Draftprofile 2018

Trae Young

Oklahoma Sooners

Datenblatt

Name: Trae Young

Geburtsdatum: 19.09.1998

Größe: 6’2”

Gewicht: 190 lbs

Spannweite: 6’4”

Position: Playmaker

Team: Oklahoma Sooners

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ NBA-Range

+ Playmaking

+ Pick and Roll-Offense

 

– Decisionmaking

– Driving-Offense

 

Scouting – Logbuch

28.01.2018

Trae Young ist das Talent der kommenden Draft, welches zur Zeit den wohl größten Hype generiert. Grund dafür sind vor allem seine wilden Dreier, die er nicht selten von ein bis zwei Metern hinter der Collegedreierlinie abfeuert. Doch ist der legitime Nachfolger von  Ex-Sooners Star und National Player of the Year 2016 Buddy Hield mehr als nur ein wahnsinniger Shooter? Dass er die NCAA sowohl in Punkten als auch Assist pro Spiel anführt, deutet zumindest auf eine Vielseitigkeit hin. Zur Einordnung dieser besonderen Statistiken in Zählern und Vorlagen sei zudem erwähnt, dass das Kunststück, beide Kategorien anzuführen, bislang keinem einzigen Spieler gelang – Young spielt also eine historisch gute Saison.

Allgemeiner Überblick

Trae Young wirkt seinen Gegenspielern  kaum körperlich überlegen – im Gegenteil! Im Vergleich zu den beiden anderen 6’2” Playmakern aus der Top-Tier hat er mit 6’4” die geringste Armspannweite (Sexton: 6’6”, Duval 6’9”) und auch Antritt und Spitzengeschwindigkeit lassen kaum einen Verteidiger vor Angst erstarren. Er ist dadurch nicht gerade die größte Gefahr im Fastbreak:

Offensive Skills

Seine durchschnittlichen 30 Punkte pro Spiel legt Young mit einer unglaublichen Usage von 38% auf. Seine nur 40% von jenseits der Dreipunktlinie wirken auf den ersten Blick erschreckend niedrig. Allerdings sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei vielen dieser Würfe (mindestens) um NBA-Dreier handelt. Eine Übertragung dieses Skills scheint also nicht abwegig. Gleichzeitig wirft es aber auch die Frage zu seinem Decisionmaking auf. Sicherlich mag er mit schnellen Abschlüssen seinen Gegner überraschen, aber wird ein NBA-Team ihm tatsächlich die Freiheiten geben, um solche Würfe zu nehmen?

Gerade aus dem Pick and Roll schließt er dabei jedoch gut ab. Hier wirken seine Entscheidungen besser als im Open Court oder in der Early Offense, aus der Young häufiger fragwürdige Abschlüsse nimmt. 

Doch können ihm gerade die überhasteten Abschlüsse nachhaltigen Erfolg in der NBA verwehren? Man stelle sich vor, dass er solche Würfe gegen längere NBA-Verteidiger abfeuern will. Was gegen College-Defender funktioniert, muss sich nicht unbedingt in die NBA übertragen lassen. Gerade gute Contests bereiten ihm Probleme: 

Die Abschlüsse  des 6’2” Playmakers beschränken sich nicht nur auf das eigene Kreieren. Schließlich schafft er es nicht nur seine Pull-Ups abzuliefern, sondern kann durchaus auch als Spot-Up-Shooter agieren. 

Auch wenn er aktuell noch selten diese Abschlüsse nutzen (nur 30% seiner Dreier geht ein Assist voraus) muss, macht es ihn doch variabler. Sein Shooting-Potential lässt sich im Übrigen auch durch seine guten Freiwurfquote bestätigen. Young trift 83% von der Linie. Zusätzlich öffnet seine Gefahr als Shooter den Weg zum Korb. Durch seine sehr gut entwickelten Moves und eine gute Beweglichkeit schließt er solide am Ring ab.

Mit dieser Austattung an guten Moves schafft es Young zumindest am College, seine athletischen Schwächen zu überdecken. Er kann seine Gegenspieler mit Hilfe seines guten Handlings schwindelig spielen. Auch hier sollte wieder in Frage gestellt werden, inwieweit er diesen Skill auch auf dem nächsten Level nutzen kann. 

Zumindest aktuell erspielt sich Young damit einen weiteren Vorteil. Das hohe Scoringvolumen öffnet ihm Passwege, sobald Offball-Defender aushelfen müssen. Er findet seine Mitspieler per Drive and Kick, per Outletpass oder einfach aus Setplays.

Gerade hier zeigt er, ganz im Gegensatz zu der Wurfauswahl, immer wieder gute Entscheidungen in Fastbreak oder Early Offense-Sequenzen. 

Aus dem Halbfeld schafft er es zusätzlich Lowpostspieler in Szene zu setzen. Oftmals gelingt ihm das mit Spieleröffnungen, die über das reguläre Arsenal hinausgehen. 

Oft wirkt sein Passinggame so, als sei es seine beste Waffe. Er macht sein Team durch das Verteilen des Balles extrem gefährlich. Was passiert, wenn er die Pässe nicht an den Mann bringen kann, sah man im Duell mit West Virginia. Zwar blieb Young mit 29 Punkten nur knapp unter seinem Saisonschnitt, doch die Mountaineers machten ihm die Passwege zu und die Abschlüsse schwer.  Die Folge: 8-22 FG aus dem Feld und nur 5 Assists. Kann man ihm also die Passwege zustellen, ist er deutlich weniger wertvoll für die Sooners und sicherlich auch später in der NBA.

Zusätzlich wirkte er in diesem Duell, gerade gegen den erfahrenen Senior und Top-Defender Jevon Carter, beim Handling nicht immer souverän. Dieses eine Spiel als Red-Flag im Bezug auf die NBA zu sehen, wäre sicherlich zu weit ausgeholt. Trotzdem wirft es die Frage nach der Übertragbarkeit seines Playmakings auf.

Seltsamerweise scheint er diesen Skill allerdings erst am College entwickelt zu haben. Die Werte aus seiner HS-Saison hätten eine solche Explosion nicht erahnen lassen. Zumindest wären die Quoten, dass ein Spieler, der 4,1 Assists in der High School auflegt, den NCAA-Assistrekord einstellt, wohl äußert gering gewesen. Befindet sich Young hier also gerade erst am Anfang der Entwicklung seiner Courtvision oder profitiert er vom struktuierteren Spielstil des College Basketball,  welcher ihm Räume öffnet? Darüber kann sicherlich nur spekuliert werden.

Defense

Defensiv wird Young oft versteckt. Sollte er allerdings tatsächlich auch weiter ein so hohes und effizientes Scoring-Volumen liefern können, sollte die Frage gestellt werden, wie gut seine Defense überhaupt sein muss. Um ihm, auch ohne pures Scoring auf dem aktuellen Niveau, einen Platz in NBA-Rotationen zu sichern, sollte er mindestens gegnerische Playmaker verteidigen können. 

Auch wenn er nicht immer der schnellste laterale Verteidiger ist, zeigt er sich hier zumindest als durchschnittlich. 

Einfache defensive Schemes versteht der 6’2”-Mann aus Oklahoma. Auch wenn sich diese meist nur darauf beschränken, ihn mit dem Rollman zu switchen. Seine Reads beim Switchback sind dennoch gut. Trotzdem bleiben Fragezeichen ob seiner tatsächlichen defensiven Spielbarkeit.  

Spielervergleich 

Shooting-Phänome gab es in den vergangenen Jahren zur Genüge. Auf einen Steph Curry sind aber bisher immer mehrere Nik Stauskas’ gekommen. Ein reales Ceiling für den Playmaker liegt wohl irgendwo dazwischen. Das Playmaking macht den Anschein, als dass sein Wurf sich tatsächlich übertragen lassen könnte. Sollte dies nicht vollständig der Fall sein, dürfte dennoch eine Rolle als Backup-Ballhandler, der von der Bank ordentlich Shooting liefert drin sein. Wahrscheinlich in etwa das, was Eddie House liefern konnte. 

Videos

Highlights vom Assistrekord der NCAA gegen Northwestern:

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

24. Januar gegen Kansas und Playmaker Devonte’ Graham

27. Januar gegen Alabama und Playmaker Colin Sexton

02. Februar gegen West Virginia und Playmaker Jevon Carter

20. Februar bei Kansas und Playmaker Devonte’ Graham

Artikelempfehlungen

Statssektion

Highschool:

USA TODAY’s All-USA Second Team 2017

All-Star-Events:

McDonalds All-American 2017: 9 Punkte (3-8 3Pt) 5 Turnover und Assists in 22 Minuten

Jordan Classics 2017: 5 Punkte (1-3 3Pt) 2 Turnover und 3 Assists in 13 Minuten 

International:

FIBA U18 Americas 6PPG (23,8% 3PT%), 3,2 APG und 0,6 ToPG

 

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@TheTraeYoung

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6 comments

  1. Coach K

    Ich habe den Artikel voller Vorfreude gelesen, war aber irgendwie enttäuscht von Young. Das muss jetzt nicht unbedingt an Young liegen der ja das Potential hat für einen Topspieler aber vom Gefühl gab es schon stärkere GTG-Analysen der neuen Draftclass

  2. Tobias Berger

    Zum einen, danke für das Feedback. Kannst du benennen, was dir fehlt? Philipp hat bei all dem Hype um Young den ersten Profil-Eintrag absichtlich etwas pessimistischer verfasst.

    Zum anderen der Hinweis, dass heute oder morgen die Amateur Hour-Folge zu Young rauskommt, die dem Profil noch mehr Tiefe verleihen wird.

  3. Avatar

    lemanu

    der hype um trae young hat ja eine massive talfahrt genommen in den letzten monaten..

    für mich ist er dennoch einer der wenigen prospects dieses jahr denen ich echtes starpotential zutraue (gebe zu ich habe mich auch noch nicht mit allen lottery prospects beschäftigt), ich bin seehr gespannt was young auf nba level zeigen kann (und darf?).
    es ist natürlich gut möglich, dass seine offense nicht so enorm gut ist dass sie seinen zweifelsfrei negativen defensiven impact gegen starting kaliber pointguards (wo ja jedes zweite, dritte nba team einen guard mit allstar kaliber aufweist) aufwiegen kann.
    es würde die rolle eines edelback ups folgen (für mich der floor) ala tyus jones immernoch etwas wert aber für einen top 10 pick doch eine enttäuschung.
    wenn es allerdings klickt dann ist das ceiling ebenso verlockend, wenn man sieht welchen einfluss steph curry (bzw sein fehlen…) auf das beste team dieser epoche hat kann man sich auch vorstellen wie young ein team besser machen könnte auch wenn er nicht komplett das level von curry erreicht.

    für mich wäre es ab pick 5-6 schon schwer an ihm vorbeizuschauen um einen spieler wie bamba, einen der bridges, carter o.ä. vorzuziehen.

  4. Mr. Finger-Roll

    Es gibt Talente, die sind weniger; und welche, die sind mehr auf eine günstige Umgebung angewiesen. Ich denke, es gibt kaum ein Szenario, in denen die Durants oder AD’s dieser Liga keine Superstars werden. Im Falle von Steph Curry sehe ich das nicht unbedingt so, man muss ihm schon den Schlüssel für das Team in die Hand legen, für ihn spielen lassen, Fehler tolerieren. Das haben die Warriors gemacht. Auch wenn Trae nicht Steph ist, verhält es sich bei dessen möglicher Entwicklung aber vielleicht ganz ähnlich. Er braucht ein Team, das bereit ist, auf ihn zu setzen; ihm sein Spielstil zugesteht (was nicht zwingend eine Usage von über 38% bedeuten muss).
    Ein Team, das so mutig ist, kann – und da gebe ich dir lemanu Recht – mit einem potenziellen Star belohnt werden. Dann kann Trae in der Tat deutlich wertvoller sein als die von dir genannten Prospects. Nun muss man sich anschauen, wer ihm diese Rolle offerieren könnte:

    Phoenix > braucht eher einen PG mit Defense und sicher kein Shooting neben Booker
    Memphis > hat Conley
    Dallas > hat DSJ
    Atlanta > hat Schröder (Aber ob er ihr PG der Zukunft ist?)
    Orlando > !!! (der dazu passende Coach könnte auch geholt werden)
    Chicago > hat Dunn (Aber ob er ihr PG der Zukunft ist?)
    Sacramento > hat Fox
    Clevelend > wird keinen Trae entwickeln, solange Lebron da ist (oder da sein könnte)
    NY > dann interessant, wenn sie Ntilikina auf der Eins aufgeben
    Philadelphia > Simmons + Fultz
    Charlotte > interessant, wenn sie in den Rebuild gehen (was ich annehme)
    LA Clippers > sollten definitiv einen PG draften
    Denver > hat Murray und braucht eher Defense auf der Eins

    Und da sieht man, dass Trae – insofern Orlando ihn nicht nimmt, schnell an 9 oder 10 fallen kann. Das muss aber nicht heißen, dass die Teams sein Potenzial nicht gesehen haben. Sie haben nur schlicht keine Möglichkeit, ihn zu entwickeln. Ich hoffe sehr, dass er in einer guten Umgebung landet.

  5. Avatar

    lemanu

    kann mir ein paar teams mehr vorstellen..

    Phoenix > braucht eher einen PG mit Defense und sicher kein Shooting neben Booker
    Memphis > hat Conley – conley ist über 30 und verletzungsanfällig bis trae young bereit ist das heft zu übernehmen ist das vlt kein thema mehr.. außerdem sollte mephis auchüberlegen ob ein rebuild nicht vlt nötig ist.. ich würde als mephis GM definitiv best prospect available picken
    Dallas > hat DSJ
    Atlanta > hat Schröder (Aber ob er ihr PG der Zukunft ist?) – genau das, auf schröder würde ich da nicht unbedingt rücksicht nehmen
    Orlando > !!! (der dazu passende Coach könnte auch geholt werden) – sicher ein sweet spot für ihn, va wenn der ansatz mit gordon u isaac super switchable defender zu haben weitergeführt wird
    Chicago > hat Dunn (Aber ob er ihr PG der Zukunft ist?) – genau das, zudem kann dunn SG verteidigen und ist selbst nicht so der pure playmaker ein duo dunn/young ist vorstellbar
    Sacramento > hat Fox
    Clevelend > wird keinen Trae entwickeln, solange Lebron da ist (oder da sein könnte)
    NY > dann interessant, wenn sie Ntilikina auf der Eins aufgeben – wie bei chicago, young / ntilikina als doppelguards mit mehreren ballhandlern kann funktionieren, frank hat auch noch nicht gezeigt dass man ihn unbedingt 100% den ball in die hand geben muss
    Philadelphia > Simmons + Fultz
    Charlotte > interessant, wenn sie in den Rebuild gehen (was ich annehme)
    LA Clippers > sollten definitiv einen PG draften
    Denver > hat Murray und braucht eher Defense auf der Eins

  6. Coach K

    Ich habe gelesen das Young bei über 47% seiner Posessions einem Doubleteam ausgesetzt war. In der NBA wird er am Anfang deutlich weniger gedoppelt werden, weil die Defender deutlich besser sind im Durchschnitt als am College auf seiner Position.

    Kann er sein Playmaking und sein Wurf wirklich in die NBA transferieren hat er Offensiv auch eine Gravity die dem Spiel der Orlando Magic mehr als gut tun würde, wenn Sie ihn picken würden. Man kann dann nur hoffen das er in der Defense durchschnittlich werden kann. Dann wäre er jetzt schon deutlich besser als ein Elf Payton.


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