Golden State Warriors

Die Warriors ohne Steph Curry

Kostet die Verletzung des Ballhandlers den Titel?

Die Golden State Warriors sind die Favoriten auf den Titel. Nicht nur in diesem Jahr, eigentlich gelten sie seit Jahren als das Team to beat.  LeBron James gelang es ein Mal auf fast wundersame Weise (mit ein wenig Extrahilfe von Kyrie Irving), doch seit drei Jahren sind die Warriors immer das Team, auf das man zu Beginn der Saison setzen sollte, spätestens seit der Verpflichtung von Kevin Durant.

Es mutet ein wenig befremdlich an, dass der Favorit auf den Titel nur anhand eines Ausfalls stark angeschlagen sein könnte, oder? Fairerweise muss man sagen, dass momentan der gesamte Kader angeschlagen wirkt und die Warriors relativ sicher nicht als Erster im Westen einlaufen werden. Dennoch sorgt perspektivisch die Verletzung Steph Currys für größeren Kummer, als es bei dem (klar) besten Team der NBA sein sollte. Curry fixte aber sehr viele, kleine Löcher, die der Champion vorzuweisen hatte. Diese wirken nun etwas größer, als sie vielleicht wirklich sind, aber Golden State scheint so schlagbar und angreifbar wie seit Jahren nicht mehr. Die Gründe lassen sich in der Regular Season finden – manche vielleicht mit zu wenig Sample Size, aber alle so legitim, dass die Warriors sich fragen müssen, ob sie die Titelverteidigung zuversichtlich angehen können.

Curry erfüllte eine Vielzahl an Rollen für Golden State. Sollte der Guard wirklich frühestens in der zweiten Runde der Playoffs wieder zum Team stoßen – könnte dies im worst case schon zu spät sein. Erinnern wir uns zudem an die Playoffs von vor zwei Jahren, als Curry zwar zurückkam, aber nie vollständig genesen war und den Titel der Cavaliers nicht verhindern konnte. In welchen Rollen, die Curry besetzt, fehlen den Warriors denn nun die Alternativen?

Currys Einfluss im Überblick

Man kann gerne darüber diskutieren, ob Kevin Durant oder Steph Curry als bester Spieler der Warriors gelten sollte. Worüber Einigkeit bestehen sollte, ist, dass Steph Curry der MVP des Champions ist. Das liegt daran, dass er für die Warriors nicht kompensierbar ist. Steht Curry auf dem Feld, sind die Warriors offensiv der erwartete Juggernaut, der alles in Grund und Boden spielt. Mit Curry erzielt Golden State 120 Punkte auf 100 Possessions. Der Primus Houston kommt auf gerade mal  113 Punkte. Defensiv kann Golden State ohne Curry bessere Lineups aufs Feld schicken, aber Kevin Durant hat das teamintern schlechteste Defensivrating vorzuweisen. Curry kommt auf das beste Net-Rating im Team (+14,3), während das Team ohne Curry offensiv maximal durchschnittlich performt (105 Punkte auf 100 Possessions).
Durant ist mit weitem Abstand der zweitbeste Spieler und aufgrund seiner offensiven und defensiven Flexibilität auch ungemein wichtig für das System der Warriors. Das sollte unbestritten sein. Allerdings ist das Team mit Durant auf dem Feld nur leicht besser als insgesamt (NetRtg von 9,8 mit Durant im Gegensatz zu 9,1 als Team) und es kommt ohne Durant auch gut zurecht (NetRtg von 8,1 wäre weiterhin knapp das zweitbeste Team der Liga).

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Dass Curry unersetzbar ist,  sollte spätestens jetzt klar sein. Was nochmals betonen werden sollte, ist, dass Durant trotzdem der – isoliert betrachtet – beste Spieler der Warriors sein könnte, das Team ihn aber besser ersetzen kann, weil die Spielertypen im Kader zufällig die Qualitäten besser auffangen als Currys.

Was sind denn nun Currys unersetzbare Stärken? Die Warriors haben 2017/18 drei dreckige Geheimnisse: Sie haben kaum Shot Creation außerhalb Currys, sie haben nur drei verlässliche Schützen und damit ein fragiles Spacing und ihre Bank funktioniert nicht wie in den Vorjahren. Steph Curry ist hauptverantwortlich für das Fixen all dieser Probleme. Er ist klar der beste Ballhandler des Teams und bietet zudem das beste Spacing durch seinen tödlichen Wurf. Gerade das Ballhandling ist aber einen Blick wert, weil Curry nicht die meisten Assists bei den Warriors spielt, sondern dies Draymond Green zufällt und Kevin Durant ebenfalls stark assistiert. Warum ist Curry hier trotzdem so essentiell?

Currys Ballhandling als Alleinstellungsmerkmal bei den Warriors

Stephen Curry hat viele Fähigkeiten, aber gerade die Kombination aus all diesen macht ihn so einzigartig. Deshalb ist es auch gar nicht so einfach zu greifen, wieso Currys Ausfall nun so schwerwiegend ist. Geht man ohne Eye Test an die Sache, sollte doch zumindest das Duo Green/Durant Currys Ballhandling auffangen können. Beide kommen zusammen auf über 12 Assists pro Spiel und sollten damit Currys Creation doch auffangen können. Dies ist jedoch mitnichten der Fall.

Curry ist im Kader der Warriors der einzige Spieler, der oft genug zum Korb zieht und dann auch den Nebenmann findet und den Ball herauspasst.

Die Warriors sind, was die Penetration angeht, mit Abstand das schwächste Team der Liga! Sie versuchen es nur 24 Mal pro Spiel, die Knicks als Vorletzter ziehen 33 Mal pro Spiel zum Korb.
Während Durant auch zum Korb zieht, schließt dieser zu 80% selbst ab. Eine Kreation für andere findet nicht statt. Die Warriors haben schlicht nur Curry, der aus dem Drive zum einen effizienter ist als Durant, zum anderen aber auch doppelt so oft herauspasst und damit bessere Wurfchancen für seine Mitspieler ermöglicht.
Draymond Green hingegen zieht gar nicht zum Korb. Er ist die klassische Passstation, die nach einem Drive Currys den Ball erhält, die Defense des Gegners gut liest und dann den Assist für sich verbuchen kann. Die Arbeit – das Chaos beim Gegner – hat aber zu großen Teilen Curry verrichtet. Hier sieht man, wie er von Durants Doppel profitiert und, ohne zu dribblen, den Assist verbucht:

Dass die Warriors auch ohne viel Drive zurechtkommen, ergibt ein Blick auf die Teamzusammenstellung: Curry, Thompson und Durant sind so gefährliche Dreierschützen, dass Penetration zuweilen gar nicht nötig ist, um zu guten Würfen zu kommen.
Thompson ist der beste Offscreen-Spieler der Liga und erläuft sich 6 Possessions pro Spiel, die er effizient nutzt – Curry ist hier (bei 4 Possessions) aber eigentlich noch besser. In Transition ist Thompson hingegen mit Abstand der beste Warrior.
Durants Variabilität hilft den Warriors natürlich. Er kann sowohl für sich selbst als Ballhandler kreieren, als sich auch hervorragend abseits des Balls bewegen. Diese Vielseitigkeit bedingt aber auch, dass Durant die Spezifika, die Curry dem Team bringt, nicht reproduzieren kann.

Steph Currys nun fehlendes Ballhandling können die Warriors einfach nicht kompensieren. Sie haben niemanden, der den Ball im Pick’n’Roll oder beim Drive so bewegen kann, dass Überzahlsituationen entstehen und diese zu einfachen Würfen für Golden State führen. Dies liegt auch an der nicht funktionierenden Bank der Warriors.

Curry als Stabilisator für Bank-Lineups

Steve Kerr bleibt seinem Plan treu: Er staggert Curry, Thompson, Green und Durant sehr wenig und nutzt diese lieber so oft wie möglich zusammen. In den Vorjahren war der Plan auch sehr gut, auch in diesem Jahr funktioniert die Ballung von Starpower natürlich noch. Aber die Bank ist in diesem Jahr nicht so zuverlässig. Den Warriors fehlt in diesem Jahr jemand wie Ian Clark, den man an die New Orleans Pelicans verloren hat. Clark bot im letzten Jahr in den 15 Minuten pro Spiel genügend Athletik und Drive, um Currys Zeit auf der Bank zu überbrücken. Clark war natürlich kein Game Changer und auch nicht der typische Floor General, der das Spiel leitet, aber die Kombination aus Drive, Dreier und generellem Einsatz half genug, um die Offensive am Leben zu erhalten (ORtg von 109) und beide Bank-Lineups mit Clark und entweder Thompson oder Durant mit weiteren Bankspielern waren klar positiv.

Clark selbst war dabei weder sonderlich effizient noch geben die Zahlen her, dass seine Lineups insgesamt gut agierten – aber er spielte eben auch ohne Steph Curry, der für das Team auch schon im letzten Jahr kaum ersetzbar war.

In diesem Jahr fehlt dieser Spielertyp jedoch gänzlich. Andre Iguodala sah bis zum Februar kaum wie ein NBA-Spieler aus, Shaun Livingstons Zeit nähert sich auch dem Ende. Kevon Looney ist weiterhin kein Rotationsspieler, Patrick McCaw weder Three noch D, einzig David West sah mit seinen 37 Jahren in einigen Momenten so jung wie noch nie aus.
In der Offseason hatte man sich mit Nick Young und Omri Casspi verstärkt. Nick Young kam etwas zu schwer ins Trainingslager und hat – Gerüchten zufolge – die Sets der Warriors über Monate nicht erlernen können, weswegen Kerr gerne auf ihn verzichtete. Casspi laboriert eigentlich die gesamte Saison über immer wieder an seiner Knöchelverstauchung am rechten Bein und hat in seinen 700 Minuten lediglich 10 Dreier versenkt.

Der Bank fehlen vor allem multidimensionale Spieler, die den Startern Entlastung verschaffen können. Iguodala und Livingston können zwar dribblen und den Ball bringen, aber keiner von beiden hat einen Wurf, den man respektieren müsste. Young ist eigentlich der verheißungsvollste Bankspieler, weil er genau das tut, was die Warriors händeringend brauchen: Er nimmt die offenen Dreier und trifft sie. Dafür tut er nichts anderes, das dem Team helfen könnte.

Der Unterschied zwischen einem Ballhandler und einem Shot Creator sollte hier nochmals verdeutlicht werden: Iguodala und Livingston können natürlich dribblen und den Ball sicher nach vorne bringen, aber es fehlen ihnen die Tools, um gute Wurfversuche für die Mitspieler zu kreieren. Sie strahlen keinerlei Gravity aus, um Gegenspieler eng an sich zu binden; bringen sie den Ball, fehlt mittlerweile der Antritt oder das Decision Making in Traffic, um über eine längere Zeit den Ball zu bringen.

Als Hoffnungsschimmer entpuppt sich in den letzten Spielen Quinn Cook, der vor seiner Zeit bei den Warriors auf ganze 14 NBA-Spiele kam – kein Zeugnis, das ein Titelverteidiger sucht. Doch Cook ist okay und füllt zu Teilen die vakante Clark-Stelle: Er zieht zum Korb, reißt Räume und findet – ebenso wie Curry – den freien Mann.

Ebenso geht er ins Pick’n’Roll, findet auch hier die Mitspieler, aber kann selbst nicht effizient finishen.

Verstehen wir uns nicht falsch: Cook ist nicht die Lösung. Er ist bereits 25, ist nicht gedraftet worden und bekommt nur aufgrund der vielen Ausfälle überhaupt diese Chance. Aber er bietet ein Skillpaket, das die Warriors suchen: Ballhandling, Wurf (er nimmt dieselbe Anzahl an Pull-Up-Dreiern wie Thompson oder Nick Young) und ordentliche Defense. Kerr sollte ihn auch in den Playoffs zumindest versuchen.

Wenn Steph Curry ohne Klay Thompson und Kevin Durant auf dem Feld steht, spielt er zumindest mit dem Großteil der Bank zusammen.  Wirklich eingespielte „Curry + Bank“-Lineups gibt es aber nicht. Generell wechselt Kerr fröhlich durch und spielt fast alle möglichen und unmöglichen Lineups. Deshalb ist es sinnvoller, die Gesamtproduktion Currys ohne Thompson und Durant anzuschauen, als sich in vielen Lineups zu verlieren, die nur ein paar Minuten zusammengespielt haben. Curry trägt sein Team trotz des Fehlens der anderen beiden Scoringoptionen weiter souverän und sein Team kommt in 233 Minuten auf ein Offensivrating von 121 – unverändert zum Gesamtwert, der mit Curry erspielt wird. In der Gegenprobe kommen Durant und Thompson ohne Curry gerade mal auf ein Offensivrating von 108. Sie können zusammen die schlechte Bank der Warriors nicht tragen. Insgesamt ist das Team mit den beiden nur gerade einmal drei Punkte besser als der Gegner – trotz zweier elitärer Schützen.

Curry als Spieler mit der meisten Gravity

Gerade bei den Drei-Punkte-Würfen muss auf den Schwierigkeitsgrad geschaut werden, um zu verstehen, mit welcher „Anziehungskraft“ ein Angreifer auf die Verteidigung einwirkt. Die Warriors versuchen – verankert im Teamkonzept – die einfachen Würfe zu kreieren, damit sich die Siegchance erhöht. Soweit sollte dies nachzuvollziehen und einleuchtend sein. Am liebsten würde dies jedes Team so handhaben. Tatsächlich nehmen die Warriors aber neun Pull-Up-Dreier pro Spiel – einen Wurf, den – bis auf fünf Teams – nahezu jedes Team meiden sollte, weil er ineffizient ist.  Steph Curry macht aus diesem problematischen Wurf aber eine Waffe, weil er die Hälfte aller Warriors-Pull-Ups nimmt und diese mit 40% trifft – besser als jedes Team insgesamt.

Kevin Durant ist der einzige Warrior, der ebenfalls öfter als ein Mal pro Spiel diesen Wurf sucht, ihn aber unterdurchschnittlich (33%) verwandelt. Curry ist auch hier einzigartig und für die Warriors nicht zu ersetzen. Gerade sein Splash Brother Thompson nimmt diesen Wurf gar nicht und meidet ihn, so gut es geht.Ein Blick auf das Spacing mit und ohne Curry reicht aus, um zu verstehen, wie sehr Curry diesem Team hilft:
Curry zieht als wurfstarker Guard seinen Gegenspieler noch weiter heraus als dies bei ballführenden Spielern üblich ist. Dadurch kann Draymond Green einen Screen für Curry setzen, der gut einen Meter vor dem Perimeter angesiedelt ist. Thompson und Durant in den Ecken machen das Feld so breit es geht, David West positioniert sich im Dunker-Spot und bindet somit auch seinen Gegenspieler. Die Grizzlies verteidigen somit nur um das Perimeter herum und lassen die Mitte komplett offen. Curry hat nach dem erfolgreichen Pick seitens Green so viel Platz, dass er gar nicht weiß, welche Schwachstelle der Verteidigung er angreifen soll. In dieser Szene entscheidet er sich für – einen Pull-Up-Dreier, der die Warriors wieder an die Grizzlies heranbringt.
Gänzlich anders sieht das Spacing aus, wenn Steph Curry nicht den Ball bringt:

Houston verteidigt hier die Possession, in der mit Livingston ein Non-Shooting-Guard den Ball bringt, komplett anders als die Grizzlies. Hier sieht man vor allem die Kulmination der Probleme der Warriors: Mit Klay Thompson hat man nur einen Schützen auf dem Feld, der respektiert wird, obwohl man mit Young und Casspi nominelle Dreierwerfer ebenfalls aufs Parkett geschickt hat. Chris Paul verteidigt Casspi nur rudimentär und besetzt die Mitte. James Harden spielt hier abermals als Roamer und verteidigt Young gar nicht. Livingston wird nur aufgrund des Ballhandlings respektiert, ansonsten würde der Verteidiger hier auch absinken. Die Lösung aus diesem Play für Golden State ist ein Young-Dreier, der auch sein Ziel finden wird. Allerdings ist dies mittelfristig keine Lösung, mit der Golden State zufrieden sein kann.

Da die Warriors für gutes Spacing ohne Curry einen wurfschwachen Ballhandler nutzen sollten, damit dieser auch konsequent am Perimeter verteidigt werden muss, beraubt man sich zugleich des Handlings Durants. Deswegen geht der Ball auch sehr oft und schnell zu Durant, um eine ordentliche Shot Creation zu erzielen.

Fehlt Curry, kann Durant hier beispielsweise nicht die Ecke besetzen, weil er – statt Livingston – kreieren soll. Livingston wird aber nicht als Schütze respektiert, ebenso orientiert sich Gordon eher nach innen und beachtet Draymond Green nicht. Den Magic wird durch das fehlende Spacing erlaubt, eine Mauer um die Zone zu bauen. Golden State fehlen einfach die Dreierschützen, die der Gegner respektieren muss. Curry alleine löst dieses Problem zu großen Teilen.

Wie sehr schadet Currys Ausfall den Warriors?

Wir haben eindrucksvoll gesehen, dass die Warriors ohne Steph Curry arge Probleme haben, eine funktionierende Offense aufs Feld zu bringen. Deswegen könnten sie bei einigen Matchups bereits in der ersten Runde in arge Bedrängnis kommen. Ironischerweise wäre ein hypothetisches Duell gegen die Oklahoma City Thunder eine große Belastungsprobe für Durant und Co. Die Warriors wären natürlich Favorit in dieser Begegnung, aber Russell Westbrook würde sich vor allem defensiv freuen, dass er sehr viel mehr Verschnaufpausen bekäme als bisher gedacht. Paul George würde sich mit Kevin Durant beschäftigen und mit Steven Adams steht ein guter Defensivanker hinter den Perimeterspielern, der aufgrund seiner Größe auch die Warriors dazu zwingen könnte, defensiv etwas größer spielen zu müssen.

Golden State benötigt Steph Curry – nicht nur, um eine Meisterschaft zu gewinnen. Das sollte von vornherein klar sein. Vielmehr ist Curry so essentiell für das Spiel des Meisters, dass dieser ab der ersten Runde Probleme bekommen könnte – es kommt hier auf das Matchup an. Sollte Curry zurückkehren, ist fraglich, ob er mit derselben Explosivität agieren kann. Sollte dies nicht aufs Parkett bringen können (was wahrscheinlich ist), fehlt den Warriors vielleicht weiterhin der Drive, um die Championship zu gewinnen.

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7 comments

  1. Simon

    Schöner Artikel, danke :tup:
    Der Effekt, den Curry auf die Offense der Warriors hat, ist wirklich beeindruckend. Um Dennis’ Argumente noch weiter zu unterstützen:

    TS% mit Curry on / off / Differenz

    Durant: 68,6 / 60,9 / +7,7
    Green: 57,1 / 53,7 / +3,4
    Thompson: 67,0 / 54,2 / +12,8
    Pachulia: 63,6 / 56,4 / +7,2
    Iguodala: 55,8 / 54,0 / +1,8
    Young: 62,9 / 56,0 / +6,9
    Looney: 56,4 / 58,7 / -2,3
    McGee: 67,0 / 57,6 / +9,4
    McCaw: 51,3 / 46,7 / +4,6
    Bell: 67,2 / 63,4 / +3,8

    Fairerweise muss man dazu sagen, dass auch KD einen ähnlich, wenn auch deutlich kleineren Effekt auf die Effizienz seiner Mitspieler hat. Ich habe mir die Zahlen jetzt auch nicht noch genauer angeschaut (z.B. nur Curry on vs. Curry + Durant on etc.). Aber die Zahlen sind schon sehr deutlich.

  2. Avatar

    Pillendreher

    Curry ist auch nur einer von vier Spielern ligaweit mit einem zweistelligen On/Off ORtG:

    Curry: +14.7 On/Off ORtG
    Walker: +11.2 On/Off ORtG
    Olynyk: +10.1 ( :? )
    Westbrook: +10.1 On/Off ORtG

    Was eigentlich noch erstaunlicher ist, denn im Gegensatz zu anderen Teams mangelt es den Warriors ja nicht so wirklich an offensivem Talent.

  3. Dennis Spillmann

    |Author

    Was eigentlich noch erstaunlicher ist, denn im Gegensatz zu anderen Teams mangelt es den Warriors ja nicht so wirklich an offensivem Talent.

    Ich weiß nicht, ob ich diese Aussage so mittragen würde. Außerhalb Durants hast du keinerlei Shot Creation und bis auf Klay Thompson hast du auch keine tollen Komplementärspieler, die dir Shooting bieten. Offensives Talent würde ich nur bei diesen Dreien sehen.

  4. Avatar

    Pillendreher

    Was eigentlich noch erstaunlicher ist, denn im Gegensatz zu anderen Teams mangelt es den Warriors ja nicht so wirklich an offensivem Talent.

    Ich weiß nicht, ob ich diese Aussage so mittragen würde. Außerhalb Durants hast du keinerlei Shot Creation und bis auf Klay Thompson hast du auch keine tollen Komplementärspieler, die dir Shooting bieten. Offensives Talent würde ich nur bei diesen Dreien sehen.

    Berechtigter Einwand, wobei natürlich nicht jedere andere Warrior offensiv komplett unfähig ist: Wie jedes andere Team haben sie auch den ein oder anderen Spezialisten und ferner Spieler, die offensiv ein paar Sachen mitbringen.

    Interessant ist hier der Vergleich Thompson-Durant mit und ohne Curry (per ctg):

    Ohne Curry: 107.1 ORtG (1192 poss)
    Mit Curry: 122.6 ORtG (2033 poss)

    Das ist schon sehr extrem. Zum Vergleich: Durant ON, Westbrook OFF hatte 15/16 ein 115er ORtG (959 poss); und da war eigentlich auch nur Kanter ein tauglicher Offensivspieler.

    Gerade Thompson fällt mit Durant und ohne Curry in sich zusammen: Nur noch 51.7 TS%, weniger als 35 % von der Dreierlinie in den letzten zwei Jahren. Da muss man sich schon auch fragen, woran das liegt – ist das Team so sehr auf Curry ausgerichtet (Curry = System?), dass da viel weniger geht, wenn er nicht spielt? Oder sind die Spieler vielleicht doch nicht so gut, wie sie neben ihm aussehen? Denn mal ehrlich: Durant+Thompson müsste eigentlich mehr zustandebringen als eine unterdurchschnittliche Offensive. Und mit Green wird es auch nur marginal besser (108.6 ORtG in gut 600 poss). Manch einer würde da auch sagen, dass man da drei Top 5 Spieler auf ihren Positionen gleichzeitig aufs Feld schickt. Und auch wenn etwa Livingston und Iguodala abgebaut haben, so sind sie doch weiterhin recht ordentliche Rollenspieler. West spielt auch eine gute Saison, Bell hat sich was ich mitbekommen habe auch ordentlich angestellt.

  5. Dennis Spillmann

    |Author

    Du Schlingel hast doch meinen Artikel gelesen. Da steht doch drin, wieso Durant weniger Einfluss auf Thompson hat (80% der Drives enden im eigenen Abschluss). Curry ist der einzige Spieler der Warriors, der konstant für sich UnD andere kreieren kann.

  6. Simon

    Das passt hier vielleicht ganz gut rein:
    Warum hat Omri Casspi bei den Warriors plötzlich aufgehört, Dreier zu nehmen? Er war zwar ein effektiver Cutter, aber eigtl war er doch hauptsächlich als Floor-Spacer eingeplant. Seine 10% 3PAr sind ja wirklich erschreckend. Ich kann mir das nicht anders erklären, als dass ihn seine Verletzungen beeinträchtigt haben müssen. Oder seht ihr noch andere Gründe?
    Abgesehen davon sehen seine Statistiken in geringer Spielzeit (knapp 750 MP) eigtl ziemlich gut aus (64% TS, 117er ORtg, On-Off DRtg -2,3). Schade, dass die Warriors lieber McGee, Looney UND Damian Jones behalten, als Casspi. Auf dem Flügel sind sie nun wirklich nicht übermäßig tief besetzt.


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