Debatte, Golden State Warriors

Ist Steph Curry kein MVP-Kandidat?

Debatte #10: Sollte der Ballhandler der Warriors nicht doch berücksichtigt werden?

Am letzten Wochenende haben wir unsere MVP-Kandidaten veröffentlicht und dabei mit James, Antetokounmpo und Harden die wahrscheinlichsten Kandidaten vorgestellt. Unser Chefredakteur Dennis Spillmann sieht jedoch einen ganz anderen Kandidaten vorne: Stephen Curry. Zusammen mit dem 3-on-1-Verantwortlichen Julian Lage debattiert er, wieso der Guard der Warriors nicht berücksichtigt wurde.

Dennis Spillmann: Wir sind uns darüber bewusst, dass die MVP-Kriterien sehr schwammig sind und es deswegen keine eindeutige Entscheidung bei der Wahl zum MVP geben kann. Deshalb habe ich mir angesehen, wie ihr für die einzelnen Kandidaten argumentiert habt, um die Kriterien der Redaktion zu verstehen. Im Groben wird auf drei Punkte abgehoben: Individuelle Klasse des Kandidaten, die Bilanz des Teams als zusätzlicher Faktor (das Team muss auch von der Produktion profitieren) und die wortwörtliche Bedeutung von MVP, wenn es um den wertvollsten Spieler im Vergleich zum restlichen Team geht.

Beginnen wir mit der individuellen Klasse Currys. Der Guard nutzt sehr viele Possessions seines Teams (Top 10 in der Liga in USG%), nur Harden schließt deutlich öfter eine Possession ab. Die anderen beiden Kandidaten rangieren gleichauf bzw. sind für weniger Abschlüsse verantwortlich. Das bedeutet, dass Curry prozentual dieselbe Verantwortung wie alle anderen MVP-Kandidaten trägt. Nur ist er weit effizienter als alle anderen. Er kommt auf ein Offensivrating von 124,6. Nur Chris Paul ist bei genügend Volumen effizienter. Curry sticht hier aber Harden (121,6), Antetokounmpo (120) und James (119) aus. Was die rohe Produktion angeht, kann man einzig Harden anführen, der gleichauf oder etwas besser agiert. Giannis und James kommen nicht an Curry heran.

Dabei ist zu bedenken, dass Curry zudem der mit weitem Abstand effizienteste Spieler der Liga ist, wenn es darum geht, den schwierigsten Wurf zu treffen: Curry führt die Liga in eFG% bei Pull-Up Würfen an. Er kommt auf fast 5%-Punkte mehr als Harden, 10 mehr als James und 20 mehr als Giannis. Nicht nur, dass es beeindruckend ist, mit welcher Selbstverständlichkeit Curry schwierige Würfe versenkt; nur Harden und Paul kommen an das Volumen des Scharfschützen heran.
Ich führe die Pull-Ups deswegen an, weil sie unterstreichen, dass Curry eben nicht bedingt durch sein gutes Team an einfache Würfe kommt, sondern er zum einen schwierige Würfe nehmen muss und diese trifft; und zum anderen diese forciert, weil er ein so einzigartiger Schütze ist, sodass er nicht gestoppt werden kann, auch wenn er in einem schlechten Team spielen würde. Trotzdem kommt er auf das beste Offensivrating aller Kandidaten.


Julian Lage: Dass Steph Curry und auch Kevin Durant zu den fünf besten Spielern der Liga gehören, dürfte wohl weitgehend unumstritten sein. Trotzdem sollten beide meiner Meinung nach nicht in die MVP-Diskussion Aufnahme finden. Das erscheint widersprüchlich und ergibt natürlich keinen Sinn, wenn man die Trophäe schlicht an den besten Spieler der Liga vergeben möchte. In den letzten Jahren ist jedoch immer wieder deutlich geworden, dass der ‚Most Valuable Player‘ von der Situation des Teams in der Liga ausgehend verstanden werden muss. Andernfalls hätten weder Derrick Rose noch Russell Westbrook die Auszeichnung erhalten. Generell könnte man sonst argumentieren, dass LeBron James von 2008/09 bis 2016/17 alle ‚Best Player‘-Awards hätte gewinnen müssen. Aber dieser Punkt ist für die aktuelle Diskussion eher nebensächlich, da du nicht von dieser Überlegung ausgehst.

Die Frage ist stattdessen, wie die nirgendwo ausformulierten Kriterien für den MVP-Award zu interpretieren sind. Will man keine willkürlichen eigenen Maßstäbe anlegen, hilft dafür nur ein Blick auf die letzten Preisträger. Der spricht gerade in den letzten Jahren scheinbar eher für Dennis‘ Standpunkt: Seit Rose den Award 2010/11 erhielt – wohl auch aufgrund eines gewissen Unwillens der Wähler gegenüber einer erneuten Vergabe an den nach Miami gewechselten James – hatte mit Ausnahme Westbrooks in der vergangenen Saison jeder Gewinner weitere Stars an seiner Seite. James spielte mit Dwyane Wade und Chris Bosh, Durant mit Westbrook, Curry mit Klay Thompson und Draymond Green. Gerade das letzte Beispiel würde den Schluss nahelegen, dass Curry den Award auch diese Saison bekommen könnte. Dass Durant zusätzlich im Kader steht, hat das Scoring-Volumen Currys zwar reduziert, aber keinesfalls seine Qualität. Auch seine Bedeutung für das Team ist weiterhin immens, wie die von Dennis angeführten Daten zeigen.

Mein Punkt ist daher ein anderer, obwohl ebenfalls die Teamsituation im Fokus steht: Curry sollte deswegen für den Award als wertvollster Spieler nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden, weil die Regular Season für die Warriors nur einen stark untergeordneten Wert hat. In seinen beiden MVP-Jahren etablierte sich Golden State erst als historisch gutes Team, mit dem Durant-Wechsel wurden sie zum Dauer-Topfavoriten. Ein so gutes Team wie die Warriors benötigt die Regular Season an sich nur für die Ticket-Einnahmen. Selbst wenn die Rockets eine bessere Bilanz erzielen sollten, würde das den Favoritenstatus der Warriors nur minimal beeinträchtigen. Umgekehrt müssen Rockets, Cavaliers und Bucks oder auch Anthony Davis’ Pelicans diese Saison um ihre Platzierung und den Status als Contender beziehungsweise Playoff-Team kämpfen. Allenfalls James’ Cavs sind noch in einer ähnlichen Situation, weil sie in den letzten Jahren zur Postseason immer noch ein neues Level erreichen konnten. Dieses Jahr sehen die Cavs jedoch strukturell deutlich schwächer aus, so dass James’ Leistungen wie die von Harden und Antetokounmpo eine größere Rolle spielen. Die Warriors haben diese Probleme allerdings nicht. Daher sollte Curry keine Trophäe für die Regular Season erhalten – seine Saison geht erst richtig los, wenn 14 andere Teams schon den Angelurlaub buchen.


Dennis Spillmann: Aber das ist doch dein subjektiver Standpunkt, der – selbst in den Medien – eine Minderheitenmeinung darstellt. Wer darf denn entscheiden, ob ein Spieler die Regular Season “ernst” nimmt oder nicht? Wir reden seit Jahren von LeBron, der in der Regular Season nur cruist – und dem es offensichtlich egal ist, wie gut er in der regulären Saison performt. Wir hatten ihn trotzdem als einen der drei besten Anwärter auf den MVP-Titel. Wieso ist Stephen Curry dann nicht mehr in der Konversation? “Weil er zu gut ist” ist doch eher ein Pro- als ein Kontra-Argument. 
Curry aus der Konversation zu schreiben, wäre so, als wenn Michael Jordan nach der 72-10-Saison 95/96 nie mehr MVP werden dürfte. Wir wissen alle, dass er 97/98 seine nächste Trophäe in den Schrank stellte – zu diesem Zeitpunkt interessierte sich auch niemand mehr für die Regular Season; die Bulls verloren doppelt so viele Spiele wie in der Rekordsaison, Jordan wurde trotzdem MVP.

Ich glaube, dass das größte Argument gegen Steph Curry ist, dass er nicht der klar wertvollste Spieler in seinem Team ist und nicht so herausragt wie Westbrook im letzten Jahr. Ich möchte dazu gleich zwei größere Argumente anführen, die erklären, wieso Curry nach ganz vorne in die Diskussion gehört: Zum einen sehe ich den Unterschied zwischen Curry und Durant auch nicht bedeutend größer als den zwischen James Harden und Chris Paul. Harden ist momentan der Favorit auf den Award, aber die Rockets haben nur so eine gute Bilanz, weil man mit Paul einen zweiten Hall-of-Famer im Sommer geholt hat. Die Rockets gewinnen 80% (!) ihrer Spiele, wenn Paul das Parkett betritt. Durch das neue System (und den verletzungsbedingten Ausfall) brauchte er Anlaufzeit, steigerte aber in jedem Monat seinen Output und kommt im Januar auf 23 Punkte pro Spiel; ja, Harden scort noch immer bei Weitem mehr (im Januar nicht), aber Paul trägt dieses Team nach der Verletzung Hardens momentan. Ich sehe auch hier eher zwei Kandidaten für den MVP-Award.

Zum anderen ist Steph Curry einzigartig und deswegen auch sehr wertvoll für die Warriors. Das liegt daran, dass Golden State keinen zweiten, dominanten Ballhandler wie die Rockets hat. Mit Curry auf dem Feld ist das offensiv nuklear – 123,8 Punkte erzielen die Warriors auf 100 Possessions gerechnet. Ohne ihn sind die Warriors offensiv nur Durchschnitt und kommen auf 108 Punkte. Von Durant ist man nicht so abhängig (118 on, 112 off).

Curry bringt absolut alle Faktoren mit, die wir in der MVP-Diskussion nennen würden: Er bringt ein sehr gutes Scoring-Paket mit, das sowohl effektiv als auch effizient ist; er ist für sein Team unersetzbar, weil er Facetten mitbringt, die im Team keiner duplizieren kann und … ach ja … Teamerfolg ist auch da. Die Warriors sind das beste Team der Liga. Irgendwer muss dort ja so gut sein, dass er der wertvollste Spieler der Liga ist.


Julian Lage: Der Punkt ist weder, dass Curry zu gut ist oder er die Saison nicht ernst nehmen würde. In den letzten Jahren war LeBron James zu Recht in der MVP-Diskussion, obwohl er sich gelegentlich in der Defense geschont hat – einfach weil er trotzdem noch einer der Spieler mit dem größten positiven Impact war. Trotzdem hat James seit vier Jahren den Award nicht mehr gewonnen, auch, weil ihm dieser Punkt angelastet wurde und sowieso die allgemeine Annahme war, dass seine Teams den Ost-Vertreter in den Finals stellen.

Der Punkt ist, dass die Warriors insgesamt und im Vergleich zum Rest der Liga zu gut sind. Das letzte Team auf vergleichbarem Niveau waren vermutlich die angesprochenen Mid-90ties-Bulls. Michael Jordans Award von 1998 ist trotzdem kein Argument, weil sich seitdem die Liga und auch die unausgesprochenen Vergabekriterien zu stark verändert haben. Was die Situation der Warriors seit dem Durant-Wechsel so besonders macht, ist deshalb nicht die Tatsache, dass sie zwei MVP-Kandidaten haben. Wie angesprochen konnte Durant auch mit Westbrook neben sich den Award gewinnen und James mit Wade. Keines dieser Teams war jedoch so klarer Meisterschaftsfavorit, wie es die Warriors jetzt sind.

Diese Sonderrolle ist auch keine individuelle Meinung, sondern lässt sich durch Wettquoten und Gewinnprognosen absichern. 538 gibt den Warriors aktuell beispielsweise 47% Meisterschafts-Chancen, fast viermal so viel wie dem ersten Verfolger, was trotz der Möglichkeit von Verletzungen eher noch zu niedrig wirkt. Auch die Niederlage gegen die Rockets vor einigen Tagen hat keine echten Zweifel an der Favoritenrolle von Currys Team hervorgerufen. Deswegen ist Harden auch zu Recht MVP-Kandidat Nummer 1, er muss die Rockets erst an den Punkt bringen, dass sie wie ein glaubwürdiger Warriors-Herausforderer aussehen – vor der Saison war nicht wirklich mit diesem Niveau gerechnet worden. Houston löst mit den aktuellen Erfolgen und der Spielweise daher noch Interesse und Überraschung aus, Golden State erfüllt die Erwartungen. Anders gesagt: Wir wissen, wie gut das Team sein kann. Es würde deswegen wenig ändern, wenn Curry ‚nur‘ Volumen und Effizienz des letzten Jahres erreichen würde, also 25,3 PPG bei einem ORtg von 119 statt 28,1 bei 127. Die Bilanz wäre möglicherweise minimal schlechter, vielleicht müsste sich das Team zum Ausgleich defensiv mehr engagieren. Das hätte allerdings kaum Einfluss auf die Erwartungen, die wir an die Warriors in der Postseason stellen. Deswegen stehen die Debatten zu Curry als MVP-Kandidat derzeit zu Recht meist im Konjunktiv: Er wäre im Rennen, wenn es den Warriors in der Regular Season wirklich um etwas ginge.


Dennis Spillmann: Ich kann deinen Punkt weiterhin nicht verstehen. Wenn ein Team so außergewöhnlich gut ist, muss es einen (oder zwei?) einflussreichen Spieler geben, der die ganze Liga dominiert und dafür sorgt, dass dieses Team so außergewöhnlich ist. Im Zweifelsfall sehe ich dann sowohl Curry als auch Durant in den Top 5, wenn es um den MVP geht.
Was weiterhin zählen sollte, ist die erbrachte Leistung – und die ist bei Curry phänomenal. Er trägt dieses Team. Es ist nicht so, dass er sich beruhigt zurücklehnen kann, und sich für die Playoffs schont. Curry erzielt momentan die zweitmeisten Punkte in seiner Karriere und ist weit besser als 2014/15 – wo er das erste Mal MVP wurde. Dass Durant zum Team kam, hilft ihm zu Teilen, aber Curry spielt momentan mehr als in seiner ersten MVP-Saison – und muss dies aufgrund der Kaderstruktur auch.

Die Wettquoten sagen für mich nur eines aus: Dieses Team muss einen MVP in seinen Reihen haben, sonst wären sie nicht so ein großer Favorit. Wenn wir in einem Jahrzehnt auf die Liga zurückschauen, werden wir uns wundern, wenn es zwar vier Warriors bei All-Star-Games gab, aber keinen in den Top 5 zum MVP-Voting. Im letzten Jahr war dies bereits der Fall, in diesem könnte es abermals passieren. Wenn ein Team so dominant ist, sollte man es auch auszeichnen.  Und dieses Team hat außer Curry und Durant keine Starspieler. Curry bringt für seinen Case alles mit, was man benötigt. Im Prinzip sind die Kriterien egal, denn er würde jedes davon erfüllen.


Julian Lage: Also gut, als Abschluss nochmal zurück zum Anfang, den Kriterien: Die MVP-Trophäe zeichnet nicht den besten Spieler der Liga aus, erst recht nicht den besten Spieler des Meisters bzw. Meisterschaftsfavoriten – sondern den Spieler, der in der Regular Season den größten Unterschied gemacht hat. Deswegen stehen die zu erwartenden Leistungen in den Playoffs und damit die Meisterschafts-Chancen nicht in direktem Zusammenhang mit den MVP-Chancen. Der MVP muss, wie ganz besonderes die Auszeichnung für Westbrook letztes Jahr gezeigt hat, anders als der Finals-MVP-Award eben nicht an einen Spieler des besten Teams gehen. Im Fall der Warriors ist es sogar so, dass der Award nicht an einen Spieler des Teams gehen sollte. Dafür bekommt vermutlich Curry oder Durant den Finals-MVP…

Unsere Redakteure können sich offensichtlich nicht einigen. Welche Argumentation haltet ihr für plausibler? Wem würdet ihr euch anschließen? Sollte Steph Curry zu den Favoriten auf den MVP-Award zählen?

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21 comments

  1. Patrick96

    James OffRtg ist übrigens die letzten Tage scheinbar so stark gefallen, dass er bei NBAstats mittlerweile bei 110,7 steht… Sein case wird für mich immer schlechter.

  2. Benchplayer

    Ich würde mich hier eher der Meinung von Dennis anschließen. Ihr habt beide sehr gute Argumente und auch für mich ist James Harden der Top-Favorit auf den MVP-Award. Aber Curry nicht in der Diskussion zu haben finde ich als Falsch. Wenn ein Team wie die Warriors die Liga so dominiert, sollten auf jeden Fall auch deren Spieler mit in die Diskussion gehören, ob sie dann den Titel bekommen ist ein ganz anderes Thema, aber sie aus der Diskussion rauszuhalten, nur weil deren Saison eigentlich erst im April startet finde ich nicht richtig.
    Dann dürfte man James ja eigentlich nie die Diskussion mit aufnehmen. Sein Team hat im Osten ja nie Konkurrenz wenn er mal richtig ernst macht. Das sieht man ja seit Jahren in den Playoffs.

  3. Julian Lage

    Wie schon im Artikel angeschnitten, sehe ich den Fall LeBron der letzten Jahre als Argument für meine Aussage. Zwei aufeinander aufbauende Gründe: Erstens wurde er ja in den letzten Jahren praktisch aus genau diesem Grund nicht mehr MVP. Viele hätten beider Aussage nach dem besten Spieler immer noch ihn genannt, aber hatten jemand anderen als MVP-Kandidaten. Das klang doch meistens so: Die Regular Season ist zu unwichtig, im Osten kommt er ja eh durch usw.
    Aber, und das ist mein zweiter Punkt: Hätte er nicht annähernd auf dem Niveau eines cruisenden LeBron James gespielt – das immer noch besser war als vielleicht 5 Spieler der Liga – wäre seine Saison nicht im April losgegangen, sondern hätte im April aufgehört. Bei Curry und den Warriors, wie gesagt: Würde es irgendwen interessieren, wenn er ‘nur’ auf dem Level von letztem Jahr spielen würde? Wären die Warriors nicht vermutlich auch bei einem Ausfall bis kurz vor den Playoffs gute Kandidaten für Heimrecht und dann die Meisterschaft?
    Curry ist also ein extremerer Fall als LeBron in der Hinsicht, der aber selbst schon in den letzten Jahren dafür aus der Top 3 rausgereicht wurde (2. im letzten Heat-Jahr, dann 2*3. bei den Cavs, 4. glaube ich letztes Jahr). Deswegen sehe ich zumindest so klar hinter der von uns letzte Woche vorgestellten Top 3 und eigentlich auch Davis, dass er raus fällt aus der eigentlichen Diskussion.

  4. kdurant35

    Ich würde Curry auch nicht in den Top3 sehen. Liegt bei mir aber nicht an seiner Leistung, sondern daran, dass er 1/3 Der Spiele verpasst hat. Bleibt er bis zum Saisonende fit, ist er ein heißer Kandidat. Selbst wenn die Statistik,dass abgesehen von AI in den letzten Jahrzehnten mindestens 75 gespielt hat gegen ihn spricht.

  5. kdurant35

    Richtig. Statistisch betrachtet ja. Aber es gibt ja die Ausnahme AI :mrgreen:
    Ich hab die 75 S Grenze auch nur mit aufgeführt, da ihr in der Diskussion ebenfalls über vergangene bzw selbst auferlegte Kriterien geschrieben habt.

    15 Spiele in der ersten Saisonhälfte sind mir aber derzeit zu viel um ihn in die Top 3 zu hieven. Wie bereits geschrieben wäre das auf die ganze Saison gerechnet für MICH gerade noch vertretbar. Aber da müsste er sich von den anderen sportlich abgesetzt haben. Bei einer engen Geschichte könnte es entscheidend sein.

  6. Benchplayer

    Ich finde man muss jetzt auch nicht unbedingt sagen es gibt 3 MVP-Anwärter. Jeder der eine MVP-Saison spielt gehört für mich auch zu den Kandidaten dazu, dann ist es mir auch egal, ob ich über 3, 5 oder 10 Spieler rede.

  7. Poohdini

    Curry ist kein MVP, weil:

    1) Er muss weder für sich noch für andere so viel kreieren wie James, Harden oder Giannis. Das war eigentlich immer Dennis´ Argument, das er verwendet hat, bspw in der Kawhi-Top-10 oder Kawhi MVP Debatte von vor ein paar Jahren.
    2) Er ist ja nicht mal sicher der beste Spieler seines Teams. Das weiß sogar Kerr. Es gibt einen Grund, warum Durant Finals MVP war. Er ist der bessere Verteidiger, was bei einer fast gleichwertigen offensiven Leistung eigentlich den Ausschlag geben müsste.
    3) Der Vergleich mit Harden-Paul und dass das ja ähnlich sei wie bei den Warriors ist lustig. Chris Paul ist vielleicht noch einer der besten 10 Spieler der Liga, Curry und Durant gehören klar zu den Top 4. Die Diskrepanz, die zwischen Harden und Paul herrscht, ist deutlich (!) größer als jene zwischen Curry und Durant.

    Für Curry ist es im Team insgesamt deutlich leichter, effizient zu scoren und zu produzieren als für alle anderen Kandidaten. Er muss weniger für seine Würfe arbeiten, er muss weniger Playmaking übernehmen. Die Aufgabe, mit dem Ball so viele Entscheidungen zu treffen, hat Curry nicht.

  8. Julian Wolf

    Achtung Wortklauberei: Aus genau den Gründen wäre er mich im Endeffekt nicht meine 1. MVP-Wahl… aber es geht ja auch darum, ob er zu den Kandidaten gehört. ;)

  9. Dennis Spillmann

    |Author

    Poohdini Woran machst du fest, dass Curry weniger kreiert als die anderen Spieler? Er spielt bspw. genau so viele Pässe wie Harden, Paul oder Antetokounmpo. James spielt drei Pässe pro Spiel mehr. Er ist klar der primäre Ballhandler des Teams. Das ist nicht mit Leonards “Rumgegammel” am Perimeter zu vergleichen, während die Spurs mit Parker irgendwelche Actions liefen.
    Draymond Green passt zwar mehr, aber das ist doch ein Ballhandler von Currys Gnaden und niemals eine primäre Ballhandlingoption.

    Es sehe Curry in dieser Saison offensiv klar besser als Durant – und vor allem unersetzbarer. Das Team funktioniert ohne Durant besser als ohne Curry. Defensiv hat Durant sicherlich mehr Einfluss, das ist unbestreitbar.

    Yul wollte halt nicht diskutieren und ich wollte ihn mit Harden/Paul locken.

    Für mich ist Harden vielleicht ein bisschen weiter vorne, aber bevor ich einen Spieler aus nem (zu diesem Zeitpunkt) .500-Team nominiere oder James mit doppelt so vielen Niederlagen und negativen Net-Rtg wähle, nehme ich wahrscheinlich sowohl Curry als auch Durant vor diesen.

  10. kdurant35

    Achtung Wortklauberei: Aus genau den Gründen wäre er mich im Endeffekt nicht meine 1. MVP-Wahl… aber es geht ja auch darum, ob er zu den Kandidaten gehört. ;)

    Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, dass er unter die Top 3 (da soviele im Artikel zuvor genannt wurden) gehört, nicht zu dem erweiterten Kandidatenkreis.

  11. Poohdini

    Dennis Spillmann

    Der Leonard Vergleich war auf die Schnelle der beste, der mir eingefallen ist, auch wenn er natürlich nicht ganz passend ist, da gebe ich dir Recht.
    Von “Primärer Ballhandler” bei den Warriors zu reden, ist eigentlich schwierig. Die haben sowas ja fast nicht. Die spielen die wenigstens PnRs der Liga, spielen unfassbar viel vom High Post, generieren fast ihre gesamte Offense nach off screens, cuts und transition. Curry ist zwar der “primärste” Ballhandler des Teams, aber seine Rolle ist kleiner als die in anderen Systemen. Er hat bspw gerade einmal 7,5 Drives pro Spiel, nicht adjusted nach der hohen Pace der Warriors, das ist für einen primären Ballhandler lächerlich wenig. Ballhandler haben da normalerweise eher das Doppelte oder mehr. Ich benutze Drives, weil es die Aktion ist, die primäre Ballhandler auszeichnet, weil es die Defense zum Reagieren bringt. Außer Low und High Post Action gibt es keine Aktion, die für eine Offense besser kreiert als Drives IMO (egal ob nach PnR oder welcher Aktion auch immer der Drive folgt).
    Daraus folgt: Curry bewegt sich unfassbar viel off ball und hat vergleichsweise den Ball wenig in der Hand. Im äußerst passfreudigen System der Warriors, die ähnlich wie die Sixers unheimlich viel “leere” Pässe spielen, finde ich die von dir genannte Anzahl an Pässen irreführend (ähnlich wie bei Simmons). Für das passlastige System von GSW sind knapp 82 Touches auch vergleichsweise wenig. Die 3 Kandidaten haben allesamt mehr in Systemen, wo weniger Pässe gespielt werden. Das alles sind Indikatoren, die andeuten, dass Curry insgesamt weniger Entscheidungen mit dem Ball treffen, weniger für sich und andere kreieren muss als andere.

    Mit “er hat es leichter” meine ich zudem, dass die Aufmerksamkeit, die Mitspieler Currys generieren, gar kein Vergleich zu anderen Top-Spielern darstellt. Die Defensive muss gg die Warriors einfach so viel mehr Entscheidungen treffen, weil im Normalfall so viel Gefahr von überall herrscht. Da kann sich eine Defensive nicht leisten, den Game Plan an Curry auszurichten. Das ist bei Giannis und LeBron zum Beispiel komplett anders.

    Ich würde wahrscheinlich trotzdem nicht sagen, dass LeBron vor ihm zu wählen sei und dass es insgesamt durchaus Argumente für Curry gibt. Aber aktuell sehe ich aus genannten Gründen Giannis und vor allem Harden vorne.

  12. Julian Lage

    Achtung Wortklauberei: Aus genau den Gründen wäre er mich im Endeffekt nicht meine 1. MVP-Wahl… aber es geht ja auch darum, ob er zu den Kandidaten gehört. ;)

    Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, dass er unter die Top 3 (da soviele im Artikel zuvor genannt wurden) gehört, nicht zu dem erweiterten Kandidatenkreis.

    Ja, ziemlich genau so… Die Debatte entstand vor dem Hintergrund, dass ich Curry nicht im 3on1 drin haben wollte :D
    Müsste ich ne Top 10 meiner MVP-Kandidaten abgeben, würde Curry (und Durant kurz dahinter) schon irgendwann mal kommen. Die anderen in der Region in Frage kommenden Spieler haben dann auch Schwachpunkte, die sie verglichen mit den Top-Anwärtern eigentlich aus dem Rennen werfen. Aber zumindest Harden, Antetokounmpo, James und Davis sehe ich aufgrund der Warriors-Sondersitutaion klar vorne, weswegen ich Curry nicht als Kandidaten im engeren Sinn begreife.

  13. Patrick96

    Wie schaut das bei euch mittlerweile aus, seht ihr Giannis und James immer noch so weit vorne? Wenn man die Tabelle stark gewichtet müsste man momentan ja fast Davis und Lillard vor den o.g. sehen. (oder Oladipo)
    Bin mir aber zu 90% sicher, dass es Harden wird, selbst wenn Westbrook noch auf sein Triple Double Schnitt kommt.

  14. Julian Lage

    Mittlerweile würde ich sagen, dass es eigentlich nur noch Harden werden kann. Bei ihm stimmt einfach die Kombination von Scoring-Volumen, Effizienz und Teambilanz. Der Westbrook-Triple-Double-Hype war letztes Jahr schon übertrieben und ist diese Saison hoffentlich vorbei.

  15. Poohdini

    Ich tue mir bei den Bucks unheimlich schwer auszumachen, warum das Team nicht so gut ist, obwohl Giannis ein toller Offensiv- und Defensivspieler ist. Zusätzlich hat man ja auch mit Bledsoe, MIddleton und Snell ganz gute Rollenspieler. Grundsätzlich finde ich es aber doof, die Bilanz des Teams als wichtiges Messkriterium mit einzubeziehen.

    Bsp. Rockets:

    Wofür ist Harden in erster Linie denn verantwortlich? Für die Offense, genau, sein Einfluss defensiv ist nahezu vernachlässigbar. D.h., wenn das Team eine miese Defensive hätte, wäre das Team nicht so gut und somit auch die Bilanz. Harden sollte damit bei der MVP-Stimmenvergabe keine Punkte dafür bekommen, dass die Bilanz so gut ist, weil dies ebenso an der guten Teamdefense der Rockets liegt.
    Man kann sogar argumentieren, dass er mit Paul den besten Backup der Liga hat und somit die Rockets 48 min offensive Produktion liefern. Auch dafür kann Harden nichts.

    Ich sah Harden fast die ganze Saison als MVP Anwärter, aber Davis ist mittlerweile mein Konkurrent Nummer 1, den ich mittlerweile sogar fast über ihm sehe. Davis ist die Offense der Pellies und er hat einen höheren Einfluss auf die Verteidigung. Er hat auch nicht solche exzellenten Rollenspieler um sich herum wie Harden.

  16. Patrick96

    Ich tue mir bei den Bucks unheimlich schwer auszumachen, warum das Team nicht so gut ist, obwohl Giannis ein toller Offensiv- und Defensivspieler ist. Zusätzlich hat man ja auch mit Bledsoe, MIddleton und Snell ganz gute Rollenspieler. Grundsätzlich finde ich es aber doof, die Bilanz des Teams als wichtiges Messkriterium mit einzubeziehen.

    Bsp. Rockets:

    Wofür ist Harden in erster Linie denn verantwortlich? Für die Offense, genau, sein Einfluss defensiv ist nahezu vernachlässigbar. D.h., wenn das Team eine miese Defensive hätte, wäre das Team nicht so gut und somit auch die Bilanz. Harden sollte damit bei der MVP-Stimmenvergabe keine Punkte dafür bekommen, dass die Bilanz so gut ist, weil dies ebenso an der guten Teamdefense der Rockets liegt.
    Man kann sogar argumentieren, dass er mit Paul den besten Backup der Liga hat und somit die Rockets 48 min offensive Produktion liefern. Auch dafür kann Harden nichts.

    Ich sah Harden fast die ganze Saison als MVP Anwärter, aber Davis ist mittlerweile mein Konkurrent Nummer 1, den ich mittlerweile sogar fast über ihm sehe. Davis ist die Offense der Pellies und er hat einen höheren Einfluss auf die Verteidigung. Er hat auch nicht solche exzellenten Rollenspieler um sich herum wie Harden.

    Bei den Bucks bin ich auch absolut überfragt, ich verstehe einfach nicht wieso das Team so frustrierend ist. Man hat einen Top10 Spieler, wie du schon sagst mit Bledsoe, Middleton und Snell genug Shooting und Defense außenrum und Giannis selbst ist an beiden Enden über fast jeden Zweifel erhaben. Trotzdem hat man mittlerweile ein negatives Net-Rating und steht bei 3-7 in den letzten 10 Spielen. Ich habe auch einige Spiele gesehen, kann aber überhaupt nicht sagen warum das so schlecht ist. Mit dem Roster musst du normalerweise eine Top5-10 Defense stellen und selbst Kidd/Prunty müssen das halbwegs hinkriegen. (momentan ist man auf Rang 15)

    Beim Teamerfolg sehe ich das anders, historisch gesehen kommt der MVP halt von nem Top 8 (?) Team der Liga. Deshalb ist das für mich ein Faktor den man miteinbeziehen muss, gerade wenn man sieht wie negativ die Resonanz auf den Westbrook MVP letztes Jahr war, der eben hauptsächlich ein story award war.

    Ich zitiere hier einfach Mal reddit:

    This is a very simple post but a lot of people on here don’t seem to understand how seeding relates to someone’s chances of winning MVP. I always see people say things such as “if Melo puts up 29/8/6 and the Knicks get the 6th seed he’ll win MVP.” Is that feasible? Let’s take a look at the past 30 MVPs to find out.

    MVP Year Seed
    Kevin Durant 2014 2nd
    LeBron James 2013 1st
    LeBron James 2012 2nd
    Derick Rose 2011 1st
    LeBron James 2010 1st
    LeBron James 2009 1st
    Kobe Bryant 2008 1st
    Dirk Nowitzki 2007 1st
    Steve Nash 2006 2nd
    Steve Nash 2005 1st
    Kevin Garnett 2004 1st
    Tim Duncan 2003 1st
    Tim Duncan 2002 2nd
    Allen Iverson 2001 1st
    Shaquille O’neal 2000 1st
    Karl Malone 1999 3rd (Tied for 1st best record though)
    Michael Jordan 1998 1st
    Karl Malone 1997 1st
    Michael Jordan 1996 1st
    David Robinson 1995 1st
    Hakeem Olajuwon 1994 2nd
    Charles Barkley 1993 1st
    Michael Jordan 1992 1st
    Michael Jordan 1991 1st
    Magic Johnson 1990 1st
    Magic Johnson 1989 1st
    Michael Jordan 1988 3rd
    Magic Johnson 1987 1st
    Larry Bird 1986 1st
    Larry Bird 1985 1st
    Not much more to say, these numbers speak for themselves. I put this on here so people will hopefully stop making unlikely MVP predictions. No, Anthony Davis is not going to lead the Pelicans to the 5th seed and win MVP. Please stop saying that /r/nba.

    Also, I already know someone is going to say “go back a couple more years and you’ll see Moses Malone won it with the 6th seed.” First of all, he put up an insane statline of 31/15 and it was well over 30 years ago. MVP voting has changed and something like that will likely never happen again.

    (Das war vor 3 Jahren, seitdem hatten wir zwei Mal Curry und den Story Award von Westbrook)
    Harden führt sämtliche Advanced stats an (oder ist weit vorne), seine Effizienz in Isolation und bei Pull ups ist einfach krass und wenn er ihn diese Saison nicht gewinnen kann, dann fall ich vom Glauben ab. So gern ich Davis mag und egal wie wichtig er für die Pelicans ist.

    Für den MVPDPFABAT (Most Valuable Player Despite Playing For a Below Average Team) könnte man ja dann Walker nominieren :D

  17. Poohdini

    Vielleicht war ich nicht klar genug bei meiner Wortwahl. Du hast recht, dass es nicht wahrscheinlich ist, dass Davis MVP wird, aufgrund der bisherigen Kriterien, die den Teamerfolg ganz eng mit der Wahl verknüpfen.

    Ich wollte eher für Davis plädieren in der Frage, wen ich wählen würde oder wer gewählt werden sollte, rein sportlich. Dass Davis es wohl nicht wird, ist dabei eine andere Frage.

  18. Julian Lage

    Ich tue mir bei den Bucks unheimlich schwer auszumachen, warum das Team nicht so gut ist, obwohl Giannis ein toller Offensiv- und Defensivspieler ist. Zusätzlich hat man ja auch mit Bledsoe, MIddleton und Snell ganz gute Rollenspieler. Grundsätzlich finde ich es aber doof, die Bilanz des Teams als wichtiges Messkriterium mit einzubeziehen.

    Zu den Bucks: Bledsoe spielt eine schlechte Saison, Middleton trifft teilweise fragwürdige Entscheidungen, das Talent auf der 5 ist überschaubar. Aber das größte Problem ist die Bank, v.a. seit Brogdon ausgefallen ist. Das erklärt auch, wieso Giannis bei +14,9 on/off ist. (aber meinem Eindruck nach etwas Ermüdungserscheinungen zeigt, d.h. sie können jetzt auch nicht zu viel verlangen). Die Rückkehr von Parker hat da bisher wenig gebracht, auch wenn er bisher individuell brauchbare Zahlen auflegt.
    Dazu hat der Coaching-Wechsel wenig gebracht. Sie haben sich seitdem defensiv glaube ich etwas verbessert, wenn ich die Zahlen richtig in Erinnerung habe, aber spektakulär ist das nicht. Kann mir nicht vorstellen, dass Prunty mehr Zeit als die laufende Saison bekommt, wenn sie nicht irgendwie überraschend ne Playoffrunde gewinnen.

    Bei den Teambilanzen bin ich der Meinung, dass da man sich da einfach an die bisherigen Üblichkeiten orientieren muss. Patrick hat die Preisträger der letzten Jahrzehnte ja aufgeführt…

    Bsp. Rockets:

    Wofür ist Harden in erster Linie denn verantwortlich? Für die Offense, genau, sein Einfluss defensiv ist nahezu vernachlässigbar. D.h., wenn das Team eine miese Defensive hätte, wäre das Team nicht so gut und somit auch die Bilanz. Harden sollte damit bei der MVP-Stimmenvergabe keine Punkte dafür bekommen, dass die Bilanz so gut ist, weil dies ebenso an der guten Teamdefense der Rockets liegt.
    Man kann sogar argumentieren, dass er mit Paul den besten Backup der Liga hat und somit die Rockets 48 min offensive Produktion liefern. Auch dafür kann Harden nichts.

    Ich sah Harden fast die ganze Saison als MVP Anwärter, aber Davis ist mittlerweile mein Konkurrent Nummer 1, den ich mittlerweile sogar fast über ihm sehe. Davis ist die Offense der Pellies und er hat einen höheren Einfluss auf die Verteidigung. Er hat auch nicht solche exzellenten Rollenspieler um sich herum wie Harden.

    Das finde ich massiv vereinfachend… Erst mal können die Rockets auch deswegen soviele eindimensionale Defensivspezialisten spielen, weil dank Harden (und Paul) die Offense trotzdem funktioniert. Außer den beiden nehmen fast alle Spieler größtenteils nur Würfe nach Vorlagen. Selbst bei EG sind es z.b. 85% der 3er, alle Forwards sind >90%.
    Außerdem reduziert die gute Offense die Zahl der Fast Break-Punkte, die man kassiert.

  19. Poohdini

    Das finde ich massiv vereinfachend… Erst mal können die Rockets auch deswegen soviele eindimensionale Defensivspezialisten spielen, weil dank Harden (und Paul) die Offense trotzdem funktioniert. Außer den beiden nehmen fast alle Spieler größtenteils nur Würfe nach Vorlagen. Selbst bei EG sind es z.b. 85% der 3er, alle Forwards sind >90%.
    Außerdem reduziert die gute Offense die Zahl der Fast Break-Punkte, die man kassiert.

    Das ist es ja. Die Spieler der Rockets sind nicht eindimensional. Sie können verteidigen und ihre offenen Dreier treffen. Also ein Spielertyp, den die ganze Liga händeringend sucht. Die Sixers assistieren auch fast alle Würfe und sind trotzdem nur Ligadurchschnitt. Da machst du es dir aber IMO sehr einfach. Wir sahen schon öfter gute Teams, die keine gute Defense spielen.

    Du hast keine historisch gute Offense, wenn deine Rollenspieler nicht offensiv auch talentiert und begabt sind.

    Ich bleibe dabei: Für das, was die Bank macht, hat Harden keinen Einfluss. Er hat wenig Einfluss darauf, wie gut die Defensive funktioniert.

  20. Julian Lage

    Sorry, ich meinte _offensiv_ eindimensionale Defensivspezialisten. LRMM, Tucker und auch Ariza können außer Werfen offensiv nicht viel, Capela und Anderson brauchen auch jemanden, der sie einsetzt. Der einzige andere, der sich selbst Offense kreieren kann, wäre Gordon, aber selbst der profitiert klar davon, mehr Off Ball zu agieren.
    Du sagst schon selbst, dass die Rockets offensiv historisch gut sind – das ist auf jeden Fall auch Hardens Leistung. Die Defense ist ok mit Platz 10, aber das ist unter allen Teams, die wirklich gewinnen wollen, einfach nur ein Mittelfeldplatz. Mir kommt es gerade so vor, als würdest du argumentieren, er könnte weder für die Offense noch für die Defense wirklich was. Dann müsste ja logischerweise CP3 MVP werden – oder wen siehst du als Hauptverantwortlichen für den Erfolg der Rockets?

  21. Poohdini

    Nee, es geht mir darum, bei der MVP Wahl nicht Spieler für etwas zu “belohnen” oder auszuzeichnen, wenn der Einfluss nicht gegeben oder sehr gering ist. Natürlich ist die Offense deshalb so gut, weil Harden sie führt und er der Hauptgrund dafür ist. Das steht nicht zur Debatte.

    Nur, um viele Spiele zu gewinnen, braucht man eine gute Bank und eine überdurchschnittliche Offense. Deshalb ist es IMO nicht richtig, solche Team-Werte bei einer Individualauszeichnung mit einzubeziehen.


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