Orlando Magic

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Wie schlägt sich das neue Management in Orlando?

Wie so oft in den letzten Jahren konnten die Orlando Magic einen guten Saisonstart nicht nutzen und stehen nach der Trade Deadline im hinteren Tabellendrittel. Wie konnte dies nach einem 8-4 Start passieren? Trägt das neue Management die Verantwortung? Oder anders ausgedrückt: jährlich grüßt die Lottery

Nach der Saison 2016/2017 war schnell klar, dass Rob Hennigan seinen Hut als General Manager nehmen muss. Er verantworte etwa den Trade von Victor Oladipo und Domantas Sabonis zu den Thunder, wonach Ibaka nur ein halbes Jahr bei den Magic spielte. Als ähnlich fragwürdig stellten sich die kostspieligen Verpflichtungen von Bismack Biyombo und DJ Augustin heraus – um nur ein paar Beispiele aus der Saison 2016/2017 zu nennen. Die Verpflichtung eines neuen Managements in Person von Jeff Weltmann und John Hammond lag somit nahe.

Der Anspruch von Weltman, Hammond und Co. vor der Saison war ein komplett anderer als den meistens Fans bewusst war. Immer wieder wurde vom Front Office betont, dass die Saison 2017/2018 dazu genutzt werden sollte, um die Spieler zu evaluieren. Passen diese ins System von Frank Vogel und passen sie zu den zukünftigen Plänen der Magic? Nachdem Rob Hennigans Entlassung war mit größeren Umbrüchen zu rechnen. Dass diese aber nicht möglich waren oder sind, sollte mit Blick auf den verfügbaren Capspace klar sein. Somit ging man fast unverändert in die neue Saison, nur die zwei Rookies Jonathan Isaac und Wesley Iwundu sowie der von den Spurs gekommene Jonathan Simmons kamen dazu.

Verletzungspech schlägt zu

Schon während des guten Startes mussten die Orlando Magic auf Elfrid Payton verzichten. Hinzu kam, dass weitere Spieler eine erhebliche Anzahl an Spiele verpasst haben: Eine Knieverletzung beendete Terrence Ross’s Saison vorzeitig, so dass er über 40 Spiele verpasste. Isaac ist seit dem 11.11.2017 verletzt und hat von möglichen 60 Spielen stand heute 45 verpasst.

Darüber hinaus verpasste Nikola Vucevic 23 Partien, Aaron Gordon 22 und Evan Fournier 12. Was man hier genau sehen kann ist das die Magic so gut wie nie mit ihrer kompletten Mannschaft antreten konnten. Gerade nach dem guten Start hat eine Verletzung nach der anderen die Mannschaft gehindert, das Zusammenspiel zu verbessern. Coach Frank Vogel war somit gezwungen, immer wieder andere Rotationen auszuprobieren. Insgesamt gab es bis jetzt 19 verschiedene Starting Lineups. Konstanz sieht ganz klar anders aus. Auf beiden Seiten des Feldes wurde es somit schwer, sich zu verbessern. Zudem erhielten Veteranen wie Aaron Afflalo oder Mo Speights viele Minuten, die dem aktuellen Team höchstens im Lockerroom helfen.

Payton-Trade, was nun?

Dass zur Deadline schließlich Elfrid Payton seine Sachen packen musste und nur für einen Second Rounder zu den Phoenix Suns geschickt wurde, überraschte den ein oder anderen dann doch. Gab es für einen Starter auf der Point Guard Position keinen größeren Markt? Angeblich boten die New York Knicks das gleiche Paket, das nach Dallas ging, auch den Magic an, aber das Front Office entschied sich dagegen. Zu einem sind die Flügelpositionen schon ziemlich verstopft, und  man wollte lieber einen Spieler aus dem eigenen G-League-Team eine Chance geben. Somit steht man in der kommenden Draft mit 3 Picks da. Der eigene 1st Round Pick kann vom Top Pick bis zum Pick 10 noch variieren, da einige Teams im Tabellenkeller lieber verlieren als auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, einen Sieg einzufahren.

Über welche Draftees sollten die Magic also nachdenken? Da nach dem Payton-Trade die PG-Position die vermeintlich schwächste ist, werden die Aufbauspieler Trae Young oder Collin Sexton am meisten gehandelt. Aber die Magic sollten in ihrer Entscheidung die Position eher beiseite lassen und primär den besten verfügbaren Spieler ins Auge fassen – egal ob dies ein Center, Flügel oder Aufbauspieler ist. Da es den Magic ganz klar an einem möglichen Franchise Player fehlt, pickt man lieber einen DeAndre Ayton und tradet dann Nikola Vucevic oder versucht Biyombo loszuwerden, als dass man sich so einen Spieler entgehen lässt.

Ausblick Offseason 2018

Stand jetzt kann man natürlich noch nicht sagen was in Orlando genau passiert, aber mittlerweile als relativ sicher gilt, dass Aaron Gordon als fester Bestandteil der Zukunft angesehen wird. Im Artikel über Gordon von Anfang der Saison habe ich angemerkt, dass er sich besonders beim Dreipunktewurf verbessern muss. Diesen trifft er mittlerweile mit ca. 35% aus dem Feld und das nicht nur als Spotup-Shooter, sondern auch aus dem Dribbling. Dies entspricht einer Steigerung von 6% bei deutlich höherem Volumen. Insgesamt verbesserte sich Gordon auch in allen anderen Statistiken so weit, dass er zum Gesicht der Magic geworden ist mit seinen 22 Jahren. Der einzig andere gesetzte Spieler im Kader ist Jonathan Isaac, der allerdings wie angesprochen erst 22 Spiele hinter sich gebracht hat auf Grund einer Verletzung und dem dann folgenden Aufbauprogramm.

Isaac wurde vom neuen Frontoffice gedraftet und ist jetzt schon der beste Verteidiger der Orlando Magic. Er verändert durch seine Größe die Plays sowohl am Brett als auch am Perimeter. Offensiv werden für ihn keine wirklichen Play gelaufen. Stattdessen steht er auf dem Flügel und wartet, dass ein Kickout auf ihn gespielt wird, damit er einen offenen 3er nehmen kann.

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Alle anderen Spieler sollten nicht sicher sein, dass sie in der Saison 2018/2019 noch das Jersey der Magic tragen. Mit Speights, Afflalo, Purvis und Hezonja werden 4 Spieler Unrestricted Free Agents. Die drei erstgenannten sollten durch talentierte Spieler ersetzt werden, möglicherweise mit den drei Rookies aus der Draft. Mit Mario Hezonja wird man einen Spieler verlieren, der sich in seinem letzten Jahr deutlich steigern konnte. Nachdem das Frontoffice die Option auf das letzte Jahr seines Rookie-Vertrages im Herbst bei ihm nicht gezogen hat, können sie ihm als Free Agent maximal diese Gehalt anbieten. Diese Entscheidung sollte als deutlicher Fehler von Weltman und Hammond angesehen werden. Ein Jahr mehr hätte man Hezonja geben können, ohne dass er dem Team geschadet hätte. Im Moment gibt man ihm Spielzeit und entwickelt ihn weiter, obwohl man ihn aller Wahrscheinlichkeit nach im Sommer nicht halten können wird.

Fazit

Es werden spannende Zeiten für die Orlando Magic in diesem Sommer. Die Zeichen stehen auf Veränderungen und ob hier nur die Spieler betroffen sind oder auch am Ende der Coach Frank Vogel lässt sich abschließend noch nicht sagen. Die Zeit der Evaluierung ist im Sommer allerdings vorbei, so dass dann die Karten neu gemischt werden. Wo der Weg der Magic dann hinführt, hängt auch maßgeblich von der Draft-Position ab, Möglicherweise heißt es wie in Philadelphia „Trust the Process“. Falls es einen neuen Rebuild um Gordon, Isaac & Co gibt, sollte dieser konsequenter verfolgt werden als der letzte.

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