Washington Wizards

Washington nach dem Aus

Welche Lehren können wir aus der Wizards-Postseason ziehen?

Die Saison der Washington Wizards ist zu Ende. Nach einigen Höhen und Tiefen beendeten die Boston Celtics in Spiel 7 alle Träume von der ersten Conference-Finals-Teilnahme Washingtons in diesem Jahrtausend; die Gründe für die Niederlage haben wir hier dargelegt. Jetzt wird es allerdings Zeit, den Blick nach vorne zu richten. Wie ist die Saison und der Playoff-Run des Teams zu bewerten? Wo steckt noch Potential im Kader? Oder einfach gesagt: Wie geht es jetzt weiter in Washington?

Die Bestandsaufnahme der Franchise soll dabei pyramidenförmig erfolgen: oben sind die Stars, in der Mitte die Starter, unten die Rollenspieler. Beginnen wir also bei den Stars oder mit anderen Worten bei John Wall.

Der Wall-Train

Bereits in der Regular Season spielte John Wall den wohl besten Basketball seiner Karriere. In den Playoffs ließ er diesem weitere Fabelleistungen folgen. 27,2 PPG und 10,3 APG wirft Wall in der Konversation um den besten Point Guard der Playoffs in den Ring, bei zumindest akzeptablen Quoten (45,2% FG, 34,4% 3FG). Das ORtg (113) war dementsprechend gut, wenn auch nicht herausragend. Besonders wichtig war dabei, dass Wall als Scorer einen großen Schritt nach vorne gemacht hat: Seinen Karriere-Schnitt bei den Punkten (18,8 PPG) hob er in der Regular Season um fast 5 Punkte auf 23,1 PPG und steigerte sich dann in den Playoffs noch einmal. Wall ist so weniger abhängig von seinen Mitspielern und in der Lage, in wichtigen Phasen selbst zu übernehmen. Viel wichtiger sind aber die nicht messbaren Aspekte seines Spiels: Wall ging als Leader voran, führte die starke Starting-Five an, attackierte unerlässlich in Transition und riss Lücken für seine Mitspieler. In unsere Top 10 Spieler der Saison hat es Wall – zurecht – noch nicht geschafft, viel fehlt ihm aber nicht mehr dorthin.

Gleichzeitig gibt es aber auch einige Kritikpunkte, die nicht unter den Tisch fallen dürfen. Avery Bradley erwischte Wall etwa mehrfach unaufmerksam in der Defense, auch Dennis Schröder legte gegen Wall bessere Zahlen auf, als man von ihm gewöhnt ist. Und dann wären da ja noch die Schlussphase in Spiel 7: Wall vergab nicht weniger als seine letzten 11 (!) Würfe aus dem Feld. Ist John Wall also auf höchstem Level, in den entscheidenden Minuten einer Saison, nicht in der Lage zu liefern? Das ist Populismus. Ein Großteil seiner Probleme ist auf die große Last zurückzuführen, die Wall in der Serie gegen die Celtics tragen musste – die Müdigkeit war ihm (und den übrigen Startern) mitunter deutlich anzusehen. Gerade für einen Spieler, der so von seinem Speed und seinem Drive lebt, sind müde Beine ein Todesurteil. Vielmehr verdeutlicht dies, dass Wall trotz seiner starken Leistungen noch Luft nach oben hat: Etwa bei den Turnovern (4,2/Spiel in den Playoffs), der Defense oder nach wie vor dem Dreier.

Die Wizards sind damit in einer recht komfortablen Situation: Sie haben mit Scott Brooks einen soliden Coach, der fest im Sattel sitzt, und einen glasklaren Franchise-Spieler, der erst am Anfang seiner Prime steht. Darauf kann man aufbauen.

Wer ist der Co-Star?

Gleichzeitig wissen wir schon länger, dass in der NBA ein Akteur auf Allstar-Niveau meist nicht ausreicht, um wirklich nachhaltigen Erfolg zu haben. Die Wizards trauen diese Rolle der zweiten Option Bradley Beal zu und bezahlen ihn entsprechend (5 Jahre/ 127 Mio.). Ist das Vertrauen gerechtfertigt? Beal arbeitet mit seinen starken Playoffs zumindest daran. Genau wie Wall legte er in der Regular Season bereits Career-Highs (23,1) auf und steigerte diese dann in den Playoffs noch einmal (24,8 PPG). Phasenweise stellte Beal die Boston Celtics mit seinem variablen Spiel vor große Probleme.

Generell passt Beal nahezu perfekt neben Wall. Er bietet den Wurf, um Wall Räume zu verschaffen, kann notfalls auch Würfe für sich selbst kreieren und spielt dazu starke Defense. All das macht ihn zur idealen Besetzung als Co-Star des Teams – vorausgesetzt, er bleibt gesund und kann die starken Leistungen der Playoffs bestätigen. Denn wirklich konstant auf höchstem Niveau spielte Beal nicht; gerade die Dreierquote in den Playoffs (28,7%) war alles andere als gut.

Die (zweit-)beste Lineup der Liga

Die wichtigen Positionen des Teams scheinen somit besetzt, vor allem wenn man die starke Starting Five hinzufügt. Noch mal kurz zur Auffrischung: Sie war in der Regular Season die meistgespielte Lineup der Liga und hatte nach der Death-Lineup der Warriors das beste Net-Rtg. Auch in den Playoffs performte die Starting-Five stark und spielte gegen die Celtics mehrfach bereits im ersten Viertel zweistellige Führungen heraus; in 250 Minuten kam sie auf ein Net-Rtg von +18,9 pro 100 Ballbesitze. Das ist ein extrem starker Wert! Spielerisches Sorgenkind war dabei Marcin Gortat: In den Playoffs kam er nur auf 8,1 PPG, eine USG% von 12,4% und trat generell seltsam passiv auf. Spiele wie Spiel 7 gegen die Celtics (6 Punkte, 2/6 FG), Spiel 5 gegen die Celtics (7 Punkte, 3/7 FG) oder Spiel 3 gegen die Atlanta Hawks (2 Punkte, 1/3 FG) können passieren, jedoch nicht so regelmäßig wie in dieser Postseason. Überhaupt ist der Pole mit 32 Jahren der einzige Starter, der seine Prime bereits hinter sich gelassen hat; die mangelnde Schnelligkeit machte sich dabei bereits bemerkbar, vor allem, wenn die Celtics mit einem mobilen Big Man spielten und Gortat in Pick-and-Rolls gegen Isaiah Thomas verwickeln konnten. Kelly Olynyks herausragende Leistungen in Spiel 7 kamen auch zustande, weil Gortat ihn an der Dreierlinie häufig aus den Augen verlor. Mittelfristig werden die Wizards Gortat ersetzen müssen; 1-2 Saisons auf hohem Niveau sind dem Polen aber noch zuzutrauen. Ein Bonuspunkt ist die Verlässlichkeit des Routiniers, der ligaweit einer von nur 5 Spielern mit 82 Starting-Five-Einsätzen war.

Otto Porter dagegen bereitet den Verantwortlichen sportlich kein Kopfzerbrechen – trotzdem ist er die spannendste Wizards-Personalie des Sommers. Seine Leistungen in den Playoffs waren solide: Sowohl bei Punkten, Rebounds, Dreierquote lieferte er auf dem Niveau der Regular Season ab, sein surreales 130er Ortg konnte er halten. Jetzt im Sommer wird er Free Agent; was, wenn ein Team wie die Brooklyn Nets ihm einen Maximal-Deal anbieten? Sind die Wizards bereit, einem elitären Rollenspieler (aber eben auch „nur“ ein Rollenspieler) so viel Geld zu zahlen? Das Team wäre auf einen Schlag ein extrem teures. Raum für Verbesserungen bliebe so kaum – gerade vor dem Hintergrund der schwachen Bank ein großes Problem. Dennoch ist eine Verlängerung eigentlich alternativlos: Porter ist noch relativ jung und passt als 3-and-D-Spieler perfekt ins Team. Und selbst wenn die Wizards ihn ziehen lassen sollten, bliebe bei 94 Mio. garantierten Gehältern nicht viel Geld unter dem Salary Cap übrig.

Wahrscheinlich wird die Starting Five, und damit der Kern des Teams, nächste Saison also zusammenbleiben. Größere Verletzungen oder einen unerklärlichen Leistungsabfall ausgeschlossen sollte das reichen, um den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde anzupeilen. Wie weit es darüber hinausgehen kann, wird von der Kreativität des Managements entschieden.

Sorgenkinder aus Reihe 2

Die Bank ist das große Sorgenkind der Wizards. Schon während der Regular Season wurde das offensichtlich, die Additionen von Bojan Bogdanovic und Brandon Jennings konnten dem aber keine Abhilfe leisten. In der Serie gegen die Celtics verspielten die Bank-Lineups unzählige Male einen komfortablen Vorsprung und konnten auf diesem Niveau schlicht und ergreifend nicht mithalten. Hier sind einmal die On-Off-Werte der wichtigsten Bankspieler: Brandon Jennings (-19,0); Bojan Bogdanovic (-19,9); Kelly Oubre (-37,6); Jason Smith (-16,2); Ian Mahinmi (-28,1). Natürlich kommen diese extremen Zahlen auch durch die Stärke der Starting-Five zustande, sie verdeutlichen aber den extremen Leistungsabfall zwischen den Mannschaftsteilen. Besonders wenn Wall und Beal gleichzeitig auf der Bank saßen, brach alles zusammen. Defensiv bekleckerten sich die Bankspieler ebenfalls nicht mit Ruhm.

Wie kann die Bank also verbessert werden? Nun, es wird ganz schwer. Platz unter dem Salary Cap ist keiner vorhanden, ebenso wenig wie ein Erstrundenpick. Viele Optionen bleiben dem Management also nicht. Wahrscheinlich ist, dass die Wizards Bogdanovic resignen (immerhin haben sie für ihn einen Erstrunden-Pick geopfert) und sich auf dem Free Agent Markt nach günstigen Verstärkungen umsehen. Besonders nötig ist hierbei ein Ersatz für den untauglichen Brandon Jennings, der das Team als Free Agent wohl verlassen wird. Dennoch ist die traurige Wahrheit, dass externe Zugänge die Bank nicht auf ein neues Level heben werden. 1 oder 2 billige Veteranen sowie ein Zweitrunden-Pick werden das Maximum sein, was die Wizards bekommen können.

Wizards-Fans sollten ihre Hoffnungen daher eher auf internes Wachstum setzen, genauer gesagt auf Kelly Oubre. In den Playoffs zeigte der 21-jährige viel Licht, sehr viel Schatten und ein hitziges Gemüt. Positiv waren sicherlich seine Dreierquote (37,6%) und die defensive Flexibilität – teilweise übernahm er das Matchup gegen Dennis Schröder und auch gegen Isaiah Thomas.  Wirklich gut funktioniert hat das nicht, lässt aber für die Zukunft hoffen. Auf der anderen Seite konnte er offensiv das Mismatch gegen Thomas nur selten bestrafen und hatte defensiv immer wieder Aussetzer, die auch die miesen On-Off-Zahlen (-37,5) erklären. Potential und athletische Tools für einen Leistungssprung sind bei Oubre aber definitiv vorhanden. Als variable Waffe von der Bank ist er schon nächste Saison der wichtigste Bankspieler der Wizards. In der abgelaufenen Regular Season hat er das bereits angedeutet: Hochgerechnet auf 100 Ballbesitze performte die Small-Ball-Lineup Wall-Beal-Porter-Oubre-Gortat sogar besser als die starke Starting Five. In den Playoffs kam sie dagegen nur für 24 Minuten zum Einsatz, wo sie hochgerechnet auf 100 Ballbesitze ein verheerendes Net-Rtg (-29,3) aufwies.

Ein anderer Fall ist Ian Mahinmi. Der Center kam nach einer Knie-Verletzung schwer in die Saison und bewegte sich bis zuletzt etwas unrund. Kann er sein altes Niveau wiederfinden, haben die Wizards wenigsten einen soliden Center, der Gortat entlasten kann und die Bank-Lineups defensiv verankern kann. Mit seinem Gehalt (64 mio/4 Jahre) ist er aber extrem teuer für einen Backup-Center und somit eigentlich ein Kandidat, den die Wizards  gerne abgeben würden.

Fazit

Insgesamt stehen die Wizards also gut, aber nicht hervorragend, dar. Das Team hat einen klaren Franchise-Spieler, einen Co-Star und eine starke Starting-Five, die (eine Porter-Verlängerung einberechnet) auch mittelfristig zusammenspielen wird. Um in Zukunft die Spitze der Eastern Conference anzugreifen, fehlen dem Team aber noch einige Puzzleteile in Form von verlässlichen Bankspielern. Diese zu bekommen wird schwer, finanzieller Spielraum ist mittelfristig kaum vorhanden. Es liegt nun also in der Hand des Managements, das Team mit einigen kreativen (sprich: billigen) Transfers zu verstärken. Diese werden darüber entscheiden, ob in Washington in den nächsten Jahren nur ein gutes Playoff-Team oder ein Contender spielt.

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18 comments

  1. Avatar

    lemanu

    schöne Zusammenfassung, großteils bin ich deiner meinung.
    die soliden leistungen von markieff morris (zumindest in der RS) kommen aber etwas kurz. dort sehe ich auch noch potential für das team (wenn er bessere playoffs spielt nächstes jahr)

    ich denke auch dass nach dieser echt nicht schlechten saison evtl mehr interesse bei FA und veteranen bestehen könnte.

    eine option (wenn auch schwer realisierbar im derzeitigen markt) wäre ein trade von gortat, der capspace freiräumen und/oder verstärkungen beingen könnte.
    mit (einem fitten?) mahinmi und morris könnten seine minuten aufgefangen werden..

  2. Julian Wolf

    |Author

    Also Morris habe ich bisschen unter den Tisch fallen gelassen, weil: generell fande ich ihn persönlich gut; dann hat er ein Ortg von 100 über die Playoffs. :stupid: also Luft von solide nach echt gut ist da bestimmt noch…

    Gortat-Trade: sehe ich ehrlich gesagt nicht… schwache Playoffs, relativ alt, kein moderner Big Man – wer würde wirklich was für ihn abgeben? Perfekt wäre er denk ich als Backup-Big bei nem Contender, aber die geben ja nix in Return. Dazu passt er mir dann eigentlich noch zu gut rein (+ die Chemie mit Wall), als dass ich ihn für nix abgeben würde. Da würde ich eher versuchen, Mahinmi mit ner guten Saison ins Schaufenster zu stellen.

    Auf das Free Agent Interesse bin ich echt gespannt. Spontan hätte ich gesagt, hatte Washington einiges, aber nicht seeehr viel zu bieten (Fast-Contender, mittel-attraktive Stadt, relativ wenig Geld); idealerweise schafft man es Jazz-mäßig so Typen wie Diaw und JJ billig für die Bank abzugreifen. Hätte jetzt aber auch kein konkretes FA-Ziel für die Wizards… :stupid:
    PS: Barea fällt mir grad ein… :?

  3. D41

    Washington beißt sich schon ziemlich in den Hintern, dass sie Mahinmi so überbezahlen. Im Prinzip gehen 30 Mio. des Caps an überholte Center.

    Ich würde es schon wagen folgenden Trade rauszuhauen:

    Brook Lopez für Mahinmi + Gortat + Firstrounder 2018 und 2020

    http://www.espn.com/nba/tradeMachine?tradeId=y97r24jr

    Damit vertraut man dann dem Kern Wall, Beal, Porter, Oubre Jr, Morris. Vllt. bekommt man Lopez verlängert und man hätte dieses Jahr in der FA noch die Möglichkeit mit etwas Cap-Space zu spielen.
    Dafür gibt man zwei hintere Firstrounder auf.

    Lopez kommt zu einer gewinnenden Truppe.

    Brooklyn bekommt zwei weitere Firstrounder und kann den Rebuild um 2020 weiter verstärken. Es ist ja nicht davon auszugehen, das Lopez verlängert und so bekommen sie in einer wertvolleren Phase mehr aus ihm und nehmen zwei schlechte Verträge auf.

    Alternativ könnte statt Gortat auch Jason Smith in den Trade eingebunden werden. Dann hätten die Wizards auch noch eine sehr schöne und Tiefe Rotation mit Gortat, Oubre und Bogdanovic von der Bank. Noch einen Vet-Ballhänder und man wäre zumindest eine Runde weiter.

    Was haltet ihr von dem Trade?

  4. Avatar

    lemanu

    morris ist sicher die größte “chance” für die wizards nächstes jahr einen schritt nach vorne zu tun.

    ich hatte ja für einen cousins trade plädiert auch wenn dabei einer von von porter oder beal geopfert hätte werden müssen.
    wall und beal hätten die klasse tatsächlich auch topteams gefährlich zu werden (wenn es funktioniert…), so wird es schwer den schritt von ganz gut zu echtem contender zu machen.

  5. Julian Wolf

    |Author

    also von dem Trade halte ich aus mehreren Gründen eher wenig:

    – der Kern der nächsten Jahre sollte Wall, Morris, Beal, Porter, Oubre heißen; keiner älter als 27 und alle langjährig unter Vertrag. Diese 5 Spieler sollten (Verletzungen etc. ausgeschlossen) reichen um in den nächsten 3-4 Jahren Heimvorteil im Osten anzupeilen – (viel) mehr aber eben auch nicht. Das heißt, es sollte darum gehen, auf diesem Fundament aufzubauen und es graduell zu verstärken.

    – Wie weit bringt einen ein Brook Lopez? Vielleicht etwas weiter, aber auch nicht an den Cavs (kurzfristig) oder Celtic/Team XY (mittelfristig) vorbei. Dafür gibt man mit den beiden Picks in 3 der nächsten 4 Jahre die Chance ab, sich billig zu verstärken… (btw: ist das nicht auch verboten?). Mit diesem Trade würde man also kurzfristig nicht wirklich weiter kommen und dazu mittelfristig viel, viel Flexibilität abgeben.

    -> mMn wäre ein zu harter Aktionisms verfehlt, wie z.B. der Bogdanovic Trade mittlerweile uach nicht mehr so richtig gut aus sieht. Man stelle sich mal vor, man hätte statt Bogdanovic ein Talent der Marke Hartenstein picken können…
    Eigentlich hat man mit diesem Kern noch locker 4 Jahre Zeit, relativ weit oben mitzuspielen…da würde ich auf die Picks aufpassen.

  6. D41

    Blöd ist nur, dass die Picks erst in 5 jahren helfen. Dann ist Beal und Wall aus der prime. Der rest sind brauchbare bis sehr gute rollenspieler. Lopez lebt nicht von seiner Athletik und kann auch in 5 Jahren effektiv sein. Er ist auch erst 29.

  7. Julian Lage

    Schöner Artikel, die Wizards sind auf jeden Fall ein interessantes Team. Bei der Problematik würde ich auch auf jeden Fall zustimmmen, es ist einfach schwer zu sehen, wie die Wizards den nächsten Schritt machen sollen.
    Porter müssen sie denke ich matchen, egal was im geboten wird, was sie noch zusätzlich festlegt. Aber isoliert würde ich mir um den Preis nicht so große Sorgen machen. Er passt genau ins Team, hat noch Luft nach oben – vielleicht etwas mehr Volumen bei leicht geringerer Effizienz, 120 wäre ja immer noch wirklich gut.
    Auch Gortat würde ich jetzt nicht als riesiges Problem ansehen. An sich passt er denke ich genau ins Anforderungsprofil der Wizards und ist als Allrounder weiterhin brauchbar. Seine Playoffleistungen würde ich auch ein bisschen mit Müdigkeit erklären, durch Mahinmis gesundheitliche Probleme hat er in der RS ziemlich sicher mehr gespielt als gut für ihn bzw. das Team ist.
    Mahinmi war durch die Verletzungen natürlich kein positiver Faktor, aber deswegen würde ich auch kein zu schnelles Urteil fällen. Wenn man ihn jetzt abgibt, ist das zumindest ein klarer sell-low-Trade, weswegen man da denke ich abwarten muss.

    Was ich noch als grundlegendes Problem der Wizards bzw. aller Überlegungen zu ihrer Zukunft ansehen würde: Die Bank ist ja logischerweise auch deswegen so schwach, weil die Starter so viel zusammen spielen. Dennis hat das ja für OKC gezeigt, dass manche Coaches durch den Verzicht aufs Staggern der Starter-Minuten gewisse Probleme verschärfen. Konkret sind bei den Wiz nach der Starting 5 auch die nächsten 3 Lineups welche, wo Oubre oder Smith einen Starter ersetzt, die anderen 4 aber spielen. Das halte ich einfach vom Coaching her für problematisch, war aber auch in OKC mit Brooks schon ähnlich. Damit kann man denke ich auch z.B. Bogdanovic schwer beurteilen.

    E: Gerade vorm zumachen des Tabs die Lineups noch mal genauer angeschaut: In den Top 10 der meistgenutzten gibt es keine einzige, in der entweder 3 Starter/2 Bankspieler oder umgekehr sind. Entweder 5/0 oder 4/1 bzw. umgekehrt.

  8. kdurant35

    also von dem Trade halte ich aus mehreren Gründen eher wenig:

    – der Kern der nächsten Jahre sollte Wall, Morris, Beal, Porter, Oubre heißen; keiner älter als 27 und alle langjährig unter Vertrag. Diese 5 Spieler sollten (Verletzungen etc. ausgeschlossen) reichen um in den nächsten 3-4 Jahren Heimvorteil im Osten anzupeilen – (viel) mehr aber eben auch nicht. Das heißt, es sollte darum gehen, auf diesem Fundament aufzubauen und es graduell zu verstärken.

    – Wie weit bringt einen ein Brook Lopez? Vielleicht etwas weiter, aber auch nicht an den Cavs (kurzfristig) oder Celtic/Team XY (mittelfristig) vorbei. Dafür gibt man mit den beiden Picks in 3 der nächsten 4 Jahre die Chance ab, sich billig zu verstärken… (btw: ist das nicht auch verboten?). Mit diesem Trade würde man also kurzfristig nicht wirklich weiter kommen und dazu mittelfristig viel, viel Flexibilität abgeben.

    -> mMn wäre ein zu harter Aktionisms verfehlt, wie z.B. der Bogdanovic Trade mittlerweile uach nicht mehr so richtig gut aus sieht. Man stelle sich mal vor, man hätte statt Bogdanovic ein Talent der Marke Hartenstein picken können…
    Eigentlich hat man mit diesem Kern noch locker 4 Jahre Zeit, relativ weit oben mitzuspielen…da würde ich auf die Picks aufpassen.

    3 der nächsten 4 Picks ist zwar nicht erlaubt. Aber wenn solch ein Trade nach dem Draft stattfände wäre es möglich. Es dürfen nur keine 2 ZUKÜNFTIGE Picks in Folge abgegen werden.

    Trotzdem halte ich ebenfalls nicht viel von dem Trade. Lopez ist dank des Distanzwurfes zwar interessant. Die Probleme in der P&R Verteidigung löst er aber auch nicht. Schnelligkeit ist ja auch nicht seine Stärke. Dazu würde der 1 für 2 Deal die Rotation weiter schwächen ohne zusätzliche Capflexibilität zu bekommen. Dafür wäre mir das Upgrade nicht groß genug. Wenn ich zwei Picks opfere und dann zusätzlich keinen weiteren bis 2022 traden könnte, wollte ich einen deutlichen Schritt nach vorne machen.

    Ich glaube das viele potenziellen Verbesserungen noch gar nicht auf dem Markt sind.

    Cousins hast du ja angesprochen. Lass das Experiment in NO schief gehen und man bekommt eventuell eine Chance. Wenn die Clippers im Sommer auseinanderfallen könnte gar DJ zu haben sein…….
    Von einem Panikmove halte ich persönlich wenig. Wer kaum verzichtbare Assets besitzt sollte vorsichtig damit umgehen.

  9. Coach K

    Ich finde den Bericht sehr interessant geschrieben. Da ich die Wizards aber zu wenig verfolgt habe kann ich hier nur auf eure Meinung zählen.

  10. Avatar

    lemanu

    finde den trade eigentlich nicht uninteressant nur zwei 1st rounder würde ich wohl nicht abgeben, besonders den 2020er..
    ich glaube auch der markt für lopez ist einfach nicht da zwei 1st zu verlangen (wenn das jemand geboten hätte würde er wohl schon längst woanders spielen)

    aber warum nicht einfach der gleiche trade mit nur einem 1st?

    klar ist es immer unsexy picks abzugeben aber mal ganz ehrlich, wieviel verstärkung bringt ein pick im 20-25 bereich? etwa eine 50% chance einen soliden rotationsspieler zu bekommen?

    eine andere idee wäre natürlich ein sign and trade wenn man nicht bereit ist porter den max vertrag zu geben.. klar ist es bescheuert porter für lopez zu traden, aber auf der anderen seite will man wirklich porter mit einem max vertrag?

  11. Avatar

    lemanu

    ginge aber nur wenn man auch gortats verschiffen kann sonst hat man eindeutig zuviele C.
    insgesamt wohl nicht ideal ich würde porter auch halten wollen.

  12. D41

    Ich hatte an zwei Picks gedacht, weil auch zwei eher schlechte Verträge mit verschifft werden. Bei einem Pick würde ich in jedem Fall den Versuch wagen. Lopez macht die Wizards direkt ein gutes Stück besser und würde sich auch von einer Verlängerung wohl überzeugen lassen.

    Porter ist für mich ein Spieler, den ich in jedem Fall bezahlen würde. Er passt zur Altersstruktur und von der Spielweise ist er komplementär zu Beal und Wall. Was besseres wird den Wizards nicht passieren. Er ist ein guter Defender, wirft 43% von draußen (bei 4,3 Versuchen) und hat ein OrtR von 129. Er ist jung und hat Potenzial vllt. noch mehr zu machen. Stark sind auch seine Steigerungen. Er hat sich jedes Jahr immer ein gutes Stück gesteigert. Aus ihm kann ein 90-50-40 Schütze werden mit guter D. Ihm werden einige Teams Max anbieten. Die Frage ist nur, ob die letzte Saison ein Ausreißer nach oben war.

    Weil viele hier die Picks so sehr schätzen, was bringt den Wizards ein 2020-Pick, wenn Beal, Wall, Porter dann Ende 20 sind? Der Pick ist zu 50% ein unterdurchschnittlicher Spieler, zu 30% ein guter Rollenspieler, zu 20% mehr. Bis der Pick aber mehr ist, sind die oben genannten aus ihrer prime.

    Edit: Dazu kommt noch die Vertragssituation von den Spielern. Sollten die Wizards nicht einen größeren Schritt nach vorne machen, würden die Star-Spieler auch überlegen, ob sie bleiben. Die zeitliche Reihenfolge wird für mich immer unterschätzt. Für mich werden die Wizards nicht besser nächstes Jahr, weil Gortat noch ein Jahr älter wird. Dann wird sich Wall auch überlegen, ob er noch Vertrauen hat.

  13. Julian Wolf

    |Author

    zu der Frage, was wir (oder ich…) an den Picks schätze: Flexibilität!

    -> Was, wenn 2019 ein geiler Trade auf dem Block liegt, aber Team X will noch einen Firstrounder?

    -> Was, wenn Wall wegen einer Verletzung die Karriere beendet oder was ähnlich bitteres passiert und man neu aufbauen muss?

    -> Was, wenn man 2018 einen Steal zieht, der vielleicht in den Finals 2020 ein solider 8. Mann in der Rotation ist?

    All das ist natürlich hoch spekulativ, könnte aber passieren. Ist so ein bisschen Taube in der Hand, Spatz auf dem Dach – Geschichte… und Lopez ist eben “nur” ein kleiner Vogel, um dafür das Dach aufzugeben (macht das irgendwie Sinn?? :stupid: :mrgreen: ).
    Mir als Entscheider wäre es (ohne glasklare Championship-Perspektive – und die ist Lopez nicht) immer extrem wichtig, einen konstanten Talentzufluss in den Kader sicherzustellen. Und: Die Top-6/7/8 steht ja, d.h. aus den Picks müssen gar nicht sofort Starter werden, sondern eben “nur” braucbare Rollenspieler im 2. Jahr – das kann schon passieren.

  14. Avatar

    abcd12

    Bin generell dagegen weitere Picks zu opfern. Hängt natürlich vom Spieler ab, der zurückkommt, aber Lopez wäre einer bei dem ich es nicht machen würde. Die Wiz haben Probleme in der Defense und mit der Tiefe und der Trade würde beides weiter verschärfen und gleichzeitig Optionen in der Zukunft kosten. Gortat könnte sich allerdings noch als Problem herausstellen. Die Interviews (Wall, Gortat, Beal) am Ende der Saison lassen vermuten, dass da zwischenmenschlich und basketballerisch einiges im Argen liegt. Ich denke Grunfeld muss und sollte deshalb versuchen Gortat loszuwerden, wenn auch nicht mit so einer extremen Maßnahme wie einem Lopez Trade.

  15. Avatar

    lemanu

    -> Was, wenn man 2018 einen Steal zieht, der vielleicht in den Finals 2020 ein solider 8. Mann in der Rotation ist?

    klar das tolle an picks ist dass die upside immer enorm ist.. aber was ist der wahrscheinliche outcome?
    eher sowas wie oubre oder solomon hill. zwei spieler die man für lopez sofort traden würde.
    vor allem weil man auch das gehalt von gortat einsparen würde, ohne etwas abzugeben wird man für ihn kaum einen abnehmer finden (oder einen ähnlichen vertrag aufzunehmen wie valanciunas oder so)

    ich hba mir mal als beispiele die drafts 2013 und 2014 in der range 20-30 angeschaut und die spieler mit lopez verglichen:

    2013
    besser als lopez :1 (gobert – jackpot) / etwa gleichgut: 0 / solide spieler: 4 / reservespieler: 2 / bust: 4
    2014
    besser: 0 / ähnlich gut: 3 / solide: 1 / reserve: 1 / bust: 6
    und bogdan von dem man nächste saison sehen wird was er kann

    die sample size ist winzig aber man hätte mit einem dieser picks etwa

    5% chance einen jackpot zu ziehen
    15% chance einen ähnlich guten spieler zu bekommen
    25% einen soliden rotationsspieler
    und zu 65% wäre es ein hinterer bankspieler oder bust

    dazu kommt lopez ist 28 spielt jetzt gut, zur selben zeit wie wall und beal und nicht erst in 3-4 jahren wie ein spieler den man 2018 draftet.

    natürlich gibt es auch gegenargumente:

    – möglichkeit eines rebuilds (zb bei einer verletzung von wall wie julian geschrieben hat)
    – möglichkeit von anderen trades
    – wall ist mit 26 noch jung genug dass man es noch etwas zeit hat. nur in genau einem jahr hat er auch nur noch 1 jahr vertrag wie heute paul george..

  16. kdurant35

    Bei den Gegenargumenten fehlt aber noch ein ganz wichtiger Punkt. Lopez wird 2018 auf FA. Selbst wenn er bleiben will muss man ihn bezahlen. Gerade mit dem Hintergrund das Wall per DPE auch bald einen Supermax bekommen kann bin ich mir nicht sicher ob man das will. Und einen Pick für ein Jahr Lopez zu opfern und dann von den Topspielern das Label angeheftet zu bekommen nicht alles für den Erfolg tun zu wollen (monitär) ist auch keine gute Option.

    Der letzte Sommer hat gezwigt, dass man dieC Position auch ohne riesige finanzielle Belastungen besetzten kann. Jetzt Assets und eventuell viel Geld an Lopez zu binden halte ich für fragwürdig. Gings um ein riesiges Upgrade oder um Spielertypen um die sich jeder reißt wäre das was anderes. Für ein Jahr Lopez würde ich jedoch niemals zwei Erstrundenpicks opfern.

  17. Avatar

    lemanu

    wie gesagt zwei picks wären mir auch definitiv zuviel.
    wollte nur mal bisschen teufelsadvokat spielen :twisted:


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