den für die kommende Draft relevanten Spielern mehr Freiwürfe. Sextons Freiwurfrate (0.575 FTr) ist sogar signifikant höher als die des Sooners (0.443 FTr). In der NBA könnten seine Drives bei noch besserem Spacing noch gefährlicher werden. Dieser Umstand dürfte augleichen, dass er gegen schnellere und größere Gegenspieler etwas schlechter abschließen könnte.

Stellt die Verteidigung die Zone komplett zu, kann Sexton auch aus der Mitteldistanz arbeiten. Sein Pullup sah in vielen Spielen gut aus, dennoch würde ich eher seinem patentierten Floater vertrauen, den er gern auch gegen Bigmen anbringt. Insgesamt kann sein Midrange-Game im Anbetracht dessen, dass das alles selbstkreierte Würfe sind (5,5 %assisted 2PJ) als solide bezeichnet werden (36,4 FG%2PJ).

Allerdings zeigt die Wurfquote und sein Volumen aus der Distanz, dass er sich gern bei der Auswahl seiner Abschlüsse überschätzt und oft auch schlechte bzw. Entscheidungen trifft.

Gleiches kann für seine Sprungwürfe insgesamt gesagt werden. Sexton nimmt teilweise schwierige Würfe mit schlafwandlerischer Selbstsicherheit, die seine Quoten nicht im geringsten rechtfertigen (33 3P%). Dennoch kann ihm zugutegehalten werden, dass er auf diese Art und Weise immerhin konstant Druck auf die Defense ausübt, da er als streaky, aber dadurch wenigstens durchschnittlicher Schütze beachtet werden muss. Interessanterweise ist er einer dieser Spieler, die gefühlt aus dem Pullup heraus mit einem Gegenspieler in Sichtweite besser treffen, als wenn sie frei in der Ecke abdrücken müssen. Es ergibt sich so eine rhythmischere Wurfvorbereitung für ihn, die er dann besser nutzt. Insgesamt bietet der Wurf ein solides Fundament, auf dem sich mit vielen Wiederholungen aufbauen lässt.

Für seine weitere Karriere wäre aber auch eine Verbesserung als Spot-Up-Schütze wichtig, um neben anderen Ballhandlern auflaufen zu können. Bisher konnte er solche Fähigkeiten aber nur andeuten.

Weiteres Verbesserungspotential besteht für Sexton als Playmaker. Als Passer aus dem Pick’n’Roll heraus war er in der vergangenen Saison eher nur leicht überdurchschnittlich. Er lässt zwar teilweise sehr gute Reads aufblitzen und beweist damit solide Vision sowie Gefühl für richtige Entscheidungen.

Allerdings trifft er diese bisher noch nicht konstant genug auf hohem Level. Zudem sind seine Pässe oft nicht sauber genug, um sofort verwertbar zu sein bzw. ihm fehlt manchmal die Fähigkeit sich entwickelnde Plays zu erkennen, um dann seine Mitspieler in die richtigen Spots zu leiten und freizupassen. Deswegen ist sein Playmaking nicht auf höchstem Level anzusiedeln, auch wenn er ein besserer und gewillterer Passer ist, als ihm dies sein Ruf derzeit bescheinigt (27,8 AST%).

Defense

Der 19 Jährige ist ein überdurchschnittlicher Verteidiger, der im Scheme von Avery Johnson durch seine gute Fußarbeit, Schnelligkeit und Energie gern dazu genutzt wurde, um viel Druck auf gegnerische Ballhandler – sei es durch Mann-Mann-Verteidigung oder aggressives Trapping – aufzubauen. Sexton ist sich nicht zu schade auch auf der Seite des Feldes unermüdlichen Einsatz zu bringen und bspw. nach eigenem Fehlwurf ein Offensivfoul zu ziehen.

Eher muss ihm vorgeworfen werden zu aktiv zu sein und sich mit Finten zu schnell austanzen zu lassen.

In Sachen Schnelligkeit kann er mit den besten Guards mithalten. Ein genialer Stopper oder toller defensiver Playmaker ist er trotzdem nicht (1,6 STL%). Dafür fehlt es ultimativ an Länge. Letztlich ist es aber schön zu sehen, dass er als Spieler, der potentiell wegen seiner Größennachteile attackiert werden könnte, so viel Wert auf defensives Arbeiten legt.  So lässt sich gerade in einem funktionierenden Teamkonzept mit ihm als Point-of-Attack-Defender viel kompensieren.

Schwierigkeit des Spielertyps

Sexton möchte mit seinem Skillset ein primärer Ballhandler sein und damit die wichtigste Rolle im Basketball ausfüllen. Dies ist immer ungemein schwierig. Selbst auf höchster Ebene entscheiden hierbei wenige Effizienzparameter darüber, ob ein Superstar sein Team ständig in die Conference-Finals führt oder aber als bester Spieler die Franchise zwar immer in die Playoffs hebt, dort aber auf ewig zum Scheitern verdammt ist. Nate Duncan und Ben Taylor besprechen diese Problematik in diesem Podcast. Ein Level darunter stellt sich dann sogar die Frage, ob ein Playmaker spielbar ist, da er bei Performances unterhalb eines bestimmten Levels seinem Team als Spieler mit dem Ball in der Hand sogar schadet. Entprechend klein in der Raum für Fehler, der sich für Sexton ergibt. Mit seinen Fähigkeiten für sich und andere zu kreieren, könnte er ein guter Starter werden. Überträgt sich sein Spiel nicht komplett, sollte er sofort auf die Bank gesetzt werden und als Instant-Scoring-Option dienen. Etwas dazwischen scheint es für ihn nicht zu geben, da er wenig sekundäres Ballhandler-Potenzial wegen fehlender Offball-Fähikeiten und mangelnder Größe zeigt.

Spielervergleich

Die besprochene Problematik hatten wir im vergangenen Jahr auch zu De’Aaron Fox ausführlich besprochen, der sich auch mit seinem Stärken/Schwächen-Profil und Kenpom-Stats-Übereinstimmung als sinnvoller Vergleich anbietet. Mit seinem kleinen Postseason-Spark fühlte sich Sexton zudem auch wie ein Abziehbild von Kemba Walker an, der als Good Case angeführt werden kann.  Auch von Dennis Schröder ist der Freshman in Sachen Schnelligkeit und Körperbau nicht weit entfernt.

Statssektion

Trivia

Instagram

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